Eskalation der Kriege an allen Fronten: Persischer Golf, Libanon und Ukraine

3. Juni 2026von 6,8 Minuten Lesezeit

Was sich in den ersten Junitagen 2026 am Persischen Golf, in der Levante und in der Ukraine abspielt, ist kein regionales Aufflackern. Es ist der fortlaufende Kollaps jeder zivilisatorischen Ordnung — orchestriert von denselben politischen Eliten, die uns seit Jahren „Klimaschutz“ und „Friedenssicherung“ predigen, während sie die Welt in Brand stecken.

Iran und die USA: Eskalation ohne Exit: Am 2. Juni erklärte die iranische Revolutionsgarde (IRGC) offiziell: „Die Ära von Tit for Tat ist beendet. Unsere Antwort auf jeden Angriff wird ein Vielfaches der feindlichen Aggression sein“. Was nach Propaganda klingt, ist eine nüchterne Lagebeschreibung. Die IRGC hatte zuvor US-Militärstützpunkte in Kuwait mit ballistischen Raketen angegriffen — als Antwort auf den amerikanischen Angriff auf Radaranlagent südlich der Insel Qeshm und auf den iranischen Öltanker nahe der Straße von Hormus.

CENTCOM, das US-Zentralkommando, bestätigte seinerseits, dass amerikanische Streitkräfte einen Hellfire-Raketenangriff auf den Maschinenraum des unter Botswana-Flagge fahrenden Tankers M/T Lexie durchgeführt hatten — nachdem die Besatzung über 24 Stunden hinweg wiederholte Warnungen ignoriert habe. Der Tanker war auf dem Weg zur iranischen Insel Kharg, dem Hauptterminal für Irans Ölexporte.

Die offizielle US-Darstellung: eine Durchsetzungsmaßnahme der seit dem 13. April bestehenden Seeblockade gegen Iran. Die IRGC-Darstellung: ein völkerrechtswidriger Angriff auf zivile Infrastruktur, der eine militärische Antwort erzwingt.

Es handelt sich um den sechsten zivilen Frachter, den die US-Marine seit Beginn der Blockade durch gezielten Beschuss manövrierunfähig geschossen hat. 122 weitere Schiffe wurden zur Umkehr gezwungen. Die Straße von Hormus — durch die normalerweise ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs fließt — ist seit über drei Monaten faktisch geschlossen. Die Energiepreise sind explodiert. Und die Kriegslogik hat längst jede diplomatische Vernunft überrollt.

Die Blockade als Wirtschaftskrieg gegen die Welt

Trump hatte die Blockade im April verhängt, nachdem Verhandlungen mit Iran gescheitert waren. Der erklärte Zweck: Teheran an den Verhandlungstisch zwingen. Die Realität: ein Wirtschaftskrieg, der nicht nur Iran trifft, sondern jeden Staat, der auf Ölimporte aus der Golfregion angewiesen ist — also praktisch die gesamte industrialisierte Welt.

Dass die Hauptleidtragenden nicht „das Regime“ sind, sondern die iranische Zivilbevölkerung und die Verbraucher an den Tankstellen von Hamburg bis Tokio, interessiert in Washington niemanden. Die Blockade ist das perfekte Instrument für eine Administration, die „Frieden“ sagt und Krieg meint — und die ihre eigene Bevölkerung über die wahren Kosten der Konfrontation systematisch im Dunkeln lässt.

Ein zwischenzeitlich ausgehandelter Waffenstillstand, der im April in Kraft trat, wird von beiden Seiten immer wieder gebrochen. Die IRGC wirft den USA gezielte Verstöße vor; Washington spricht von „Selbstverteidigung“ gegen iranische Drohnen und Raketenstellungen. Ein Ende ist nicht absehbar — weil keine Seite es will.

Trump gegen Netanyahu: Die Fassade der „special relationship“ bröckelt

Während am Golf die Raketen fliegen, zerbrach am 1. Juni eine andere Illusion: die von der unverbrüchlichen Freundschaft zwischen Washington und Jerusalem.

Axios berichtete unter Berufung auf mehrere mit dem Gespräch vertraute Quellen, dass Trump den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu in einem Telefonat wüst beschimpft haben. Wörtlich soll Trump gesagt haben:

„You’re fucking crazy. You’d be in prison if it weren’t for me. I’m saving your ass. Everybody hates you now. Everybody hates Israel because of this.“
(Du bist total verrückt. Ohne mich wärst du im Knast. Ich rette dir den Arsch. Jetzt hassen dich alle. Wegen dieser Sache hassen alle Israel.)

Anlass war die israelische Eskalation im Libanon — Netanyahu hatte Luftschläge auf zivile Wohnviertel Beirut vorbereitet, nachdem die Hisbollah ihre Angriffe gegen in den Libanon eingedrungene israelische Truppen verschärft hatte. . Trump, so die Quellen, war außer sich. Die iranische Seite hatte zuvor gedroht, die laufenden Verhandlungen abzubrechen, sollte Israel seine Angriffe auf den Libanon fortsetzen. Trumps Friedensplan — oder was er dafür hält — stand auf dem Spiel.

Ein US-Beamter fasste die Dynamik des Gesprächs so zusammen: Trump habe Netanyahu schlicht „überrollt“. Netanyahus Antwort: „OK, OK, just make sure everything is taken care of“.

Nach dem Anruf verkündete Trump auf Truth Social, Netanyahu habe seine Truppen „umgedreht“ und werde Beirut nicht angreifen. Netanyahu selbst gab eine hebräischsprachige Erklärung heraus, in der er betonte, Israels Position bleibe „unverändert“.

Was hier sichtbar wird, ist die Asymmetrie der Beziehung: Israel darf Krieg führen, solange es Washingtons Interessen dient. Sobald es diese Interessen gefährdet, wird der Verbündete zum Befehlsempfänger degradiert, der er ja tatsächlich seit Anbeginn im Jahr 1948 ist. Dass Trump dabei auf Netanyahus Korruptionsprozess anspielt („You’d be in prison if it weren’t for me“), zeigt, mit welchen Mitteln hier gearbeitet wird. Es ist keine Diplomatie — es ist Erpressung unter Verbündeten.

Russland-Ukraine: Die neue Eskalationsstufe

Während Westasien brennt, hat Moskau in der Nacht zum 2. Juni einen der massivsten Luftschläge des gesamten Krieges gegen die Ukraine geflogen. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums handelte es sich um eine Vergeltungsaktion für „terroristische Akte des Kiewer Regimes“.

Die Zahlen sind folgende: 73 Raketen und 656 Drohnen verschiedenen Typs wurden binnen einer Nacht auf Ziele in Kiew, Saporischschja, Charkiw, Dnipro, Poltawa, Chmelnyzkyj und Sumy abgefeuert. Die ukrainische Luftwaffe gibt an, 40 Raketen und 602 Drohnen abgefangen zu haben — dennoch schlugen 30 ballistische Raketen, drei Marschflugkörper und 33 Drohnen in 38 Zielen ein. Mindestens 18 Tote, über 100 Verletzte.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, getroffen worden seien „Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes in Kiew, Saporischschja, Charkiw und Dnepropetrowsk“ sowie Treibstoff- und Transportinfrastruktur und Militärflugplätze. Besonders hervorgehoben wurde der Angriff auf ein Werk der Firma Fire Point in der Region Dnepropetrowsk — ein Drohnenhersteller, der mit Selenskyjs Umfeld in Verbindung gebracht wird.

Die Vorgeschichte: Moskau hatte nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim im russisch kontrollierten Luhansk, bei dem 21 Menschen starben, „systematische Vergeltungsschläge“ angekündigt. Kiew bestreitet, das Wohnheim gezielt angegriffen zu haben, und spricht von einem Drohnen-Kommandozentrum im selben Gebiet.

Kremlsprecher Peskow erklärte, der Krieg sei in ein „neues Paradigma“ eingetreten — eine Formulierung, die nichts Gutes verheißt.

Die Gleichzeitigkeit der Krisen ist kein Zufall

Was an diesen drei Schauplätzen auffällt, ist nicht nur die zeitliche Koinzidenz, sondern die strukturelle Ähnlichkeit:

  • Am Golf eskaliert eine Blockade, die als Druckmittel begann und zum Dauerzustand geworden ist.

  • In der Levante demütigt ein US-Präsident einen israelischen Premier, weil dessen Kriegsführung die eigenen Verhandlungspläne stört.

  • In der Ukraine antwortet Russland auf einen als Terrorakt bewerteten Angriff mit der massivsten Bombardierung seit Kriegsbeginn.

In allen drei Fällen gilt: Die politischen Führungen haben keine Exit-Strategie. Sie treiben ihre Länder tiefer in Konflikte, aus denen es nur Verlierer geben kann — während sie der eigenen Bevölkerung erzählen, es gehe um „Sicherheit“, „Frieden“ oder „Verteidigung“.

Der Krieg am Golf rechtfertigt die Militärpräsenz der USA in der Region. Der Krieg in der Ukraine rechtfertigt das Durchhalte-Narrativ Selenskyjs und die Aufrüstung der NATO. Und Netanyahus Abenteuer im Libanon rechtfertigen seine eigene Unabkömmlichkeit — solange Krieg herrscht, kann er nicht vor Gericht gestellt werden.

Die Energie-Falle

Für den europäischen Betrachter — und insbesondere den deutschen und österreichischen Steuerzahler — kommt eine weitere Dimension hinzu: Die Blockade der Straße von Hormus treibt die Energiepreise in Höhen, die jeden „Klimaschutz“-Aktionismus als das entlarven, was er immer war: eine Ausrede, um die eigene Energieinfrastruktur zu zerstören und sich in Abhängigkeit von genau jenen globalen Lieferketten zu begeben, die jetzt kollabieren.

Während Deutschland Windräder in die Landschaft stellt, die weder grundlastfähig sind noch billigen Strom liefern, explodieren die Kosten für Öl und Gas. Die Industrie wandert ab. Der Mittelstand blutet. Und die politische Klasse in Berlin und Brüssel hat nichts Besseres zu tun, als weitere Sanktionen zu verhängen und weitere Waffen zu liefern.

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7 Kommentare

  1. Jan 3. Juni 2026 um 22:16 Uhr - Antworten

    Die Hormussperre durch die USA hat das Ziel, dem Iran die Entscheidung aus der Hand zu nehmen, wer zahlen muss, und damit Politik zu machen – zB Islamische Staaten zu begünstigen.

    Trump wird bis zum 8.11., den Kongresswahlen, kaum Krieg führen können. Das weiß der Iran natürlich!

    Vermutlich soll Israel einen Zusammenschluss der muslimischen Welt unter Führung des Iran verhindern, insbesondere auch Türkei und Saudis. Dazu dürfte Israel Syrien, Jordanien und Irak schlucken sollen. Dann wird man ein Kurdistan als Puffer zum Iran einrichten, das vom Persischen Golf ans Schwarze Meer führt. Erdogan wird Federn lassen müssen.

    Deutschland hat 83 Mio Einwohner, Frankreich 68. Die Türkei hat heute 85 Mio, bei einem Kurdistan 70 Mio. Russland hat 145 Mio. Es geht immmer darum, dass Deutschland als dominierender Zentralstaat erhalten bleibt, das geht nur über die Bevölkerungsgröße. Durch den Ukrainekrieg können Russland und Ukraine nicht als Blick auftreten. Zerfielen Russland und die Türkei, wären eine Aufnahme in die EU möglich. Ein Großisrael mit Libanon, Syrien, Jordanien und Irak abzüglich Kurdistan hätte 85 Mio Menschen, wenn noch ein paar fliehen und ein paar getötet werden, könnte man Großisrael in die EU aufnehmen. Damit wäre das Mittelmeer und ein Haufen Ölquellen gesichert. Ein Kurdistan könnte Ansprüche an Teile des Iran stellen mit 8 Mio Kurden und einem Siedlungsgebiet knapp zweimal so groß wie Österreich.

    Wir haben noch nicht einmal angefangen zu denken! Man könnte den Chinesen eine Verlängerung der Seidenstraße über Teheran nach Moskau und über Kurdistan und die Türkei nach Europa anbieten, damit sie Iran nicht weiter unterstützen. Damit würde der Handel deutlich weniger Öl benötigen, die Trasse wäre auch elektrifizierbar und könnte mit Wasserkraft betrieben werden. Wegen der Alpen würde die Trasse über Wien die Donau entlang laufen müssen.

    Cruella, die China einbremsen will, ist so gut wie erledigt. Sie darf nur daher weiter tun, da es keine Nachfolger gibt. Einmal angenommen: Orban würde von den Rechtsparteien installiert, wäre das eine Lösung? Belarus bliebe als Problem.

    • Varus 4. Juni 2026 um 12:50 Uhr - Antworten

      Ein Großisrael mit Libanon, Syrien, Jordanien und Irak abzüglich Kurdistan hätte 85 Mio Menschen

      Das wäre dann kein Isr mehr – es sei denn, die Araber würde man vertreiben. In diesem Fall wären es keine 85 Millionen mehr.

  2. Der alte Marxist 3. Juni 2026 um 12:28 Uhr - Antworten

    Traurig, aber wahr: „Die politischen Führungen haben keine Exit-Strategie“. Zumindest ist den Russen nun klar: eine friedliche Lösung in der Ukraine gibt es nicht. So wird wohl die Ukraine völlig vernichtet werden. Die Frage ist nur noch, ob es den geistesgestörten politischen Eliten in Europa gelingen wird, noch offen und direkt in den Krieg einzutreten. So wie es aussieht, könnte es ihnen gelingen. Die Lichter in Europa werden so und so ausgehen, aber bei einem offen und direkten Kriegseintritt werden sie wohl nie wieder angehen.

  3. Glass Steagall Act 3. Juni 2026 um 11:01 Uhr - Antworten

    Wir sollten nicht vergessen, an allen Kriegen waren und sind die USA beteiligt oder haben den Krieg gestartet! In Europa sind die USA weiterhin indirekt als beteiligt. Dort führen sie einen Stellvertreterkrieg als NATO, bei dem die Ukraine und Europa geopfert werden können. Im Iran lassen sie sich von Israel unterstützen und haben in der gesamten Region ihre Militärbasen … die dummerweise vom Iran attackiert werden. Ja was für eine Unverschämtheit, denken sie sich. Inzwischen sind auch die arabischen Staaten aufgewacht, dass sie von den USA nur benutzt werden. Ach ja, und dann sind da nich die „hinterfotzigen“ Briten, die alle für sich und ihre Strategien kämpfen lassen. Meistens spinnen sie nur die Fäden, aber ab und zu machen sie auch mal selbst mir, aber die Drecksarbeit lassen sie schon seit Jahrzehnten vom Kampfhund USA erledigen, halten sich aber selbst zurück!

    Wenn „Resteuropa“ hier einen Riegel vorschieben würde, dann wären die USA, Israel und die Briten mehr oder weniger handlungsfähig! Wenn Europa seine Fesseln abwerfen und sich mit Russland verbünden würde, wäre es mit der Hegemonie von Anglo-Amerika vorbei! Denn dann wären sie in der Welt völlig isoliert! Dazu braucht es aber eine Bevölkerung, die nicht durch die Mainstream Medien gehirngewaschen wird und endlich aufsteht und ihr Recht im internationalen Gefüge fordert und ihre falschen Politiker feuert!

    • Jan 3. Juni 2026 um 22:47 Uhr - Antworten

      Jene Eliten, die sich aktuell an der Macht befinden, hängen sichtbar dem Prinzip des Pendels an, je mehr es ausschwingt, desto weiter wird es zurück fallen. Wir können sogar sehen, wer sich opfert, Kill Bill, Fauci, Trump und wer unter den Bus geworfen wird, Cruella, Pinocchio, der Schneekönig. Sie Puppenspieler lachen ja nur noch!

      Womit die Eliten nicht gerechnet haben, ist, dass Schilda inmitten Deutschlands liegt. Die Idioten und Narren halten die Provokationen auch noch für richtig, gegen jede Logik vor allem auch in der Justiz. Da ist noch ein längerer Reinigungsprozess nötig! Aber: Kommen die Rechtspopulisten an die Macht, wo kaufen sie das Personal ein? Jenes, das an Epsteins Angeboten kein Interesse hatte? Und wir haben an Legasthenchen und Cruella gesehen, dass der Wille zur Macht nicht ausreicht!

  4. Der Zivilist 3. Juni 2026 um 10:39 Uhr - Antworten

    Die Israelis sind ganz schlechte Befehlsempfänger, sie scheißen jeden an. Liberty, Dimona – Kennedy Ermordung u.s.w.

  5. VerarmterAdel 3. Juni 2026 um 9:03 Uhr - Antworten

    …uns das Beste kommt erst noch:

    NDAA 2027: Der geplante Zusammenschluss des US- und israelischen Militärs | http://www.konjunktion.infohttps://www.konjunktion.info/2026/06/ndaa-2027-der-geplante-zusammenschluss-des-us-und-israelischen-militaers/

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