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Politik

Brüssel plant Umgehung nationaler Vetos in einer erweiterten EU

10 Kommentare 30. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Die Europäische Kommission hat interne Entwürfe ausgearbeitet, die das nationale Veto in den meisten Phasen der Beitrittsverhandlungen abschaffen und die Zahl der Kommissare begrenzen sollen.

Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen soll die lange angekündigte Strategie am 6. Oktober vorstellen – rechtzeitig vor dem Europäischen Rat am 15. und 16. Oktober. Das Vorhaben wird als Vorbereitung auf eine Union mit mehr als 30 Mitgliedern präsentiert. Montenegro und Albanien gelten als am weitesten fortgeschritten, Ukraine, Moldau und Nordmazedonien folgen. Eine Vertragsänderung des Vertrags von Lissabon sei nicht nötig. Stattdessen will die Kommission die sogenannten Passerelle-Klauseln (Übergangsbestimmungen) nutzen. Diese erlauben es, in bestimmten Politikbereichen dauerhaft von der Einstimmigkeit zur qualifizierten Mehrheit überzugehen.

Was genau geplant ist

Einstimmigkeit soll nur noch am Anfang und am Ende eines Beitrittsverfahrens erforderlich bleiben. Die zahlreichen Zwischenschritte – Dutzende einzelner Entscheidungen, die bisher jedes Mitgliedsland blockieren konnten – sollen künftig mit qualifizierter Mehrheit fallen. Parallel will Brüssel die qualifizierte Mehrheit auf weitere Felder ausweiten: Sanktionen, Menschenrechte, Verteidigung und Sicherheit sowie Steuerhinterziehung. Die Schwelle liegt bei 15 von 27 Mitgliedstaaten, die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren.

Als Zugeständnis an skeptische Hauptstädte ist eine „Notbremse“ vorgesehen: Ein Mitgliedstaat könnte sie ziehen, wenn er „vitale nationale Interessen“ bedroht sieht. Der Haken bleibt: Die Abschaffung der Einstimmigkeit selbst erfordert Einstimmigkeit. Jede Regierung behält damit die Möglichkeit, das Paket zu stoppen.

Ein zweiter Vorschlag betrifft das Kollegium der Kommissare. Die Garantie, dass jeder Mitgliedstaat einen Kommissar stellt, soll entfallen. Das Kollegium würde auf zwei Drittel der Zahl der Mitgliedstaaten begrenzt. Bei derzeit 27 Ländernern bedeutete das, dass neun Staaten zeitweise ohne eigenen Vertreter auskämen.

Weitere Sicherungen und Kontext aus weiteren Berichten

Reuters berichtete über ergänzende Entwürfe: Die Kommission erwägt für neue Mitglieder zeitlich befristete politische Verpflichtungen, wonach sie für eine begrenzte Periode Konsensentscheidungen nicht blockieren. Zudem wird eine Safeguard-Klausel diskutiert, die es bestehenden Mitgliedern erlauben würde, Rechte neuer Mitglieder – einschließlich Stimmrechten – mit qualifizierter Mehrheit vorübergehend auszusetzen. Auch befristete Einschränkungen bei Arbeitnehmerfreizügigkeit und Landwirtschaft sowie der Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft vor dem formalen EU-Beitritt stehen im Raum.

European Western Balkans beschreibt die Pläne als Kombination aus Entscheidungsreform und klareren Roadmaps für Beitrittskandidaten. Neue Mitglieder könnten vorübergehend in Bereichen mit Einstimmigkeit eingeschränkt werden. Die Kommission argumentiert, dass mit wachsender Mitgliederzahl das Risiko von Verzögerungen und Blockaden steige.

Weitere Berichte bestätigen den Kern der Entwürfe. European Pravda und RBC-Ukraine heben hervor, dass die Reform den Beitrittsprozess für Kandidaten wie die Ukraine beschleunigen könnte, indem Zwischenphasen dem nationalen Veto entzogen werden. Spanische und niederländische Medien (u. a. Gaceta und BNR) berichten ebenfalls über die Reduzierung der Vetomöglichkeiten und die Begrenzung des Kommissarskollegiums auf zwei Drittel der Mitgliedstaaten.

Widerstand und Machtverschiebung

Kleinere und souveränitätsorientierte Regierungen betonen seit Jahren, dass die Einstimmigkeit sie vor dem Überstimmtwerden durch größere Hauptstädte schützt. Polen hat Mehrheitsentscheidungen in der Außen- und Sicherheitspolitik bislang abgelehnt; rund neun Staaten hatten sich früher gegen ähnliche Vorstöße zusammengeschlossen. Die Texte sind Kommunikationsdokumente ohne unmittelbare Rechtskraft. Die Entscheidungen liegen beim Europäischen Rat – also bei denselben Regierungen, die ihre Vetorechte aufgeben sollen.

Die Berichte zeichnen dasselbe Bild: Brüssel bereitet die institutionelle Infrastruktur für eine deutlich größere Union vor und will dabei die Blockademöglichkeiten einzelner Staaten in den Zwischenphasen der Erweiterung und in ausgewählten Politikfeldern reduzieren. Ob die Passerelle-Klauseln und die Notbremse am Ende Zustimmung finden, hängt von der Einstimmigkeit ab, die Brüssel gerade einschränken will. Der 6. Oktober und der anschließende Rat werden zeigen, wie weit die Mitgliedstaaten bereit sind, nationale Kontrollrechte zugunsten einer handlungsfähigeren, aber zentralisierteren Entscheidungsstruktur preiszugeben.

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10 Kommentare

  1. Dr. Rolf Lindner
    Antworten

    Die Europa zu Grabe tragen

    Was dereinst war dafür gedacht,
    Frieden den Völkern zu bewahren,
    haben die Typen umgebracht,
    die in Brüssel herrschen seit Jahren.

    Was Europas Freiheit bedrängt,
    lässt Völker sich entzweien,
    scheinbar an einem Namen hängt,
    heißt Uschi von der Leyen.

    Natürlich schafft kein Mensch allein,
    Jahrhundertwerke zu zerstören.
    zum EU-Verschrottungsverein
    müssen viel mehr Täter gehören.

    Noch nie haben hervorgebracht
    Freiheit und Recht die Sozialisten,
    ihr Ziel ist stets totale Macht,
    der Markenkern wahrer Faschisten.

    Natürlich darf man nicht erwarten
    von dem Geschmeiß das Gegenteil,
    doch zum Wokenkult zu entarten,
    finden gar Bürgerliche geil.

    So sind es nicht primäre Täter,
    die Europa zu Grabe tragen,
    es sind üble Bürgerverräter,
    Merzel und Co. die wahren Plagen.

  2. 1150
    Antworten

    alles reine angst und panikmache
    wenn der pöse russe uns 2029 überfällt und gleich ohne vetorecht massakriert, ist eh‘ alles obsolet

    1. 1150
      Antworten

      ausserdem schliesst sich auch das ozonloch über der antarktis, also alles in butter

    2. Hanspeter
      Antworten

      Da putin wars

  3. cwsuisse
    Antworten

    Der „demokratische“ Tarnanstrich bröckelt, die oberste Ungewählte entpuppt sich als absolutistische Ungewählte.

    1. Hanspeter
      Antworten

      Die arbeiten am Untergang von ganz Europa. Die Menschen sind denen völlig egal.

  4. VerarmterAdel
    Antworten

    „Brüssel plant Umgehung nationaler Vetos in einer erweiterten EU“

    Wann werden ISrahell und ISrahell II (Ukraine) endlich den Führer stellen, also der EU? Wir wollen doch den totalen Krieg, oder nicht? Die Ausrottung aller Nicht-[Redacted]? Wollen wir doch wohl?!

  5. Glass Steagall Act
    Antworten

    Das bestätigt nur die Vorgehensweise der ungeliebten EU-Kommission, dass die EU immer mehr zu einem totalitären Zentralstaat mutiert, in der die Demokratie jeden Tag ein Stückchen mehr abgeschafft wird! Je mehr Mitglieder dazu kommen, umso größer der EU-Moloch!

    1. Vortex
      Antworten

      Dabei erscheinen die (im Foto oben) so harmlos und freundlich lächelnd, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten …

      Hier kommt der nächste Schachzug bzgl. Lebensmittel!: https://tinyurl.com/ycxbhjvx
      Die EU geht ganz offensichtlich in diese Richtung: https://tinyurl.com/ms3cj2k2

      1. 1150

        @vortex,
        schliesslich brachten frauen, wie verschiedenste quellen unabhängig von einander,
        schon lange berichteten, aus niedrigen beweggründen immer wieder unheil über die erde
        z.b. eva, hera, helena, usw. usf.

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