Corona Maßnahmen im Blindflug

29. November 2021von 4.2 Minuten Lesezeit

Corona Maßnahmen im November 2021 zeigen frappante Ähnlichkeit zum November 2020. Dabei gibt schon etwa 300.000 Studien zum Thema Corona. Aber offenbar entweder keine, die als Kompass dienen könnten oder solche, die grandios ignoriert werden, wie die Meta-Studie über 240.000 Veröffentlichungen, die als Ursache für schwere Covid-Verläufe Zucker identifiziert hat. Wird aber von der Schulmedizin schlicht ignoriert.

Die katastrophale Studiensituation über die Public Health Maßnahmen wurde in einem im Britsh Medical Journal erschienen Editorial dargestellt.

So wurde in einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit, ebenfalls im bmj erschienen, nur eine einzige randomisierte Public-Health-Studie eingeschlossen und zwar zur Wirksamkeit eines Mund-Nasenschutzes. Von den 34 eingeschlossenen Beobachtungsstudien waren 14 natürliche Experimente oder quasi-Experimente, 9 Kohortenstudien, 2 Fall-Kontroll-Studien und 9 Querschnittsstudien.

„Das auffälligste Ergebnis der systematischen Übersichtsarbeit von Talic und Kollegen ist, dass nur eine einzige abgeschlossene randomisierte Studie über eine öffentliche Gesundheits- und Sozialmaßnahme (PHSM) gefunden wurde, im Gegensatz zu den Hunderten von abgeschlossenen Studien über die medikamentöse Behandlung von Covid-19.“

„Was können wir aus dieser neuen Untersuchung schließen? Man könnte zu dem Schluss kommen, dass ein Bündel von PHSMs bescheiden wirksam ist, dass aber die einzelnen Komponenten nicht zuverlässig bewertet werden können, da keine Anpassung für Störfaktoren oder die Verwendung von randomisierten oder faktoriellen Studien vorgenommen wurde. Gesichtsmasken scheinen eine echte, wenn auch geringe Wirkung auf den Träger und die Kontrolle der Infektionsquelle zu haben, obwohl endgültige Schlussfolgerungen erst nach Vorlage vollständiger Berichte über die Studien aus Bangladesch und Guinea-Bissau gezogen werden sollten. Die Qualität der derzeitigen Evidenz würde jedoch – nach den GRADE-Kriterien – als niedrig oder sehr niedrig eingestuft, da sie hauptsächlich aus Beobachtungsstudien mit schlechten Methoden (Verzerrungen bei der Messung der Ergebnisse, Klassifizierung von PHSM und fehlende Daten) und einer großen Heterogenität der Effektgröße besteht. Es sind mehr und bessere Untersuchungen erforderlich.“

Es gibt Länder, wo zumindest Daten halbwegs ordentlich erfasst werden, wie in den USA, Israel und England. In Österreich weiß man nicht genau wie viele Erkrankte es gibt, wer im Spital und auf der Intensivstation ist, zumindest offiziell nicht. In Deutschland hat das RKI im jeweiligen Wochenbericht bis zum 11.11.2021 die kumulierten Daten bei den Impfdurchbrüchen aufgeführt, danach nicht mehr. Jetzt nur noch die 4-Wochendaten. Und die Datenerfassung des RKI ist, vorsichtig ausgedrückt, fragwürdig.

Gezielte Untersuchungen über die Verbreitung von Antikörpern in der Bevölkerung, wie sie zum Beispiel in Indien selbstverständlich sind, hat man unterlassen oder nur punktuell durchgeführt. Von Studien über die Wirksamkeit von Maßnahmen ganz zu schweigen. Das überlässt man privaten Institutionen, wie zum Beispiel Aletheia in der Schweiz. Eine schweizerisch-deutsch-österreichische Expertengruppe hat in einer 64-seitigen Studie, an welchem Ärzte, Juristen sowie Mathematiker und Statistik-Experten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich mitgearbeitet haben, analysiert, was die Probleme sind. Über die Zustände in den Alten- und Pflegeheimen hatten sie einen bedrückenden Befund erhoben, der direkt Handlungsanleitungen gegeben hat. Die leider ignoriert werden.

Erstaunlich ist, wie trotz dieser unsicheren Datenlage, den wenigen vorhandene Beobachtungsstudien mit einem hohen „Risk of Bias“, fast jeden Tag in den Medien Politiker, Journalisten aber auch manche Experten mit vollkommener Überzeugung die „unbestrittene“ und „bewiesene“ Wirksamkeit vieler nicht-medikamentöser Maßnahmen verkünden.

Rolf Rosenbrock und Thomas Gerlinger definieren in ihrem Buch das Ziel von „Gesundheitspolitik“ als „die Verbesserung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung (…).  Wie in der Medizin soll dabei eine Maßnahme nur dann ergriffen werden, wenn die erwünschten Wirkungen hinreichend sicher eintreten und mögliche unerwünschte Wirkungen eindeutig übertreffen.“

Wäre es somit nicht langsam an der Zeit, auch die unerwünschten Nebenwirkungen der „verordneten“ nicht-pharmazeutischen Maßnahmen zu analysieren und zu thematisieren? Auf der Behandlungsebene wäre es vollkommen unethisch und unverhältnismäßig eine Maßnahme ohne bestätigtes Wissen über ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis zu verordnen. Auf der Public Health Ebene scheint dies im Moment aber vollkommen egal zu sein. Da werden Maßnahmen mit unbekanntem Nutzen und eventuell enormen gesundheitlichen, psychosozialen und wirtschaftlichen Risiken verordnet.

Warum versuchen wir nicht zumindest die Gesundheitsfolgen abzuschätzen. Auf der Homepage des Gesundheits- und Sozialministeriums ist dazu zu lesen „Die Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) ist ein hilfreiches Instrument zur frühzeitigen Abschätzung der positiven wie auch negativen gesundheitlichen Auswirkungen von politischen Maßnahmen in verschiedensten Sektoren.“

Das Ministerium ignoriert offenbar die eigenen Empfehlungen.

Fazit: Österreich fliegt wie Deutschland auch mit einem Cockpit durch die Pandemie, in dem wesentliche Instrumente fehlen oder falsche Werte anzeigen. Für den Nutzen und die Risiken vieler nicht-medikamentöser Maßnahmen fehlt die Wissensbasis. Und die, die es gibt – etwa die Stanford Studie von Anfang des Jahres, oder eben die Aletheia Studie – werden ignoriert.


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7 Kommentare

  1. Fritz Madersbacher 29. November 2021 at 10:44Antworten

    „Auf der Behandlungsebene wäre es vollkommen unethisch und unverhältnismäßig eine Maßnahme ohne bestätigtes Wissen über ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis zu verordnen“
    Heute nicht mehr, heute kann eine solche Strafandrohung diktiert werden – die neue Normalität nach Vorstellung der herrschenden Klasse …

    • Fritz Madersbacher 29. November 2021 at 10:46Antworten

      Korrektur: „Heute nicht mehr, heute kann eine solche bei Strafandrohung diktiert werden“

  2. Guido Vobig 29. November 2021 at 9:40Antworten

    Passend zum Blindflug:

    „Niemand hat in der gegenwärtigen Krise so versagt, wie öffentliche Intellektuelle. Warum es Sinn macht, den gesunden Menschenverstand auf der Straße zu suchen.“

    https://miloszmatuschek.substack.com/p/ein-bodybuilder-hat-mehr-durchblick

  3. Eva-Maria 29. November 2021 at 8:05Antworten

    Bin neugierig, wie lange es dauern wird bis man begreift, daß gegen Wohlstandskrankheiten KEIN Medikament und kein Impfstoff und gar nichts helfen kann außer:
    ein gesunder funktionierender Körper.
    In der Natur gibts keine Zuckerindustrie, man hatte früher ein paar süße Rüben und süßes Obst und baute Vollwertgetreide an, mehr Zucker aß man nicht.
    Man braucht nur ALLES weglassen,was die Industrie ( in zu großem Maße) ermöglicht hat und hat die beste Richtschnur für richtig und falsch.

    • quantumonly 29. November 2021 at 9:53Antworten

      In Österreich zählt Zucker wie auch Alkohol als Lebensmittel daher dürfen Vinotheken und Pralinengeschäfte trotz Lockdown offen halten!

  4. NK 29. November 2021 at 7:42Antworten

    FYI: Masken tragen allene erhöht das Risiko an Covid zu sterben um den Faktor 1.82 – Studie gibt’s hier, ist noch Draft:

    https://www.authorea.com/users/391921/articles/505927-facemasks-and-covid-19-case-fatality-rate

  5. M.Schwarz 29. November 2021 at 7:06Antworten

    GutenTag, ich bin neu hier.
    Ich gehe davon aus, dass der Impfstoff nicht an neue Varianten angepasst werden kann. Bereits jetzt ist es doch so, dass aufgrund der antigen Erbsünde der Geimpfte auf die Deltavariante den Antikörper auf die Alpha Variante bildet. Wenn er nun einen angepassten Impfstoff erhält, wird er vermutlich weiterhin Antikörper auf die Alphavariante bilden. Weil der Antikörper aber nicht so gut „passt“, könnte ich mir allerdings heftige Nebenwirkungen vorstellen, wie bei einer Infektion des Geimpften mit der Deltavariante auch. Bei neuen Varianten des Virus besteht das Problem fort. Und wenn eine Mutation dem Impfstoff entgeht, hat der Geimpfte, meiner Meinung nach, ein gewaltiges Problem. Das Immunsystem wird im Übermaß Antikörper gegen die Alphavariante ausbilden, die die Blutgerinnung auslösen, weil sie die Blutplätzschen verkleben. Der Virus selbst wird die Gefäßwände angreifen und die T Zellen diese infizierten Zellen abtöten. Es käme dann zu starken Blutungen. Das Krankheitsbild würde wohl dem eines Ebola Infizierten ähneln. Der Ungeimpfte könnte im Gegensatz zum Geimpften weiterhin andere Antikörper bilden, weil er nicht auf diesen kleinen Teil des Spikeprotein konditioniert wurde.Das ist meine Meinung. Ich hoffe, dass kann jemand wiederlegen.

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