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Wirtschaft

Dieselproteste in Frankreich

7 Kommentare 16. September 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Seit den frühen Morgenstunden blockieren rund 100 Fischer das Öllager in Frontignan an der französischen Mittelmeerküste. Sie protestieren mit brennenden Barrikaden gegen den eskalierenden Dieselpreis. Die Proteste sind kein Einzelfall.

Das französische, protestaffine Volk geht schon jetzt auf die Barrikaden. Dabei kostet der Diesel in Deutschland noch einmal deutlich mehr, auch wenn er regional ebenfalls bereits 2,80 Euro erreicht hat. Im Schnitt kostet er 2,30 Euro. Die Fischer sind die ersten, die auf die Barrikaden gehen.

Die Aktion ist kein Einzelfall. Bereits am Vortag hatten Fischer das Depot in Fos-sur-Mer bei Marseille blockiert; zuvor gab es Proteste in Sète und Port-Vendres. In Die Fischer klagen über existenzbedrohende Kosten und schlechte Arbeitsbedingungen. Banner trugen Slogans wie „Europa tötet uns“. Fischereiministerin Catherine Chabaud kündigte Gespräche an. Gleichzeitig mehren sich Rufe nach einer Rückkehr der Gelbwesten; ein Aktionstag ist für den 17. Oktober geplant.

Die steigenden Dieselpreise treffen vor allem Berufszweige, die ohne Diesel nicht arbeiten können: Fischer, Landwirte, Spediteure.

Doch bisher sind die Proteste noch auf Frankreich beschränkt.

In Deutschland kostet der Liter Diesel im Schnitt über 2,41 Euro. Spediteure nehmen nach Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) bis zu 20 Prozent ihrer Lkw vom Markt, weil sie die Kosten nicht mehr weitergeben können. Der Verband fordert eine Preisobergrenze nach belgischem und luxemburgischem Vorbild.

In Belgien steigt der Höchstpreis für Diesel auf 2,468 Euro. Die Gelbwesten kündigen Blockaden, Tankstellenboykotte und Demonstrationen für September und Oktober an. In Portugal protestierten Autofahrer mit Hupkonzerten und Schleichfahrten auf der 25.-April-Brücke in Lissabon, nachdem der Diesel ein Rekordhoch erreicht hatte. Die Regierung kündigte Hilfen für Spediteure, Taxifahrer und Feuerwehren an.

Bereits im April 2026 hatten irische Landwirte und Spediteure die einzige Raffinerie des Landes sowie Häfen blockiert. Hunderte Tankstellen liefen leer. Dublin schnürte daraufhin ein Hilfspaket. Nun wird in der gesamten EU ein erneutes Eingreifen verlangt. Doch was passiert, wenn es aus Brüssel, Berlin und Paris heißt: Wir haben zu wenig Diesel?

Die Proteste der Europäer richtet sich nicht nur gegen den Weltmarktpreis, sondern vor allem auch gegen die hohen Steuern und EU-Vorgaben, wie etwa die CO2-Klimasteuer. Während die Politik langsam zu diskutieren beginnt, kämpfen Unternehmer, Bauern und Fischer ums Überleben und der Kontinent deindustrialisiert sich weiter.


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7 Kommentare

  1. lotus998dc2ac81f3
    Antworten

    too little too late

  2. local.man
    Antworten

    Schön das sich Menschen widersetzen, aber ich bin nicht so der Fan von „bei den Herrschenden betteln gehen“.
    Das System muss geändert werden, dann haben wir solche Probleme gar nicht, da sie von Herrschenden erschaffen werden für ganz andere Ziele.. Und genau dieses pyramidale System muss getauscht werden und entsprechend Grenzen gezogen und viele Bereiche umgestellt werden.

  3. Glass Steagall Act
    Antworten

    Und ganz Brüssel hat mit am Rad des Untergangs Europas gedreht! All die nutzlosen und korrupten Politiker in Brüssel (mit wenigen Ausnahmen), haben Europa erst in diese Situation gebracht! Egal wie hoch der Ölpreis noch steigt, die wollen einfach nicht den Ölhahn nach Russland öffnen oder ihre geliebte CO2-Sklavensteuer entfernen! Die Quittung wird folgen, denn das Volk wird das nicht ewig mitmachen!

  4. Nurmalso
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    Die blonde Eva in Brüssel reibt sich gerade die Hände vor Freude.

  5. therMOnukular
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    Proteste sind so eine Sache, an der sich der „Qualitätsjournalismus“ regelmäßig verrät.

    Eine Anti-AfD-Demo? Groooßer Titel!

    Bauernproteste? Anti-Mörz-Demos? Anti-Migrationspolitik-Demos? Friedens-Demos? – NIX

    Pro-Ukraine-Demos? Wieder gaaanz groooßer Titel!

  6. Jurgen
    Antworten

    Der Macron sollte besser vorher abdanken, wenn man sich die Geschichte Frankreichs so anschaut…

  7. cwsuisse
    Antworten

    Die europäische De-Industrialisierung ist nichts anderes als ein von Brüssel verordneter Selbstmord.

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