
China sanktioniert Rheinmetall
China reagiert auf das Sanktionspaket der EU gegen Russland, das auch 14 chinesische Unternehmen betrifft. Unter anderem wird noch von Peking der deutsche Rüstungsriese Rheinmetall sanktioniert.
Als direkte Reaktion auf das 21. Sanktionspaket der Europäischen Union gegen Russland hat das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) am Freitag 14 Unternehmen und Einrichtungen aus der EU auf seine Exportkontrollliste gesetzt. Darunter befindet sich der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall AG. Die Maßnahme gilt mit sofortiger Wirkung.
Laut der MOFCOM-Ankündigung dürfen chinesische Exporteure keine Dual-Use-Güter (zivil und militärisch nutzbare Waren, Technologien und Software) mehr an die 14 gelisteten EU-Entitäten liefern. Auch ausländische Organisationen und Personen dürfen keine aus China stammenden Dual-Use-Güter an diese Firmen weitergeben oder transferieren. Laufende Lieferungen müssen sofort gestoppt werden. In Ausnahmefällen kann beim Handelsministerium eine Genehmigung beantragt werden.
Betroffen sind unter anderem kritische Materialien wie seltene Erden, Gallium, Germanium, Antimon, Wolfram oder spezielle Halbleiter-Vorprodukte, die in der Rüstungs- und Elektronikindustrie eingesetzt werden.
Die Liste umfasst Firmen und Institute aus acht EU-Staaten:
Deutschland
- Rheinmetall AG (Düsseldorf) – Rüstungs- und Fahrzeugkonzern
- Sindlhauser Materials GmbH (Kempten) – Spezialwerkstoffe
- Antraco Chemie-Handelsgesellschaft mbH (Duisburg) – Chemikalienhandel
Italien
- Lafert S.p.A. – Hochleistungsmotoren
- Garnet S.r.l. – Industriemaschinen und Komponenten
Frankreich
- InPACT S.A. – Metallurgie und Präzisionsbauteile
- III-V Lab – Halbleiterforschung (GaAs, InP, GaN)
- Cavok UAS – Drohnenentwicklung
Polen
- Vigo Photonics S.A. – Infrarot-Detektoren und Sensoren
- Wroclaw University of Science and Technology – Forschungseinrichtung
Weitere
- IHC Merwede Holding B.V. (Niederlande) – Schiffbau und maritime Technik
- TATRA TRUCKS a.s. (Tschechien) – Militär- und Spezial-Lkw
- Opticoelectron Group (Bulgarien) – Optoelektronik und Nachtsichtsysteme
- Ekspla UAB (Litauen) – Laser- und Optiksysteme
Peking begründet die Gegenmaßnahme offiziell mit dem Schutz der nationalen Sicherheit und Interessen sowie der Erfüllung internationaler Nichtverbreitungsverpflichtungen. Beobachter sehen darin eine klare Retaille-Logik: China spiegelt die Zahl der betroffenen Firmen und zielt gezielt auf europäische Akteure in der Verteidigungs- und Dual-Use-Industrie.
Bereits im April 2026 hatte China sieben EU-Firmen (darunter Hensoldt) wegen mutmaßlicher Waffenlieferungen an Taiwan auf die Liste gesetzt.
Die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen für Rheinmetall dürften begrenzt sein. Der Konzern hatte bereits in den vergangenen Jahren begonnen, seine Abhängigkeit von chinesischen Vorprodukten zu reduzieren. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen reichen die Lagerbestände an kritischen Materialien wie seltenen Erden für mehrere Jahre. Dennoch könnten Lieferketten für bestimmte Spezialkomponenten komplizierter und teurer werden – insbesondere bei der Produktion von Munition, Panzerfahrzeugen und Elektronik.
Die EU-Kommission erklärte, man analysiere die chinesischen Maßnahmen und werde mit den Mitgliedstaaten sowie den betroffenen Unternehmen in Kontakt treten. Man plane zudem, bei den chinesischen Behörden Klarstellungen einzuholen. Mit dem 21. Sanktionspaket hat Brüssel offenbar weiter für eine Eskalation im Konflikt mit Peking gesorgt.
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Pekings Warnung an Brüssel – und was sie für Deutschland bedeutet
Ab heute wird zurücksanktioniert?
So ist’s richtig, so ist’s gut!
Freundlich zieh ich meinen Hut.
Lernt wie Wuff, der kleine Hund,
passt stets auf und bleibt gesund!
Sanktionen führen zu einem Wirtschaftskrieg und sind für mich somit eine Kriegserklärung! Die von allen Geistern verlassene EU hat somit einen Krieg gegen Russland und China im Namen der USA ausgerufen. Schmeißt den Ami aus Europa und führt normalen Handel mit Russland und China, alles andere ist reiner Selbstmord und dient nur den USA für weitere Verbrechen!
Prinzipiell gefällt es mir, wenn unsere Rüstungsindustrie blockiert wird wo es nur geht, denn es handelt sich um eine böse antimenschliche Industrie! Insgesamt zeigt es aber, wie bescheuert diese Sanktioniererei auch auf anderen Gebieten ist, nach dem Motto, „wie du mir so ich dir“. Ist es das, was die europäischen Werte ausmacht? Den Amis in den Ar… zu kriechen und deren Sanktionen zu tragen, während sie sich selbst nie daran halten? Alles wird über die Köpfe der europäischen Bürger hinweg entschieden! Mitspracherecht gleich null. Das ist nicht „unsere Demokratie“! Das ist irgend etwas, aber nicht die Politik für die Bürger Europas!
Irgendwie könnte ich mit zwei Diplomen gerade dieser Uni stolz sein – die Supermacht China hält sie für derart gefährlich, dass sie als erste westliche Uni sanktioniert wird. Zugegeben, vor 40-50 Jahren gab es viele militärische Forschungsaufträge (WAT – Wojskowa Akademia Techniczna) – wie es aktuell aussieht, weiß ich nicht. Vermutlich noch mehr, wenn es im fernen China Aufmerksamkeit anzieht.
Die Behauptung, Rheinmetall habe Vorräte für mehrere Jahre, halte ich für eine Lüge.
Die Antwort Rheinmetalls dient augenscheinlich dazu, die Aktionäre und die Öffentlichkeit, die an Rüstungsindustrie-Stärkung interessiert sind, zu beruhigen und ihnen (den Genannten) Sand in die Augen zu streuen.