Während der Wahlen in Russland hatte die Ukraine über 2200 Drohnangriffe durchgeführt. Nur am Samstag und Sonntag 1600. Welche Folgen hat es und werden, auch durch den Wahlausgang erwartet?
Wer die Kriegsberichterstattung des YouTube-Kanals Military Summary Channel (MSC) verfolgt, wird wissen, dass sich in den letzten Tagen die Angriffe der Ukraine deutlich gesteigert hatten, am letzten Wahltag mit über 1100 Drohnen. Dadurch gelang es der Ukraine, die Luftabwehr Russland zu durchbrechen und mindestens drei wichtige Energieanlagen deutlich zu beschädigen oder sogar zu zerstören. Auf die Durchführung der Wahlen hatten die Angriffe keinen Einfluss.
Welche Folgen werden weiter erwartet
Zunächst wird es weltweit die Dieselpreise erhöhen, wodurch auch die deutschen Verbraucher betroffen sein werden, weil Russland seinen Exportstopp sicher aufrecht erhalten wird, um den heimischen Markt versorgen zu können. Darüber hinaus wird Russland ebenfalls mit tausenden von Drohnen und hunderten von Raketen in den nächsten Tagen Vergeltung üben, da der Kreml in den letzten Tagen erstaunlich zurückhaltend mit der Zahl der Angriffe war, und wie der MSC meint, Vorräte für einen „Mega-Schlag“ aufgespart habe. Kurz vor dem Winter könnte das verheerende Ergebnisse für die Energieversorgung der Ukraine haben.
Einige Beobachter sagen, die Angriffe spielten Putin in die Hände, da er nach den Wahlen eine Teilmobilisierung ankündigen wolle, und dafür als Begründung diese Angriffe nennen kann. Angeblich wolle er eine separate Armee aufbauen, welche vom Norden bis in die Nähe von Kiew vordringen soll, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen, die russischen Friedensbedingungen zu akzeptieren. Diese waren im Wesentlichen zuletzt die Freigabe der Provinzen, welche sich für unabhängig erklärt hatten und der Russischen Föderation beigetreten waren. Außerdem verlangt Russland die Wiederinkraftsetzung der Verfassung, welche nach der Unabhängigkeit der Ukraine verabschiedet worden war und die Neutralität des Landes vorsieht. Jedoch dürfte mit jedem gefallenen russischen Soldaten die Forderung höher werden.
An der Front schreitet die „Befreiung“ (aus russischer Sicht) der Russland beigetretenen Provinzen langsam aber stetig fort. Aber bezahlt mit der totalen Zerstörung. Um die Verluste in Häuser- und Grabenkämpfen gering zu halten, führt Russland vor einem Angriff durch Infanterie eine verheerende Bombardierung durch Luftbomben, Artillerie und Drohnen durch. Was dann nach der Einnahme noch nicht zerstört war, wird anschließend durch ukrainische Vergeltung vernichtet. Oder die Ukraine sprengt insbesondere Hochhäuser vor der Räumung, damit sie nicht für die nachrückenden Russen genutzt werden können.
MSC erklärt manchmal, wie Russland versucht, durch Zangenbewegungen Nachschubwege abzuschneiden, und wie regelmäßig Flugblätter abgeworfen werden, um die ukrainischen Kräften vor einem vernichtenden Angriff zur Aufgabe zu bewegen und um eine Einnahme von Dörfern oder Städten ohne diese Vernichtung zu erreichen, was aber meist scheitert.
Die Kriegsschäden
Laut der jüngsten offiziellen Schätzung werden die Kosten für den Wiederaufbau der Ukraine in den nächsten zehn Jahren auf fast 500 Milliarden Euro (exakt 587,7 Milliarden US-Dollar) beziffert. Und der Krieg ist noch nicht vorbei. Die Zahl dürfte noch weiter wachsen. Die Schätzung von rund 500 Milliarden Euro (RDNA5-Bericht) bezieht sich auf das staatlich anerkannte Gesamtgebiet der Ukraine in den Grenzen von 1991, schließt jedoch in der Praxis die aktuell russisch besetzten Gebiete weitgehend aus. Damit dürfte absehbar sein, welche Belastung nach einem Krieg auf die europäischen Länder, welche den Krieg unterstützten, zukommen wird. Die gleiche Summe dürfte zum Wiederaufbau der von Russland „befreiten“ Gebiete benötigt werden.
Die Sorge im Westen
Im Westen wird aber zu diesen Kosten noch etwas viel Gewichtigeres hinzuzufügen sein. Nämlich geplatzte Kredite. Denn die Hoffnung, die Kriegskosten durch eingefrorene russische Staatsvermögen abzudecken wird sich in Luft auflösen. Der größte Teil der Hilfeleistungen für die Ukraine wurde als Kredit gewährt, meist mit Absicherung durch die Staaten. Noch gar nicht gerechnet die hunderte von Milliarden Euro „Sondervermögen“ für „Aufrüstung gegen die russische Aggression“ in Deutschland, für welche immer höhere Zinszahlungen anfallen werden.
Das kann zu Bankzusammenbrüchen führen und ernsthaften Turbulenzen in den Finanzmärkten.
Das vermutliche Wahlergebnis
In der Nacht wurden erste Hochrechnungen veröffentlicht, wie die Wahlen in Russland ausgegangen sind. Westliche Kommentatoren hatten schon im Voraus erklärt, dass es ja keine freien Wahlen seien, weil keine Parteien zugelassen waren, welche sich eindeutig gegen den Krieg in der Ukraine gestellt hatten, und dass die Regierungspartei wieder eine Mehrheit erreichen wird, welche auch Verfassungsänderungen verabschieden kann.
Wahlergebnis um 20:35 Uhr, erklärt durch die Vorsitzende der Wahlkommission

- United Russia (die derzeitige Regierungspartei): 57,2%
- CPRF (Kommunistische Partei Russlands): 13,8%
- LDPR: (rechtspopulistische und ultranationalistische Politische Partei in Russland): 9,3%
- New People: (ist eine im Jahr 2020 gegründete, wirtschaftsliberale und kommunitaristische Partei in Russland): 8%
- A just Russia: (Sozialdemokratisch, sozialkonservativ und zunehmend nationalistisch): 5,1%
Wahlbeteiligung über 56%, größer als bei der letzten Parlamentswahl mit über 51%. 15% der Stimmen bis zu diesem Zeitpunkt ausgezählt. Es wurden insgesamt 333 Wahllokale in 152 Ländern und Gebieten eingerichtet. Die 1,8 Millionen im Ausland lebenden Wahlberechtigten sind Teil der insgesamt rund 111 Millionen Menschen, die zur Wahl der neuen Staatsduma aufgerufen waren.
Die Wahlkommission berichtet von massiven Hackerangriffen hauptsächlich aus dem Ausland. Bisher wurden 23 Beschwerden über Verstöße gegen Wahlgesetze eingereicht.
Interessant dürfte auch sein, dass ca. 20 der so genannten „SVO Helden„, also Teilnehmer der Militäraktionen in der Ukraine, einen Sitz in der Duma erhalten haben dürften. (Endgültige Stimmenauszählung ist noch nicht beendet).
„Es wird erwartet, dass diese ‚SVO-Helden‘ vorwiegend über Parteilisten gewählt werden, da ein Sieg in Einstimmenwahlkreisen für sie schwierig wäre. Ein massiver Einzug solcher Kandidaten in die Staatsduma ist nicht zu erwarten: Statt der zuvor genannten Zahl von 70 dürfte die Anzahl der Gewählten eher bei etwa 20 liegen.“ (Quelle)
Single-member constituencies Einerstimmwahlkreise oder Einer-Wahlkreise [single-member constituencies] sind geographische Wahlbezirke, in denen bei einer Wahl genau ein Abgeordneter direkt in das Parlament gewählt wird. Der Military Summary Channel erklärt, dass nun eine erhebliche zusätzliche Lobbygruppe zugunsten einer militärischen Lösung im Parlament aktiv sein wird. Außerdem sei die erfolgreiche Durchführung der Wahlen, trotz mehrerer tausend Drohnen und der massiven Cyber-Angriffen ein großer propagandistischer Erfolg für die russische Regierung.
Bild: Screenshot von Video über den Krieg in der Ukraine von Military Summary Channel
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1 Kommentar
Also wenn Wahlen durch „westliche Werte“ beeinflusst wurden, sprich von USA, EU, Deutschland oder in Afrika durch ein Kolonialland, dann ist das ein Zeichen von Demokratie und Freiheit. Wenn Wahlen aber durch Patriotismus, Souveränität und eigenständige Kultur beeinflusst wird, ist es natürlich eine Diktatur oder Scheinwahl.
Und ich sag mal so: Noch mal wird Russland als Rechtsnachfolger der Sowjetunion nicht hingehen und 27 Millionen Menschen opfern, wenn es zum Weltkrieg gegen Deutschland bzw. die EU kommt. Dann wird Russland Deutschland ähnlich wie Israel Gaza behandeln.
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