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Politik

Trump verlässt Gipfeltreffen mit Xi mit leeren Händen – China lässt sich nicht beugen

5 Kommentare 26. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Drei Tage roter Teppich, Bomber über Andrews, Staatsbankett mit Cook, Huang und Altman, Tee im Weißen Haus, National Archives. Das Ergebnis: zwei Monate Waffenstillstand im Zollkrieg, zwei Pandas nach Atlanta, ein neues Wort für künstliche Intelligenz. Taiwan bleibt Pekings rote Linie. Iran bleibt Krieg. Seltene Erden und Chips bleiben unverändert.

Scott Bessent und He Lifeng hatten die Verlängerung des Busan-Abkommens schon am Mittwochabend festgezurrt, bevor Xi die Treppe herunterkam: vom 10. November auf den 10. Januar 2027. Peking wollte zwei Jahre. Washington gab zwei Monate, wie MercoPress und WSJ berichten. Keine neuen Zollsenkungen, keine festen Zusagen zu Seltenen Erden, keine Aufhebung der Chip-Exportkontrollen. Trump sagt: großartig für die Farmer. Zahlen dazu fehlen. Bessent hatte zuvor eingeräumt, China liege bei Agrarzusagen hinter dem Plan.

Die westlichen Medien und das Weiße Haus sprachen trotzdem von einem „historischen“ Treffen, von Freundschaft und neuer Stabilität.

Wie das Atlantic Council nüchtern zusammenfasst: „Nachdem der Handelsfrieden verlängert worden war … blieb fast alles andere offen.“ Die chinesische Delegation, so die Experten, fährt zufrieden nach Hause.

Pomp statt Substanz

Trump schwärmte von der „truly great friendship“ und nannte Xi „strong, fit and vibrant“. Xi seinerseits sprach von „strategischer Stabilität“ und davon, dass die beiden Länder die „Thukydides-Falle“ vermeiden könnten.

Die einzige konkrete Vereinbarung ist die Verlängerung des bestehenden Handelswaffenstillstands um zwei Monate bis zum 10. Januar 2027. Peking hatte eine deutlich längere Frist gefordert – idealerweise bis zum Ende von Trumps Amtszeit. Washington gewährte nur den kurzen Aufschub. Weitere Zusagen zu Soja- oder Agrarimporten, seltenen Erden oder Technologie-Exportbeschränkungen blieben aus. CNBC und Reuters sprechen übereinstimmend von „Spectakel statt Substanz“.

Selbst die Pandas, die China dem Zoo in Atlanta versprochen hat, und die vagen Ankündigungen weiterer Treffen (APEC in Shenzhen im November, G20 in Miami im Dezember) ändern nichts am Kern: Es wurde Zeit gewonnen, aber keine echten Zugeständnisse gemacht.

Xi belehrt Trump: Taiwan, Iran und AI

Besonders deutlich wurde die chinesische Haltung bei den Kernkonflikten. Laut der offiziellen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua forderte Xi Trump hinter verschlossenen Türen auf, die „korrekte Position der Ablehnung der Unabhängigkeit Taiwans“ einzunehmen und die Taiwan-Frage „umsichtig“ zu behandeln. Washington hat bislang keine Anzeichen gegeben, seine Formulierung zu ändern oder Waffenlieferungen dauerhaft zu stoppen – aber auch keine neuen großen Pakete freigegeben. Wall Street Journal und US News berichten, dass Taipei erleichtert, aber alarmiert ist.

Zum Iran-Krieg, der Washington innenpolitisch und militärisch belastet, diskutierten die beiden Seiten. China drängte auf eine Rückkehr zu Verhandlungen und einem Interimsabkommen. Ein greifbares Ergebnis? Null. Trump bestätigte lediglich, dass man darüber gesprochen habe. News18 und weitere Berichte machen klar: Peking nutzt seinen Einfluss auf Teheran nicht als Hebel, um Washington Zugeständnisse abzuringen – jedenfalls nicht zu den Bedingungen der USA.

Auch bei der künstlichen Intelligenz (die Trump gerne „Super Intelligence“ nennt) blieb es bei allgemeinen Bekenntnissen. Keine gemeinsamen Regeln, keine verbindlichen Mechanismen. Trump will offenbar möglichst wenig Regulierung, Xi betont die gemeinsame Verantwortung, die Technologie unter menschlicher Kontrolle zu halten. Mehr kam nicht heraus.

Die USA können China nicht mehr umstimmen

Das Treffen zeigt in aller Klarheit, was viele westliche Analysten ungern zugeben: Die Zeiten, in denen Washington China durch Druck, Zölle oder persönliche Beziehungen in die gewünschte Richtung lenken konnte, sind vorbei. China hat bei seltenen Erden, Exportkontrollen und der eigenen Wirtschaftskraft die besseren Karten. Die kurze Handelsverlängerung ist kein Triumph, sondern ein Aufschub – und Peking weiß das.

Während Trump die Freundschaft feiert und von „great for the farmers“ spricht, hat Xi die roten Linien klar gezogen. Taiwan bleibt nicht verhandelbar, der Iran-Konflikt wird nicht im amerikanischen Sinne gelöst, und bei Technologie und Handel diktiert Peking zunehmend das Tempo. Das Chicago Council on Global Affairs spricht treffend von den Grenzen der „personalistischen Außenpolitik“ Trumps: Viel Zeremonie, 90 Minuten Substanz – und am Ende leere Hände.

Wer die Berichterstattung in westlichen Leitmedien liest, merkt die Enttäuschung hinter den Höflichkeitsfloskeln. Das Narrativ vom amerikanischen Dealmaker, der China schon irgendwie zur Räson bringen werde, bröckelt. Die Realität ist multipolar – und China spielt nach eigenen Regeln. Das Gipfeltreffen in Washington hat das nur einmal mehr bestätigt.

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5 Kommentare

  1. Peter Ruzsicska
    Antworten

    War naturgemäß nichts anderes zu erwarten –
    Der kommende Hegemon löst in aller Öffentlichkeit immer deutlicher den ältlichen ab:

    Das Überlebenskonzept grundbanalst selbstverstetigend extremstparasitärster Gewaltherrschaft sämtlich in allen Camouflagieinszenierungen waltet in jedem einzelnen der den Gesamtplaneten überwuchernden potemkinschen Dörfer sowie in den unzählichsten Megamaschinenbunkerkomplexen fürderhin.

    Herrschaft ist der sich selbst und alles mögliche selbstverstetigend anfütternde vorauseilendste Wettlauf ab- und aufsteigender Hegemone ins völlige Nichts totalster Nichtung des Erweitertsten Generalsuizids Allsämtlichster Gezeiten –
    Ein Extremkult als Zirkelschluß von unendlicher Fundamentaldestruktivität als Fortschritt offensichtlichst billigst sich widerlichst selbstcamouflierend erprunkender Fundamentalüberheblichkeit.

  2. Daisy
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    Und des sama ihm jetzt auch vagunnt. Haupsach die „Demokraten“ werden wiedergewählt, weil dann wird Amiland so richtig zerstört, nein?

    1. Glass Steagall Act
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      Der Wähler hat dort wenig Auswahl. Das nennen sie dann Demokratie. So braucht die amerikanische Elite nur zwei Parteien kontrollieren und bestechen.

  3. VerarmterAdel
    Antworten

    „Pomp statt Substanz“ Wer hat etwas anderes erwartet?

  4. Glass Steagall Act
    Antworten

    Trump ist nunmal kein Diplomat. Er ist Geschäftsmann. Er will unbedingt einen Deal haben, mit dem er zuhause glänzen kann. Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn China „weich“ gegenüber den USA werden würde. Und man darf nicht vergessen, die USA haben den Krieg gegen dem Iran auch deswegen begonnen, um China indirekt zu attackieren! Somit macht China gegenüber den USA nur die Zugeständnisse, die zur Verbesserung der Energietransporte nach Asien führen! Und da die USA es genau anders herum wollen, konnte dort keine Einigung erzielt werden.

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