Im August 2026 griff das US-Finanzministerium still und leise in den Devisenmarkt ein, um den japanischen Yen zu stützen. Es war das erste Mal seit 1998, dass Washington eine solche Intervention zugunsten Japans vornahm. Offiziell hieß es, man wolle einem engen Verbündeten helfen. Doch die eigentliche Motivation liegt tiefer: Es geht um die schwindende Stabilität des globalen Dollar-Systems.
Warum Japan den Yen stützen musste
Der Yen hatte gegenüber dem Dollar massiv an Wert verloren – von etwa 100 Yen pro Dollar Anfang 2021 auf über 160 Yen im Juli 2026. Auslöser war unter anderem der von den USA ausgelöste Krieg gegen den Iran, der die Energiepreise in die Höhe trieb. Japan importiert 95 Prozent seines Öls aus Westasien, ein Großteil davon durch die Straße von Hormus. Die teuren Importe und die schwache Währung setzten Tokio unter Druck.
Um den Yen zu stützen, verkaufte Japan in den Monaten zuvor US-Staatsanleihen im Umfang von über 100 Milliarden Dollar. Genau das will Washington verhindern. Denn steigende Treasury-Renditen belasten bereits die US-Wirtschaft – von Hypotheken über Firmenkredite bis hin zu den Finanzierungskosten der enormen Staatsverschuldung.
Die Risse im Dollar-System
Während China seine Treasury-Bestände seit Jahren konsequent abbaut (von über 1,3 Billionen Dollar 2014 auf unter 700 Milliarden), bleibt Japan der treue Financier. Doch selbst Tokio reduziert seine Bestände. Gleichzeitig steigt die US-Schuldenaufnahme weiter, mit Defiziten von rund 6 Prozent des BIP.
Der Anteil ausländischer Staaten an den US-Treasuries ist von über 45 Prozent Anfang der 2010er Jahre auf etwa 32–33 Prozent gesunken. Die Lücke füllen zunehmend private Akteure – Hedgefonds und Finanzplätze in London und der Karibik. Adam Tooze spricht daher vom „Hedge-Fund-Dollar“ oder „Billionärs-Dollar“.
US-Finanzminister Scott Bessent, ein ehemaliger Hedgefonds-Manager aus dem Umfeld von George Soros, erklärte unumwunden: „Wir werden alles tun, was nötig ist, um sie auf eine Weise zu unterstützen, die der amerikanischen Wirtschaft, dem amerikanischen Steuerzahler und der globalen Wirtschaft hilft.“ Mit „globaler Wirtschaft“ meinte er das auf dem Dollar basierende internationale Finanzsystem, das er mit allen Mitteln aufrechterhalten will.
Japan spielt in diesem System eine Schlüsselrolle. Das Land ist der größte ausländische Halter von US-Staatsanleihen (Treasuries). Mit rund 1,24 Billionen Dollar (Stand Februar 2026) leiht Japan den USA mehr Geld als jedes andere Land. Jahrzehntelang hat Tokio seine riesigen Leistungsbilanzüberschüsse aus dem Hightech-Export in Dollar-Anlagen umgewandelt – oft auch dann, als die Realrenditen negativ waren.
Symbol einer schwindenden Hegemonie
China hingegen baut seine Bestände seit Jahren ab: Vom Höchststand von über 1,3 Billionen Dollar 2014 auf unter 700 Milliarden heute. Peking dedollarisiert systematisch, nachdem Washington die eigene Währung als Waffe eingesetzt hat.
Washington kann es sich nicht leisten, dass große Halter von US-Schuldtiteln massenhaft verkaufen. Das würde die Zinsen für US-Staatsanleihen nach oben treiben und die Finanzierung der riesigen amerikanischen Defizite erschweren – ausgerechnet in einer Zeit wachsender Dedollarisierung weltweit.
Die Intervention zeigt die Risse im Dollarsystem. Die USA müssen inzwischen ihre eigenen Verbündeten retten, damit diese nicht die amerikanischen Schulden abstoßen. Was als „Hilfe für Japan“ verkauft wird, ist in Wahrheit der Versuch, den eigenen Niedergang der Dollar-Dominanz hinauszuzögern.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
5 Kommentare
die pro kopf staatsverschuldung der usa ,
schulden geteilt durch bewohner moentan ca. $ 116800 ohne die privatschulden
die austriaken sind mit € 63800 staatschulden pro nase ohne privatschulden in der kreide,
da geht noch was, würde ich sagen
also ich habe niemanden gestattet, in meinem namen schulden zu machen.
Nun, die FED hält aktuell in etwa die Hälfte aller US Staatsanleihen mit 10 bis 15 jähriger Laufzeit ($540 BN of $1028 BN). Warum wohl?
Wieviel halten die europäischen Staaten bzw. die EZB selbst in US Dollar Papieren?
Die Finanzmärkte haben bereits erkannt, dass das westliche Finanzsystem, allen voran die USA, den Bach runter geht! Da nützen den USA auch keine Hilfen beim Yen oder sonstige Taschentricks mehr, denn die Zinsen der US-Staatsanleihen steigen unaufhörlich, was ein Zeichen für die mangelnde Kreditwürdigkeit aufzeigt! Allein die Bedienung der US-Schulden ist inzwischen deutlich höher als der gesamte Verteidigungshaushalt! Momentan bezahlen die USA allein eine Milliarde Dollar pro Tag an Zinsen für ihre 40 Billionen Dollar Schulden! Und da die Märkte das seit Juni/Juli diesen Jahres erkannt haben, geht die Flucht in feste Werte wie Rohstoffe, anstatt US-Staatsanleihen! Der Anfang vom Ende dieses Geldsystems ist nun unwiderruflich eingeleitet! Im Übrigen wird es den Euro noch vorher zerlegen! Bin mal gespannt, ob das europäische digitale Zentralbankgeld nicht doch zu spät kommt!
gott sei dank gibt es für diesen fall die bereits 5000 jahre alte aurum versicherung ….
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.