Kanadas „assoziierte Mitgliedschaft“ in der EU ist auch gegen Russland gerichtet, und soll Moskau in der Arktis Probleme bereiten.
Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Kanada in ihrer Rede zur Lage der Union eingeladen, „assoziierter Mitglied“ der EU zu werden – ein Status, den es bisher nicht gibt. Unklar ist noch, was das genau bedeuten soll. US-Präsident Trump hat bereits vorab gewarnt, die USA würden der EU „sehr hohe Zölle“ auferlegen, falls dieser Schritt eine „feindselige Handlung“ mit „bösen Absichten“ sei. Damit meint er vermutlich die Gefahr, dass EU-Waren über Kanada den US-Markt überschwemmen könnten.
Russland hat bisher nicht ähnlich reagiert. Kanada sollte jedoch ohnehin bereits mit der EU in der Arktis zusammenarbeiten – auf eine Weise, die russische Interessen bedroht. Am selben Tag veröffentlichte Irina Strelnikova vom Higher School of Economics Center for Interdisciplinary Arctic Studies eine Analyse darüber, wie die EU die Arktis militarisieren will.
Gleichzeitig hat der kanadische Premierminister Mark Carney formell den Beitritt zur britisch geführten Joint Expeditionary Force (JEF) beantragt. Dieser gehören die nordischen Länder, die baltischen Staaten und die Niederlande an. Die ersten beiden Gruppen bilden den sogenannten „Viking Bloc“, der Russland an der faktisch zusammengewachsenen arktisch-baltischen Front des „Cordon sanitaire“ stärker eindämmen soll. Kanadas JEF-Mitgliedschaft würde die Abstimmung mit diesem Block verstärken.
Aus Sicht der US-Großstrategie ist die assoziierte EU-Mitgliedschaft Kanadas unproblematisch, solange die EU Kanada nicht als Hintertür zum US-Markt nutzt. Im Gegenteil: Eine engere militärisch-sicherheitspolitische Koordination zwischen Kanada und der EU fördert die US-Vision von „NATO 3.0“, bei der Verbündete mehr Verantwortung für gemeinsame Interessen übernehmen – in diesem Fall die Eindämmung Russlands in der Arktis. Der US-Botschafter bei der NATO hat kürzlich sogar erklärt, die Europäer sollten die konventionelle Verteidigung Europas selbst übernehmen.
Die engere strategische Abstimmung verkörpert zugleich das Konzept eines „Größeren Europas“, indem die EU ihren Einfluss auf ein weiteres außereuropäisches Land ausdehnt. Ein größerer politischer Einfluss der EU auf Kanada würde die vorherrschende US-Stellung dort nicht grundlegend in Frage stellen, könnte aber dazu führen, dass die „Fortress America“-Ziele von Trump 2.0 neu priorisiert werden – also die Wiederherstellung der US-Hegemonie über die Westliche Hemisphäre.
Falls der US-Einfluss auf Kanada durch die assoziierte EU-Mitgliedschaft relativ nachlässt (ohne die Hegemonie über die Westliche Hemisphäre zu untergraben), könnte sich Trump 2.0 stärker auf die Wiederherstellung des traditionellen US-Einflusses in Iberoamerika konzentrieren. Je nachdem, wie das ausfällt und wie lange es dauert, könnte sich das internationale Selbstverständnis der USA entlang demografischer Trends stärker in Richtung einer hispanischen als einer europäischen Identität verschieben.
Zurück zum Kernthema: Kanadas assoziierte EU-Mitgliedschaft wird Russland voraussichtlich Probleme bereiten, weil sie die Bedrohung in der Arktis verschärft. Die Eindämmungsbemühungen Kanadas und der EU würden sich dort gegenseitig verstärken. Die anglo-amerikanische Achse würde diesen Prozess weiter beaufsichtigen – Großbritannien über die JEF und die USA über ihren vorherrschenden Einfluss auf Kanada. Damit blieben sie Russlands wichtigste geostrategische Gegner.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.
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Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 
Kanada widersteht, die EU kapitulierte: Zwei Antworten auf denselben Druck
Verteidigungspakt EU und Kanada sowie Integration der Rüstungsindustrie von EU und Ukraine
9 Kommentare
Echt? Eindämmen? Bei den kaum vorhandenen gemeinsamen Grenzen mit Russland sehe ich da so was von schwarz…
Oh, wie dämlich. Eurasien sollte kooperieren.
Man hat es bei Corona gesehen. Kanada hat WEF-versiffte YGL-Politiker, die zu dieser S@tanistengruppe gehören. Sie quälen Menschen, s. Trucker-Aufstand und Zwangsenteignungen, Sterbehilfe für depressive Kinder und Impfgeschädigte. Sie reduzieren die Menschen mit Gendergaga (Sterilisationen). Natürlich gibt es daher ein sichtbares Band zw. der s@tanistisch geführten WEF-EU und diesem Land. Das gilt übrigens auch für Australien.
Mist, hab getippselt und meine Linzertorte daneben gegessen. Jetzt ist sie weg und auf den Schlogus, den ich mir heute extra geleistet hätte, habe ich vergessen. Dabei war die eh so bröselig. Jetzt muss ich den Schlogus ohne Torte essen. Heu, me miseram!
Die gemeinsame Verbindung läuft wieder mal über GB.
Die EU ist militärisch ein Non-Valeur. Kanada ist wie die EU im Abstieg begriffen. Ein Bündniss der Schwachmaten.
Dem Niedergang verbinden
Wer sich mit der EU verbündet,
offensichtlich das Ziel verkündet,
nach Nationuntergang zu streben,
des Landes Freiheit preiszugeben
und dessen Wirtschaft zu zerstören
zur Klimakirche zu gehören.
Doch sollte man dabei bedenken,
die Mächte, die aus Brüssel lenken,
haben nach über 30 Jahren
die EU an die Wand gefahren.
Ganz schnell der von der Macht verschwindet,
der sich dem Niedergang verbindet.
Die übelsten Faschistischen Staaten (Globalisten) dieser Welt rotten sich zusammen. EU, Kanada, GB und es fehlt noch Japan, Australien und Neuseeland. Das wird ein Fest für russische Bomben.
Die Große Ungewählte macht jetzt auch Außenpolitik und der Bürger soll gehorchen! Laut Gutachten von Staatsrechtler Schachtschneider ist die EU eine Tyrannis und laut geltender Rechtsprechung des BVerfG gibt es ein Demokratiedefizit und es gilt der Parlamentsvorbehalt. Die Altparteien kümmert das Nüsse. Die beten 5x am Tag gen Brüssel.
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