Eine neue Untersuchung zeigt, wie der Boom der Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und Cloud-Computing massiv mit amerikanischen Altersvorsorge-Geldern finanziert wird. Der KI-Boom zieht Kapital aus den Sparguthaben.
Ein aktueller Bericht des Solari Report mit der Journalistin Taylor Hudak zeigt, wie Amerikaner mit ihren Altersvorsorgeprogrammen den Aufbau digitaler Infrastruktur finanzieren und dabei riskieren, dass diese Investitionen langfristig einen großen Teil ihrer Ersparnisse aufzehren.
Ein Abonnent formulierte es so: „Das ist keine Blase, das ist ein Strohhalm.“ Durch die Art, wie KI- und Hyperscaler-Unternehmen (Amazon, Microsoft, Alphabet, Meta, Oracle) Kapital sowohl on- als auch off-balance-sheet aufnehmen, entstehen für Anleger mit Indexfonds, Anleihefonds und Private-Equity-Beteiligungen versteckte Konzentrationen auf wenige Unternehmen. Diese Risiken werden durch komplexe Verpackungen verschleiert.
Ein großer Teil der US-Altersvorsorge steckt in passiven Indexfonds und Zieldatum-Fonds, die automatisch in die größten S&P-500-Unternehmen investieren – also genau die Hyperscaler, die die Rechenzentren bauen und mieten. Der Tech-Anteil am Index ist historisch hoch. Selbst als sicher geltende, risikoarme Rentenfonds halten Unternehmensanleihen und Papiere, die zur Finanzierung von Rechenzentren dienen.
Taylor Hudak und Solari ordnen das in einen größeren Rahmen ein: Neben den privaten Ersparnissen fließen Steueranreize und öffentliche Mittel in denselben Aufbau. Dabei wird die Wirkung auf die breitere Wirtschaft, etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen, übertrieben, während der Verbrauch an Strom, Wasser und Land unterschätzt wird. Das „digitale Kontrollgitter“ wird zugleich von einer Masse finanziert, die nicht wirklich zugestimmt hat.
Hudak und der Solari Report beziehen sich auf die USA. Doch auch in Europa sieht es kaum anders aus. Auch hier fließt die Altersvorsorge in denselben Boom – nur über andere Kanäle. Große Pensionsfonds und Versicherer kaufen langfristige Anleihen der US-Hyperscaler. Laut EZB machten Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle im Jahr bis März 2026 etwa 15 Prozent des Zuwachses der Euro-denominierten Unternehmensanleihen-Bestände von Eurozonen-Investoren aus. Die EZB ist sich des Risikos durchaus bewusst.
Niederländische und Schweizer Pensionsgelder investieren direkt in europäische Rechenzentrums-Plattformen wie NorthC. Der PIMCO European Data Centre Opportunity Fund sammelte rund 1,8 Milliarden Euro ein. Deutsche Akteure wie MEAG (Munich Re) und Siemens Financial Services legen eigene Fonds auf, während Private-Equity-Häuser Milliarden in europäische Hyperscale-Plattformen stecken.
Im Unterschied zu den USA, wo viele individuelle Sparer über Standardfonds automatisch mitziehen, dominieren in Europa institutionelle Investoren. Die einzelnen Beitragszahler merken das nicht direkt, sind aber über ihre Pensionsansprüche exponiert. Doch auf beiden Seiten des Atlantiks finanziert ein erheblicher Teil der Altersvorsorge-Gelder den Rechenzentrumsausbau.
Allerdings steht Europa vor schärferen physischen Grenzen als die USA. Viele Länder rationieren oder pausieren neue Großanschlüsse. In Großbritannien liegen etwa 73 GW an Rechenzentrums-Anfragen in der Anschluss-Warteschlange, in Irland verbrauchen Rechenzentren schon jetzt rund 23 Prozent des Stroms.
3 Kommentare
Habe mal in fen USA gearbeitet und deswegen auch ein 401k- bin dabei, das Geld rauszuziehen, was gar nicht so einfach ist, weil ich dazu wider ein US Konto eröffnen muss. was ab 2027 für EU Insassen ja gar nicht mehr möglich sein soll.
Die Deutschen haben da auch viel Geld drin. Wird ja landauf landab empfohlen die World ETFs zu kaufen – „da sind sie auf der sicheren Seite“. Nur das die automatisch umschichten auf das was aktuell viel Wert hat. So machen „die Top-10-Unternehmen zusammen bereits knapp 26 % bis 27 % des gesamten ETFs aus“. NVIDIA, Apple und Co.
„Im Unterschied zu den USA, wo viele individuelle Sparer über Standardfonds automatisch mitziehen, dominieren in Europa institutionelle Investoren.“
Grad die Jugend und neue Anleger und unsere 2027er Altersvorsorge schichtet in ETFs um.
papiere, in welcher form auch immer, waren und sind keine altersvorsorge,
zumindest nicht für diejenigen, die ihre ersparnisse vertrauensvoll über einen
°°finanzberater°° darin investieren
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.