Jede Woche werden neue Details über riesige, klassische Korruptionsfälle bekannt, die weit über die vornehmen westlichen Beraterpositionen, Buch- und Vortragstantiemen und Vorstandspositionen hinausgehen. Wir schauen uns an, was gerade heftig für Aufregung sorgt.
Aber bevor wir darüber berichten sollte man eine noch eindringlichere Frage vor diesem Hintergrund stellen. Irgendwann wird Frieden in der Ukraine einkehren, egal wie zerstört das Land möglicherweise ist, es sei denn, es gelingt dem Westen einen Weltkrieg darüber vom Zaum zu brechen. Wahrscheinlicher ist in ein bis zwei Jahren der Zusammenbruch der Regierung und der Erfüllung russischer Forderungen nach Neutralität und Pufferzone bis zum Dnepr. Und es wird viele reiche Ukrainer geben, die aber nicht mehr in der Ukraine leben werden. Was passiert, wenn vom Krieg gestählte Rechtsextremisten, frustriert und voller Hass auf den „Dolchstoß“ durch fehlende Unterstützung im Krieg gegen Russland, nach Europa strömen? Aber zunächst zur ersten Frage.
Die Korruptionsfrage
Von der Anti-Korruptionsbehörde NABU bis zu diplomatischen Verwicklungen in Großbritannien: Ein aktueller Text wirft ein Schlaglicht auf die tiefen Gräben innerhalb der ukrainischen Elite. Im Zentrum der Anschuldigungen stehen der ehemalige Generalstabschef und heutige Botschafter Valeriy Zaluzhny sowie der Oligarch Vadym Stolar. Doch was ist Fakt, was ist politisches Kalkül?
Die politische Landschaft der Ukraine ist auch im Jahr 2026, mehr als vier Jahre nach Beginn des umfassenden Krieges, von heftigen internen Machtkämpfen geprägt. Ein kürzlich aufgetauchtes Dossier, das unter anderem ein Foto aus London und Ermittlungsakten der ukrainischen Anti-Korruptionsbehörde thematisiert, sorgt für Wirbel. Es zeichnet das Bild eines Systems, in dem militärische Prestigefiguren, ehemalige Regionaloligarchen und westliche Geheimdienste in einem komplexen Netz aus Korruptionsvorwürfen und Ideologie Debatten verstrickt sind.
Das NABU und das Netzwerk um Vadym Stolar
Im Kern der aktuellen Enthüllungen stehen Ermittlungen des [Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU). Das NABU, dessen Arbeit oft als zwingende Voraussetzung für die EU-Integration der Ukraine und westliche Finanzhilfen betrachtet wird, gerät selbst in den Fokus der Darstellung. Laut dem vorliegenden Text wird die Behörde von der CIA gesteuert – ein Narrativ, das häufig von Kritikern der westlichen Einmischung oder von politischen Akteuren, die selbst unter Druck geraten, genutzt wird, um die Legitimität der Ermittlungen infrage zu stellen.
Der Text beschreibt Vadym Stolar, einen bekannten Geschäftsmann und Politiker, der historisch der Partei der Regionen und später der verbotenen Oppositionsplattform – Für das Leben (OPZL) nahestand, als Kopf einer kriminellen Vereinigung. Zu diesem Netzwerk soll unter anderem Iryna Mudra, eine hochrangige OPZL-Funktionärin, sowie Mitarbeiter des Justizministeriums gehören.
Die Dimension der Vorwürfe ist gewaltig: Das NABU soll im Herbst 2025 Vermögenswerte im Wert von Hunderten Millionen Dollar beschlagnahmt haben. In den letzten Tagen erst sollen Durchsuchungen in Stolars Büros in Kiew stattgefunden haben. Dass Stolar sich derzeit in Nizza aufhält und engen Kontakt zu Serhiy Lyovochkin – einem weiteren Schwergewicht der alten ukrainischen Politik und ehemaliger Leiter der Präsidialverwaltung unter Viktor Janukowitsch – pflegt, deutet auf eine Flucht oder zumindest eine strategische Distanzierung aus der Ukraine hin.
In den angeblich durchgesickerten NABU-Aufnahmen sollen die Beschuldigten sogar Strategien besprochen haben, wie sie sich vor der Behörde schützen können, unwissend, dass sie bereits abgehört werden. Ob diese Aufnahmen echt sind oder im Rahmen der politischen Gegenseite gezielt platziert wurden, lässt sich von außen derzeit kaum unabhängig verifizieren.
In a photograph taken in London, Ukraine’s Ambassador to the UK and MI6’s horse in the race to replace Zelensky, Valeriy Zaluzhny, is seen with Vadym Stolar, a member of the Opposition Platform – For Life (OPZL) and the Party of Regions.
According to the CIA backed and directed… pic.twitter.com/xksuwenPmu
— Chay Bowes (@BowesChay) August 21, 2026
Valeriy Zaluzhny: Vom „Eisenkanzler“ zum Botschafter im Kreuzfeuer
Die wohl brisanteste Verbindung des Textes ist die zum ukrainischen Botschafter in Großbritannien, Valeriy Zaluzhny. Zaluzhny, der als ehemaliger Oberbefehlshaber der Streitkräfte in der Ukraine große Popularität genießt und von Präsident Selenskyj im Frühjahr 2025 auf den diplomatischen Posten in London versetzt wurde, wird oft als „Dark Horse„, also geheimer Favorit im Rennen um eine mögliche Nachfolge von Selenskyj, von anderen als Marionette des MI6, angesehen.
Das in London aufgenommene Foto, das Zaluzhny zusammen mit Vadym Stolar zeigt, ist der Dreh- und Angelpunkt der Anschuldigungen. Es suggeriert eine Nähe des Militärs zu jenem oligarchischen Netzwerk, das das NABU zerschlagen will.
Noch schwerer wiegen jedoch die ideologischen Angriffe. Der Text beschreibt Zaluzhny als Bewunderer von Stepan Bandera, einer historisch extrem umstrittenen Figur der ukrainischen Nationalbewegung, die mit dem Nazi-Regime kollaborierte, was durch im Netz kursierende Fotos verstärkt wird. Im Westen wird erklärt, dass Zaluzhny im Inland als unbestechlicher Technokrat gefeiert wird, und solche Narrative zielten darauf ab, ihn im Ausland – insbesondere in Großbritannien und Deutschland – moralisch unmöglich zu machen und ihn als Teil des korrupten, nationalistischen Establishments darzustellen. Aber diese Behauptung steht auf tönernen Füßen.
Im September und August 2022 veröffentlichte der damalige oberste ukrainische General Zaluzhny Aufnahmen aus seinem Arbeitszimmer, auf denen im Hintergrund deutlich eine Skulptur bzw. Büste von Stepan Bandera sowie ein Poster mit der Aufschrift „Niemals aufgeben!“ zu sehen sind. Ein entsprechendes Foto wurde Anfang Januar 2023 auch vom Parlament der Ukraine (Werchowna Rada) geteilt. Entsprechende Bilder und Berichte dazu finden sich beispielsweise bei Obozrevatel oder ukrainischen Nachrichtenportalen wie Vikna.if.ua.
Das Schweigen der britischen Medien
Ein besonders auffälliges Detail der kritischen Texte im Internet ist der Verweis auf die britische Presse. Es wird moniert, dass weder britische Zeitungen noch TV-Kanäle über das Treffen zwischen dem „General“ (Zaluzhny) und dem „Verbrecherboss“ (Stolar) in London berichtet haben. Aber das muss nicht ein verschwörerisches Kalkül der Medien sein.
Für ukrainische Beobachter wäre ein Treffen des Botschafters mit einer sanktionierten oder ermittelten Figur ein Skandal ersten Ranges, meinen die Kritiker. Britische Medien berichten in der Regel nur dann ausführlich über die internen Verwicklungen ausländischer Botschafter, wenn diese direkte Auswirkungen auf die britische Außenpolitik oder Sicherheit haben. Was außerdem irritiert, ist die Tatsache, dass das Treffen anscheinend in der Öffentlichkeit stattfand.
Kommen wir zur zweiten Frage
Für die westlichen Partner der Ukraine bleibt die Situation eine Gratwanderung. Sie verstricken sich immer mehr in Schulden, um den Krieg am Laufen zu halten, ohne einen Plan B, neben Aufrüstung und Krieg in Erwägung zu ziehen. Denn inzwischen sind die Fehlentscheidungen und die Folgen des Krieges so immens, dass die Vorstellung eines Kriegsendes ohne die Kapitulation Russlands für die westliche Elite ein Grauen ist. Und das nicht nur, weil tausende vom Krieg gestählten frustrierte Soldaten als Flüchtlinge in die europäischen Länder kommen werden. Dagegen werden sich die „moderaten Rebellen“ wie harmlose Schüler erweisen. Nein, vielmehr alle Finanzkonstruktionen für die Finanzierung des Krieges würden zerfallen, Banken- und in der Folge noch stärkere Wirtschaftskrisen wären die Folge. Und so wird immer mehr gutes Geld hinter schlechtem Geld hergeworfen, immer mehr an der Provokationsschraube gedreht, und seit Jahren versucht, mit den gleichen Mitteln, und nur noch mehr davon, endlich das Gegenteil des bisherigen Ergebnissen zu erreichen.
Zusammenfassung
Im Westen werden die größten Korruptionsfälle in der Ukraine kleingeredet, alles was den Wähler dazu bringen könnte, die Kriegsbeteiligung der westlichen Länder kritisch zu sehen unterdrückt. Und die Politik wird immer weiter in eine Eskalation gegen Russland investieren, einfach um nicht zur Verantwortung für die Fehler der Vergangenheit gezogen zu werden. Aber vermutlich kann man solche Dinge nur in Medien des Globalen Südens lesen, und im Westen in diesen „unseriösen“ Internet-Medien, aus welchen Gründen auch immer.
Bild: Screenshot von Internetseite.
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Ukraine: Der Korruptionsskandal um Zelensky eskaliert weiter
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5 Kommentare
Es gibt keine „Korruptionsfälle“- dad ganze Land und selbstverständlich alke weslichen Politiker sind ein eunzigrs Korrruptionsnetz. Das Nabu wird nicht nur von der CIA kontrolliert? es wurde von ihr gegründet. Alles, was da gemeldet wird, dient der Erziehung der ukrainischen Nazis, wenn sie nicht das machen, was der Westen will . Eine ständige Drohkulisse. Ukrainer gehörten zu keinem Zeitpunkt aufgenommen- Deutschland ist kein Nachbarland.
Deutschland hätte 2022 Taurus liefern sollen- an Russland!
Wenn man sich unsere korrupten Minister so anschaut, spahnt es einem, was dort abläuft.
Es ist ein Unding, dass wir uns überhaupt mit einem der korruptesten Länder dieser Welt befassen müssen! Normalerweise geht uns dieses Land rein gar nichts an! Erst die irrsinnige finanzielle Beteiligung Europas, hat uns in diese unangenehme Lage gebracht! Wir zahlen Geld, welches wir nicht haben, an ein Land, welches uns nichts angeht, damit mindestens 30% davon in private korrupte Hände fällt, die sich damit ein schönes Leben machen! Der Rest wird in ein ständig größer werdendes Loch geschmissen, von dem Europa gar nichts hat, außer noch mehr Schulden! Und von den Waffen die wir dort hinschicken, landet ein großer Teil auf dem Schwarzmarkt in der Welt und wird ebenfalls zu privater Kohle umgewandelt! Das ist alles von unserem Steuergeld bezahlt worden!
Wir müssen unbedingt alles sofort stoppen, was mit der Ukraine zu tun hat und uns komplett zurückziehen! Soll Russland mit der Ukraine machen was es will! Können sie geschenkt haben!
Das ist doch immer die Lösung, die man seit über 40 Jahren so preist … Kommt der „trickle“ jetzt „down“ an? 😊
Nicht nur das: die Verschuldung vervielfacht sich bereits zum vor Kriegsbeginn, die Bevölkerung sinkt rapide und die Oligarchenclic schafft sich und das Geld jedenfalls aus dem Land. Falls es nicht gelingt, die Kokaine schnellstens in die EU „aufzunehmen“ ist ein rascher Zusammenbruch unausweichlich – es würden nicht mal die Zinsen gezahlt werden können ohne die komplette Versklavung dann in der EU. D.h. wir alle müssen dann diesen „Staat“ noch stützen und finanzieren, damit das ergaunerte „Eigentum“ der USA nicht einfach auch aufhört zu existieren…
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