
Der vorgetäuschte „Wasserbankrott“: Rechenzentren
Wir erleben derzeit die Entstehung einer neuen psychologischen Operation, die auf unsere wichtigste natürliche Ressource ausgerichtet ist: Wasser.
Wasser und die Kontrolle über Wasser ist eine wesentliche Ebene im technokratischen Umbau der Weltgesellschaft. Während Digitalisierung und KI immer mehr Wasser benötigen, wird gleichzeitig Propaganda mit dem Wassermangel betrieben. Jede Dürrephase wird zur Apokalypse, jede Trockenheit zum Ausnahmezustand instrumentalisiert.
TKP hat bereits ausführlich über den Griff von Technokraten und Oligarchen nach unserem Wasser berichtet. Was einst ein großer Skandal war, als der Nestlé-Chef meinte, Wasser dürfte kein allgemeines Gut sein, wird nun – ganz ohne Empörung – umgesetzt. Die Krise heißt – von der UN so bezeichnet – „Wasserbankrott“. In einem zweiteiligen Essay hat der Off-Guardian den „Wasserbankrott“ beschrieben. Teil eins behandelt die Rechenzentren. Hier das Essay leicht gekürzt und übersetzt (auf Deutsch hier erschienen):
Die „Wasserbankrott“-Erzählung lässt sich grob wie folgt zusammenfassen:
- Auf unserem Planeten geht das saubere, sichere Trinkwasser zur Neige.
- Der Klimawandel und der Vormarsch der KI sind die Ursachen für dieses Problem,
… und – natürlich:
- Wir müssen wirklich etwas dagegen unternehmen.
Die sich rasch entwickelnde und düstere Realität ist ein Plan, bei dem die bewusst geschürte Angst vor Wasserknappheit genutzt wird, um vorgetäuschte Wasserknappheit zu erzeugen und anschließend die weltweite Wasserversorgung im Namen der „Wassersicherheit“ zu kontrollieren, zu kommerzialisieren und zu monetarisieren.
Es ist die nächste große psychologische Operation, die sich vor unseren Augen entwickelt, und in dieser Serie werden wir jeden Aspekt davon beleuchten: Heute, im ersten Teil dieser Serie, werden wir uns mit einem scheinbar zentralen Pfeiler dieser sich abzeichnenden Erzählung befassen – Rechenzentren.
In jüngster Zeit ist eine Flut von Panikmache in den Medien zum Thema Rechenzentren zu beobachten. Behauptungen über deren Energie- und Wasserverbrauch überschwemmen plötzlich den Informationsmarkt.
Dies ist eine merkwürdige Entwicklung, da Rechenzentren doch gerade das schlagende Herz des Überwachungsstaates zu sein scheinen, für den diese Medien regelmäßig werben.
Die Berichte reichen von leicht kritischen Tönen, wie in diesem Artikel aus der Times: „Der Boom bei Rechenzentren dürfte die Wasserrechnungen noch weiter in die Höhe treiben,“ zu leicht besorgten Berichten wie diesem der BBC: „Schottische Rechenzentren für KI verbrauchen bereits so viel Wasser, dass man damit jährlich 27 Millionen Flaschen füllen könnte“ bis hin zu quasi-apokalyptischen Darstellungen wie diesem Beitrag des stets hysterischen Guardian: „Was Sie hier sehen, ist ein Feuchtgebiet ohne Wasser: Wie der Rechenzentrumsboom Chiles Megadürre verschlimmert.“ Oder dieser Beitrag von Al Jazeera: „Der wachsende Wasserhunger der KI wird zu einem Risiko für die öffentliche Gesundheit.“
In den USA sieht es nicht anders aus, wo Schlagzeilen wie diese veröffentlicht werden: „Amerikas KI-Boom stößt auf ein ungeplantes Wasserproblem.“ Oder diese: „KI beschleunigt den Verlust unserer knappsten natürlichen Ressource: Wasser.“ Solche Schlagzeilen verbreiten sich schnell.
Ja, so bizarr es auch erscheinen mag: Die Mainstream-Medien greifen den Ruf der Mainstream-Rechenzentren an.
Und es wird noch seltsamer, wenn man etwas genauer hinschaut – denn praktisch alle Schreckensmeldungen, die sie veröffentlichen, sind entweder maßlos übertrieben, aus dem Zusammenhang gerissen oder schlichtweg NICHT WAHR.
Wie sieht es also mit der Realität aus? Schauen wir uns das einmal an. Dieser Reuters-Artikel trägt die Überschrift: „KI wird den Strom- und Wasserverbrauch von Rechenzentren bis 2030 verdoppeln“.
Das Problem ist, dass kein Kontext dafür gegeben wird, was diese „Verdopplung“ im Vergleich zu anderen Werten bedeutet.
Es wird angeführt, dass Rechenzentren „4,5 Billionen Liter pro Jahr“ verbrauchen – und das klingt zwar nach einer Menge, doch wenn wir den fehlenden Kontext hinzufügen, stellen wir fest, dass die Gesamtmenge an Wasser, die jährlich von Menschen verbraucht wird, etwa 4 Billiarden Liter beträgt, also fast das 1000-Fache.
Das bedeutet, dass Rechenzentren derzeit nur ~0,1 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs ausmachen.
Was auch immer wir von Rechenzentren als Instrument von „Big Brother“ halten mögen, es bleibt dennoch eine Tatsache, dass die Landwirtschaft, die Fertigungsindustrie und die Energieerzeugung, gemessen an ihren Umweltauswirkungen, um ein Vielfaches mehr Wasser verbrauchen als diese.
Die Presse tut zudem alles, um die Unterscheidung zwischen „direktem Wasserverbrauch“ und „indirektem Wasserverbrauch“ zu verwischen.
Eine kurze Erläuterung dazu:
Direkter Wasserverbrauch ist das Wasser, das man zum Trinken, Kochen, Reinigen oder Baden verwendet.
Indirekter Wasserverbrauch ist das Wasser, das für den Anbau der Lebensmittel, die man isst, oder für die Herstellung der Kleidung, die man trägt, verwendet wird.
Dies ist eine klare Unterscheidung, die die Mainstream-Medien bei der Berichterstattung über den „Wasserfußabdruck“ von Rechenzentren außer Acht lassen.
Siehe den aktuellen Bericht „Wasserfressende Rechenzentren“ der Universität Oxford [Hervorhebung hinzugefügt]:
Die meisten Betreiber von Rechenzentren konzentrieren sich auf das Wasser, das direkt zur Kühlung verwendet wird, doch die größte Quelle des Wasserverbrauchs ist tatsächlich die Stromerzeugung. Dies liegt daran, dass Wasser erhitzt wird, um Dampf zu erzeugen, der eine Turbine antreibt und Strom erzeugt. Sowohl fossile Brennstoffe als auch Kernkraft verbrauchen auf diese Weise Wasser, und selbst bei der Wasserkraft kommt es zu gewissen Wasserverlusten aus den Stauseen.
Rechenzentren dafür verantwortlich zu machen, dass Wasser aus Stauseen von Wasserkraftwerken verloren geht, weil sie einen Teil des dort erzeugten Stroms verbrauchen? Ist das sinnvoll? Und wird dieser Maßstab auf jede Branche angewandt?
Diese und andere Falschdarstellungen werden in diesem Beitrag von Andy Masley sehr gut aufgeschlüsselt. Ich empfehle ihn jedem, der daran interessiert ist, diese seltsame Geschichte zu enträtseln.
Beispielsweise wird häufig angenommen, dass Rechenzentren das Grundwasser vergiften – doch auch dies ist eine Verzerrung der Tatsachen, denn zwar können sie durch Verdunstung bereits im Wasser vorhandene Schadstoffe anreichern oder Reinigungs- und Kalkhemmer-Chemikalien hinzufügen, doch dies ist bei praktisch allen industriellen Prozessen und Kühlsystemen der Fall. Die Vorgehensweise der Rechenzentren ist in dieser Hinsicht keineswegs einzigartig.
Es stimmt auch, dass viele KI-Rechenzentren überhaupt kein Wasser verbrauchen. Zwischen 10 Prozent und 25 Prozent der in Betrieb befindlichen Rechenzentren betreiben Luftkühlsysteme mit Kältemitteln (diese Zahl lag noch 2024 deutlich höher, doch viele sind umgestiegen, da die Flüssigkeitskühlung wesentlich weniger Strom verbraucht). Und viele wassergekühlte Rechenzentren nutzen ein geschlossenes Kreislaufsystem, bei dem das Wasser wiederholt wiederverwendet und vor Ort aufbereitet wird.
Und nein – ich werde hier nicht für die großen Tech-Konzerne Partei ergreifen oder mich freiwillig bereit erklären, ein Glas Kühlflüssigkeit zu trinken. Ich berichte lediglich über die Tatsache, dass ein durchschnittliches Rechenzentrum in Bezug auf die Wasserversorgung weder besser noch schlechter abschneidet als die meisten Industriezweige und tatsächlich weit weniger Wasser verbraucht als die meisten anderen.
Die wirklich wichtige Frage lautet hier: Warum verdrehen die Medien Statistiken und Definitionen, um Angst schürende Schlagzeilen über etwas zu produzieren, das so fest im staatlichen Kontrollsystem verankert ist?
Tatsächlich betrifft dies nicht nur die Medien. Diese seltsame narrative Konstruktion geht über die Presse oder Regierungsberichte hinaus und reicht bis ins politische Live-Theater.
Auch die erfahrene Aktivistin Erin Brockovich hat sich dem Kreuzzug angeschlossen und ein Register für Rechenzentren im ganzen Land ins Leben gerufen.
Ein neuer Bericht der UNO „warnt“ (Berichte „warnen“ immer) vor dem KI-Boom und den Ressourcen – insbesondere Land und Wasser –, die dabei verbraucht werden.
Mehrere Bundesstaaten oder Kommunen in den USA versuchen, den Bau von Rechenzentren zu verbieten, vor allem wegen ihres „enormen“ Wasserverbrauchs. Das erste entsprechende Gesetz wurde gestern verabschiedet. Laut einer aktuellen Umfrage würden die meisten Amerikaner lieber in der Nähe eines Kernkraftwerks als eines Rechenzentrums leben.
Sogar Papst Leo XIV. – ja, Seine Heiligkeit höchstpersönlich – warnt die Gläubigen vor KI-Rechenzentren und den „enormen Mengen an Energie und Wasser“, die diese verbrauchen.
Vielleicht geben diese jüngsten, viel beachteten Äußerungen einen Hinweis darauf, warum der Mainstream eines seiner eigenen wichtigsten Werkzeuge verteufelt.
KI-Rechenzentren ruinieren die Wasserressourcen – dagegen muss etwas unternommen werden.
Und falls wir noch Zweifel daran hatten, in welche Richtung sich die Erzählung vom „beängstigenden Rechenzentrum“ entwickelt, ist Chatham House zur Stelle, um es Ihnen wirklich klar darzulegen: „Der Wasserverbrauch durch KI erfordert, dass Regierungen ihren Umgang mit Wasser überdenken.“
Bild „Hauptmarkt, Zwickau, DDR. Hauptmarkt mit Spielenden Kindern Brunnen, Aug 1989“ by sludgegulper is licensed under CC BY-SA 2.0.
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Europaweite Proteste gegen Big-Tech-Rechenzentren
Rechenzentren als unterschätzte Gesundheitsgefahr – eine erste Bestandsaufnahme
Enteignung für Rechenzentren: Wenn der Staat dein Land stiehlt
Wer hat denn je behauptet, dass sich der zerspritzte, zerspragelte Bürger noch den Inhalt einer gelesenen Schreckensmeldung bis zur nächsten, merken kann???
Fangen wir mit dem Verbot der Großrechner an, die kein Mensch braucht. Die sollen zuerst einmal schaun, wie sie mit Infraschall, Kühlung und Energieversorgung zurecht kommen, ohne die Landschaften zu ruinieren.
Von Rechenzentren und KI halte ich nichts und ja, der Energiebedarf dafür explodiert, auch der Wasserbedarf. Aufgewärmtes mit Chemikalien versetztes Wasser zurück in die Flüsse. Umweltschutz schaut anders aus. Strom sparen, Wasser sparen – davon spricht keiner.
Es ist am Land in Ö schon deutlich sichtbar: Quellen versiegen, Niederschlag fehlt, so trocken wie heuer wo ich lebe noch nie in den letzten 50 Jahren.
Nur denke ich: das Wasser kann nicht verschwinden – es verteilt sich anders. (Oder kann es ins All verdunsten – durch Löcher in der Atmosphäre?)
Trotzdem sollte ein sparsamer umsichtiger demütiger Umgang mit dem lebenswichtigstigen Element im Grunde normal sein – und nicht an Technik verschwendet, die kein Mensch braucht und nur zur Verdummung und Überwachung forciert wird.
Es gab vor ein, zwei Wochen ein Video, wo gezeigt wird, wie interessierte Kreise in den USA mit riesigen Maschinen Löcher in die Erde bohren um Wasser unterirdisch verteilen.
Würde mich nicht wundern, wenn sie das hier auch bereits machen.
Hätten Sie freundlicherweise einen Link zu dem von Ihnen erwähnten Video?
„Die“ merken, was „die“ für einen Umweltfrevel in Sachen Rechenzentren betreiben und, dass ihnen Wassermangel ins Haus steht und drehen nun durch und klauen heimlich das Wasser der Zivilbevölkerungen.