Skip to content
Politik

Trumps Wahldesaster: Große Hoffnung in Brüssel

14 Kommentare 4. November 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Ein Gewinner der US-Zwischenwahlen sitzt in Brüssel: Ursula von der Leyen und die EU-Kommission. Doch welche Auswirkungen sind konkret zu erwarten?

Mit der klaren Niederlage der Republikaner wird sich die Beziehung zwischen Washington und Brüssel nicht unmittelbar entspannen. Doch Brüssel kann auf Erleichterung und eine ruhigere transatlantische Beziehung hoffen – ebenso wie auf eine Fortsetzung des Krieges mit Russland. Allerdings sitzt im Weißen Haus weiterhin ein unberechenbarer Trump, der erhebliche Spielräume in der Außen-, Sicherheits- und Handelspolitik behält.

Was könnte der Sieg der Demokraten also konkret für Brüssel bedeuten?

  1. Handel
    Ein demokratischer Kongress beendet die Zollgefahr für Europa wahrscheinlich nicht. Nach einem Supreme-Court-Urteil im Februar 2026 hat die Trump-Regierung die Zölle auf Section 301 des US-Handelsrechts umgestellt – ein Instrument, das der Präsident weitgehend ohne den Kongress nutzen kann. Die Demokraten können Anhörungen abhalten und Nominierungen verzögern, die Zölle aber nicht einfach aufheben. Manche Analysten glauben sogar, dass ein innenpolitisch geschwächter Trump stärker auf Handelsdruck und Zölle als Druckmittel setzen könnte.
  2. Ukraine
    Hier sieht die EU den größten Hoffnungsschimmer. Viele Demokraten unterstützen eine stärkere Hilfe für die Ukraine. Der Kongress kontrolliert die Finanzierung und kann Druck ausüben. Unter Trump haben die USA die Finanzierung bekanntlich weitgehend eingestellt – Waffen werden noch geliefert, doch die EU zahlt. Das könnte sich nun wieder ändern. Allerdings kann das Weiße Haus freigegebene Mittel zurückhalten oder verzögern. Kurzfristig ist mit keiner sofortigen großen Wende zu rechnen; es dauert Monate, bis neue Mittel fließen, und Trump behält die operative Kontrolle über die Außenpolitik.
  3. NATO
    Ein demokratisch kontrollierter Kongress wird die traditionellen Allianzpositionen stärken und Trumps Kritik an der NATO etwas abfedern. Gleichzeitig hat Europa unter Trump bereits massiv die eigenen Verteidigungsausgaben erhöht. Ein kompletter US-Rückzug aus der NATO oder ein massiver Truppenabzug ist nun noch unwahrscheinlicher geworden.

Politisch könnte der Einfluss auf die europäische Innenpolitik größer sein als auf die konkrete US-Politik: Ein Sieg gegen Trump gilt als großer Sieg gegen den Rechtspopulismus. Es ist die vierte bedeutende Wahlniederlage für die „globale Rechte“ nach Ungarn, Serbien und Brasilien. Kann man auch Le Pen in Frankreich noch stoppen?

Und was ist mit der Kulturpolitik? Trumps Administration stoppte die jahrzehntelange „woke“ Regenbogenagenda. Mehrere Demokraten erklärten noch in der Wahlnacht: „DEI is back!“. Europäische linksliberale Politiker (etwa Pedro Sánchez) haben das Ergebnis sofort als Abstimmung gegen „Hass“, „Machismo“ und die „rechtsextreme Welle“ gefeiert. Das stärkt die progressive Seite in europäischen Debatten zu Gender, Diversität, Sprache und Bildung.

Doch die Kulturkriege sind in den USA nicht vorbei. Viele der von Trump durchgesetzten Änderungen in Verwaltung und Auftragswesen bleiben bestehen. Auch in Europa entscheidet sich der Ausgang dieser Konflikte primär auf nationaler Ebene – nicht in Washington.

Der neue Kongress tritt erst im Januar 2027 zusammen. Bis dahin und darüber hinaus bleiben Trumps Executive Powers (Dekrete, Zölle, diplomatische Schritte) entscheidend.


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇



Die Wall Street kauft den blauen Tsunami in den USA

Wahltag in Washington, Eskalation überall: Wer am Ende die Rechnung zahlt

Teile diesen Artikel

14 Kommentare

  1. lotus998dc2ac81f3
    Antworten

    es spielte noch nie eine Rolle

  2. Jurgen
    Antworten

    Der Hampelmann an der Spitze ist nur das Aushängeschild eines vollständig versagenden riesigen Teams dahinter. Wer die Geschichte kennt, weiss dass der US-Dollar untergeht und nichts ihn noch retten kann. Weil es zuviel Zockerei in den Börsen gibt, 100-fach gegenüber realen Werten. Die Kaufkraft des US-Dollar ist heute nur noch ein hundertstel von 1971. Gold lügt nicht.

  3. Daisy
    Antworten

    Vance war Kritiker des Iran Krieges. Viele, die Trump warnten, mussten gehen oder gingen freiwillig. Trump widersetzte sich den Warnungen alter erfahrener US Generäle, die ihm erklärten, was die Folgeneines Iran-Krieges sein würden. Sie wurden gefeuert. Trump hat Netanjahu gedient, als wäre er seine Marionette. Dann immer wieder diese Irrsinnsäußerungen…er fantasierte Verhandlungen und Deals herbei, ebenso, dass der Iran schon restlos besiegt sei, dann wieder, kaum zeigte sich en zartes Pflänzchen von Friedensabsichten, dass er den Iran in die Steinzeit bomben würde. Irs. hat trotz Friedensbemühungen immer wieder angegriffen und Trump gelang es nicht, N. zurückzuhalten. Ich denke doch, es gint Erpressungen. Längst hätte Trump sich aus „gesundheitlichen Gründen“ zurückziehen müssen, sofort eigentlich, als er erpresst wurde. Jetzt hat er sein Gesicht verloren. Wo immer er auch hinfshren möchte auf der Welt, er wird verspottet werden. Die EU verspottet ihn, der NATO-Chef und das Pärchen Mörds-Elendski taten es schon vor der Wahl, indem sie seine Forderungen ignorierten. Doch Trump tritt immer noch nicht zurück.

    Vance fasst es gut zusammen:

    1. 1) End the war
      2) Focus on cost of living/inflation
      3) Put America First
      4) Change our relationship to Israel

    Diese Einsicht kommt zu spät.

    Trump hat nicht nur Amerika großen Schaden zugefügt, sondern auch der Welt und allen, die auf Frieden und Freiheit gehofft hatten.

    Was hat er zB ständig herumgetan bzgl. Ukraine. Er hat nie Wort gehalten. Es lag an ihm, diesen Krieg zu beenden. Stattdessen hat er immer wieder auf die Falken gehôrt. Was für ein schwacher Präsident!

    Aber wie gesagt, er hat sein Gesicht nun verloren. Auch ein Rücktritt macht das nicht mehr gut. Es ist zu spät.

    1. Daisy
      Antworten

      JD Vance (@JDVance) ·

      One of the things the data analysts on our side obsessed over was "composition"—whether the electorate looked close enough to 2024 for Republicans to win. And despite polls that showed a Democrat blowout, the data kept on telling us the same story: in some states turnout was…

      Anzeigen auf X

      1. Daisy

        Auch Vance meldet sich zu spät. Wohl aber wäre er dann eben auch in Ungnade gefallen, doch wäre das ehrenhafter gewesen, als im Team zu bleiben. Das war sicher schwierig.

    2. Daisy
      Antworten

      Dieser Realitätsverlust zeigt sich schon wieder…

      „Trump hatte die Midterms zuvor ausdrücklich zu einem Votum über seine Präsidentschaft erklärt. Angesichts der Niederlage wollte er davon am Wahlabend jedoch nichts mehr wissen. Auf Truth Social schrieb er: „Ich stand nicht auf dem Stimmzettel. Hätte ich kandidiert, hätten wir ERDRUTSCHARTIG gewonnen!“

  4. cwsuisse
    Antworten

    Die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Demokraten und Republikanern werden einem neuen Klimax entgegenstreben. Entscheidend sind aber der weitere Verlauf des Ukraine- und des Irankrieges.

  5. Andreas_Sch.
    Antworten

    Die behelmte Brunhilde in Brüssel sollte sich nicht zu sehr freuen … Dass Banderistan dem Ende zustrebt, ist beschlossene Sache. Das war mir klar als der CIA-Boss in Moskau vorsprechen durfte. Nur heißt das nicht, dass es in Europa deswegen nicht ungemütlich wird.

  6. K Kaefer
    Antworten

    Kommentar eines desillusionierten US Drump-Wählers, der für Viele sprechen dürfte.

    „An meine republikanischen Freunde:

    Die Mitte und ein großer Teil der Rechten standen hinter uns, als wir noch dachten, Kinderschänder würden ins Gefängnis kommen. Wir halfen, Trump und sein Team über die Ziellinie zu bringen, als wir glaubten, die Republikaner würden die COVID-Impfungen stoppen. Wir mussten zusehen, wie KI – inzwischen SI – zum Werkzeug wurde, das beide Seiten gegen uns einsetzen werden, während Land für Rechenzentren beschlagnahmt wurde.

    Uns wurde gesagt, wir sollten dem Plan vertrauen und die Mandate würden enden – während das Militär in der Grundausbildung weiterhin gefährliche Impfungen vorschreibt.

    Man hat sich über uns lustig gemacht, weil wir wollten, dass die Befugnisse, die wir den Mächtigen übertragen haben, tatsächlich angemessen eingesetzt werden.

    Wir werden von links und rechts angegriffen und zeigen dabei dennoch mehr Nachsicht, als uns irgendeine der beiden Seiten entgegenbringt.

    Als Sanitäter, der immer wieder gefordert hat, dass dieses Gift endlich gestoppt wird, war das schwer mitanzusehen. Menschen sterben an einem im Eiltempo entwickelten Produkt, das man im medizinischen Bereich dennoch nehmen muss, um während des Studiums die klinischen Praktika absolvieren zu dürfen.

    Das ganze Vertrauen, das wir einst hatten, ist aufgebraucht, während die Clintons, die Obamas und die Faucis unbehelligt davonkommen. Trump hat ihnen buchstäblich einen Freifahrtschein ausgestellt. Wir hatten die Chance, hier wirklich etwas Gutes zu bewirken. Stattdessen wurde das, was von unserem Land noch übrig war, Menschen überlassen, denen unser Wohl nicht am Herzen liegt. Wer aufmerksam ist, weiß das.

    Man kann nicht einen großen Teil der Bevölkerung, der euch an die Macht gebracht hat, einfach ignorieren, ohne dass das Folgen hat. Wenn die Seite, die uns offen hasst, wieder an die Macht kommt, wird zumindest eine klare Entscheidung erzwungen: aufrecht stehen oder auf die Knie gehen.

    Solange wir uns nicht mit den Dämonen unter den Pädophilen auseinandersetzen, mit denen, die Babys bis zum neunten Monat abtreiben, mit denen, die Gift vorschreiben, und mit denen, die Kinder auf Inseln fliegen, bleiben wir in dem Käfig, den wir selbst verschlossen halten. Es gibt kein Schloss. Nur unsere Hände an der Tür.

    Abschließend: Das ist kein Aufruf zum Krieg. Es ist ein Aufruf zu einem spirituellen und geistigen Aufstand. Ein Aufruf, anzuerkennen, wie sehr man uns tatsächlich Unrecht getan hat, und eine Bitte, die moralische Integrität wiederzuentdecken, die wir auf so vielfältige Weise verloren haben.

    Ich will nicht, dass eine blaue Welle gewinnt. Sie sind unverhohlen böse. Aber ich werde nicht so tun, als wäre ich nicht zutiefst enttäuscht darüber, wie wenig von den gemachten Versprechen eingelöst wurde. Und offensichtlich bin ich nicht der Einzige, dem es so geht.

    Ich bete für unser Land. Ich bete für die Unschuldigen – unabhängig davon, wie es ausgeht.

    Gott segne euch.“

  7. LMohikan
    Antworten

    Mit dem gesamten Establishment, ob links, rechts oder Demokratisch oder Republikanisch oder wie auch immer, wird sich Global nichts ändern.

    Erst wenn der (Geld-) Adel, Oligarchen, Mafia, Konzerne, Börsen und Zinsen von dieser Welt getilgt sind wird Frieden und Wohlstand für alle möglich!

  8. Glass Steagall Act
    Antworten

    Wenn Brüssel große Hoffnung hat, muss man gewarnt sein! Vermutlich wird der menschenverachtende Sozialismus nun fortgesetzt und das mit höherer Geschwindigkeit. In Europa war er während Trumps Amtszeit nie weg. Im Gegenteil, er wurde hier gehegt und gepflegt, bis Trumps Zeit abgelaufen wäre. Mit der Rückgewinnung von Senat und dem Abgeordnetenhaus, ist es zumindest auch einfacher für die Sozialisten in der EU! Noch zwei weitere Jahre und der Sozialismus wird wieder dominant sein, hier und in den USA, es sei denn, in der EU gewinnen die Konservativen die Oberhand. Es bleibt abzuwarten.

    1. Jakob
      Antworten

      Das, was hier in der EU passiert hat mit Sozialismus nicht das Geringste zu tun.

      Menschenverachtend ist dieses System, sogar hochgradig.

      Hier herrscht ein Faschismus!

      1. Glass Steagall Act

        Die Umverteilung von unten nach oben ist mehr Feudalismus. Aber die Durchsetzung des Klimawahns nach planwirtschaftlichen Mustern, ist es! Und dann noch die Kontrolle aller Bürger mit dem digitalen Gefängnis ist es auch. Hinzu kommt noch die Enteignung der Ersparnisse und der Vermögen der Bürger. Das alles zum Wohle eines übergeordneten Staates, bei gleichzeitigem Verlust der Freiheit der Bürger. Das ist Sozialismus!

  9. Daisy
    Antworten

    Ja, es geht jetzt zurück in die WHO und die Windradfanatiker kônnen auch feiern…der woke Deep State hat gewonnen. Die Grenzen werden wieder geoffnet, Kennedy muss Gäts gehorchen usw. Trump stand eben nicht nur für Isr. First…das tun ubrigens die Dems auch, sondern er hat viel Sinnvolles erledigt, so zB dass Männer im Sport keine Frauen mehr verprügeln dürfen. Der Ami-Wähler ließ den Benzinpreis entscheiden. Die werden sich noch wundern über die weiter ansteigenden Preis. Vom Regen in die Traufe trifft es nicht ganz, denn es geht von bewölkt in die Jauchegrube…für uns hier bedeutet es Rückenwind für die Strippenzieher von Örschi & Co und ihren Folterknecht in Korruptistan.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.