Drei Tage roter Teppich, Bomber über Andrews, Staatsbankett mit Cook, Huang und Altman, Tee im Weißen Haus, National Archives. Das Ergebnis: zwei Monate Waffenstillstand im Zollkrieg, zwei Pandas nach Atlanta, ein neues Wort für künstliche Intelligenz. Taiwan bleibt Pekings rote Linie. Iran bleibt Krieg. Seltene Erden und Chips bleiben unverändert.
Scott Bessent und He Lifeng hatten die Verlängerung des Busan-Abkommens schon am Mittwochabend festgezurrt, bevor Xi die Treppe herunterkam: vom 10. November auf den 10. Januar 2027. Peking wollte zwei Jahre. Washington gab zwei Monate, wie MercoPress und WSJ berichten. Keine neuen Zollsenkungen, keine festen Zusagen zu Seltenen Erden, keine Aufhebung der Chip-Exportkontrollen. Trump sagt: großartig für die Farmer. Zahlen dazu fehlen. Bessent hatte zuvor eingeräumt, China liege bei Agrarzusagen hinter dem Plan.
Die westlichen Medien und das Weiße Haus sprachen trotzdem von einem „historischen“ Treffen, von Freundschaft und neuer Stabilität.
Wie das Atlantic Council nüchtern zusammenfasst: „Nachdem der Handelsfrieden verlängert worden war … blieb fast alles andere offen.“ Die chinesische Delegation, so die Experten, fährt zufrieden nach Hause.
Pomp statt Substanz
Trump schwärmte von der „truly great friendship“ und nannte Xi „strong, fit and vibrant“. Xi seinerseits sprach von „strategischer Stabilität“ und davon, dass die beiden Länder die „Thukydides-Falle“ vermeiden könnten.
Die einzige konkrete Vereinbarung ist die Verlängerung des bestehenden Handelswaffenstillstands um zwei Monate bis zum 10. Januar 2027. Peking hatte eine deutlich längere Frist gefordert – idealerweise bis zum Ende von Trumps Amtszeit. Washington gewährte nur den kurzen Aufschub. Weitere Zusagen zu Soja- oder Agrarimporten, seltenen Erden oder Technologie-Exportbeschränkungen blieben aus. CNBC und Reuters sprechen übereinstimmend von „Spectakel statt Substanz“.
Selbst die Pandas, die China dem Zoo in Atlanta versprochen hat, und die vagen Ankündigungen weiterer Treffen (APEC in Shenzhen im November, G20 in Miami im Dezember) ändern nichts am Kern: Es wurde Zeit gewonnen, aber keine echten Zugeständnisse gemacht.
Xi belehrt Trump: Taiwan, Iran und AI
Besonders deutlich wurde die chinesische Haltung bei den Kernkonflikten. Laut der offiziellen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua forderte Xi Trump hinter verschlossenen Türen auf, die „korrekte Position der Ablehnung der Unabhängigkeit Taiwans“ einzunehmen und die Taiwan-Frage „umsichtig“ zu behandeln. Washington hat bislang keine Anzeichen gegeben, seine Formulierung zu ändern oder Waffenlieferungen dauerhaft zu stoppen – aber auch keine neuen großen Pakete freigegeben. Wall Street Journal und US News berichten, dass Taipei erleichtert, aber alarmiert ist.
Zum Iran-Krieg, der Washington innenpolitisch und militärisch belastet, diskutierten die beiden Seiten. China drängte auf eine Rückkehr zu Verhandlungen und einem Interimsabkommen. Ein greifbares Ergebnis? Null. Trump bestätigte lediglich, dass man darüber gesprochen habe. News18 und weitere Berichte machen klar: Peking nutzt seinen Einfluss auf Teheran nicht als Hebel, um Washington Zugeständnisse abzuringen – jedenfalls nicht zu den Bedingungen der USA.
Auch bei der künstlichen Intelligenz (die Trump gerne „Super Intelligence“ nennt) blieb es bei allgemeinen Bekenntnissen. Keine gemeinsamen Regeln, keine verbindlichen Mechanismen. Trump will offenbar möglichst wenig Regulierung, Xi betont die gemeinsame Verantwortung, die Technologie unter menschlicher Kontrolle zu halten. Mehr kam nicht heraus.
Die USA können China nicht mehr umstimmen
Das Treffen zeigt in aller Klarheit, was viele westliche Analysten ungern zugeben: Die Zeiten, in denen Washington China durch Druck, Zölle oder persönliche Beziehungen in die gewünschte Richtung lenken konnte, sind vorbei. China hat bei seltenen Erden, Exportkontrollen und der eigenen Wirtschaftskraft die besseren Karten. Die kurze Handelsverlängerung ist kein Triumph, sondern ein Aufschub – und Peking weiß das.
Während Trump die Freundschaft feiert und von „great for the farmers“ spricht, hat Xi die roten Linien klar gezogen. Taiwan bleibt nicht verhandelbar, der Iran-Konflikt wird nicht im amerikanischen Sinne gelöst, und bei Technologie und Handel diktiert Peking zunehmend das Tempo. Das Chicago Council on Global Affairs spricht treffend von den Grenzen der „personalistischen Außenpolitik“ Trumps: Viel Zeremonie, 90 Minuten Substanz – und am Ende leere Hände.
Wer die Berichterstattung in westlichen Leitmedien liest, merkt die Enttäuschung hinter den Höflichkeitsfloskeln. Das Narrativ vom amerikanischen Dealmaker, der China schon irgendwie zur Räson bringen werde, bröckelt. Die Realität ist multipolar – und China spielt nach eigenen Regeln. Das Gipfeltreffen in Washington hat das nur einmal mehr bestätigt.
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18 Kommentare
„USA, China Streikabkommen zur Senkung der Zölle auf $ 30 Milliarden in Waren nach Trump-Xi Washington Gipfel.“ Fox
Es handelt sich dabei allerdings um unbedeutende Waren..als ganz leere Hände hat man nicht. Die Senkung der Zölle beruht auf Gegenseitigkeit.
China hat kein Interesse, den Ukr. Konflikt zu beenden, denn dadurch wurde Russland abhängig von China und muss China billige Energie liefern.
China hat ebenso kein Interesse an der Öffnung von Hormus, denn Iran liefert per Eisenbahn und hat Ausnahmeregeln für China. Es schadet also nur Afrika und dem Westen, auch Indien, das sanktioniert wird, wenn es russ. Gas und Öl kauft. China schadet es nicht.
China will sich Taiwan einverleiben und warnt daher die USA, Taiwan nicht zu unterstützen. Das werden die Amis wohl nicht befolgen.
„Taiwan ist geostrategisch bedeutend: China will seine militärische Macht im Südchinesischen Meer und im gesamten Indopazifik weiter ausbauen.“
„Von Smartphones bis zu Rüstungsgütern: Bei Halbleitern ist Taiwan Weltmarktführer. Das wichtigste Unternehmen ist TSMC. Mehr als die Hälfte der global produzierten Mikrochips stammt von der Insel. Bei den Hochleistungschips – etwa für KI-Anwendungen – liegt der Marktanteil sogar bei rund 90 Prozent.“
Schnappt sich China Taiwan, wird die Welt von China abhängig sein. Link folgt.
https://www.deutschlandfunk.de/taiwan-china-usa-trump-xi-jinping-demokratie-100.html
Indien zählt 1,46 Mrd Einwohner. China 1,4 Mrd. Europa plus Russland plus USA plus Kanada plus Mexiko plus Türkei, Levante und Maghreb 1,5 Mrd. Davon herrscht die ungewählte Kaiserin nur über 450 Mio, Tendenz fallend. Und Trump schon sowieso nur über 340 Mio.
Es treffen also ein gewählter Staatschef von 1,4 Mrd und einer von 340 Mio aufeinander – bei vergleichbarem Modernisierungsgrad.
Würde der Iran seine muslimische Union hinbekommen, wäre sie 1,5 Mrd groß. China hat alles andere als ein Interesse daran. Trump macht den Job nicht nur für Pinocchio, sondern auch für China!
Eine „muslimische Union“ ist illusorisch. Ich wiederhole mich: sowas wie „Der Islam“ existiert nicht! Das wäre als würde der Papst in Rom eine „christliche Union“ anführen wollen, was die Orthodoxen, Protestanten und andere Sektierer, die sich auf die Trinitätslehre berufen und erst Recht die Unitarier einen feuchten Kehricht interessieren.
@Jan
Wenn es um das reine Vermögen der reichen Bürger geht, da stehen die USA immer noch an erster Stelle. Und leider zählen nicht die Köpfe eines Landes, sondern nur wieviel Macht und Kohle die Einflussreichen haben.
Nach Kohl, dem Politiker der ruhigen Kugel im Dienste der Alliierten, jetzt Trump auf Platz 2, mit der Politik der leeren Hand, die keinen einzigen Zwei-Gewinner-Vertrag zustande
brachtebringt.Jedem Diplomaten dieser Welt, der gezwungen ist mit Trump und seinen Banditos zu verhandeln um die diplomatische Etikette zu wahren, gilt mein uneingeschränktes Mitgefühl.
War naturgemäß nichts anderes zu erwarten –
Der kommende Hegemon löst in aller Öffentlichkeit immer deutlicher den ältlichen ab:
Das Überlebenskonzept grundbanalst selbstverstetigend extremstparasitärster Gewaltherrschaft sämtlich in allen Camouflagieinszenierungen waltet in jedem einzelnen der den Gesamtplaneten überwuchernden potemkinschen Dörfer sowie in den unzählichsten Megamaschinenbunkerkomplexen fürderhin.
Herrschaft ist der sich selbst und alles mögliche selbstverstetigend anfütternde vorauseilendste Wettlauf ab- und aufsteigender Hegemone ins völlige Nichts totalster Nichtung des Erweitertsten Generalsuizids Allsämtlichster Gezeiten –
Ein Extremkult als Zirkelschluß von unendlicher Fundamentaldestruktivität als Fortschritt offensichtlichst billigst sich widerlichst selbstcamouflierend erprunkender Fundamentalüberheblichkeit.
Dem allsehenden Auge auf der Pyramide des US Dollars entrollt eine Träne…
Und des sama ihm jetzt auch vagunnt. Haupsach die „Demokraten“ werden wiedergewählt, weil dann wird Amiland so richtig zerstört, nein?
Der Wähler hat dort wenig Auswahl. Das nennen sie dann Demokratie. So braucht die amerikanische Elite nur zwei Parteien kontrollieren und bestechen.
Es ist wie es ist.
@Glass Steagall Act
Wer ist die amerikanische Elite?
Sind es die Vasallen des Verbrechers Netanyahu, die in allen US-Bundesstaaten schläfrig dämmern?
Sind es die Fed? Sind es die Geld-Großfamilien? Sind es CIA/Mossad?
@Leontinger
Letztendlich ist die amerikanische Elite schwer zu beschreiben. Es gibt dort haufenweise unterschiedliche Personen und vor allem viele Unbekannte, die wir nie zu Gesicht bekommen, aber die enormen Einfluss und Geld haben und aus der Finanzbranche, der Tech-Industrie, der alten Industrie und anderen Bereichen kommen. Ich weiß bis heute nicht, wer dort tatsächlich der Boss der Bosse ist. Was wir aber wissen ist, dass sie die USA steuern.
„Pomp statt Substanz“ Wer hat etwas anderes erwartet?
Trump ist nunmal kein Diplomat. Er ist Geschäftsmann. Er will unbedingt einen Deal haben, mit dem er zuhause glänzen kann. Es hätte mich auch sehr gewundert, wenn China „weich“ gegenüber den USA werden würde. Und man darf nicht vergessen, die USA haben den Krieg gegen dem Iran auch deswegen begonnen, um China indirekt zu attackieren! Somit macht China gegenüber den USA nur die Zugeständnisse, die zur Verbesserung der Energietransporte nach Asien führen! Und da die USA es genau anders herum wollen, konnte dort keine Einigung erzielt werden.
trump ist, wie der grossteil der amerikanischen geschäftswelt,
kein geschäftsman sondern nur ein gewöhnlicher strauchdieb, erpresser, krimineller, schulhofschläger.
ein richtiger geschäftsmann wägt kosten und ertrag gegeneinander ab.
the amerikan way of buisness war bis jetzt, mit gewalt seine °°geschäftspartner°° zu überzeugen,
dass ist jetzt langsam vorbei, jetzt haben die anderen auch boxhandschuhe ……
Ich schrieb auch nicht, guter oder schlechter Geschäftsmann. Insofern bleibt Luft für die eigene Fantasie.
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