USA greifen zu Gesetz aus Kolonialzeit um Iran-Öl als „Kriegsbeute“ zu kapern

30. August 2026von 2,6 Minuten Lesezeit

Die USA wollen iranisches Öl und die dafür eingesetzten Tanker nicht länger nur über langwierige zivilrechtliche Verfahren beschlagnahmen. Stattdessen prüft die Regierung die Wiederbelebung eines fast vergessenen Kriegsrechts aus dem 18. und 19. Jahrhundert – dem sogenannten Prize Law. Piraterie besiegelt die militärische Niederlage der USA.

Mit dem alten Gesetz sollen erbeutete Schiffe und ihre Ladung direkt in US-Eigentum übergehen und verkauft werden. Die Erlöse fließen in die Staatskasse. Das berichtet OilPrice.com unter Berufung auf Bloomberg. Das Justizministerium arbeitet gemeinsam mit dem Pentagon an der Reaktivierung dieser „Prize Courts“. Historisch erlaubten sie Gerichten, während bewaffneter Konflikte erbeutete Schiffe und Fracht als rechtmäßige Kriegsbeute („prize“) der Vereinigten Staaten zu erklären. Das System war in der Seekriegsführung üblich, geriet aber nach dem 19. Jahrhundert weitgehend außer Gebrauch und wurde seit dem Zweiten Weltkrieg praktisch nicht mehr angewandt.

Kolonialzeit 2.0

Der praktische Vorteil liegt auf der Hand: Die bisher genutzten Civil-Forfeiture-Verfahren sind kompliziert und langsam. Gläubiger, Reedereien oder andere Anspruchsteller können Einspruch erheben. Prize-Verfahren würden solche Streitigkeiten stark einschränken und eine schnellere Verwertung des Öls ermöglichen. Houston im Southern District of Texas wird als möglicher Gerichtsstandort gehandelt – die Region verfügt über große Hafenkapazitäten und die größte petrochemische Infrastruktur des Landes.

US-Staatsanwalt Aaron Reitz erklärte, das Ministerium „belebe jetzt“ die Prize Courts und nannte sie „einen antiken Körper des Seerechts“. Seit der Verhängung der Seeblockade gegen den Iran im April 2026 haben US-Streitkräfte bereits mehrere iranische oder iran-verbundene Schiffe abgefangen. Mit dem Prize Law könnten diese Aufbringungen direkt in Einnahmen für Washington umgewandelt und Teheran gleichzeitig weitere Exporteinnahmen entzogen werden.

Kritiker sehen massive Risiken. Das Recht ist in modernen Zeiten kaum erprobt. Gerichte müssten klären, ob der aktuelle Konflikt überhaupt die Voraussetzungen für Prize-Verfahren erfüllt – insbesondere angesichts offener Fragen zur kongressionalen Autorisierung der Kampfhandlungen. Bekanntlich haben ja weder die USA noch Israel irgendjemand den Krieg erklärt. Zudem fehlt praktisch jegliche aktuelle Erfahrung bei Richtern, Staatsanwälten und der Marine.

Geopolitisch ist die Wiederbelebung noch heikler: Ein Präzedenzfall, den China oder andere Rivalen später gegen amerikanische oder neutrale Handelsschiffe einsetzen könnten. Was heute als Druckmittel gegen den Iran dient, könnte morgen zum Bumerang werden.

Washington setzt damit auf eine weitere Eskalationsstufe: Nicht nur Sanktionen und Blockade, sondern die offene Behandlung iranischer Öllieferungen als Kriegsbeute. Ein Schritt, der das Völkerrecht weiter aushöhlt und die Spirale der Konfrontation beschleunigt.

Die Vorgehensweise zeigt aber die militärische Hilflosigkeit der USA auf. Es bleibt nicht mehr als Piraterie auf offener See, in die Nähe der Küsten das Iran traut sich die US-Navy nicht mehr und die Airforce ebenso.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Britische Piraterie im Ärmelkanal

NATO bereitet Seeblockaden und Piratenakte gegen zivile Schifffahrt vor

Vom Sanktionsregime zum Kaperbrief: Wie der Westen sich Schritt für Schritt in einen Seekrieg manövriert

15 Kommentare

  1. Glass Steagall Act 30. August 2026 um 11:18 Uhr - Antworten

    Vielleicht finden die USA auch bald ein Gesetz aus der Vergangenheit, welches die totale Sklaverei der Menschheit ermöglicht! Vielleicht haben sie sogar eines in der Schublade welches sagt, uns gehört die ganze Welt!

    • Hello 30. August 2026 um 11:23 Uhr - Antworten

      Isr. macht es vor.

      • Glass Steagall Act 30. August 2026 um 11:31 Uhr

        Stimmt, Israel uminterpretiert sich alte Bibelverse mittels falscher Propheten und klammert das neue Testament aus, um sich eine Legitimation für „Groß-Israel“ zu basteln.

  2. Monika 30. August 2026 um 10:28 Uhr - Antworten

    ja, daisy, reden sie mit rothschild,, trump und hegseth…….

    • Daisy 30. August 2026 um 12:51 Uhr - Antworten

      Trump und Hegseth haben nix zu bestimmen und bei Red Death Oberdrache Rottschiildh machens mir halt einen Termin, Monschi Kleines…dann red i mit ihm. Ich nehme aber sicherheitdhalber meinen Nachtschatten Ohnezahn mit…;-)

  3. VerarmterAdel 30. August 2026 um 9:35 Uhr - Antworten

    „USA greifen zu Gesetz aus Kolonialzeit um Iran-Öl als „Kriegsbeute“ zu kapern“ Warum berufen sie sich nicht darauf, dass Gott ihnen damals 666 B.C. alles Öl der Welt versprochen hat. ISrahell zeigt doch seit Jahrzehnten, wie wunderbar das klappt in einer Welt von Vollidioten und Feiglingen.

  4. 1150 30. August 2026 um 9:23 Uhr - Antworten

    mit den heutigen möglichkeiten kann man die britischen und us-kaperboote leicht orten und zeitnah versenken, einfach die kosten treiben – material und mannschaft forciert verschleissen.
    an geld und ersatz reicht es vorne und hinten schon lange nicht mehr

  5. Satya 30. August 2026 um 9:16 Uhr - Antworten

    Das sind zionistische Wege der Weltuntergangspropheten zur Minierung der Weltbevölkerung durch massiven Energie & Nahrungmangel. Die finanziell „Reichen“ werden übrig bleiben, so der Plan, aber die „normalen Menschen“ sind in der Überzah, – leider entwaffnet und nicht mehr solidarisch / mutig.

  6. cwsuisse 30. August 2026 um 9:14 Uhr - Antworten

    Die United States of War Crimes entblössen sich komplett.

    • Konrad Kugler 30. August 2026 um 20:37 Uhr - Antworten

      Exakt: US-Räuberbande

  7. Jan 30. August 2026 um 9:12 Uhr - Antworten

    Wenn man TKP liest, hat man immer den Eindruck, Iran liefere mindestens 98% des Weltöls. Das ist nicht der Fall, eher so wie Norwegen.

    2025 hat Iran um die 1,7 Mio bpd exportiert. 2024 lag die Produktion bei um die 6,5 Mio bpd.

    Bei den Reserven liegt der Iran auf Platz drei hinter Venezuela und Saudi-Arabien mit über 11% der weltweiten Reserven.

    Die Beschlagnahmung von Tankern wird, je nachdem wie die USA das umsetzen, eher zu einem Aufschlag bei Versicherern und Reedern allgemein führen und damit Öl Richtung Unrentabilität treiben. Wenn sie selektiv Iran treffen, könnte das dessen Flotte reduzieren.

    Durch Hormus kommt nicht nur iranisches Öl, sondern der ganze Nahe Osten importiert über die Meerenge.

    Auch China importiert aus Saudi-Arabien mehr als aus dem Iran.

    • Glass Steagall Act 30. August 2026 um 11:26 Uhr - Antworten

      Egal, es geht trotzdem darum, den größten Teil der Welt des Öls zu kontrollieren und der Iran gehört zu den Schwergewichten in Sachen Öl. Gleichzeitig piesacken sie damit China, da sich beide in einem Rohstoffkrieg befinden. Ob die Welt leidet oder die Bürger der USA, interessiert dabei nicht, Hauptsache man kann China damit schaden, damit es bloß nicht die Nr. 1 in der Welt zu wird! Ja die USA sind sogar bereit sich selbst zu schaden, um dieses Ziel zu erreichen!

  8. Daisy 30. August 2026 um 8:53 Uhr - Antworten

    Ich mag Piraten…habe meine Bude jetzt total seeräuberisch dekoriert…ein Fischernetz in der Küche mit Seesternen und maritimen Dekoelementen, einen großen Wandteppich mit einer Schatzkarte, Piratenkopf etc., ein beleuchtetes Poster von meinem Mann und mir auf der Yacht, Segeltörn Dalmatien, alte Karten in braunstichigen Farben, Sternbilder – Erde und Himmel, ein breites Panoramabild Piraten-Segelschiff im Hafen, Abenddämmerung…und ein Couchtisch, Schatztruhe…

    US-Staatsanwalt Aaron Reitz erklärte, das Ministerium „belebe jetzt“ die Prize Courts und nannte sie „einen antiken Körper des Seerechts“.“ Das ist natürlich nicht ohne Humor, wie es für dieses „Volk“ üblich ist. Ja, wenn sie das tun, wird es Nachahmer geben. Das System wird immer instabiler dadurch. Amerika ist pleite. Das kommt vom vielen Schuldenmachen…

    Vor vielen Jahren schlug ich einen weltweiten Haircut vor und danach Reformen…u.a. keine ausufernden Schulden mehr, Abschaffung des Zinseszinses…Startkapital für jeden, der nichts hat und wer was hat, darfs behalten…jedenfalls eine humanistische Lösung, aber auf mich hört ja keiner…

    • Lutz Herzer 30. August 2026 um 9:14 Uhr - Antworten

      „Vor vielen Jahren schlug ich einen weltweiten Haircut vor und danach Reformen…“

      Haben Sie darüber mal mit der Familie Rothschild geredet?
      Daisy, Sie sind meine letzte Hoffnung!

  9. Pusteblume 30. August 2026 um 8:53 Uhr - Antworten

    Weltweite Ächtung der Betrüger namens USSA-ReGIERung.
    Trumpel und Co. vors Gericht zerren und diese Verbrecher für ihre jeweilige Restlebenslaufzeit in Guatanamo einlochen und dort Fronarbeit ableisten lassen, lebenslang.
    Jeden Menschen öffentlich brandmarken, der noch mit der USSA-ReGIERung Geschäfte macht und politische Beziehungen betreibt.
    Die USSA(-ReGIERung) weltweit ächten und so lange isolieren, bis die von selber aufgeben.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Aktuelle Beiträge