
Qigong Baduanjin: Senkt den Blutdruck und macht Chinas Elite-Piloten fit
Eine traditionelle chinesische Bewegungsform, die ohne Geräte, ohne Fitnessstudio und ohne Medikamente auskommt, zeigt in aktuellen klinischen Untersuchungen klare gesundheitliche Effekte. Baduanjin, eine Form des Qigong, senkt den Blutdruck und verbessert zugleich die körperliche Leistungsfähigkeit. China setzt die Übung sogar bei Elite-Piloten der J-20-Stealth-Jets ein.
Die wirksamsten und nebenwirkungsfreiesten Interventionen kommen oft aus jahrtausendealten Traditionen – und werden von der Schulmedizin ignoriert oder belächelt. Jetzt liefert ausgerechnet eine der renommiertesten Fachzeitschriften der Kardiologie, das Journal of the American College of Cardiology (JACC), die Daten. Doch die JACC-Studie ist nur die Spitze eines bemerkenswerten Eisbergs. Mehrere Meta-Analysen mit zusammen tausenden Patienten belegen längst, was die etablierte Gesundheitsökonomie nicht hören will: Baduanjin wirkt – und zwar messbar.
Die JACC-Studie: Baduanjin senkt Blutdruck messbar – vergleichbar mit Medikamenten
Im Februar 2026 erschien im JACC eine klinische Studie, die die Wirkung von Baduanjin – einer klassischen Qigong-Form mit acht standardisierten Bewegungen – auf Bluthochdruck untersuchte. Die Ergebnisse sind bemerkenswert:
- Fünf Tage pro Woche praktizierten die Teilnehmer die Übung, die nur 10 bis 15 Minuten dauert.
- Der systolische Blutdruck sank messbar – und die Reduktion hielt in der Nachbeobachtung über ein ganzes Jahr an.
- Studienleiter Jing Li, MD, PhD, Direktor der Abteilung für Präventivmedizin am National Center for Cardiovascular Diseases in Peking, stellte fest: Die Resultate seien vergleichbar mit einigen Top-Medikamenten gegen Hypertonie.
- Das Protokoll erwies sich als ähnlich oder überlegen gegenüber zügigem Gehen – ohne teure Ausrüstung, ohne Fitnessstudio.
Die explorativen Untersuchungen deuten auf mehrere physiologische Mechanismen hin: Verbesserung der Gefäßendothelfunktion, Reduktion von Entzündungen und eine bessere Balance des autonomen Nervensystems.
Die vollständige Studie findet sich hier: Jing Li et al „Effect of Baduanjin on Blood Pressure Among Individuals With High-Normal Blood Pressure: A Multicenter, Open-Label, Blinded-Outcome Randomized Controlled Trial“ (Wirkung von Baduanjin auf den Blutdruck bei Personen mit hochnormalem Blutdruck: Eine multizentrische, offene, randomisierte kontrollierte Studie mit verblindeten Endpunkten)
Die Meta-Analysen: Ein Berg an Evidenz, den niemand verschweigen kann
Die JACC-Studie steht nicht allein. Wer die Fachliteratur durchforstet, stößt auf eine beeindruckende Datenlage, die seit Jahren existiert – und dennoch keinen Eingang in die klinische Routine gefunden hat.
Die größte Meta-Analyse: 28 Studien, 2.121 Patienten
Eine im Fachjournal Frontiers in Cardiovascular Medicine veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse wertete 28 Studien mit 2.121 Teilnehmern aus. Das Ergebnis:
- Systolischer Blutdruck: −9,3 mmHg (im Vergleich zur Kontrollgruppe)
- Diastolischer Blutdruck: −6,3 mmHg
- Die Teilnehmer waren im Schnitt 61,7 Jahre alt und praktizierten rund 7,5 Einheiten pro Woche über durchschnittlich 16,7 Wochen.
Zur Einordnung: Eine Senkung des systolischen Drucks um 9 mmHg entspricht größenordnungsmäßig der Wirkung vieler verordneter Antihypertensiva – nur eben ohne deren Nebenwirkungsprofil.
Frontiers – Baduanjin bei Hypertonie: Systematische Review und Meta-Analyse
Die Cochrane-nahe Auswertung: −8,52 mmHg systolisch
Eine weitere Meta-Analyse, publiziert in BMC Complementary Medicine and Therapies und indexiert in PubMed, kombinierte 14 randomisierte kontrollierte Studien mit 1.058 Patienten:
- Systolisch: −8,52 mmHg
- Diastolisch: −4,65 mmHg
Bemerkenswert: Die Autoren bewerteten die Evidenz zwar als „niedrig sicher“ – ein Standard-Vorbehalt, der bei fast allen nicht-pharmakologischen Interventionen reflexartig geäußert wird, während Medikamentenstudien mit vergleichbarer methodischer Schwäche ungleich wohlwollender beurteilt werden.
PubMed – Effektivität von Baduanjin bei Hypertonie
Die ältere Auswertung: Baduanjin gleichauf mit Antihypertensiva
Eine frühere Meta-Analyse von acht RCTs kam zu einem besonders bemerkenswerten Schluss:
- Baduanjin senkte den systolischen Druck um −13,00 mmHg und den diastolischen um −6,13 mmHg im Vergleich zu keiner Intervention.
- Kein signifikanter Unterschied zwischen Baduanjin allein und Antihypertensiva allein – die Übung hielt mit den Medikamenten Schritt.
- Baduanjin plus Medikamente senkte den Druck zusätzlich signifikant.
Das ist die entscheidende Botschaft: Baduanjin ist eine evidenzbasierte Ergänzung oder Alternative, die in Studien konventionellen Medikamenten ebenbürtig abschnitt.
PubMed – Wirkung von Baduanjin auf Hypertonie: Meta-Analyse
Weit mehr als Blutdruck: Herz, Gefäße, Blutfette
Die Wirkung beschränkt sich keineswegs auf den Blutdruck. Eine 2024 im Frontiers in Public Health publizierte Meta-Analyse von 17 Studien mit 1.755 Teilnehmern zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen fand:
- Reduktion der Gesamtmortalität um 45 % (RR = 0,55) bei Hypertonikern
- Reduktion der Schlaganfall-Mortalität um 51 % (RR = 0,49)
- Senkung von Gesamtcholesterin, Triglyzeriden und LDL-Cholesterin
- Erhöhung des HDL-Cholesterins (des „guten“ Cholesterins)
- Verbesserung von Angst und Schlafqualität
Eine weitere Meta-Analyse aus 2025, ebenfalls in Frontiers in Cardiovascular Medicine, untersuchte 26 RCTs mit 2.080 älteren Erwachsenen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ergebnis: Baduanjin verbesserte die funktionelle Kapazität (6-Minuten-Gehtest) signifikant, steigerte die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) um durchschnittlich 5 Prozentpunkte und senkte den Herzinsuffizienz-Marker NT-proBNP – ein Biomarker, der bei Herzschwäche direkt mit der Prognose korreliert.
Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zeigte eine weitere Meta-Analyse von 15 RCTs mit 1.180 Patienten Verbesserungen der Lebensqualität, der Herzfunktion und der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max).
Frontiers – Ba Duan Jin und kardiovaskuläre Erkrankungen: Meta-Analyse
Frontiers – Baduanjin bei älteren Erwachsenen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Gehirn, Schlaf und Entzündung: Die unterschätzten Effekte
Die Datenlage reicht weit über das Herz-Kreislauf-System hinaus:
Kognitive Funktion und Demenzprävention
Eine randomisierte kontrollierte Studie aus 2024, veröffentlicht in Frontiers in Public Health, untersuchte 102 ältere Erwachsene mit kognitiver Gebrechlichkeit – einem Vorstadium der Demenz. Nach 24 Wochen Baduanjin:
- Signifikante Verbesserung der kognitiven Leistung (MoCA-Score: +2,51 Punkte)
- Reduktion der Gebrechlichkeit
- Erhöhung des antioxidativen Enzyms SOD und Senkung pro-oxidativer Marker (MDA, 8-iso-PGF2α)
- Modulation entzündlicher Zytokine
Eine weitere RCT mit 46 Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) – dem Vorstadium von Alzheimer – bestätigte nach 12 Wochen signifikante Verbesserungen der globalen Kognition, der Exekutivfunktion, des emotionalen Zustands und der Schlafqualität. Mittels funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) wurde sogar eine verstärkte kortikale Aktivierung nachgewiesen.
Und eine dritte RCT mit 60 MCI-Patienten fand, dass Baduanjin dem Freizeit-Gehen überlegen war – bei Kognition, Gleichgewicht und Lebensqualität.
Frontiers – Baduanjin bei kognitiver Gebrechlichkeit: RCT
Frontiers – Baduanjin und Arbeitsgedächtnis bei MCI: fNIRS-Studie
Schlafqualität
Eine taiwanesische RCT mit älteren Erwachsenen zeigte bereits nach vier Wochen signifikant bessere Schlafqualität – und der Effekt hielt über die gesamten 12 Wochen an. Verbessert wurden Einschlaflatenz, Schlafdauer, Schlafeffizienz und Tagesmüdigkeit.
🔗 PubMed – Baduanjin und Schlafqualität bei älteren Erwachsenen: RCT
Sogar bei Brustkrebs unter Chemotherapie
Eine Pilot-RCT mit 70 Brustkrebspatientinnen unter Chemotherapie fand, dass fünfmal wöchentlich 30 Minuten Baduanjin die subjektive Kognition, Fatigue, Angst und Lebensqualität signifikant verbesserte – vermittelt über die Reduktion von Erschöpfung.
PubMed – Baduanjin bei Brustkrebspatientinnen unter Chemotherapie
In China wird Qigong gezielt eingesetzt
Dass Qigong mehr ist als Wellness-Folklore, zeigt ein Blick auf die Militärstrategie der Volksrepublik. Wie TKP im Dezember 2024 berichtete, trainiert China seine Elite-Piloten der J-20-Tarnkappenjäger mit Qi Gong.
Es wird gezielt zur Steigerung von Konzentration, Stressresistenz und physiologischer Regulation bei Hochleistungspiloten eingesetzt – also sozusagen das Gegenteil von alten Leuten mit zu hohem Blutdruck. Wer unter extremem G-Kräfte-Stress und in Millisekunden Entscheidungen treffen muss, profitiert offenbar von genau jener autonomen Regulation, die auch den Blutdruck senkt.
Shaolin Großmeister Shi Yanliang erklärt, dass die die 8 Brokate (Baduanjin) gut für Haut, Muskeln, Bänder, Sehnen, Faszien, Knochen, Knochenmark, innere Organe sind sowie und für das Fließen der Energie:
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Vielen Dank für diesen Beitrag.