Dieser Artikel betrifft deutsche Politik und kann daher Spuren von Satire enthalten. Die Verleihung ist bestätigt: Mark Rutte nahm den Westfälischen Friedenspreis stellvertretend für das Bündnis entgegen, die Laudatio hielt Friedrich Merz. Hier die Würdigung des Vorgangs.
Da es ein außergewöhnlicher Vorgang ist (die Würdigung der EU mit dem Friedensnobelpreis 2012 trotz Krieg gegen Jugoslawien bzw. Serbien ist Verschwörungstheorie, da die EU als Organisation gar nicht involviert war) hier eine juristisch hochpräzise Würdigung zum Westfälischen Friedenspreis. Denn unglaublich aber wahr: Die NATO hatte als Organisation, technisch gesehen in den letzten 12 Monaten keinen Angriffskrieg geführt. Zum Glück gibt es Menschen, die genau hinsehen. Die NATO als Organisation, also das Gebäude in Brüssel samt Pressestelle, Kantine und Flaggen, hat in den vergangenen zwölf Monaten tatsächlich keinen Angriffskrieg geführt. Das lässt sich belegen: Es gibt keinen einschlägigen Ratsbeschluss und keinen Einsatzbefehl unter NATO-Briefkopf. Die Kaffeemaschinen sind unbewaffnet.
Dass einzelne Mitgliedstaaten in dieser Zeit militärisch aktiv waren, ist selbstverständlich ihre private Angelegenheit. Ein Fußballverein haftet ja auch nicht für das, was seine Mitglieder nach dem Spiel mit Mülleimern anstellen, selbst wenn sie dabei das Vereinstrikot tragen. Wer das anders sieht, den nennt man einen „Schwurbler“.
NATO stiftet nur Frieden, ist nicht verantwortlich für ihre Mitglieder
Also es geht um die letzten 12 Monate, nicht um den von Schwurblern wie dem ehemaligen Bundeskanzler Schröder sinngemäß „illegitim“ genannten Krieg gegen Serbien im Kosovokrieg 1999 zum Beispiel.
Damit niemand auf falsche Gedanken kommt, hier die Liste der Dinge, die nicht der NATO anzurechnen sind und die Verschwörungsfanatiker fälschlich „Angriffskriege“ nennen:
- Die Karibik-Fischereikontrolle. Seit September 2025 versenkt die Führungsmacht des Bündnisses mutmaßliche Drogenboote, bisher weit über 45 Mal. Die Besatzungen bekamen kein Gerichtsverfahren, dafür aber Präzisionsmunition. Das ist effizient und spart Anwaltskosten.
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Die venezolanische Personalüberführung. Am 3. Januar 2026 wurden Caracas und Umgebung bombardiert, anschließend wurde der Staatschef samt Gattin nach New York „verbracht“. Das war keine Regime-Change-Operation, sondern eine ungewöhnlich weite Vorladung.
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Die weihnachtliche Bescherung. Zu Weihnachten 2025 fielen Schläge auf Nigeria und Somalia. Frieden auf Erden eben, nur eben mit Flugzeugen.
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Der Iran-Termin. Gemeinsam mit Israel, das nicht einmal NATO-Mitglied ist und damit doppelt entlastet, lief im Frühjahr „Operation Epic Fury“. Der Name klingt zwar nach einem Streaming-Dreiteiler, ist aber ausdrücklich keine Kriegserklärung. Am 28. Juni einigte man sich auf eine Feuerpause, offenbar aus Rücksicht auf die Terminkalender.
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Das Grönland-Interesse. Dass ein Mitglied einem anderen Mitglied (Dänemark) unverhohlen mit Annexion droht, ist keine Aggression im Bündnis, sondern eine sehr direkte Form der Beitrittsverhandlung.
Man sieht: Die Organisation selbst ist rein, und die Mitglieder handeln auf eigene Rechnung. Der Preis geht an die Organisation, die Kriege gehen an die Mitglieder. So bleibt jeder bei dem, was er am besten kann. Es ist eindeutig: Die NATO ist ein würdiger Empfänger der Friedensauszeichnung, es ist ein Friedensbündnis in dem Sinn, dass sie so viel Frieden stiftet, dass sie ihn nicht einmal selbst anwenden muss.
Bild: Screenshot von politisch korrektem Video über die Verleihung
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1 Kommentar
orwellesk
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