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Wirtschaft

„Sanktionen aus der Hölle“

3 Kommentare 20. September 2026 6 Minuten Lesezeit von Jochen Mitschka

Donald Trump hat allen Staaten Sekundärsanktionen angedroht, die mit Zwei Ländern, gegen welche die USA direkt oder indirekt Krieg führen, also Russland und den Iran, Handel treiben. Wir schauen uns das genauer an, und fragen nach, welche Folgen das für die EU hat.

Die Reaktionen auf die Verabschiedung und Unterzeichnung des US-Sanktionsgesetzes „Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026“ fallen international und innenpolitisch extrem gespalten und konfliktgeladen aus. Das Gesetz erlaubt es US-Präsident Donald Trump, Sekundärsanktionen in Form von Strafzöllen von bis zu 100 Prozent auf alle US-Importe der fünf größten Abnehmer von russischem Öl und Gas zu erheben.

China und Indien (Hauptbetroffene)

Da China und Indien die weltweit größten Abnehmer russischer Energieexporte sind, stehen sie direkt im Fadenkreuz der Maßnahme:

China verurteilte das Gesetz scharf. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking betonte, dass der Handel mit Russland legitim sei und man sich „einseitige Sanktionen“ ohne UN-Mandat sowie die „Long-Arm-Jurisdiktion“ der USA verbiete. China kündigte im Falle einer Umsetzung der Zölle harte Gegenmaßnahmen an.

Indien reagierte besorgt und warnte Washington vor einer erheblichen Belastung der bilateralen Beziehungen. Das indische Außenministerium stellte klar, dass das Land primär seiner eigenen Energiesicherheit verpflichtet bleibt und weiterhin Öl aus diversifizierten Quellen – einschließlich Russlands – beziehen wird. Die indischen Aktienmärkte (Sensex) reagierten mit deutlichen Kursverlusten auf die Nachricht.

Europäische Union und NATO-Partner

Innerhalb Europas herrscht eine gemischte bis skeptische Haltung. Zwar befürworten die Verbündeten den „erhöhten Druck auf Moskau“, gleichzeitig wächst jedoch die Sorge vor einer unkontrollierbaren Eskalation im globalen Handelsgefüge. Da das Gesetz jedoch Ausnahmen vorsieht (z. B. für Länder, deren Gas-Einfuhren weniger als 15 Prozent der russischen Gesamtexporte ausmachen und die Reduzierungsbemühungen zeigen), sind europäische Staaten von den 100-Prozent-Zöllen vorerst nicht direkt betroffen.

Was ist mit den EU-Importen indischer Ölprodukte aus russischem Öl?

Es war lange Zeit das offene Geheimnis des globalen Ölmarktes: Nach dem EU-Embargo auf russisches Seborohöl Ende 2022 kauften indische Raffinerien (wie Nayara Energy oder Jamnagar) massenhaft günstiges russisches Rohöl. Sie verarbeiteten es zu Diesel, Benzin und Kerosin.

Da das Öl in Indien chemisch „substanziell transformiert“ wurde, galt es rechtlich nicht mehr als russisch, sondern als indisch und konnte völlig legal in die EU exportiert werden. Indien stieg so zu einem der wichtigsten Treibstofflieferanten der EU auf.

Die Wende: Die EU hat dieses Schlupfloch mit dem 18. Sanktionspaket geschlossen. Seit dem 21. Januar 2026 ist der Import von raffinierten Ölprodukten aus Drittstaaten komplett verboten, wenn sie aus russischem Rohöl hergestellt wurden.

Gibt es „Tertiärsanktionen“?

Im offiziellen juristischen Sprachgebrauch gibt es den Begriff „Tertiärsanktionen“ noch nicht. Sanktionen werden in zwei Kategorien unterteilt:

  1. Primärsanktionen: Verbieten den eigenen Bürgern und Unternehmen (z. B. US- oder EU-Firmen), Geschäfte mit dem sanktionierten Land (Russland/Iran) zu machen.
  2. Sekundärsanktionen: Richten sich gegen Akteure aus Drittstaaten (z. B. Europa, Indien oder China). Die USA drohen diesen Ländern mit dem Ausschluss vom US-Markt oder – wie im neuen Gesetz – mit 100-Prozent-Zöllen, wenn sie mit Russland handeln.

Was macht die EU, wenn die Quelle wegfällt? (Mangel vs. Preisdruck)

Ein physischer Treibstoffmangel (Leere Tankstellen) in der EU ist unwahrscheinlich, meinen westliche Experten, aber die wirtschaftlichen Folgen sind spürbar.

Woher holt die EU den Treibstoff?

Die EU-Staaten diversifizieren ihre Quellen massiv. Da Importe aus Indien, der Türkei und Georgien wegen des Verdachts auf russische Herkunft stark eingebrochen sind, weicht Europa auf alternative Raffinerie-Kapazitäten aus:

Westasien: Staaten wie Saudi-Arabien und die VAE springen als Großlieferanten ein. Was derzeit durch den Angriffskrieg der USA gegen den Iran und von Saudi-Arabien gegen den Jemen leider etwas problematisch geworden ist.

Die USA: Europa importiert deutlich mehr Diesel und verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Nordamerika. Allerdings importieren auch die USA Öl- und Gasprodukte, und hatten auch schon einen Exportstopp in den Raum gestellt, falls es zu Engpässen für die Versorgung des eigenen Marktes kommen sollte.

Ausnahmen im Gesetz: Länder wie Großbritannien, Norwegen und Kanada sind von den strengen EU-Herkunftsnachweisen befreit, da sie selbst harte Sanktionen anwenden.

Druck auf die Weltmarktpreise

Wie der Krieg gegen den Iran gezeigt hat, steigen die Ölpreise am Weltmarkt, wenn die Versorgung verknappt wird. Und das überproportional zur Knappheit. Deshalb ist zu erwarten, dass die Maßnahmen westlicher Länder Druck auf den Ölmarkt ausüben werden, was wiederum die Preise steigen lässt. In dem Fall werden Iran und Russland möglicherweise weniger Öl verkaufen, das aber dann zu höheren Preisen.

Nicht nur die Knappheit, auch die Umleitung der globalen Handelsströme sorgt für erheblichen Preisdruck, führe aber nach Aussagen westlicher Experten nicht zu einem Zusammenbruch der Versorgung. Die Aussagen klingen so vertrauenerweckend wie die Voraussagen, dass der Iran nach ein paar Wochen Krieg auf die Knie gehen würde.

Höhere Logistikkosten

Anstatt dass russisches Öl direkt nach Europa fließt, manchmal noch mit Tankerwechseln, um den Ursprung zu verschleiern, reist es nach Asien, wird dort raffiniert und der Treibstoff muss über deutlich längere und teurere Seewege (oft um das Kap der Guten Hoffnung wegen der anhaltenden Spannungen im Roten Meer) nach Europa transportiert werden. Das treibt die Fracht- und Versicherungskosten in die Höhe.

Knappe Raffineriekapazitäten

Da die EU-eigenen Raffinerien nicht ausreichen, um den Bedarf an Diesel und Kerosin komplett selbst zu decken, bleibt Europa vom Weltmarkt abhängig. Jede Verknappung – sei es durch US-Zollandrohungen gegen Indien oder die strikten Importkontrollen der EU – verringert das globale Angebot an „sanktionsfreiem“ Treibstoff und treibt die Preise an den europäischen Zapfsäulen und Energiemärkten nach oben. D.h. die derzeit extrem hohen Preise auf Grund des Angriffskriegs gegen den Iran könnten sich stabil auf diesem oder einem höheren Niveau einpendeln.

Zusammenfassung

Natürlich schaden die „Sanktionen aus der Hölle“ in erster Linie den engsten Verbündeten der USA, den Staaten der EU. Aber sie übernehmen die Bürde gerne und erklären, dass es kein Problem sei. Inwieweit sich Indien und China dem Diktat aus Washington unterwerfen werden, oder ob es zu einem Handelskrieg kommt, bleibt abzuwarten. Die EU ist bemüht, von sich aus dem Gegner in der Ukraine, Russland, Schaden zuzufügen, auch wenn der Schaden voraussichtlich wieder doppelt, oder wie im Fall der gekappten Gaslieferungen, fünffach bis sogar zehnfach gegen die eigenen Verbraucher ausschlagen.

Bild: Screenshot von Video zu dem Thema

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3 Kommentare

  1. Satya
    Antworten

    Was aus den USA & USrael kommt nicht aus der „Hölle“? – schließlich haben solche Lebensfeinde eine Hölle zu genau solchen und ähnlichen Zwecken erfunden. Ihr & all ihrer Kirchen ihr Gott IST der Teufel.

  2. Daisy
    Antworten

    Ich glaube, das alles ist ein Gesamtpaket. Die Zerstörung der Energieinfrastruktur durch Ukr. und Iran, Isr. und US, durch die EU-Sanktionen usw. Das alles führt zu Knappheit und sehr hohen Preisen – in Folge Stilllegung der Landwirtschaft + Hungersnot, Zerstörung der Industrie + Abwanderung nach China und USA. Das ist es, was geschieht. Darum könnte es auch so geplant sein.

    Die Bevölkerung wurde verraten und verkauft durch die gigantischen Staatsschulden. Wir sind die Bürgen. Was mit uns passiert, ist den erpressbaren Marionetten und ihren Strippenziehern absolut wurst. Natürlich rechnen sie mit Aufständen, weswegen die 10surgesetze zunehmen, Strafandrohungenm Bunkerbau unterm Parlament, Vorbereitung der Bundeswehr und Spitäler. Sie rechnen mit 1000 Verwundeten pro Tag. Mit wievielen Txten sie rechnen, wurde nich kxmmuniziert. Vermutlich sind sie dabei, auch die Bestattungsunternehmen „kriegstüchtig“ zu machen und viele Äcker als letzte Ruhestätten umzuwidmen…nun,für die Agrawirtschaft sind sie ohnehin nicht mehr nutzbar…

  3. Der Zivilist
    Antworten

    Wie will die EU je wieder aus dem Scheiß rauskommen ?

    Ja, Russland besiegen, wie in der beiden ersten Weltkriegen ?

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