Wer regelmäßig zum Vergnügen liest, tut seinem Gehirn und seiner Psyche etwas Gutes. Eine aktuelle Forschung hält fest, dass Lesen nicht nur den kognitiven Abbau hemmt, sondern auch Emotionen und die Seele pflegt. Besonders Kinder profitieren.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit von Forschern der Universität Cambridge verbindet Lesen zum Vergnügen mit besserem Gedächtnis, höherer Aufmerksamkeit, mehr Empathie und einem geringeren Risiko für kognitiven Abbau. Die Arbeit fasst fünf Umfragen und acht Langzeitstudien mit insgesamt Zehntausenden Teilnehmern zusammen. Veröffentlicht wurde sie im Fachjournal Psychological Medicine. Allerdings: Vor allem in den letzten 20 Jahren ist das Lesen zum Vergnügen immer stärker zurückgegangen.
Lesen wirkt wie ein Training fürs Gehirn und ist eines der leichtesten kognitiven Workouts, die es gibt. Die Forschung verknüpft es mit einem größeren Volumen an grauer Substanz – jener Hirnmasse, die Denken und Erinnern unterstützt – sowie mit einer stärkeren Kommunikation zwischen Hirnregionen. So könne Lesen die sogenannte kognitive Reserve aufbauen. Diese ist mit der Fähigkeit verbunden, Alterungsprozesse und Schäden im Gehirn besser abzufedern, erklärt eine Studienautorin.
Besonders klar sind die Effekte im Kindesalter. Eine Studie mit mehr als 10.000 Jugendlichen zeigte: Wer früh zum Vergnügen zu lesen beginnt, hat später eine bessere Aufmerksamkeit, ein stärkeres Arbeitsgedächtnis und bessere exekutive Funktionen wie Problemlösen. Diese Kinder schneiden in der Schule besser ab, haben weniger psychische Probleme, schlafen mehr und verbringen weniger Zeit vor Bildschirmen. Hirnscans deuteten zudem auf etwas größere Oberflächen und Volumina in Regionen hin, die mit emotionaler Kontrolle und Kognition zusammenhängen.
Bei Erwachsenen ist Lesen mit weniger Stress, größerem Wohlbefinden, höherer Empathie und geringerer Einsamkeit verbunden. Eine Untersuchung fand heraus, dass schon fünf Minuten Belletristik den Stress um bis zu 20 Prozent senken können. Unter Älteren senkt regelmäßiges Lesen das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Eine Studie verknüpfte das Lesen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften sogar mit einem um 33 Prozent geringeren Alzheimer-Risiko.
Belletristik trainiert offenbar besonders die Fähigkeit, soziale Situationen vorherzusagen und sich in Figuren einzufühlen. Sachbücher wiederum können andere Hirnareale ansprechen. Entscheidend sei jedoch nicht die Gattung, sondern die Freude daran: Wer gerne liest, liest häufiger und länger.
Die Forscher betonen: Es kommt nicht darauf an, ob man Romane, Graphic Novels, Zeitschriften oder Hörbücher nutzt. Comics können etwa als niedrigschwelliger Einstieg dienen. Und: Es ist nie zu spät anzufangen. Lesen könne das Gehirn und das Wohlbefinden ein Leben lang unterstützen.
Ein Plädoyer für das Lesen ist besonders in der gegenwärtigen Zeit angesagt, in der die mentale Gesundheit unter Druck steht und immer mehr Bildschirmzeit verlangt wird.
Bild „Lesen in Marias Sessel“ by deetah is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.
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12 Kommentare
In meiner Knotzecke liest sichs mit Kindle App am Tablet ganz gut, ist besser als der Kindle selbst. Für echte Bücher empfiehlt sich eine anklemmbares Leselämpchen, denn damit kann man sich im Bett drehen und hinlegen wie man will. Funktioniert auch bei LTB, die ich immer noch gerne lese. Sie sind vergnüglich und zudem wird auch das visuelle System trainiert.
Am Klo lese ich Versandhauskataloge…
Auf YT kann man sich was zum Einschlafen vorlesen lassen. Zur Zeit schaue ich mir gerne Geschichten (mit Erzähler) über die Steinzeit an. Der Homo erectus hat es 2 Mio Jahre ausgehalten auf der Erde, und damit am längsten von allen bisherigen Homo-Arten, faszinierend. Er hat die ärgsten Klimawandeln überlebt. Da es sich um die Steinzeit handelt, gibt es wenig Gegenstände außer behauene Steine und Knochen natürlich. Man hat auch in Höhlen Feuerstellen gefunden und man vermutet, dass sie sozial waren, weil alte Exemplare ohne Zähne lange überleben konnten. Man vermutet, dass sie einen Brei erhielten und natürlich liefert gekochtes Essen viel mehr Energie als rohes…Ob sie eine Sprache hatten, lässt sich kaum herausfinden, aber wahrscheinlich. Sie hatten anatomisch die Möglichkeit dazu. Der Homo heidelbergensis hingegen war sehr brutal. Er war Kannibale. Aus dem Erectus entwickelte sich in Afrika der Homo sapiens, eine elegantere Art, die sehr zum Lügen neigt und deswegen so erfolgreich war. Unabhängig davon entwickelte sich der Neandertaler. Ich denke, die Arten sind alle nicht ausgestorben. Sie haben sich gepaart und wir tragen ihre Gene. Wenn Menschen irgendwo abgeschieden leben und keinen Kontakt haben, wie zB die Aborigines, dann bilden sie eine eigene Art…. Der Homo erectus ist weit gewandert und schaffte es auch bis nach Asien…spannend.
Auf YT gibt es auch Erzählungen (tinyurl.com/2hp2j26j) zum Aufwachen …
„Wer regelmäßig zum Vergnügen liest,?“
Das klärt ja alles. Die Eliten lassen lesen.
Wer auf die Karrierestrickleiter gezwungen wird und auch die Schummelzettel de facto zwangsweise liest und das schon von den vorderen quasi vererbt bekommt, kann sich nur mehr mit dem krachledernen Ellbogen ins Jagdrevier retten um beim bis jetzt nur so käuflichen Mor.. mit seinesgleichen, elitäres zuwege zu bringen!
Bei den lieben Hegern entschuldige ich mich mal!
Da hat doch die K . tatsächlich meine Gedanken zwecks Entschuldigung fertig“gedacht.“
Die dürfte mit so etwas schon überfrachtet sein?
„Wer regelmäßig zum Vergnügen liest,?“
Das klärt ja alles. Die Eliten lassen lesen.
Wer auf die Karrierestrickleiter gezwungen wird und auch die Schummelzettel de facto zwangsweise liest und das schon von den vorderen quasi vererbt bekommt, kann sich nur mehr mit dem krachledernen Ellbogen ins Jagdrevier retten um beim bis jetzt nur so käuflichen Morden mit seinesgleichen, elitäres zuwege zu bringen!
Bei den lieben Hegern entschuldige ich mich mal! Auch wenn sie an der Quelle für…….
Also lesen am Bildschirm ist nicht Lesen ?
Lesen am Bildschirm ist nicht nachhaltig für das Gehirn. Zumindest nicht beim Lernen.
Das ist ja mal ein wirklich guter Appell. Wie ich in meinem Fall in der Betreuung der Schulbücherei sehe, geht die Tendenz bereits leicht in die positive Richtung. Was man brauchen würde, wäre mehr Interesse am Lesen bei den Eltern – als Vorbild. Und eben nicht am PC oder Tablet, sondern in einem „richtigen BUCH“. Aber da schaut es oft düster aus…. und wenn gelesen wird, dann meist nur seichter Stoff oder Thriller – aber auch das ist schon ein Erfolg. Wenn ich Wohnungen ohne ein großes Bücherregal sehe, dafür mit unzähligen Mattscheiben jeglicher Größe, gruselt es mich… und immer mehr jüngere Menschen haben schon jetzt keine leserliche Handschrift mehr, geschweige denn könnten sie einen Vortrag oder dgl. mit der Hand mitschreiben… eine fatale Entwicklung.
Anspruchsvolle Literatur für Herz & Verstand (ogy.de/-OM-, t1p.de/O-M, tinyurl.com/2p84vsh4) …
Tipp: Am besten über E-Reader lesen, falls man länger unterwegs ist … :-)
https://www.chip.de/artikel/ebook-Reader-Test-Die-besten-e-Reader_139927434.html
Mit dem Tablet oder Laptop lesen, funktioniert leider nicht so, wie angedeutet im Artikel. Das geht mit allen positiven Effekten nur mit einem richtigen, gedruckten Buch. Das liegt an der Funktionsweise des Gehirns und der Verarbeitung der Reize. Genauso ist es mit dem Schreiben lernen, dazu muss man die ganze Hand verwenden, um es richtig zu verinnerlichen…
Ich stelle zwar fest, dass ich während ich mit der Hand schreibe, selten Zweifel bekomme wie das Wort zu buchstabieren ist oder groß/klein zu schreiben ist. Bei Satzzeichen hilft mir das aber nicht.
Wie schon früher bei diesem TKP Thema mit kommentiert, habe ich das Schreiben mal mit dem Machen von Musik verglichen.
Beim Klavierspielen etc. kommen beide Hände und die Füße, teils die Stimme oder auch schon mal die Stirne zum Einsatz. Nur eine Hand zu nutzen, plus Füße wie Paul Wittgenstein geht zwar auch, aber mir fehlt dir Logik, die Erklärung für die Vorteile nur einer Hand. Bei mir kommt noch dazu, dass wenn ich den Text vergessen habe, das selber Handgeschriebene, zu lesen, schwer fällt.
Ein umgelernter linker_liebevoll trainiert_ bin ich obendrein. Ich kann locker links Spiegelschrift schreiben und das noch dazu besser lesen-
Eine Arbeit zu solchen Eigenheiten habe ich noch nicht in die Finger bekommen.
Durch eine Freundin die Legasthenie , Dyskalkulie Lehrerin ist weiß ich zwar grundsätzliches, aber trotzdem stellen sich viele Fragen.
Wer kennt da seriöses?
Siehe 16 Dez. 23_Bildungsmisere durch Digitalisierung: Nordische Illusionen
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