Robert Fico wollte die Ukraine besuchen und Selenskyj treffen. Dazu ist es nicht gekommen. Am Vortag hielt er in der Slowakei eine bemerkenswerte Anti-Kriegsrede.
Am 17. September 2026 sprach Robert Fico in Prešov vor Studierenden und Klinikpersonal und sagte für den Folgetag seine Teilnahme am ersten Gipfel der „Karpatischen Acht“ in Bukovel zu. Einen Tag später blieb er fern. Offenbar wegen Krankheit; die Regierung nannte als Vertreter Marek Eštok, Staatssekretär im Außenministerium. Ukrainische Medien bestätigten seine Abwesenheit.
Von Freitag bis Sonntag initiiert Wolodymyr Selenskyj aktuell die „Karpatischen Acht“: Ukraine, Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Österreich und Serbien, plus EU-Vertreter und Wirtschaft. Anwesend sind unter anderen Donald Tusk, Aleksandar Vučić und Nicușor Dan. Auch Robert Fico hätte teilnehmen sollen, doch er sagte seinen Besuch kurzfristig ab.Am 17. September 2026 sprach Robert Fico in Prešov vor Studierenden und Klinikpersonal. Zwar liegt kein vollständiges amtliches Transkript der Rede vor, doch einige Passagen sind über mehrere Medien dokumentiert. Es ist eine weitere Anti-Kriegsrede, wie sie nur wenige Staatschefs in der EU halten:
„Die Lage war mit Blick auf die Möglichkeit eines gesamteuropäischen militärischen Konflikts noch nie so ernst und angespannt wie jetzt. Was heute in Europa geschieht, was wir hören und sehen, ist: Der militärische Konflikt in der Ukraine ist außer Kontrolle geraten. Jegliche Regeln militärischer Operationen gelten nicht mehr, Angriffe auf zivile Infrastruktur beginnen. Ich denke, wir werden Zeugen großer militärischer Operationen auf ukrainischem Territorium. Aber wovor ich mich am meisten fürchte, ist, wie stark die militärische Rhetorik in Europa geworden ist. Es scheint, als würden die Gewinner des EU-Haushalts 2028 bis 2034 die Rüstungsunternehmen sein. Nicht die Bürger, sondern die Rüstungsunternehmen.
Manchmal besteht die Tendenz, die Unfähigkeit, Probleme wie irreguläre Migration, Wettbewerbsfähigkeit und hohe Energiepreise zu lösen, durch diese kriegerische Rhetorik zu ersetzen: Los, lasst uns kämpfen. Um Gottes willen, mit wem wollen wir kämpfen? Mit wem?
Können Sie sich vorstellen, meine Damen und Herren, dass Artikel 5 des NATO-Vertrags ausgerufen würde? Kann sich jemand vorstellen, dass man uns sagt: Bereitet 5000 Soldaten vor, 10 000 Soldaten, und die ziehen irgendwohin in den Krieg? Und wir wüssten nicht einmal, gegen wen, warum und wofür.
Ich will nicht, dass die Slowakei wegen irgendeines Artikels 5 Teil eines militärischen Konflikts wird. Ja, wir gehören zur NATO, wir schätzen das, uns liegen Zusammenarbeit und die Erfüllung von Verpflichtungen am Herzen. Aber als Regierungschef werde ich alles tun, damit die Slowakei niemals in einen militärischen Konflikt hineingezogen wird.
Ich hoffe, dass ich morgen Nacht, wenn ich aus der Ukraine zurückkehre, nicht so skeptisch bin wie jetzt. Freunde, verzeiht: Frieden, Frieden. Wir haben ihn heute, aber morgen muss nichts davon übrig sein. Drücken wir die Daumen, dass die großen Jungs in der Politik Vernunft annehmen.“
Fico sagt seit dem Attentat 2024 wiederholt Termine aus Gesundheitsgründen ab. Ob es sich diesmal um einen rein gesundheitlichen Grund handelte oder ob es auch politische Hintergründe gibt, kann nur spekuliert werden. Die Rede hat Selenskyj allerdings wohl kaum gefallen.
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Endgültiges Urteil gegen Fico-Attentäter
1 Kommentar
Selenskyj verhökert seine Landsleute an die NATO. Sich mit ihm zu treffen ist unehrenhaft.
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