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Politik

EU Energie Lockdown voraus

14 Kommentare 29. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Brüssel bereitet den Energie-Lockdown vor: Weniger heizen, weniger Licht, weniger Verbrauch – die nächste Runde der Mangelwirtschaft. Sanktionen, Nord Stream Sprengung, AKW-Stilllegungen und Demolierung von Kohlekraftwerken wirken.

Die Europäische Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, den Gas- und Stromverbrauch in den kommenden Monaten gezielt zu drosseln. Energiekommissar Dan Jørgensen schrieb kurz vor dem informellen Energierat in Dublin an die nationalen Minister: Die Speicherstände seien „außergewöhnlich niedrig“, die Lage bleibe schwierig. Zwar gebe es „derzeit keine unmittelbaren Risiken für die Versorgungssicherheit“, doch man solle Maßnahmen prüfen, um den Verbrauch zu senken und die Einspeicherung zu stützen.

Die Zahlen sind eindeutig. Die EU-Gasspeicher lagen Ende September bei rund 70 Prozent – etwa 12 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert und deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt. In einzelnen Ländern sieht es noch schlechter aus: Deutschland und die Niederlande lagen zeitweise nur bei 55–58 Prozent. Der niederländische TTF-Preis notierte um die 72 Euro pro Megawattstunde.

Die „freiwilligen“ Maßnahmen – ein Déjà-vu aus 2022

Jørgensen empfiehlt in seinem Schreiben genau das Instrumentarium, das bereits im Krisenwinter 2022 zum Einsatz kam: Stromverbrauch in den Abendspitzen senken (weil dann häufig Gaskraftwerke die hauptsächliche Erzeugung stellen), Smart Meter und flexible Tarife stärker nutzen, Temperaturen in öffentlichen Gebäuden begrenzen, Außenheizungen abschalten und unnötige Straßenbeleuchtung nachts ausschalten.

Alles wird als „freiwillig“ und „gut geplant“ verkauft. Gleichzeitig sollen die Mitgliedstaaten die Flexibilität der Gasspeicher-Verordnung nutzen und das Füllziel von 90 auf 80 Prozent absenken.

Die Begründung klingt technokratisch: Ein starres 90-Prozent-Ziel in einem engen Markt treibe die Preise zusätzlich nach oben. Eine niedrigere Vorgabe entlaste den Markt.

Die Physik lässt sich jedoch nicht wegdekretieren. Ein niedrigerer Startpunkt im November bedeutet, dass ein größerer Teil des Winterbedarfs durch laufende Importe gedeckt werden muss – genau in den Monaten, in denen asiatische Käufer um dieselben LNG-Lieferungen konkurrieren.

Die selbstgeschaffene Knappheit

Die aktuelle Lage ist kein Naturereignis. Nach dem Ausfall großer Teile der katarischen LNG-Exporte durch die Angriffskrieg der USA im Persischen Golf und dem parallelen, politisch gewollten Ausstieg aus russischem Pipelinegas und LNG hat sich Europa in eine strukturelle Abhängigkeit von einem angespannten Weltmarkt manövriert. Die Kommission selbst hat die 90-Prozent-Pflicht bereits im Frühjahr 2026 gelockert.

Die Gas Coordination Group hatte schon im Sommer signalisiert, dass 80 Prozent ausreichen könnten. Analysten rechneten mit Füllständen von 70 bis 75 Prozent zu Beginn der Heizsaison. Die Realität liegt am unteren Ende dieser Spanne.

Vom Energiesparen zum Lockdown

Die Botschaft an die Bürger ist unmissverständlich: Heizen Sie weniger, dimmen Sie das Licht, verzichten Sie auf Komfort. Was 2022 noch als Notfallmaßnahme in einer akuten Versorgungskrise verkauft wurde, wird 2026 zur neuen Normalität.

Die Sanktionen gegen Russland werden laufend weiter verschärft und es wird damit an der Erzeugung  der Gasknappheit intensiv und offenbar auch bewusst gearbeitet.

Die Kommission beteuert, es gebe keine unmittelbare Gefahr. Genau so klangen die Beruhigungen, bevor die Preise 2022 explodierten, die Industrie abwanderte und die Inflation die Haushalte traf.

Ein niedrigerer Speicherstand kombiniert mit „freiwilligen“ Verbrauchssenkungen ist der Einstieg. Wenn der Winter kälter wird als erhofft oder weitere Lieferstörungen eintreten, folgt der nächste Schritt: verbindliche Kontingente, Rationierung und der Energie-Lockdown. Die technokratische Sprache von „Demand Response“ und „Flexibilität“ kaschiert nur, dass die politische Klasse die Bürger erneut für ihre energiepolitischen Entscheidungen und Fehlentscheidungen zahlen lässt.

Kohlekraftwerke werden derweil gesprengt und Atomkraftwerke stillgelegt,  damit die Energieknappheit gefördert wird. Blödheit oder Absicht?

Europa hat sich bewusst von preiswerter Pipeline-Energie abgekoppelt und setzt auf teures, volatiles LNG. Die Folgen sind knappe Speicher, hohe Preise und die Aufforderung an die Bevölkerung, den Gürtel enger zu schnallen.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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14 Kommentare

  1. local.man
    Antworten

    Im Grunde läuft das alles wie an einer Perlenschnur ab.
    Man kann richtig miterleben, wie die gemachten Krisen->Folgen, Politik und Medien mit hinten dran, die Agenden aufziehen.
    Es schleicht sich alles ins System und die klare Sicht, das dies alles kontrolliert gemacht wird, ist total verwässert und schwimmt für viele nicht mal sichtbar mit. Man sieht immer nur den Augenblick. Dabei kann man diesen Prozess seit spätestens zu seiner eigenen Lebzeit und Verständnis, aus den 1990ern nachvollziehen.. Baustein auf Baustein, bis wir hier angekommen sind.

    Und das ist nicht das Ende.. Es gibt hier kein Ende.. Alles ist die ganze Zeit eine Aneinanderreihung gemachter Verhältnisse durch gezielte Planung und Umsetzung.
    Man kann es eben nicht brutal umsetzten, wobei Corona, Migration und Sprengungen an Infrakstrukten wie AKWs, oder Pipelines, sowie Türme einstützen lassen, schon sehr radikale Mittel sind, die man halt als Märchenstorys und als tolle Wende verkauft..

    Aber was sagt uns das übergeordnet?
    Was ist das Kernproblem aller dieser Probleme?

  2. Glass Steagall Act
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    Das erinnert an das Beispiel vom Sommer mit der Klimaanlagenabschaltung im Gebäude der EU-Kommission. Sparen Sie an der Heizung, damit es die EU-Kommission auch im Winter schön warm hat! Verzichten Sie auf jeglichen Komfort, damit die ideologischen Ziele der Kommission erreicht werden! Lernen Sie den Energielockdown zu lieben, denn dann sind Sie ein guter Bürger im Sinne der neuen Weltordnung! Mach Sitz und gib Pfötchen, wie Sie es schon im Corona-Lockdown geübt haben!

  3. 1150
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    sorgen habt ihr, spätestens 2029 üübefallen uns die russen und massakrieren eh‘ alle

    1. Glass Steagall Act
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      Diese Einstellung der Bevölkerung liebt das Establishment, in der der Bürger sein ihm auferlegtes Schicksal bereits akzeptiert hat.

      1. 1150

        @,
        aber vorher muss und wird der °°bürger°° vom system noch richtig abgeschröpft,
        bevor uns die pösen russen alle massakrieren, gell.

      2. Glass Steagall Act

        @1150
        Man kann die Kuh nur einmal schlachten, aber melken kann man sie sehr lange!

      3. 1150

        @,
        momentan sieht es so aus, dass in europa kühe gegen ziegen und schafe ausgetauscht werden

  4. jilse2
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    Wie waere es, wenn man die Personen, die es verbockt haben (EU Komission und Regierungen) im Winter draussen auf die Strasse kleben wuerde, damit sie nicht nochmal so wenig einkaufen? Nur so als Idee, und die Energie fuer Heizung und Beleuchtung von deren Wohnungen wuerde man nebenbei auch noch sparen, also quasi eine „win-win“ Situation …

  5. cwsuisse
    Antworten

    Der Zusammenhang zwischen eigenem Wahlverhalten und Mangelwirtschaft scheint sich vielen Menschen nicht zu erschliessen.

    1. 1150
      Antworten

      @,
      und wenn nicht passend gewählt wird, wird es korregiert bis es dem rotlinken einheitsbraun passt
      der schweizer wollte ja letztens auch weniger statt mehr neutralität

  6. Andreas_Sch.
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    Wo bleibt eigentlich die ansonsten immer so besorgte deutsche „Bevölkerung“? 🤔 Naja, spätestens, wenn man das „Handy“ nicht mehr laden kann und kein Tiktok mehr geht … Oh, mit im Supermarkt bezahlen ist ja dann auch Essig. Supermarkt? War da noch was? Ohje!

  7. VerarmterAdel
    Antworten

    „Weniger heizen, weniger Licht, weniger Verbrauch“ und mehr für weniger zahlen bei mehr Stress und jeden Tag zum Heiligen Klima beten. Die sind doch völlig irre! Diese ferngesteuerte Politverbercherbleodenpcak gehört für alle Zeiten weggesperrt!

  8. Jochen Mitschka
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    Ehrlich gesagt, hatte ich das eigentlich schon länger erwartet. Als wir noch in Deutschland bauten war daher eine Solarversorgung zwingend vorgesehen. Und die Ladesäule für einen Elektroantrieb ohne Abschaltbarkeit von außen, ergo auch ohne Fördermittelantrag.

    Spätestens 2019, als die Grünen an die Regierung kamen konnte man sich ausrechnen, dass es nicht gut gehen kann.

    1. Amokimpfender Amtsarzt
      Antworten

      Den Menschen wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Aber scheinbar wünschen sie insgeheim die Auflösung der ja mittlerweile untragbaren Verhältnisse (was wohl auch der Grund für das Beklatschen der Migrationsagenda ist). Sie ahnen nur nicht, dass die von den EU-Borderleynern nun inszenierte Auflösung der gewohnten Verhältnisse vom Regen in die Traufe, womöglich sogar in eine regelrechte Hölle führen wird.

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