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Politik

Es war einmal Kärnten

0 Kommentare 25. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Mascha Orel

Die Geschichte wiederholt sich: Wunderschöne Landschaften, Lebensräume für Tiere und Vögel, charmante Dörfer müssen der EU-Wahn weichen. Diesmal sind das Kärnten und Osttirol, die für eine Idee verschandelt werden sollen.

Wer Kärnten und Osttirol kennt, denkt an die bewaldeten Berge, Täler mit gemütlichen Dörfern, Gastwirtschaften, Kaiserschmarrn, Skivergnügen, alte Burgen, scheue Rehe, Vogelgesang, Eierschwammerln, Seen und Bäche. Wenn es nach dem Willen der EU geht, wird eine Hochspannungs-Trasse 380 kV/110 KV mit je 2 Systemen, also 32 Leiterseilen, durch diese Gegenden schneiden, 190 km durch Kärnten und Osttirol. 700 Strommasten mit bis zu 90 m Höhe machen 70 bis 100 m breite Schneisen erforderlich.

Allein in Kärnten sind 32 und in Osttirol 4 Gemeinden betroffen. 60% der Trasse soll durch Wald verlaufen, etwa 700 ha Wald müssen gerodet werden. Auch wertvolles Acker- und Weideland wird entwertet!

Wie es aussieht, handelt es sich um ein weiteres Opfer auf dem Altar der Energiewende, denn eine Nutzen-, Kosten-, Risikoanalyse fand anscheinend nicht statt. Ist die Trasse zur Sicherung der Versorgung wirklich erforderlich? Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat das Vorhaben? Welche Auswirkungen haben 380 kV Leitungen auf die Menschen, Tiere und die Natur?

Diesen Fragen widmet sich der Verein Lebensraum Kärnten-Osttirol ohne Hochspannungs-Stromfreileitungen (LKoS e.V.). In dem für TKP geführten Gespräch hinterfragt der Vorsitzende des Vereins Prof. Dr. Eberhard Burkel die Notwendigkeit des Vorhabens und liefert wichtige Daten, die einen Baustopp oder zumindest eine Neuevaluierung erforderlich machen.

Die Energiewende ist längst zum Synonym für Deindustrialisierung geworden, aber auch für Existenzzerstörung – wie bereits an manch anderem Ort werden Hotels in der Nähe der Hochspannungs-Trasse schließen, deren bisherigen Besucher die umliegende Landschaft und die Ruhe zu schätzen wissen.

Die veranschlagten Kosten des Vorhabens von 3 Mrd. € erfordern einen Finanzierungsaufwand von geschätzten 6 Mrd. €, der über die Netzkosten auf alle Verbraucher umgelegt werden würde. Dabei zeigt die Bedarfsanalyse keinen Bedarf. Vielmehr soll der Energieverbrauch laut einer Studie bis 2040 sogar sinken.

Worum geht es also? Ein erheblicher Teil der neuen Kapazität dient dem Stromhandel. Die EU-Verordnung 2019/943 (Art. 16 Abs. 8) verpflichtet Netzbetreiber, 70 % der Kapazität auf Netzelementen für grenzüberschreitenden Stromhandel bereitzustellen. Die Gewinne werden privatisiert, die Verluste – sozialisiert.

Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen wurden nicht thematisiert – wie üblich, muss man leider sagen. Auch hierzu klärt LKoS auf und stellt fest: Es besteht konsistente Assoziation zwischen kindlicher Leukämie und langjähriger Exposition gegenüber niederfrequenten Magnetfeldern (50 Hz) ab ca. 0,2–0,4 µT. Man darf davon ausgehen, dass viele der involvierten Entscheidungsträger völlig unwissend nur Dienst nach Vorschrift erledigen. Da lohnt sich ein Gespräch.

„Kinder erben unsere Entscheidungen“, sagt Prof. Burkel. Es gibt 18 Bürgerinitiativen, um das Vorhaben zu stoppen, doch die Herausforderung ist enorm, besonders wenn hinter dem Vorhaben seelenlose EU-Bürokraten sind, und wenn großes Geld im Spiel ist. Doch ist es nicht unmöglich, wenn viele mit anfassen, wenn Menschen sagen „Das ist mein Zuhause und das meiner Kinder“.

Hier geht es zum Gespräch:

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Bild; LKoS e.V.

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Mascha Orel stammt aus der Ukraine als Nachgeborene von Holocaust-Überlebenden. und Gründerin der ‚We for Humanity“ Initiative.


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