
Die britische Thronrede und austauschbare Politik
Ein Höhepunkt des jährlichen politischen Theaters ist der Auftritt des britischen Königs im Parlament bei seiner „Thronrede“. Sie ist lustig, aber ignorieren sollte man sie nicht. Denn sie sagt sehr viel über die herrschende Politik aus.
König Charles machte diese Woche seinen jährlichen Auftritt im Parlament. Ein Auftritt voller alter Zeremonien und Ritualen, während der König kaum mehr zu unterscheiden ist vom Politiker. Nur, dass er noch weniger zu sagen hat.
Hier ein kurzer Kommentar des britischen Off-Guardian zur diesjährigen „Thronrede“:
Die Rede des Königs ist heutzutage einfach zum Schießen. Sie war schon lange Zeit bedeutungslos, aber in letzter Zeit ist sie richtig lustig geworden.
Er taucht im Parlament auf mit seinem glänzenden Hut und dem großen alten Umhang, die Abgeordneten tun so, als würden sie Black Rod [der „Türsteher“] aussperren, um ihre Unabhängigkeit zu demonstrieren – und dann hören sie ihm trotzdem alle brav zu.
Wenn der König tatsächlich ein Herrscher wäre, hätte das Ganze wenigstens noch irgendeine Bedeutung. Aber trotz aller Insignien einer konstitutionellen Monarchie steht er in Wirklichkeit nicht an der Spitze der Nahrungskette.
Die Rede, die wir uns alle von ihm anhören müssen, hat er nicht selbst geschrieben, und er hat wahrscheinlich nicht den geringsten Einfluss auf ihren Inhalt. Angeblich stammt sie von seiner Regierung – aber das stimmt eigentlich auch nicht.
Es handelt sich um ein globalistisches Policy-Papier.
Schwurgerichtsverfahren: schlecht. Digitale ID: gut.
Es ist eine Rede, die fast jeder Politiker in fast jedem Land der Welt halten könnte – und die tatsächlich entweder schon gehalten wurde oder bald gehalten werden wird.
Sir Keir Starmer ist derzeit nur deshalb Premierminister, weil er Möbel gegen die Innenseite der Downing-Street-Tür gestapelt hat und von oben Dosen mit Baked Beans auf jeden wirft, der sich dem Gebäude nähert. Aber selbst wenn der ohnehin immer wahrscheinlicher werdende Rücktritt bereits erfolgt wäre… hätte ein neuer Premierminister die Rede geändert?
Nicht im Geringsten.
Hätte eine neue Regierung unter einer anderen Partei etwas geändert?
Eigentlich nicht.
Ein anderer König oder eine andere Königin?
Nein.
Es ist alles nur Theater. Keiner dieser Leute hat wirklich Macht – weder über die Rede noch übereinander. Aber es dient den Egos und den Systemen, so zu tun, als wäre es anders. Deshalb scharen sich die Abgeordneten um den großen goldenen Stuhl wie Kinder in der Vorlesestunde und nicken weise zu Worten, von denen sie wissen, dass Seine Königliche Hoheit sie vielleicht gar nicht so meint und die er nicht ändern könnte, selbst wenn er es wollte.
Das finde ich einfach nur zum Lachen.
Bild Unknown authorUnknown author, King Charles III, Unknown
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