Skip to content
Politik

Kriegshysterie: Europas Eliten verkünden „Sicherheitskrise“ – Ablenkung vom eigenen Zusammenbruch

2 Kommentare 20. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Ein neuer Zyklus der Weltkriegs-Panikmache hat Europa erfasst. Die politischen und medialen Eliten peitschen die Bevölkerung in eine künstliche Kriegsangst, während die eigene politische und wirtschaftliche Krise immer tiefer wird.

Simplicius hat den Takt der Woche zusammengefasst: War Mania. Euro-Eliten verkünden eine Sicherheitskrise, Bürger sollen Dosen und Wasser bunkern, der britische „War Book“ wird nach Jahrzehnten wieder aufgeschlagen. Gleichzeitig erklärt ein NATO-Sprecher gegenüber Politico, man sehe keinen unmittelbaren Angriff. Beides kann nicht gleichzeitig die ganze Wahrheit sein. Es geht um die Mobilisierung der Öffentlichkeit wie vor dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg.

London macht den Ernstfall zur Hausaufgabe

Die BBC formuliert es ohne militärische Notwendigkeit im Inland: Die Regierung wolle, dass alle sich auf schwere Störungen vorbereiten – Konserven, Trinkwasser, „civic resilience“, Möglichkeit eines Krieges. Der War Book werde aktualisiert. Generalstabschef Sir Richard Knighton nennt die Lage wegen Russland die „gefährlichste“ in seiner 35-jährigen Dienstzeit.

Ein Psychologe, Jim Orford, sagt im selben Kontext: Um Krieg denkbar zu machen, brauche es simples Denken – Feinde und Helden, Russland als Feind.

Warschau: „unabsichtliche“ Drohnen auf NATO-Boden

Polens Premier Donald Tusk warnt vor dem Sejm: In den kommenden Monaten könnten Drohnen oder Raketen in ein NATO-Land der „Ostflanke“ fliegen, Zerstörung anrichten, als „unabsichtlich“ deklariert werden – um den Bündniswillen zu lähmen, Artikel 5 zur Theorie zu machen. Zu lesen in Meduza, NPR. Macron nennt Tusks Warnung fundiert, Frankreich kündigt Schutz kritischer Infrastruktur an und spricht von intensivierter hybrider Bedrohung.

NATO-Militärausschussvorsitzender Admiral Giuseppe Cavo Dragone sagt in Kopenhagen: Das Bündnis sei bereit, 4000 Seiten Pläne, von der Mini-Krise bis zum Eingriff auf eigenem Boden, so Politico. Dieselbe Allianz lässt gleichzeitig mitteilen: keine imminenten Angriffe, keine neue formelle Lagebewertung in den Hauptquartieren.

Tusk, Macron und Dragone sprechen parallel – nach einer Woche mit Zuschreibungen: Drohne an der polnischen Küste, Abschuss über Litauen, Zugtreffer in der Ukraine nahe der Grenze. Wir haben diese Parallelität 2020 und danach bei Covid erlebt.

Hybride Nadelstiche

Sabotage, Kabel, Drohnen, Brandstiftung: westliche Dienste schreiben Russland eine Kampagne zu. Die New York Times beschreibt das Risiko einer Spirale, für die NATO nicht gebaut ist – Abschreckung gegen Panzer, nicht gegen absurde Behauptungen. The Atlantic hält fest: Keine russischen Verbände an einer NATO-Grenze massiert. Hybrid reicht, um Angst zu erzeugen. Angst reicht, um Haushalte und Rüstungshaushalte zu bewegen.

Putin sagt am 19. September das Gegenteil der europäischen Sirene: keine aggressiven Absichten gegen Europa, Bereitschaft zur Kooperation – und der Vorwurf, europäische Führungen bereiteten den Krieg gegen Russland vor, um eigene Politik zu rechtfertigen, berichtet India Today. Lavrov hatte Europa einen „sehr kurzen“ Krieg angedroht, falls NATO Russland angreife. Beide Seiten planen den Ernstfall des anderen.

Kiew rechnet, Washington zieht nach

Simplicius bindet die Kriegsmanie an die Lage der Ukraine: tägliche Kriegskosten um 190 Millionen Dollar, Defizit „astronomisch“ (Selenskyj beim Carpathia 8), Bedarf an rund 30.000 Rekruten im Monat (Pravda über Budanow). Tusk nannte ukrainische Angaben von etwa 27.000 Ausfällen im Monat. Großangelegte Drohnenwellen gegen Russland werden nach russischen Angaben zu 95 bis 99 Prozent abgefangen. Ob die genaue Abschussquote stimmt, ist Propaganda beider Seiten. Dass die Kampagne teuer ist und den Krieg nicht entscheidet, ist die Bilanz des vierten Jahres.

NBC berichtet parallel: Das Pentagon prüft, fast ein Drittel der US-Kräfte aus Europa abzuziehen. Europa soll aufrüsten, vorrätig halten, den Bürger auf Störung trimmen.

Interne Krisen

Europas Energie, Industrie und Staatshaushalte sind angeschlagen. Die Ukraine verbraucht Munition, Männer und Geduld der Geldgeber. In dieser Lage ist „Sicherheitskrise“ das Wort, das Konserven, Wehrpflichtdebatten und Rüstungsanteile am BIP begründet, ohne dass ein russischer Korpskommandeur in Suwałki steht.

Simplicius nennt das Panikmache und Psyop. Die Gegenposition nennt es notwendige Abschreckung nach Jahren hybrider Angriffe.

2020 ging es um Vorbereitung auf die Impfung, 2026 um Krieg.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Leyen und die Suche nach dem Kriegsbudget

Deutschlands Kriegsschiffe vor Dschibuti: Wie Berlin sich in Merz’ „Drecksarbeit“ hinein­manövriert

Macron liefert Frankreichs Verteidigung inklusive Atomwaffen an Deutschland aus 

Teile diesen Artikel

2 Kommentare

  1. 1150
    Antworten

    auf der einen seite erzählen uns die pinocchio’s,
    die russen werden uns in naher zukunft überfallen und alle in der eu massakrieren,
    auf der anderen seite erzählen sie die gleichen pinocchio’s, die russen wären komplett am ende
    der blöd-blöckenden biomasse fällt dieser widerspruch nicht mal auf …..

  2. cwsuisse
    Antworten

    Der eigentliche Angriff auf Europa wird von denjenigen getätigt, welche die De-Industrialisierung im Interesse der USA betreiben. Und das sind nicht die Russen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Entdecke mehr von tkp.at

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen