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Politik

Iran droht: Wer unsere Flüge stoppt, dem lähmen wir die Flughäfen

3 Kommentare 25. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Der Sicherheitschef des Iran, Mohsen Rezaei, hat diese Woche unmissverständlich gewarnt: Wenn Staaten am Persischen Golf den amerikanischen Drohungen nachgeben und iranische Flüge stoppen, werde Teheran dafür sorgen, dass deren Flughäfen nicht mehr funktionieren.

Die Trump-Administration treibt gerade eine totale Isolation des Iran voran und verlangt von ihren regionalen Verbündeten den vollständigen Abbruch aller Verbindungen. Teheran antwortet mit asymmetrischer Härte, berichtet Reuters. „Wenn Nachbarländer mit den USA kooperieren und iranische Flüge stoppen, werden wir sicherstellen, dass ihre Flughäfen nicht mehr funktionieren können“, sagte Rezaei im iranischen Staatsfernsehen. Wer sich Washingtons völkerrechtswidrigem Sanktionsregime unterwirft, riskiert den eigenen Luftverkehr.

Er appellierte zugleich an die regionalen Staaten, sich nicht in „Amerikas Abenteuer“ hineinziehen zu lassen.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte angekündigt, dass ab dem 23. September alle iranischen Airlines durch die Androhung sekundärer Sanktionen gegen Dienstleister faktisch vom internationalen Verkehr ausgeschlossen werden sollten. Wer iranischen Maschinen Treibstoff, Bodenabfertigung, Landeerlaubnis oder Ticketing gewährt, riskiert den Ausschluss aus dem Dollar-System. Bereits am ersten Tag der Maßnahme wurden Flüge nach Bagdad, Maskat und Katar ausgesetzt. Aserbaidschan und Georgien stoppten iranische Verbindungen ebenfalls.

Rezaei macht deutlich, dass Teheran diese Form der Erpressung nicht widerspruchslos hinnehmen wird. Die Drohung zielt auf die weitaus belebteren und wirtschaftlich kritischeren Flughäfen der Golfstaaten. Ein Ausfall oder massive Einschränkungen dort hätten für die betroffenen Länder erheblich schwerwiegendere Folgen als der ohnehin stark reduzierte iranische Flugverkehr.

Pezeshkian vor der UNO: „Wir werden niemals das Knie beugen“

Parallel dazu trat Präsident Masoud Pezeshkian vor die UN-Generalversammlung. Er richtete sich direkt an Donald Trump: Iran sei zu Dialog und Verhandlungen bereit, werde aber die „Sprache der Gewalt“ nicht akzeptieren. „Der Widerstand des iranischen Volkes wird angesichts von Sanktionen, erhöhtem Druck und Einschüchterung nur zunehmen. Wir werden niemals den Kopf oder das Knie beugen.“

Besonders scharf ging Pezeshkian mit der westlichen Doppelmoral ins Gericht. „Die Atombombe und andere Massenvernichtungswaffen liegen in den Händen des israelischen Regimes – doch die Inspektoren werden im Iran verlangt.“ Er wiederholte den Satz, der seither vielfach zitiert wird: „Die Atombombe ist in Israel, aber die Inspektoren sind im Iran. Israel tötet, aber der Iran wird sanktioniert.“

Pezeshkian wies darauf hin, dass Israel dem Atomwaffensperrvertrag nie beigetreten sei und in seiner gesamten Geschichte keine einzige internationale Inspektion zugelassen habe – und dennoch mit Waffenlieferungen und politischer Immunität belohnt werde. Der Iran hingegen stehe unter permanenten Kontrollen und Sanktionen. Diese Ungleichbehandlung sei „eine echte Tragödie“.

Die Logik der Gegenmaßnahmen

Die libanesische Analystin Marwa Osman brachte die strategische Dimension auf den Punkt: Ein Verbot iranischer Flugzeuge mag als gehorsame Geste gegenüber Washington erscheinen. Teheran könne den Gefallen jedoch einfach erwidern und denselben Druck auf die weitaus frequenteren Flughäfen der arabischen Regime ausüben.

Die Asymmetrie liegt auf der Hand. Während iranische Airlines international ohnehin stark eingeschränkt sind, hängen die Golfstaaten wirtschaftlich und logistisch stark von ihren internationalen Drehkreuzen ab.

Eskalation im Jemen: Erstmals Tabuk im Visier

Gleichzeitig weitet sich der Konflikt auf weiteren Schauplätzen aus. Jemenitische Streitkräfte haben erstmals die Region Tabuk nahe der jordanischen Grenze mit Raketen angegriffen. Tabuk beherbergt eine der größten und wichtigsten Luftwaffenbasen Saudi-Arabiens und zählt zu den fünf zentralen Stützpunkten der saudischen Armee.

Der Angriff signalisiert, dass die Achse des Widerstands in der Lage ist, Druck auf mehreren Ebenen gleichzeitig aufzubauen – von der Straße von Hormus über die Luftfahrt bis hin zu direkten Angriffen auf saudische Militärinfrastruktur.

Der Versuch der totalen Isolation stößt an Grenzen

Die USA setzen darauf, den Iran durch die Abschnürung seiner Luftfahrt und den Druck auf regionale Staaten in die Knie zu zwingen. Teheran macht klar, dass dieser Weg teuer werden kann – und zwar vor allem für jene, die sich als Erfüllungsgehilfen Washingtons erweisen. Die Drohung, Flughäfen lahmzulegen, ist Teil einer kalkulierten Strategie asymmetrischer Vergeltung, die die Verwundbarkeit der Golfstaaten ins Visier nimmt.

Ob die regionalen Regierungen dem amerikanischen Druck standhalten oder nachgeben, wird die nächsten Tage und Wochen zeigen. Eines hat Teheran jedoch unmissverständlich signalisiert: Wer den Iran isolieren will, riskiert selbst isoliert zu werden – zumindest im eigenen Luftraum.

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Bild: Arpingstone, Public domain, via Wikimedia Commons

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3 Kommentare

  1. alter Mann
    Antworten

    Na, mit militärischem Sieg war ja whl nix. Jetzt wird der Sanktionskrieg gestartet. Na, mal Vordicht. Die Iraner / Perser haben paar mehr als sehr gute Wissenschaftler. Fluhäfen lahm legen, kann ich mir schon vorstellen. Aber auf eine Art und Weise, wo mal wieder der Unterkiefer runter klappt. Vergessen, wie man Starlink ausgeschalten hat? USRael hat ja jetzt die Laserwaffen gegen Dronen vorgestellt. Zwischen Vorstellung und Dauerkampfeinsatz ist aber ein Unterschied.

  2. Varus
    Antworten

    @“US-Finanzminister Scott Bessent hatte angekündigt, dass ab dem 23. September alle iranischen Airlines durch die Androhung sekundärer Sanktionen gegen Dienstleister faktisch vom internationalen Verkehr ausgeschlossen werden sollten.“

    Wenn er schon wie Klima-Hysterisierende:innen (m/w/d/x) den zivilen Luftverkehr lähmen will, sollte er sich vielleicht wie die an ein iranisches Flugzeug ankleben? Seine Trumpigkeit gerne auch.
    Ich nehme an, das USrael-Imperium ist mittlerweile verzweifelt?

  3. Satya
    Antworten

    Ein Lob der Standhaftigkeit Persiens (Irans). Die Perser wurden schon im AT als Feinde Israels beschriben und diese Feindschaft ging nicht von den Persern aus.Erst die Unterwanderung beugsamer Regierungen hat Usrael stark gemacht. Die Welt wird und muss einen Weg finden um sich daraus zu befreien, sonst sind die Nationen verloren.

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