Ukraine startet Wettbewerb zur Entwicklung humanoider Roboter-Soldaten

3. Juli 2026von 2,6 Minuten Lesezeit

Die Robotisierung des Krieges beschleunigt sich. Die Ukraine hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, um humanoide Roboter für die ukrainische Armee entwickeln zu lassen. Für eine Armee, der zunehmend Soldaten fehlen, könnte der humanoide Roboter langfristig eine große Entlastung darstellen.

Auf einem Militärevent kündigte Andrij Hrytsenjuk, Leiter des staatlichen Verteidigungstechnologie-Clusters Brave1, die Ausschreibung des Wettbewerbs an. Ziel ist es, möglichst viele Aufgaben an der vordersten Frontlinie zu automatisieren und die Risiken für ukrainische Soldaten deutlich zu senken. Die Roboter sollen Stellungen halten und Missionen unter Kampfbedingungen durchführen können. Im Gegensatz zum zivilen Markt für humanoide Systeme konzentriert sich das ukrainische Vorhaben ausschließlich auf militärische Anwendungsszenarien.

Hrytsenjuk betonte, dass die Entwicklung schrittweise erfolgen soll: Zunächst sollen einfachere Plattformen entstehen, die später um komplexere Funktionen erweitert werden. Bis ein Roboter tatsächlich Kampfaufgaben übernehmen kann, wird es jedoch noch dauern. Die USA und China treiben die Entwicklung humanoider Robotik derzeit stark voran.

Bereits im Februar 2026 hatte die US-Firma Foundation Robotics zwei Prototypen ihres Phantom MK-1 an die Ukraine geliefert. Die humanoid gestalteten Maschinen wurden vor allem für Logistikaufgaben in gefährdeten Bereichen getestet. Die Tests zeigten Potenzial, deckten aber auch deutliche Schwächen auf: Die Roboter sind schwer und teuer, verbrauchen viel Energie, sind störanfällig und haben Probleme mit dem Gleichgewicht. Etwa 20 Motoren steuern ihre Bewegungen – bereits der Ausfall eines Motors kann zum Stillstand führen.

Brave1 ist die zentrale ukrainische Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Militär, Front und Entwicklern. Durch diese enge Verzahnung konnten bereits Tausende Drohnen und unbemannte Bodenfahrzeuge (UGVs) erfolgreich eingesetzt werden. Allein im Jahr 2026 absolvierten ukrainische Bodenroboter über 50.000 Logistik- und Rettungs-Einsätze. Humanoiden Systemen wird dabei eine besondere Rolle zugeschrieben: In menschengemachten Umgebungen wie Gräben, Gebäuden oder Treppenhäusern könnten sie gegenüber rad- oder kettengetriebenen Robotern Vorteile haben – etwa beim Munitionstransport, der Evakuierung von Verwundeten oder der Inspektion von Stellungen.

Nicht nur die Ukraine, auch Russland und China arbeiten an humanoider Robotik für militärische Zwecke. Allerdings ist der menschliche Soldat dem Roboter derzeit noch klar überlegen. Humanoiden Robotern mangelt es noch an der notwendigen Robustheit in Schlamm, Staub, Wasser und auf zerstörtem Gelände. Weitere große Herausforderungen sind die Wartbarkeit im Feld, die Energieversorgung sowie die Störfestigkeit gegenüber elektronischer Kriegführung. Taktisch könnten sie zudem neue Risiken bergen, beispielsweise als Hindernis oder durch die Anziehung feindlichen Feuers.

Mit dem neuen Wettbewerb will die Ukraine Technologien unter realen Kriegsbedingungen schnell erproben und weiterentwickeln. Dieser pragmatische Ansatz hat sich bei Drohnen und unbemannten Systemen bereits bewährt. Ob humanoide Roboter in absehbarer Zeit eine relevante Rolle an der Front spielen werden, bleibt jedoch offen. Klar ist jedoch, dass das Schlachtfeld sich weiter technologisch verändert – und die Ukraine dabei eine treibende Rolle einnimmt.


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15 Kommentare

  1. Hausmann_Alexander 4. Juli 2026 um 7:34 Uhr - Antworten

    Ein Zitat aus Metal Gear Solid 4 Guns of the Patriots:

    Big Boss: „Die Freiheit … draußen zu sein.
    Du bist kein Werkzeug mehr. Kein Spielzeug. Du bist kein Gefangener des Schicksals mehr. Du bist kein Samen des Krieges mehr. Es ist Zeit, dass du die Welt draußen mit eigenen Augen siehst. Dein Körper … Deine Seele … gehören dir.
    … neue Lebenslust.
    Lebe … für dich.“

    Das waren die letzten Worte von
    Big Boss an seinen Sohn Old Snake (Clon), bevor er starb.

    Das Spiel ist von 2008 und wurde für auch für die PS5 und Switch
    aktualisiert.

    Ein Gespräch aus dem Film Der Herr der Ringe:

    Frodo Beutlin:
    „Ich wünschte, ich hätte den Ring nie bekommen. Ich wünschte, all das wäre nie passiert.“

    Gandalf:
    „Das tun alle, die solche Zeiten
    erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht das zu entscheiden. Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist.“

    Wenn man weiß, dass eine gewaltige Kriegsmaschinerie aufgebaut wird und Menschen
    auf einem vorgegebenen Schlachtfeld (Ukraine) zerfetzt werden, was macht man dann?

    • Daisy 4. Juli 2026 um 9:10 Uhr - Antworten

      Was macht man dann? ZB demonstrieren. Dass man was anderes wählen sollte als die Impfparteien, ist auch noch etwas ganz Leichtes, nicht anstrengend. Geh hin und mach dein Kreuzerl. Nichtwählen ist übrigens auch sehr blöd.. denn damit wählt man indirekt die Impfparteien. Beten kann man noch und auf einen gewaltigen Blackout hoffen. Summa summarum haben wir viele Möglichkeiten, diesen Krieg zu stoppen…gell? Aber der Couchpotato schimpft lieber anonym im Internet herum und sobald er Farbe bekennen sollte, hält er die Pappn….
      Aber es ist ja auch gefährlich, denn: Wir lassen uns nicht auf den Kopf scheißen, wir machen das Maul auf…;-)

  2. Der Zivilist 4. Juli 2026 um 7:10 Uhr - Antworten

    Hoffentlich gibt’s genug Ladestationen.

    Ansonsten zeigt uns das, welche Blüten der Kapitalismus treibt, wenn die Arbeitskraft zur Befriedigung der Bedürfnisse reicht.

  3. Daisy 4. Juli 2026 um 0:16 Uhr - Antworten

    Die richten sich auf einen ewigen Krieg ein. Angeblich ist Koksi in Schockstarre, weil Russland jetzt super modernste KI Drohnen einsetzt, erzählt „Russische Welt“…
    … ich habe eine Vision…
    das geht dort ewig so dahin. Bald kämpfen KI-Roboter-Soldaten gegeneinander. Dann kommts ganz drauf an, wer sie schneller produzieren kann. Das ist ja ein gutes Geschäft.
    Die Ukraine ist eh schon so verseucht. Dort liegt mittlerweile soviel Eisen und Blei im Boden der einstigen „Kornkammer Europas“, dass die Erde schon eiert. Ja, das hat die Polachse verschoben, weswegen jetzt der Juli schon im Juni ist und man daher auch die Sommerferien vorverlegen möchte…

    • Daisy 4. Juli 2026 um 6:48 Uhr - Antworten

      PS: China hat solche Roboter schon, aber es ist kein befreundetes Land und würde der Ukraine nie etwas liefern, was gegen Russland eingesetzt werden könnte. USA schon. Gewiss gibt es auch hier einen Wettkampf, wer die besten Terminatoren entwickeln kann. Die Ukraine dient schon lange als Versuchslabor, nicht nur im Bezug auf GoF-Labore der Amis (dies übrigens auch China und andere Entwicklungs- bzw. Raubtierkatzen-Staaten). Dort können sie ihren ganzen Mist ausprobieren und testen. Auch das Schlachtfeld ist ideal, die neuesten Waffen und Gifte zu testen…und gezahlt wird der Dreck vom europäischen Steuerzahler und Sparer.

      Ich wundere mich nur, warum Russland nicht endlich zu einem Ende kommt. Denn es wird immer schlimmer…

      • Daisy 4. Juli 2026 um 6:51 Uhr

        Ahm, Raubkatzen wie Jaguar und Tiger..

  4. Glass Steagall Act 3. Juli 2026 um 23:38 Uhr - Antworten

    Die Ukraine startet also einen Wettbewerb für die Entwicklung von Kampf-Robotern? Ja und wer muss diesen ganzen Mist bezahlen? Wir als europäischer Steuerzahler! Die Ukraine hat nicht einmal mehr Geld für die nötigsten Abläufe im Land, aber genug Geld von uns, um damit so einen Mist wie Kriegsgerät zu kaufen und entwickeln zu lassen! Hier ist etwas ganz faul im Staate der Ukraine! Dieses superkorrupte Land saugt uns europäischen Steuerzahler aus wie eine Zitrone. Und unsere korrupte Politik hilft schön dabei und bekommt wahrscheinlich auch noch reichlich Schmiergeld dafür! Wie lange wollen wir uns das noch bieten lassen?

    • Hausmann_Alexander 4. Juli 2026 um 5:39 Uhr - Antworten

      „… korrupte Politik hilft schön dabei und bekommt wahrscheinlich auch noch reichlich Schmiergeld dafür!“

      Ich behaupte, dass es denen nicht um Geld geht, da Politiker
      jeden Monat gut verdienen und
      eine sichere Rente haben
      (Menschenhandel).

  5. local.man 3. Juli 2026 um 22:50 Uhr - Antworten

    Ja die Kriege der Besitzenden brauchen unbedingt Roboter, die wollen zwar kein Lohn, aber verschlingen beim Bau und Bewaffnung schon 50 Mio pro Stück. Wartung, Reparatur, Energie und Neubewaffnung belaufen sich pro Jahr auf weitere 5-10 Millionen, im Kriegseinsatz gehen die auch gerne total kaputt.. Die 2. Generation dieser Terminatoren ist dann mit Impuls- & Schallwaffen, EMPs, sowie nuklear betriebenen Energieschilden bestückt, die auch schwersten Angriffen widerstehen können,(aber eine noch im Anschluss eines Angriffs, Wiederaufladungszeit von 5 Minuten haben, wir sind dran an 2,5 Minuten…), und 80 Meter Sprünge per Düsen absolvieren können. Standardisiert ist natürlich Nachtsicht, Wärmesignaturverfolgung, Funkstörung, Bewegungssensor, GPS und Satellitenverbindung zur KI in der Umlaufbahn..
    Weiter in Planung Tarnmodus, Geräuschunterdrückung durch doppelte Dämpfungsplatten unterhalb des Fußes aus besonderem Edelharzgemisch, Kostenpunkt 2 Mio extra.. pro Fuß!, verbesserte Laufgeschwindigkeit von über 85 Km/h in ebenen Gelände, durch verbesserte Hydraulikpumpen und Titangelenken ummantel mit Diamantbeschichtung und selbsterhaltendes Nano-Gel, die Kosten verrate ich gar nicht erst…

    Wäre doch schön, wenn wir statt diesem Kriegsgerät einfach die Mittel und Ressourcen für unsere Infrakstruktur ranziehen würden.. Naiv wie ich bin…

    • Hausmann_Alexander 4. Juli 2026 um 5:29 Uhr - Antworten

      „ die Kosten verrate ich gar nicht erst…“

      Aus dem Spiel Crysis 2:

      Hargreave:„Würden Sie wohl mein Milliarden Dollar teuren Anzug eine Weile aus der Schusslinie halten? Es wäre für alle Beteiligten von Vorteil, wenn Sie uns in einem Stück erreichen würden. Ich tue mein Bestes um Ihnen Feuerschutz zu geben aber seien Sie bitte selbst auch ein bisschen vorsichtig.“

      (Ist zwar ein Nano-Anzug für Menschen aber die Sätze passen hier irgendwie :) )

  6. Varus 3. Juli 2026 um 19:38 Uhr - Antworten

    Die Ukraine hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, um humanoide Roboter für die ukrainische Armee entwickeln zu lassen.

    Man kann schwer erwarten, dass ein bankrottes Land mit mittlerweile nur noch 20 Millionen Leutz, wo ständig Strom abgeschaltet wird, in irgend einem Bereich technologische Führerschaft erlangen könnte.

  7. Jakob 3. Juli 2026 um 19:19 Uhr - Antworten

    Das „Schlachtfeld“ verschiebt sich immer mehr in die Elektronik.
    Wird spannend, wenn diese KI oder sonstirgendwie gesteuerten Maschinen falsche Befehle erhalten.
    Jede Seite wird versuchen die andere Seite zu stören.
    Ich denke, jeder der schon mit verrücktspielenden Computern zu tun hatte wird sich vorstellen können was dann passiert wenn diese „Armeen“ Amok laufen.

    • Hausmann_Alexander 4. Juli 2026 um 6:55 Uhr - Antworten

      Das wurde im Spiel Call of Duty
      Infinite Warfare dargestellt.
      Man bekommt ein Hack-Modul
      und kann so für einige Sekunden
      die feindlichen oder am Ende
      den eigenen Roboter steuern.

  8. therMOnukular 3. Juli 2026 um 18:23 Uhr - Antworten

    Dann heißt das nur, dass man in der letzten Phase der Verzweiflung angekommen ist und sich nur noch auf Wahnvorstellungen stützen kann, um sich einen positiven Verlauf der Zukunft vorzugaukeln.

    Gefällt mir.

    • Andreas_Sch. 4. Juli 2026 um 13:49 Uhr - Antworten

      Könnte aber noch interessante Blüten treiben … 😁

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