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Wissenschaft

EU-Kommission gibt zu: Windkraftanlagen gehören ausdrücklich zu den PFAS-Verbreitern

0 Kommentare 14. September 2026 5 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Was lange von der Windkraft-Lobby als „Panikmache“ abgetan wurde, steht jetzt schwarz auf weiß in einem offiziellen Dokument der EU-Kommission: Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) erarbeitet einen Beschränkungsvorschlag für alle Ewigkeitschemikalien – und Windkraftanlagen gehören ausdrücklich zu den betroffenen Anwendungen.

Das ist der politische Offenbarungseid einer Kommission, die jahrelang den massiven Ausbau der Windkraft als alternativlose „grüne Wende“ vorangetrieben hat – und nun einräumen muss, dass sie nicht einmal einschätzen kann, wie mit dem PFAS-Einsatz in eben jenen Anlagen umzugehen ist.

Wörtlich erklärt die Kommission in ihrer Antwort auf die parlamentarische Anfrage des freiheitlichen EU-Abgeordneten Gerald Hauser:

„Solange die endgültige wissenschaftliche Bewertung der ECHA noch aussteht, kann die Kommission nicht einschätzen, wie mit der Verwendung von PFAS in Windkraftanlagen umgegangen wird.“

Brüssel forciert seit Jahren den Bau zehntausender Windräder – und gibt gleichzeitig zu, keine Ahnung zu haben, was die darin verbauten Ewigkeitschemikalien in Böden, Gewässern, Äckern und letztlich im menschlichen Körper anrichten.

Was sind PFAS – und warum sind sie eine tickende Zeitbombe?

PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) werden nicht umsonst „Ewigkeitschemikalien“ genannt. Sie bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab, reichern sich im Boden, im Grundwasser, in Pflanzen, Tieren und schließlich im Menschen an – mit dokumentierten Folgen für Immunsystem, Hormonhaushalt und die Entwicklung von Säuglingen.

Wie TKP bereits im Dezember 2025 berichtet hat, beziffert eine Studie der University of Arizona die jährlichen wirtschaftlichen Schäden durch PFAS-kontaminiertes Trinkwasser allein in den USA auf mindestens 8 Milliarden Dollar – und das betrifft nur die gesundheitlichen Folgen bei Säuglingen. Der Großteil der PFAS befindet sich laut den Studienautoren noch im Boden und wandert langsam nach unten – in Richtung Grundwasser.

Und genau hier kommt die Windkraft ins Spiel.

Windräder: Die unterschlagene PFAS-Quelle

Dass Windparks ihre Umgebung großflächig mit PFAS kontaminieren, hat TKP mehrfach dokumentiert – etwa im Artikel „Windparks kontaminieren ihre Umgebung mit hoch giftigem PFAS“ vom April 2026 sowie in der umfassenden Analyse „Windräder vergiften Mensch und Tier“.

Die Faktenlage ist eindeutig:

  • Rotorblatt-Beschichtungen enthalten Fluorpolymere, die bei Wind, Regen und Sand kontinuierlich abgerieben werden – bei Blattspitzengeschwindigkeiten von bis zu 400 km/h.
  • Schmierstoffe und Hydraulikflüssigkeiten in den Gondeln basieren vielfach auf PFAS-Verbindungen; Leckagen und Wartungsablässe gelangen direkt ins lokale Ökosystem.
  • Der Abrieb setzt neben PFAS auch Mikroplastik, Glas- und Carbonfasern sowie Bisphenol A frei – jährlich Tausende Tonnen, verteilt über Böden im Umkreis von bis zu 1000 Metern.
  • Nachgewiesen ist die Kontamination bereits bei Muscheln und Austern an Offshore-Anlagen sowie bei Wildtieren an Land.

Die Branchenverbände – allen voran WindEurope – wiegeln ab, sprechen von „geschlossenen industriellen Anwendungen“ und berufen sich auf die bürokratische Einstufung bestimmter Fluorpolymere als „Polymer of Low Concern“. Das ist eine bürokratische, keine biologische Einstufung. Sie ignoriert schlicht, dass diese Materialien über die 20- bis 30-jährige Lebensdauer eines Windparks ununterbrochen abgerieben werden und mit dem Ökosystem interagieren.

Der Offenbarungseid: Ausbau nicht mehr argumentierbar

Genau deshalb ist die Antwort der EU-Kommission auf die Anfrage von Gerald Hauser ein Dokument von politischer Sprengkraft. Die Kommission bestätigt darin:

  1. Die ECHA bewertet seit 2023 einen Beschränkungsvorschlag für alle PFAS.
  2. Windkraftanlagen gehören ausdrücklich zu den betroffenen Anwendungen.
  3. Die Kommission kann derzeit nicht einschätzen, wie mit der PFAS-Verwendung in Windrädern umzugehen ist.

Wer diese drei Punkte zusammendenkt, kann zu keinem anderen Schluss kommen:

Solange nicht geklärt ist, wie die Ewigkeitschemikalien aus Windkraftanlagen in die Umwelt gelangen und welche Schäden sie anrichten, ist jeder weitere Ausbau ein Experiment an der Gesundheit der Bevölkerung – ohne Einwilligung, ohne Haftung, ohne Verantwortlichen.

Die Kommission versucht sich derweil mit der Floskel herauszureden, man wolle „die Freisetzung von Schadstoffen begrenzen und mit eindeutigen Anreizen Innovation betreiben, um Alternativen zu finden“. Das ist absurd: Man baut die Technologie, die das Problem verursacht, gleichzeitig massiv aus – und verspricht, irgendwann vielleicht Alternativen zu finden.

Die Konsequenz: Ausbaustopp jetzt

Gerald Hauser hat die einzig logische Forderung formuliert:

„Der weitere Ausbau der Windenergie muss gestoppt werden, solange eine Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung durch Ewigkeitschemikalien möglich ist.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wer heute noch ein Windrad baut, nimmt wissentlich in Kauf, dass giftige, praktisch nicht abbaubare Substanzen über Jahrzehnte in Böden, Grundwasser und Nahrungsketten gelangen – während die zuständige EU-Behörde selbst einräumt, die Gefahren nicht einschätzen zu können.

Das ist kein Umweltschutz. Das ist industrielle Umweltvergiftung mit staatlichem Segen.

Weiterführende TKP Berichterstattung zu PFAS und Windkraft


Die Frage ist nicht mehr, ob Windräder PFAS freisetzen – die EU-Kommission hat es schriftlich bestätigt. Die Frage ist, warum trotzdem weitergebaut wird.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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