
Universität Florida startet Ivermectin-Studie zu Krebs
Kann man mit Ivermectin Krebs wirksam behandeln? Ab Herbst untersucht eine Studie mit 80 Patienten diese wissenschaftlich hoch interessante Frage, die allerdings auch massiv politisiert ist.
Ab September soll die Studie starten und Ende 2027 zu einem Abschluss kommen. TKP hat über Untersuchungen zur Frage von Ivermectin im Einsatz gegen Krebs immer wieder ausführlich berichtet. Nun nimmt sich eine Forschung dieser These an, die staatlich unterstützt wird: Die University of Florida sponsert die Forschung.
Die Studie NCT07487805 (ICONIC) trägt den offiziellen Titel „Ivermectin Combined With Immune-Checkpoint Inhibition in Cancer“. Dabei handelt es sich um eine Phase-2-Studie, die ca. 80 erwachsene Patienten mit soliden Tumoren einschließen soll, die bereits seit mindestens 21 Tagen eine Immun-Checkpoint-Inhibitor-Therapie (eine moderne Form der Krebs-Immuntherapie) als Standardbehandlung erhalten.
Die Patienten werden randomisiert auf zwei Arme aufgeteilt:
- Intermediate-Dose Ivermectin: 200 µg/kg oral an Tag 1–3 wöchentlich für 4 Wochen
• High-Dose Ivermectin: 400 µg/kg oral an Tag 1–3 wöchentlich für 4 Wochen
Beide Gruppen setzen ihre laufende Immuntherapie dabei fort. Laut Ausschreibung ist das das Hauptziel eine Veränderung bestimmter aktivierter/proliferierender CD8-T-Zellen (Ki-67+HLA-DR+ non-naïve CD8 T-cells) nach 2 Wochen als Maß für eine mögliche Immunmodulation festzustellen. Als Sekundärziel sollen die Sicherheit (schwere Nebenwirkungen Grad ≥3 nach CTCAE) und Veränderungen von Zytokinen untersucht werden.
Die Studie untersucht also primär Sicherheit, pharmakodynamische Effekte und mögliche dosisabhängige Einflüsse auf das Immunsystem in Kombination mit ICI. Nur indirekt wird sich die Frage angehen lassen, ob Ivermectin Krebs tatsächlich wirksam behandeln kann.
Der Studienbeschreibung zufolge gibt es großes öffentliches Interesse und Off-Label-Nutzung, aber kaum klinische Daten beim Menschen, während man auf mögliche Risiken hinweist. Die Forschung ist also dringend notwendig. Die Frage ob Ivermectin Krebs wirklich heilen kann, behandelt die Untersuchung aber noch nicht. Sie ist erst ein nächster Schritt angesichts des Interesses und der präklinischen Hinweise.
Der Staat Florida hat über den Florida Cancer Innovation Fund (Casey DeSantis Cancer Research Program) erhebliche Mittel (zunächst 60 Mio. USD und mehr) für innovative Krebsforschung bereitgestellt. Dabei wird explizit die Erforschung des Repurposing von generischen Wirkstoffen wie Ivermectin priorisiert.
Große randomisierte klinische Studien, die einen klaren Nutzen (geschweige denn Heilung) beim Menschen belegen, gibt es bisher nicht. Allerdings gibt es beeindruckende präklinische Daten, die antikarzinogene Effekte von Ivermectin zeigen. Und auch eine prospektive Beobachtungsstudie von Nicolas Hulscher gibt es seit April 2026 mit vielversprechenden Ergebnissen. Die Studie belegt allerdings ebenfalls keine Heilung, sondern dient der Hypothesengenerierung und fordert randomisierte, placebokontrollierte Studien. Das geschieht nun in Florida.
Die orthodoxe Medizin rät dringend von Ivermectin ab. Die staatliche Forschung in Florida ist ein Schritt der Öffnung. Denn die Frage zu Ivermectin wurde während Covid massiv politisiert und das Medikament verteufelt.
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