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Politik

Le Monde: Frankreich führt „hybride Maßnahmen“ in Russland durch?

7 Kommentare 20. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Jochen Mitschka

Natürlich nur als Antwort für solche aus Russland, wird in einem Artikel von Le Monde implizit ausgedrückt, dass Frankreich bereits gegen Russland quasi „hybrid“ aktiv sei.

Wir erinnern uns, dass seit Monaten behauptet wird, dass Russland einen „hybriden Krieg“ gegen NATO-Länder führt. Besonders bekannt dürften die „Drohnensichtungen“ sein und die „verirrte Drohne“ in Leipzig mit dem „nicht funktionierenden Zünder“. Frankreich ist schon einen Schritt weiter.

Frankreich führt nach Angaben einer französischen Militärquelle bereits verdeckte konventionelle Reaktionen auf russische hybride Angriffe durch. Auf die Frage von Le Monde, ob Paris ohne öffentliche Kenntnisnahme militärisch gegen Russland vorgehen könne, lautete die Antwort:

„Es ist bereits der Fall“ .

Dabei bezieht sich Macron ausdrücklich auf die, von Kritikern „lächerlich“ genannten Drohnenvorfall in Leipzig:

„Die Einladung diente als Warnung und signalisierte eine neue Phase der hybriden Kriegsführung Russlands gegen die Verbündeten der Ukraine. ‚Die Art der russischen Aggression und der Drohungen in Europa wandelt sich‘, sagte der Präsident. Sabotageakte, die sich bislang vorwiegend gegen staatliche oder militärische Einrichtungen richteten – wie etwa der Drohnenangriff auf ein Frachtflugzeug im deutschen Leipzig im August –, scheinen sich nun auf Ziele zu verlagern, die zivile Opfer fordern könnten. ‚Niemand ist sicher‘, fügte Macron hinzu.“

Auf die Frage von Le Monde, ob denn schon Reaktionen im konventionellen Bereich stattfinden würden, habe eine französische Militärquelle geantwortet:

„C’est déjà le cas“ („Das passiert bereits“)

Der Zeitpunkt passt zur Rhetorik der letzten Tage. Präsident Macron erklärte nach Gesprächen mit den Parteichefs, die russische hybride Bedrohung habe zugenommen, und Frankreich werde nicht „ohne Antwort“ bleiben, wie Voice of Vienna unter Berufung auf die BBC berichtet. Auch Deutschland hat nach den Drohnenfunden am Flughafen Leipzig/Halle erstmals mit dem Finger auf Russland gezeigt.

Was die Meldung nicht sagt

Die Aussage stammt von einer einzelnen anonymen Quelle. Welche Maßnahmen gemeint sind, wo und gegen wen, bleibt offen. Eine offizielle Bestätigung, geschweige denn ein öffentlicher Beleg, liegt nicht vor.

Für Moskau ist das trotzdem ein Geschenk. Der Kreml argumentiert seit Langem, westliche Staaten seien längst faktisch Kriegspartei. Außenminister Lawrow droht mit einem „ganz anderen“ und „sehr kurzen“ Konflikt, falls Truppen in die Ukraine geschickt werden, und britische Militäreinrichtungen in der Ukraine gelten Moskau als „legitime Ziele“. Was bisher als russische „Verschwörungstheorie“ abgetan wurde, bekommt nun durch eine westliche Quelle Auftrieb.

Das gilt auch für den Taurus-Leak vom Frühjahr 2024. Damals veröffentlichte RT-Chefin Simonjan den Mitschnitt einer Telefonkonferenz hochrangiger Luftwaffenoffiziere, in der es um Taurus-Lieferungen und deren Einsatz ging. Nach den veröffentlichten Protokollen wurde dabei auch erwogen, die Briten um Hilfe zu bitten, weil die bereits mit Soldaten vor Ort seien. Kurz zuvor hatte Kanzler Scholz selbst gesagt, was Briten und Franzosen bei der Zielsteuerung leisteten, könne Deutschland nicht tun. London widersprach: Man sprach nur von einer „geringen Zahl“ britischer Soldaten in der medizinischen Ausbildung. Offiziell bestätigt wurde ein Einsatz nie.

Zwischen dem, was Regierungen öffentlich sagen, und dem, was Militärs hinter den Kulissen andeuten, klafft eine Lücke. Der französische Satz vergrößert sie.

Zusammenfassung

Die Vorgänge um „Drohnensichtungen“ ähneln fatal dem „Celler Loch“ oder Vorgängen in der Ostsee. Damals berichteten die Medien atemlos über Monate nach der Jagd von russischen U-Booten, die sich dann als nicht existent gewesen herausstellten. Aber das schwedische Militär in die Lage versetzt hatte, das Verteidigungsbudget drastisch zu erhöhen. Und so kann man nur hoffen, dass es nicht die mentale Vorbereitung der Bevölkerung auf einen herbeigeredeten Krieg gegen Russland ist, sondern lediglich die Begründung für Rüstungsausgaben und Ablenkung von innenpolitischen Problemen.

Bild: Screenshot von Video über Macrons Warnung

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7 Kommentare

  1. Der Zivilist
    Antworten

    Es ist ein Skandal, wie EU Regierungen die Bürger in einen Krieg führen, den die nicht wollen !

  2. Glass Steagall Act
    Antworten

    Mit den Belegen ist das so eine Sache, man schaut, ob die Bevölkerung den Braten riecht, und wenn nicht, dann geht man wieder einen Schritt weiter! Falls die Bevölkerung auf den Braten nicht anspringt, schafft man eben einen neuen! Und so dreht man immer weiter am Rad zum Krieg, in dem wir uns eigentlich schon längst befinden! Ein schleichender Prozess ist für die Bevölkerung leichter verdaulich! Massenpsychologie ist so einfach, wenn man sie richtig anwendet!

  3. Jurgen
    Antworten

    Also nach meinem Empfinden führt die EU Kommision mit den Sanktionen gegen irgendwen Krieg gegen die eigene Bevölkerung, weil sie nicht aus einer Position der Stärke heraus operieren kann, sondern aus einer der Abhängigkeit von Ressourcen aller Art. Das implodiert über kurz, nicht über lang.

  4. Jakob
    Antworten

    Fragt mal in Eurem Bekanntenkreis was das Wort ‚hybrid‘ bedeutet.
    Ich erhielt viel DrumHerumGerede und die geniale Antwort:
    „Na das macht Putin macht“.
    Und damit ist alles gesagt. Punkt.

    1. Informationsbefreier
      Antworten

      Moment, Moment, ich weiß. Auf den Äußeren Hybriden kann man Urlaub machen, richtig Herr Lehrer?

      1. Der Zivilist

        Da muß man sich aber warm anziehen.

      2. Antermoya

        … und wenn man Glück hat, haben die Engländer dort nichts Kriegswichtiges installiert und der Urlaub könnte noch erholsam sein.

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