Russland hat klargemacht, dass auf jede ernsthafte Aggression gegen Kaliningrad ein Atomkrieg folgen würde. Doch weder Polen noch Litauen wagen es, diese russische Exklave zu blockieren, geschweige denn einzumarschieren.
Der polnische Außenminister Radek Sikorski schlug Mitte September vor, Polen solle „auf unserer Seite (der russischen Exklave Kaliningrad) so aggressiv üben, dass … [der russische Präsident Wladimir Putin] unsicher ist, was wir tun werden, und er deshalb Truppen von der Ukraine abziehen muss“. Ende des Monats veröffentlichte die britische Zeitung The i Paper einen Artikel darüber, dass „Russlands winziger Vorposten in Europa Putins größte Schwachstelle sein könnte“, in dem ehemalige NATO-Beamte zitiert wurden, die über eine Blockade fantasieren.
Russlands Reaktion folgte prompt. Wenige Tage nach dem provokativen Stück von The i Paper veröffentlichte die russische Botschaft im Vereinigten Königreich eine Erklärung, in der es hieß: „Wer Pläne zur Blockade oder zum Angriff auf Kaliningrad befürwortet, sollte sich über die Folgen keinen Illusionen hingeben. Jede britische oder NATO-Militäraktion gegen russisches Territorium würde mit einer Antwort unter Einsatz aller Russland zur Verfügung stehenden Mittel beantwortet, einschließlich Atomwaffen.“ Die russische Botschaft in Irland gab am selben Tag eine ähnliche Erklärung ab.
Nachdem NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigt hatte, dass ihm Russlands Warnung bekannt sei, stellte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow klar: „Der erwähnte Brief und die Berichte sollten nicht als konfrontative Äußerung verstanden werden.“ Er fügte hinzu: „Kaliningrad ist ein integraler Bestandteil Russlands; es ist eine sehr wichtige Region Russlands – die westlichste. Im Kern geht es darum, dass Russland die Sicherheit dieser Region zweifellos im Einklang mit seiner Gesetzgebung gewährleisten wird.“ Zudem riet er der NATO, ihre Rhetorik herunterzufahren.
Daraufhin spielte Putins langjähriger Freund und enger Berater Nikolai Patruschew die NATO-Drohungen gegen Kaliningrad herunter und erklärte: „Sie [die NATO-Länder] werden keine Drohungen umsetzen können. Sie [die Drohungen] werden bloße Worte bleiben. Sollten sie auch nur versuchen, konkrete Schritte zu unternehmen, wird es eine rasche und angemessene Antwort geben. Das haben wir wiederholt gesagt. Alles würde eine völlig andere Dimension annehmen.“ Putin selbst deutete anschließend an, dass in einem solchen Szenario tatsächlich Atomwaffen eingesetzt würden.
Diese Serie von Erklärungen dürfte die europäische NATO (E-NATO) davon abhalten, eine ernsthafte Aggression gegen Kaliningrad zu unternehmen, wie sie auf eine möglicherweise bevorstehende ukrainische False-Flag-Operation (in Polen?) folgen könnte – vor dem Hintergrund der jüngsten Hysterie im Bündnis über einen angeblich unmittelbar bevorstehenden russischen Angriff. Nachdem der finnische Präsident Alexander Stubb versucht hatte, seinen Amtskollegen Vernunft einzureden, schwenkte Sikorski von der Kriegsangstmacherei gegenüber Russland um und behauptete, „Russland verfüge nicht über die Kräfte für einen größeren Angriff auf die NATO“.
Der neue litauische Premierminister Mindaugas Sinkevičius erklärte anschließend auf einer Pressekonferenz an der Seite von Rutte, es gebe keine Belege dafür, dass Russland „sich auf irgendetwas vorbereitet“. Die Aussagen dieser beiden Politiker sind bedeutsam, da der „Suwałki-Korridor/Lücke“ zwischen Belarus und Kaliningrad, über dessen mögliche Invasion durch Russland die NATO seit Langem spekuliert, durch ihre Territorien verläuft. Sie erkennen damit klar die apokalyptischen Folgen eines Versuchs an, Kaliningrad zu blockieren, geschweige denn einzumarschieren.
Dieses Worst-Case-Szenario wird sich daher wahrscheinlich selbst im Falle einer ukrainischen False-Flag-Operation (in Polen?) nicht materialisieren, da die polnischen und litauischen Landverwalter Kaliningrads kein Interesse daran haben, wegen dieser russischen Exklave den Dritten Weltkrieg auszulösen. Sikorski mag hart reden, und vielleicht wird Polen bald groß angelegte und möglicherweise regelmäßige Übungen in der Nähe von Kaliningrad durchführen – doch sowohl sein Land als auch Litauen wissen besser, als dieser russischen Region konkreten Schaden zuzufügen, denn Putin würde sie atomar angreifen, wenn sie es wagen.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.
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Ukrainische Kriegstreiberei bedroht Waffenstillstand in Korea
20 Kommentare
Sie wollen die Verbindung zu Russland abtrennen. Russland kann darauf nur mit nuklear bestückten Oreschniks antworten.
Warum die NATO bzw. der Westen jedoch so frech ist, rührt mMn daher, dass Putin ziemlich weich auf all die Provokationen reagiert hat.
Putin trödelt mit dem Donbass weiter, lässt sich viel zu viel gefallen, und genau deshalb wird der an sich marode und völlig unfähige Tütü-Westen immer frecher. Wann zeigt Putin diesen Narren, wo der Hammer hângt? Damit diese Frechheiten endlich aufhören.
Russland kann die vorrätigen Waffen des Westens ausbluten, weil die im Westen zu dumm sind, zu erkennen, wann es an die Grundsubstanz der Verteidigungsfähigkeit geht. Das Kapital treibt die EU immer weiter vor sich her. Da hilft auch keine Rüstung mobilisieren à la EU (wo Vdl die Finger dran hatte, blieb immer nur die Scheixe kleben). Und wenn die Anleihen der EU nicht mehr bedient werden, wird wohl China die Gegenwerte direkt in Europa konfiszieren kommen. Dann müssen die Russen mitziehen, um auch was zurück zu bekommen. Bis dahin sind die USA aber schon Geschichte, weil der Weg dort geht immer tiefer ins Loch runter unterhalb NN, an Land und zur See.
Selenskyj faselte die letzten Tage von einem Befreiungsschlag, welcher „der Hoffnung wieder Flügel verleihen würde“. Wohlmöglich meinte der Fürst der Finsternes damit die Ostseeblockade und Kaliningrad. Eine Eskalation käme ihm wohl gelegen, um von seinem Vollversagen abzulenken.
Bevor die Nato irgendetwas vom Zaun bricht, muss sie erst die unwillige Bevölkerung überzeugen.
Solange also kein 9/11 inszeniert wurde, kann man eher ruhig schlafen. Das Eintreten eines solchen „Events“ wird amS der Startschuss sein und es dauert nicht mehr lange danach bis zur Hölle auf Erden.
Nordstream hätte als solcher „Event“ geplant gewesen sein können – der Versuch es Russland unterzujubeln war aber zum Scheitern verurteilt. Vielleicht opfern europäische „Politiker“ ihre eigenen Leute weniger gern als USA & Israhell und zaudern seither – aber glauben kann ich nicht einmal das.
Auch die anderen bisherigen Versuche einen vermeintlichen Angriff Russlands zu inszenieren – Uschis GPS-Story; Leipzig-Drohne; Litauen…etc. – sind kläglich an einer skeptischen Öffentlichkeit gescheitert.
Komischer Weise verschwinden die explodierenden Munitionslager und Waffenfabriken des Wertewestens immer sehr schnell vom Medien-Radar – vielleicht ja weil das wirklich die Russen sind.
Putin wird Kaliningrad nicht atomar bombardieren. Und Polen auch nicht.
Nein, er wird Be und Be bombardieren. Und vielleicht die Französin in Frankfurt.
Eine These
Man hat aus Sicht der Besitzenden, extra potentielle zukünftige Brandherde so verteilt, dass sie irgendwann wieder nur ein Streichholz brauchen. Damit kann man sich in Zukunft Hebel bedienen, die Geschicke passend zu lenken und uns ein Theaterstück vorzuspielen.
Kaleningrad war Teil von Deutschland, genau genommen ein Teil von Preußen und wurde dann wie auch andere Teile 1945 abgetreten an Polen und Russland, ebenso wie Schlesien, wo wohl meine Blutlinie auch mal durchlief, bevor man dann weiter Richtung Westen fliehen musste und alles bis auf Kleidung am Leib zurückliess..
Heute wird dieses U-Bote wieder zum Auftauchen gebracht. Es sind perfekte Stellen um zu zündeln und dann die gewollten Konflikte daran anzubinden, um die wahren Ziele zu erreichen… Denn der Krieg der geführt wird, ist nur an der Oberfläche Land vs Land.. In Wahrheit läuft der Krieg gegen die Menschen Top Down und hat das Ziel den Status Quo in die Zukunft zu tragen, mit all den neuen Spielzeugen die die Besitzenden haben, um den Rest unter ihrer Knute zu halten, mehr als jemals zuvor.
Die rote Linie wird der EU, GB und USrael endlich aufgezeigt. Wurde langsam auch Zeit. Kaliningrad, wie ich den Namen hasse, der die Geschichte verdeckt, an den die Russen uns dauernd erinnern wollen.
Völkerrechtlich wäre ein Angriff auf Kaliningrad wahrscheinlich ein Angriff auf die Deutschen, die sich völkerrechtlich dort immer noch neu aufstellen könnten. Den Bund würde es genauso wenig jucken, wie der Angriff auf die Pipeline, da er die Deutschen so nicht wirklich vertritt, die nicht wählen gehen.
„Völkerrechtlich wäre ein Angriff auf Kaliningrad wahrscheinlich ein Angriff auf die Deutschen“ Aber nur nach dem Völkerrecht von Analena Bärbock. Ostpreußen gehört seit dem verlorenen 2. WK auf Grund alliierter Verträge nicht mehr zu Deutschland. Das wurde (glaub ich) 1944 auf Jalta oder aber spätestens auf der Potsdamer Konferenz so vereinbart. Leider haben wir da nicht nur Ostpreußen sondern auch Schlesien, Westpreußen und große Teile Pommerns verloren. Posen hat man uns schon nach dem 1. WK weg genommen.
@RFonny Mag so sein, so genau weiss ich das nicht, wurde ja alles zu „hat uninteressiert zu sein“ gezwungen in Geschichte wegen rechts. Das 20. Jh. war da tabu aufgrund alliierter Stoffvorgaben…
dabei wollte 1990 gorbatschow kaliningrad für $ 3 milliarden wieder den deutschen überlassen.
doch kohl wollte kein geld ausgeben und verzichtete dankend auf das angebot.
die werden sich heute in bruxelles und sonst wo
jeden tag dreimal vor wut wegen der vepassten gelegenheit in den allerwertesten beisen :-)))
Unsere Politiker nehmen sich ihre Fehler nicht zu Herzen, weshalb ihre Hintern unverbissen sind.
@,
in diesem besonderen falle haben sie sicher ziemlich zerbissene ärsche.
besonders, wenn man die tür zuschlägt und den fuss dazwischen lässt
Kohl hat keinen einzigen Schritt gemacht, um Deutschland wiederzuvereinigen. Die „Zusammenlegung der Märkte“ im Handelsrecht war eine alliierte Idee, um die Deutschen für weitere Jahrzehnte immer weiter ausbeuten zu können. Nicht umsonst sind hier die höchsten Steuern auf alles und die höchsten Preise für alles…
Richtig! Im Falle einer Zwei-Staaten-Lösung wäre aus der DDR ein vollständig souveräner Staat entstanden, ohne Besatzungsrechte der drei Westmächte. Lediglich die Berlin-Frage wäre zu klären gewesen. West-Berlin war bis 1989 kein Teil der Bundesrepublik.
Nein, eine souveräne DDR ohne sowjetische oder amerikanische Fremdbestimmung, das hätte nie geschehen dürfen. Letztlich wurden die Ostdeutschen 1990 um ihre Souveränität betrogen, sogar entgegen der UN-Charta.
Kaliningrad in russischer Hand hielt die Option für manipulierte Konflikte offen. Mal angenommen, die USA hätten den Deal mit Gorbatschow blockiert, dann hätte Kohl das nicht einmal zugeben dürfen. Es gibt interne Angelegenheiten, über die man möglicherweise nie etwas erfahren wird.
Die Krim der Ukraine zuzuschlagen, war bereits eine Vorbereitung und Kaliningrad natürlich ebenso.
Umso mehr sollte sich Putin etwas beeilen, bevor man in Westeuropa auf noch blödere Ideen kommt. Öfter wird zum Beispiel gefragt, wieso die Dnepr-Brücken noch stehen – in den letzten Nächten wurden 3 in Kiew mit Gerans behandelt. Ähnlich Stromleitungen über den Dnepr – die 3 Ukro-AKWs befinden sich alle westlich vom Dnepr, während östlich davon etliche konventionelle Kraftwerke zerstört wurden. Die Russen haben sogar extra Gefechtsköpfe dafür entwickelt, die besonders gut Metall schneiden.
Wann bringt es wirklich sichtbare Ergebnisse?
Müsste Westeuropa mit praktisch Bürgerkrieg in Frankreich nicht sowieso kapitulieren?
Ja, Kalingrad ist wahrlich eine strategische Schwachstelle.
Kalingrad verfügt auch über ein beträchtliches nukleares Arsenal.
Und genau das macht jeden Nato Angriff immens gefährlich.
Denn eine Eroberung dieser Auẞenstelle kann Russland unmöglich zulassen, da es eine enorme strategische Schwächung wäre.
Wenn die Nato oder Selinskij da einen Vorfall organisiert, wäre das extrem dumm, denn in diesem Fall könnte Russland sogar – Aufgrund des längeren Weges – mit taktischen Atombomben reagieren.
Bedenken wir jedoch welche abgehobenen US Marionetten in Europa Entscheidungen treffen, dann tippe ich sogar darauf, dass sie es eines Tages mittels false flag riskieren werden.
Ja, wer nicht hören will muss fühlen. Doch leider badet selbst die dümmsten die Fehler der Oberen immer das Volk aus.
Die EU-Politiker sind einfach unglaubliche Schwätzer, welche das Maul übervoll nehmen.
Und sollte es tatsächlich zum Showdown kommen, sind sie die ersten, die abhauen und ihr Volk zurück lassen!
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