
Bisamberg-Windpark: Gestern offizielle Info-Veranstaltung in Hagenbrunn
Wien Energie hat noch vor wenigen Tagen jede Beteiligung am geplanten Windpark am Bisamberg kategorisch dementiert („kein Projekt in Planung oder Vorbereitung“), lud aber gestern gemeinsam mit W.E.B. in Hagenbrunn zur offiziellen Informationsveranstaltung über das Vorhaben ein. Das Projekt „WP Floridsdorf“ im sensiblen Gebiet zwischen Rendezvousberg und Stammersdorfer Kellergasse wird von der WEB Erneuerbare GmbH & Co. KG aktiv vorangetrieben.
Die rot-pinke Stadtregierung und die grüne Energiewende-Ideologie opfern damit eines der letzten Naturjuwelen am Wiener Stadtrand – für zweifelhafte Klimaziele und Konzernprofite. Lokale Bürgerinitiativen wie „Pro Wild“ und die FPÖ laufen Sturm. TKP hat die Gefahren schon mehrfach aufgezeigt: Infraschall, Biodiversitätsverlust, PFAS-Vergiftung und Flächenversiegelung. Gestern wurde das Ganze nun offiziell den betroffenen Anrainern „vorgestellt“. Die Einladung zur Info-Veranstaltung „Hagenbrunn V4“ wurde über die die Webseite der Gemeinde Hagenbrunn verbreitet: Einladung_Info_Veranstaltungen_Hagenbrunn_V4
Die WEB Erneuerbare GmbH & Co. KG (Firmenbuch FN 610592 f) ist eine erst im Juli 2023 gegründete Tochter der Waldviertler W.E.B Windenergie AG. Sitz in Pfaffenschlag bei Waidhofen an der Thaya, Geschäftsführer Stefan Döber und Arnold Kainz. Die Muttergesellschaft betreibt bereits 291 Windkraft- und 58 Photovoltaik-Anlagen weltweit und expandiert aggressiv mit EU-Fördermitteln und Bürgerbeteiligungen. Genau diese Firma steht hinter dem Wiener Bisamberg-Projekt.
Die gestrige Info-Veranstaltung in Hagenbrunn zeigt, dass man die Planungsphase längst verlassen hat und nun die Öffentlichkeit „informieren“ will. Wien Energie distanziert sich zwar öffentlich, steht jedoch als Veranstalter auf der Einladung und die Verbindungen zur Wiener Energiewirtschaft sind offensichtlich. Das Muster ist bekannt: Konzerne und Politik schieben Verantwortung hin und her, während die Natur und die Gesundheit der Menschen den Preis zahlen.
Die gesundheitlichen und ökologischen Risiken sind erheblich – und TKP hat sie detailliert dokumentiert. Infraschall von Windrädern ist kein Hirngespinst: Die unhörbaren Schallwellen unter 20 Hertz dringen tief in den Körper ein und verursachen Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus und chronische Erschöpfung. Im Februar 2026 berichtete TKP über ein historisches Gerichtsurteil, das Infraschall als reales Gesundheitsrisiko anerkannt hat.
Gesundheitliche Schäden durch Innfraschall
Auf einer der gestern ausgestellten Infotafeln – Vortrag und Diskussion gab es offenbar wohlweislich nicht – wurden Aussagen über den hörbaren Schall getätigt. Dieser ist jedoch völlig unerheblich. Der für Tier und Menschen gefährliche Infraschall wurde unterschlagen.


TKP hat Infraschall immer wieder thematisiert, zuletzt im Beitrag „Unhörbar aber nicht harmlos – Gefährdung der Volksgesundheit durch Infraschall von Windparks in der EU“. Gerade in den dicht besiedelten Randgebieten Floridsdorf/Stammersdorf/Hagenbrunn wären Tausende Anwohner massiv betroffen. Aber nicht nur diese, denn Infraschall breitet sich über große Distanzen aus und kann mit Häusern oder anderen Baulichkeiten auch in allen Ortschaften rund um den Bisamberg oder in seiner Nähe zu gesundheitlichen Schäden führen
Die Wirkmechanismen von Infraschall, der sich aufgrund der geringen Dämpfung bei diesen niedrigen Frequenzen über 50 und mehr Kilometer ausbreitet, haben wir kürzlich im Beitrag über eine große deutsche Studie dokumentiert: Der Schalldruck wirkt durch die zelluläre Mechanotransduktion, wie sie sich in Blutdruck- und Herzfrequenzmessungen widerspiegelt.
Mechanotransduktion ist der Prozess, durch den Zellen mechanische Signale in elektrische oder chemische Signale umwandeln. Sie ist für verschiedene physiologische Prozesse im Körper verantwortlich, darunter Tastsinn, Gleichgewicht und Gehör. Eine der Autorinnen der deutschen Studie, Dr. Ursula Bellut-Staeck, hat die Auswirkungen von Infraschall auf zellulärer Ebene umfassend erforscht.
Umweltschäden durch den Windpark
Hinzu kommt der massive Biodiversitätsverlust und die Reduktion der Vegetation. Das Gebiet am Bisamberg zählt laut „Pro Wild“-Studie zu den letzten intakten Rückzugsräumen mit rund 100 Vogelarten – darunter stark gefährdete Bodenbrüter wie Feldlerche, Goldammer und Wachtel sowie Ziesel-Populationen.
Die Vögel hätten kaum Überlebenschancen. Geplant ist offenbar die Aufstellung von Vestas V172 Windrädern:

Mit einer Gesamthöhe von 261 Metern wären sie weithin sichtbar. Der Rotordurchmesser von 172 Meter ergibt einen Kreisumfang (d +* pi) 540 Metern. Bei realistischen Windbedingungen dreht sich das Rad mit etwa 10 bis 15 Umdrehungen pro Minute.
Gestern konnte ich bei den kleineren Windrädern östlich von Hagenbrunn sogar 20 Umdrehungen pro Minute messen. Nehmen wir ein Mittel von 12 Umdrehungen pro Minute: Eine Flügelspitze durchfährt dabei den Umfang von 540 Metern in 5 Sekunden, also mit einer Geschwindigkeit von 108 m/s oder etwa 390 km/h. Bei den kleineren Anlagen mit 160 m Durchmesser kommt man bei 20 U/min auf über 600 km/h, bei 138 m Durchmesser noch immer auf über 500 km/h.
Jede Anlage versiegelt bis zu 500 m² Boden, Zufahrtsstraßen und Fundamente zerstören Lebensräume. Studien des Umweltbundesamtes belegen: Windparks führen zu Meideverhalten, Stress bei Wildtieren und langfristig zur Verdrängung ganzer Arten. Der Wiener Grüngürtel als Erholungs- und Frischluftreservoir wäre unwiederbringlich geschädigt.
Toxischer Abrieb
Und das giftige Sahnehäubchen: PFAS – die „ewigen Chemikalien“. TKP hat erst am 21. April 2026 in „Windparks kontaminieren ihre Umgebung mit hochgiftigem PFAS“ nachgewiesen, wie Abrieb von Rotorblättern, Schmierstoffen und Beschichtungen diese krebserregenden, nicht abbaubaren Stoffe freisetzen. Sie gelangen in Boden, Grundwasser und Nahrungskette – und bleiben für Generationen. Gerade bei Neuanlagen in sensiblen Gebieten wie dem Bisamberg ist die Kontaminationsgefahr enorm. Kontaminiert werden nicht nur die vielen Weingärten, auch vor dem Verzehr von Wildschwein Leber haben jagdliche Zeitschriften schon gewarnt.
Der spätere Rückbau nach 20–25 Jahren? Ein teurer Sondermüll-Albtraum, den wieder die Steuerzahler finanzieren dürfen.
Die gestrige Info-Veranstaltung in Hagenbrunn ändert nichts an der Tatsache: Es handelt sich um dasselbe zerstörerische Muster wie bei allen bisherigen Windkraft-Projekten. Profite für wenige Investoren und Konzerne – Risiken für alle. Die Bürger vor Ort werden mit schönen Präsentationen abgespeist, während die Realität Beton, Lärm, Gift und Flächenfraß heißt. Die rot-pinke Stadtregierung und die grünen Ideologen treiben den Ausbau trotzdem voran – koste es, was es wolle.
Der Bisamberg ist kein Industriegebiet. Er ist Wiener Lebensqualität, Natur- und Erholungsraum für Hunderttausende. Zeit, dass Politik und Bürger endlich „Hier nicht!“ sagen – bevor der nächste Betonmischer anrollt und die Rechnung wieder Natur und Gesundheit zahlen.
In diesem TKP-Buch findet sich alles Wissenswerte über die Schäden durch Windparks:
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Also ich finds gut: so können die Wiener auch mal erleben, was unsre Bundesregierung verbricht – warum sollen immer nur die Leute in den Bundesländern betroffen sein? Wenn genug Wiener dabei aufwachen können, hätte es doppelten Nutzen – im Gegenteil: was dort „grüne“ Energie verbraucht wird, sollte es aufgezwungen werden einen gewissen Prozentsatz davon zumindest selbst erbringen zu müssen. Das wäre fair