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Wirtschaft

Russisch-ukrainische Kooperation verhindert Flugzeug-Drama

3 Kommentare 30. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv entging offenbar nur knapp einer Katastrophe. Die Maschine war bereits im Sturzflug. Passagiere und russisch-ukrainische Ersatzpiloten an Bord konnten den Copiloten überwältigen, der die Maschine offenbar abstürzen lassen wollte.

Flug FZ 1073, eine Boeing 737 MAX 8, startete am Morgen in Dubai mit Ziel Ben Gurion. UAE–Israel ist mittlerweile eine Strecke des Alltagsverkehrs, bleibt aber politisch naturgemäß äußerst heikel. An Bord waren zwischen 150 und 180 Menschen, ein großer Anteil israelischer Passagiere. Rund 30 Passagiere dürften Kinder gewesen sein.

Der Start verlief noch ohne Vorkommnisse. Etwa zwei Stunden nach dem Start brach die Maschine abrupt aus dem Reiseflug. Flugdaten zeigten einen Sturz um mehr als 4.000 Meter in wenigen Sekunden, danach unruhige Höhenwechsel. Der Transponder sendete zunächst den allgemeinen Notcode 7700, wechselte kurz auf 7500 – das internationale Signal für unrechtmäßige Einmischung oder eine mögliche Entführung – und kehrte danach wieder zu 7700 zurück. Wenig später wurde die Maschine in Saudi-Arabien notgelandet.

Während des Alarms stiegen israelische Kampfjets auf, Netanjahu berief bereits eine Lagebesprechung ein, Terroralarm wurde ausgelöst. Im selben Moment waren sich viele in den sozialen Medien bereits gewiss, dass es sich um eine „False Flag“ handeln würde: „Handschrift des Mossad“, „Netanjahu opfert seine Bürger für die Wiederwahl“ und dergleichen sichere Urteile wurden schnell tausendfach verbreitet. Etwaige Indizien oder Hinweise gibt es dafür (noch) nicht.

Israelische Sicherheitskreise und Passagiere schildern denselben Kern: Im Cockpit sei der Kapitän mit einem Messer attackiert worden – vom Copiloten. Der Angreifer soll versucht haben, die Kontrolle zu übernehmen und die Maschine zum Absturz zu bringen. In der Kabine gab es Schreie, Panik und Berichte über Blut am vorderen Rumpf.

Crew und Männer aus den vorderen Reihen eilten nach vorn; ein Arzt an Bord soll den verletzten Piloten notversorgt haben. Flydubai bestätigte nur einen „Vorfall“ und die sichere Landung. Alle Passagiere seien erfasst und unverletzt. Der Flughafen Tabuk meldete Verletzungen bei Kapitän und Copilot und deren Transport ins Krankenhaus. Videos des blutüberströmten Piloten finden sich im Netz.

Die Bild-Zeitung lieferte das Highlight an Desinformation und erklärte: Der russische Pilot hätte die Maschine abstürzen lassen wollen, der ukrainische Copilot dies aber verhindert. Russen böse, Ukrainer gut. Großartige Geschichte für die NATO-Medien. Allerdings ist dies völlig falsch. Beim Kapitän hatte es sich um einen Staatsbürger der UAE gehandelt, sein Copilot war aus dem Oman. Das sind zumindest die allgemeinen Angaben. Wie der Copilot ein Messer mit an Bord nehmen konnte, ist noch offen.

Auch israelische Stellen werten den Fall weiterhin zunehmend als möglichen Terrorversuch, nicht als bloßen Streit oder medizinischen Zusammenbruch. Netanjahu sagte später, der stechende Pilot sei in Saudi-Arabien festgenommen und werde dort befragt. Passagiere hätten „eine schwere Katastrophe verhindert“. Dass ihm der Vorfall für den Wahlkampf nützen konnte, steht außer Frage. Doch damit direkt auf israelischen Ursprung zu schließen, wäre nicht nur deshalb fahrlässig, weil man negieren würde, dass es tatsächlich gefährliche Individuen sowie Ideologien gibt, die zu Terror und Katastrophe bereit sind – und nicht von einem westlichen Geheimdienst gesteuert werden.

Involviert waren jedenfalls wirklich Russen und Ukrainer. Aber ganz anders, als die Bild-Zeitung behauptet hatte.

Flydubai erklärte später, diensthabendes Personal der Airline, das als Extra-Besatzung mitflog, habe das Flugzeug gesichert und nach Tabuk gebracht. Das erklärt, wie das Flugzeug sicher landen konnte, obwohl der Pilot schwer verletzt war und der Copilot offenbar einen „Amok-Flug“ unternehmen wollte.

Israelische Medien konkretisierten: Ein russischer und ein ukrainischer Pilot in Zivil hätten nach dem Angriff mit Passagieren den Omaner überwältigt, das Cockpit übernommen und die Maschine sicher gelandet. Wären sie nicht an Bord gewesen, so diese Darstellung, hätte niemand mehr das Flugzeug führen können.

Das gibt der Beinahe-Katastrophe jedenfalls eine besondere Würze: Während Russland und die Ukraine seit Jahren Krieg führen, dürften zwei ihrer Staatsbürger gemeinsam über 170 Menschen vor einem Absturz bewahrt haben.

Auch der diplomatische Rahmen bleibt ungewöhnlich: Eine Maschine voller israelischer Passagiere landet in Saudi-Arabien, einem Land ohne formelle Beziehungen zu Israel. Ein Ersatzflugzeug (vom israelischen Militär) sollte die Reisenden weiter nach Tel Aviv bringen.

Die Boeing steht in Tabuk, die Untersuchung ist eröffnet. Herkunft des Angreifers, Motiv und der genaue Ablauf im Cockpit sind nicht abgeschlossen. Gesichert ist nur, dass die Maschine nicht abstürzte, und ziemlich sicher durch eine russisch-ukrainische Kooperation gerettet wurde.


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3 Kommentare

  1. VerarmterAdel
    Antworten

    Immer auf das arme, kleine, unschuldige, hilflose, von allen völlig grundlos gehasste ewige Opfer. So gemein. Na ja, ist ja noch mal gut gegangen. Dieses Mal, aber was ist mit nächste Woche oder so?

    „Russisch-ukrainische Kooperation verhindert Flugzeug-Drama“, das ISrahell mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit selbst ausbaldowert hat um die Welt einmal mehr an der Nase herumzuführen und zu zeigen, wie sehr Gottes ewiges Opfer bedroht wird, und dass sie, die Welt, doch nun endlich gemeinsam gegen den Feind, den Iran und überhaupt und das Böse bekämpfen muss um Gottes ewiges Opfer zu retten und ihm alle Ressourcen im Nahen und Mittleren Osten im ersten Schritt zu übertragen und es zum Mittelpunkt des Universums zu machen. Welt-Militär! Auf ins Gefecht für ISrahell!

    Und dann, dass die Ukraine UND Russland das Unheil verhinderten. Ihrem Messias und den Medien sei Dank, ist die Show natürlich genauso so angekommen, wie geplant. Armes, kleines ISrahell, schnell das Tränenfläschchen. Hahaha, irre.

    Wer die Story glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    ISrahell. Gelogen. Immer.

  2. OMS
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    Russisch-ukrainische Kooperation? Gab es keine! Hier waren Menschen am Werk, welche selber nicht sterben wollten und durch ihr Einschreiten eine Katastrophe verhindert haben. In so einem Fall spielt die Herkunft, die Nation oder der Glaube keine Rolle. Politiker waren ja nicht im Spiel, denn da wäre es sicher daneben gegangen!

  3. cwsuisse
    Antworten

    Ich liebe BILD und die anderen deutschen Leitmedien und das tägliche Blech, welches sie fabrizieren.

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