Dem Militärisch-Industriellen Komplex des Westens fehlt die industrielle Kompetenz

15. August 2026von 3,4 Minuten Lesezeit

Fabriken explodieren, Produktionsziele werden verfehlt, essenzielle Materialien kommen nur noch vom „Feind“. Der Westen redet von Aufrüstung – und scheitert an der Realität der eigenen Deindustrialisierung.

Während westliche Politiker und Medien von einer „Zeitenwende“ und massiver Aufrüstung sprechen, zeigt die Realität ein anderes Bild: Der Militärisch-Industrielle Komplex (MIC) des Westens leidet unter fundamentalem Mangel an industrieller Kompetenz. Fabriken explodieren, hochgelobte Produktionsstätten liefern null Stück, und kritische Rohstoffe fehlen, weil man ihre Produktion jahrzehntelang dem „Feind“ überlassen hat.

Explosion in der deutsch-italienischen Rüstungsfabrik

Am 13. August 2026 erschütterte eine schwere Explosion das Munitionswerk von KNDS Ammo Italy in Colleferro bei Rom. Flammen, eine Detonation und eine pilzförmige Rauchwolke – das Werk produziert unter anderem 155-mm-Artilleriegranaten und Festtreibstoffe, die auch für die Ukraine bestimmt sind. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, da Urlaubszeit herrschte und Evakuierungsprotokolle griffen.

Die Behörden sprechen von einem technischen Unfall, doch der Vorfall reiht sich in eine Serie von Problemen bei westlichen Rüstungswerken ein.  Der Vorfall in Italien ereignete sich nur wenige Tage nach ungeklärten Explosionen in einem großen bulgarischen Rüstungswerk des Herstellers EMCO.

Die „futuristische“ Fabrik, die null Granaten produziert

Noch blamabler ist der Fall der vielgepriesenen neuen General-Dynamics-Fabrik in Mesquite, Texas. Sie sollte mit hochmoderner türkischer Automatisierung die US-Produktion von 155-mm-Artilleriegranaten massiv steigern und helfen, das Ziel von 100.000 Schuss pro Monat zu erreichen.

Ein ProPublica-Bericht enthüllt nun:Statt dergeplanten 100.000 Stück pro Monat wurde bisher keine einzige funktionsfähige Granate produziert.

Wer nun glaubt, das si ein Problem der türkischen Lieferanten irrt. Denn eine US-Stahlfirma solte die Stahlteile liefern. Aber sie bisher  null Projektil-Metallteile produziert, die den Spezifikationen entsprechen. Die US-Produktion stagniert daher bei mageren 36.000 Schuss monatlich – während Russland Schätzungen zufolge 250.000 bis 350.000 herstellt.

F-35 mit Ballast statt Radar

Noch absurder: Die USA liefern hunderte F-35-Kampfflugzeuge der neuesten Blöcke ohne das geplante moderne Radar aus – stattdessen mit Ballast im Bug. Bis zu 300–400 Maschinen sind betroffen.

Ursache: Verzögerungen beim neuen AN/APG-85-Radar, die mit dem Mangel an Galliumnitrid zusammenhängen – einem Material, das China dominiert und dessen Export Peking kontrolliert.

TKP- Bericht: Skurril: USA produzieren 300 F-35 Kampfflugzeuge mit Ballast statt Radar

Die Geiselhaft der Seltenen Erden und kritischen Mineralien

Der Westen hat die Kontrolle über essenzielle Materialien an China abgegeben. Gallium, Germanium, Antimon, Wolfram und Tellur – fünf Mineralien, die in über 80.000 Teilen und knapp 78 Prozent aller US-Waffensysteme stecken – werden von China dominiert. Bei Gallium und Wolfram gibt es in den USA praktisch keine eigene Primärproduktion mehr.

China hat die gesamte Wertschöpfungskette – Abbau, Raffination, Metalle, Magnete – systematisch aufgebaut, während der Westen aus kurzfristigem Profitdenken ausgestiegen ist. Jetzt fehlen die verarbeiteten Materialien für Radar, Munition, Elektronik und vieles mehr. Auch für Autos und Computer sind diese Rohstoffe unverzichtbar.

Fazit: Ein MIC ohne Substanz

Der westliche Militärisch-Industrielle Komplex verfügt über riesige Budgets, Lobbyisten und politische Verbindungen samt ausgedehnter Korruption – aber ihm fehlt die industrielle Substanz. Fabriken explodieren oder produzieren nichts, Flugzeuge fliegen ohne Radar, und kritische Materialien kommen vom strategischen Rivalen.

Jahrzehnte der Deindustrialisierung, Globalisierung und Finanzialisierung haben ihre Spuren hinterlassen. Während Russland und China real produzieren, bastelt der Westen an PowerPoint-Präsentationen und „futuristischen“ Fabriken, die am Ende null liefern.

Die Konsequenzen sind klar: Ohne echte industrielle Kompetenz bleibt die vielbeschworene „Abschreckung“ eine teure Illusion. Und die Steuerzahler zahlen die Zeche für ein System, das den eigenen Niedergang organisiert hat.

Die gute Nachricht: Das industrielle Desaster behindert den Westen daran noch mehr  und noch längere Kriege zu führen.

Die schlechte Nachricht: Die Probleme betreffen die gesamte Wirtschaft und damit den Wohlstand der Bürger.

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2 Kommentare

  1. Andreas_Sch. 15. August 2026 um 9:41 Uhr - Antworten

    Oh, das klingt ja fast wie Berichte aus dem bösen, wirtschaftlich völlig inkompetenten „Ostblock ™“. So ist das, wenn man Wirtschaft nur noch vortäuscht … Der „Westen™“ macht sich lächerlich, was ich gut finde. Es wird keinen Knall geben, nicht einmal einen Puff – man entsorgt sich – wohlverdient – einfach selbst auf dem längst überfälligen „Misthaufen der Geschichte“ und das ist auch gut so! 🤗

  2. fdik 15. August 2026 um 9:14 Uhr - Antworten

    Sehe ich anders. Es fehlt nicht an “industrieller Kompetenz”. Sondern die grassierende, überbordende Korruption verhindert in der Sache den Erfolg.

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