Iran warnt Nachbarn: Wer sich dem US-Wirtschaftskrieg anschließt, wird zum Feind

23. August 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Der militärische Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran ist gescheitert. Nun greift Washington zur nächsten Waffe: einem beispiellosen Wirtschaftskrieg, der nicht nur den Iran bedroht, sondern die auch viele andere Länder in eine Rezession hineinziehen wird. Teheran reagiert klar und unmissverständlich.

Am 20. August 2026 erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghchi, dass Donald Trumps sogenannte „Economic D-Day“ und die „härteste wirtschaftliche Operation aller Zeiten“ nichts anderes als „Wirtschaftsterrorismus“ seien. Araghchi bezeichnete die Maßnahme als Ablenkungsmanöver von den eigenen US-Wirtschaftsproblemen – rekordhoher Schuldenstand und explodierende Zinskosten. Wer den Druck auf Iran weiter erhöhe, werde nur weitere Niederlagen und die Feindschaft der Iraner ernten. Die Sanktionen bedrohten nicht nur Iran, sondern die globale Wirtschaft und die Souveränität vieler Staaten.

Zwei Tage später verschärfte Mohsen Rezaei, der neue Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, den Ton. In einem Fernsehinterview warnte er alle Nachbarstaaten ausdrücklich davor, sich dem US-Wirtschaftskrieg gegen Iran anzuschließen. „Wir sagen allen Nachbarländern, sie sollen nicht in den Wirtschaftskrieg gegen Iran eintreten. Wer das tut, den betrachten wir als Feind.“ Iran werde zunächst verhandeln. Bleibe der betreffende Staat jedoch dabei, werde Teheran dessen Interessen angreifen und „keinen einzigen Tropfen Öl“ mehr durch den Persischen Golf und die Straße von Hormus lassen.

Rezaei betonte, Iran habe bisher nur US-Militärbasen angegriffen, nicht aber amerikanische Wirtschaftsinteressen. Das könne sich ändern. Die Straße von Hormus bleibe geschlossen, bis die USA ihre Zusagen aus dem früheren Memorandum of Understanding erfüllten. „Dieses Mal muss Amerika zuerst handeln.“

Präsident Masoud Pezeshkian unterstrich, Iran befinde sich in einem „umfassenden wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Krieg“. Die USA hätten fälschlicherweise prophezeit, Iran werde wie Venezuela zusammenbrechen. Stattdessen habe das Land die Welt mit Widerstand, Solidarität und Zusammenhalt überrascht. Ein Zustand von „weder Krieg noch Frieden“ sei wirtschaftlich unerträglich. Das frühere Memorandum mit den USA enthalte keine Kapitulation.

Die aktuelle Lage ist das Ergebnis eines gescheiterten Militärschlags, der im Februar 2026 begann. Nachdem die militärischen Ziele verfehlt wurden, setzt Washington nun auf wirtschaftliche Isolation und droht allen Staaten, die weiterhin mit Iran Geschäfte machen. Teheran antwortet mit der Drohung, den globalen Ölverkehr im Golf weiter zu blockieren und die Interessen kollaborierender Nachbarländer direkt anzugreifen.

Die Berichte von Al Jazeera, Tasnim und Press TV zeichnen ein klares Bild: Die USA haben den offenen Krieg verloren und versuchen nun, durch wirtschaftlichen Druck zu erreichen, was militärisch nicht gelang. Iran signalisiert, dass es diesen Weg nicht kampflos hinnehmen wird – und dass die Region den Preis mittragen könnte, wenn sie sich auf die Seite Washingtons stellt.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Stagflation in Sicht!

Der bevorstehende Zusammenbruch des Eurodollar-Systems

Was die Kosten von Dingen angeht

Trump: mehr Druck soll Iran zur Kapitulation zwingen

Hat die Wirtschaftskrise durch den Angriffskrieg gegen den Iran schon begonnen?

2 Kommentare

  1. Jan 23. August 2026 um 11:50 Uhr - Antworten

    Bisschen viel iranische Propaganda!

    Russland, China, Europa und USA haben kein Interesse an einer Islamischen Union mit 1,5 Mrd Bürgern, weil dies zu Unruhen mit ihren eigenen Minderheiten führen würde und weil Kontrolle über 20-30% der Ölreserven Macht bedeutet.

    Der Iran versucht seit Jahren durch Proxies, die saudische Halbinsel „zu schützen“. Eine Hormus-Maut bedeutet eine Besteuerung der Nachbarn, um in diesen iranisches Militär zu finanzieren. Zum „Schutz“ natürlich.

    Die Trump-Aktion hatte vor vornhinein das Ziel Hormus zu sperren. Es ging nicht darum, Iran zu besiegen, sondern Hormus zu sperren. Dies führt dazu, dass Irans Nachbarn in die Arme Israels bzw. der USA getrieben werden. Gleichzeitig wird das chinesische Wachstum gebremst, in Europa werden die Trump-Feinde von den Sesseln gefegt und der US-Außenhandelsüberschuss steigt. Bisschen viel Vorteile für Zufall.

    Mit der Hormussperre werden die israelische Vertreibungsagenda und die Expansionsbestrebungen deutlich gefördert. Dass das alles widerrechtlich ist, ist ja keine Debatte wert.

    Der Krieg wird erst nach den Kongresswahlen am 4.11. anlaufen.

    Der Iran erklärt einen Krieg für gewonnen, der noch nicht einmal angefangen hat. Sehr lustig!

    • Jakob 23. August 2026 um 13:22 Uhr - Antworten

      Wieder ein bisschen viel Jan’sche Einseitig- und Kurzsichtigkeit.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Aktuelle Beiträge