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Technologie

Eine Kamikazedrohne greift „heißen“ Atomreaktor an

6 Kommentare 18. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Jochen Mitschka

Am frühen Donnerstag, dem 17. September 2026 griff eine Selbstmorddrohne das in Betrieb befindliche Kernkraft Kursk in der Russischen Föderation an. Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEA) untersucht den Vorgang.

Nach Angaben der IAEA wurde ein Kühlturm einer Reaktoreinheit von einer Drohne getroffen. Zum Zeitpunkt des Treffers war die betreffende Reaktoreinheit in Betrieb. Wichtig sind dabei drei Punkte:

  • Der Reaktor lief weiter. Die IAEA teilte mit, dass sich der Betriebsmodus nach dem Vorfall nicht verändert habe.
  • Es wurde kein Feuer gemeldet.
  • Bislang gibt es keinen Hinweis auf eine radiologische Freisetzung oder einen nuklearen Unfall infolge dieses Vorfalls. Die bisher veröffentlichten Informationen beschreiben also einen Angriff bzw. Einschlag an der Anlage, aber keinen Reaktorunfall.

Warum ist ein Kühlturm überhaupt relevant?

Ein Kühlturm ist nicht der Reaktor selbst. Er gehört zum Wärmeabfuhrsystem eines Kraftwerks und dient dazu, überschüssige Wärme aus dem Kühlkreislauf an die Umgebung abzugeben. Deshalb bedeutet ein Treffer eines Kühlturms nicht automatisch, dass der Reaktor beschädigt wurde oder eine Kernschmelze droht. Entscheidend wäre, ob sicherheitsrelevante Systeme, die Kühlung des Reaktors oder die Stromversorgung beeinträchtigt werden.

Im aktuellen Fall sagt die IAEA gerade, dass der betroffene Reaktor weiter im bisherigen Betriebszustand lief.

Warum reagiert die IAEA trotzdem so deutlich?

Das liegt daran, dass Kernkraftwerke im Krieg ein besonderes Risiko darstellen. Selbst wenn ein einzelner Drohnentreffer keinen unmittelbaren nuklearen Schaden verursacht, können weitere Angriffe beispielsweise:

  • Stromversorgung oder Notstromsysteme beschädigen,
  • Kühl- und Sicherheitssysteme beeinträchtigen,
  • Brände oder Explosionen innerhalb der Anlage auslösen,
  • Personal bei der Durchführung sicherheitskritischer Arbeiten gefährden.

IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi hat deshalb erneut erklärt, dass Angriffe auf nukleare Anlagen unabhängig vom Ort inakzeptabel seien, und zu maximaler militärischer Zurückhaltung aufgerufen.

Ist das eine Eskalation gegenüber früheren Vorfällen?

Es ist nicht der erste Drohnenvorfall am bzw. in der Nähe des Kursker Kraftwerks.

Die IAEA berichtete bereits im Juli 2026, dass Russland sie über eine Drohne informiert hatte, die einen Kühlturm einer im Bau befindlichen Kraftwerkseinheit am Standort Kursk getroffen und beschädigt habe.

Auch 2025 gab es einen anderen Vorfall: Russische Behörden meldeten damals Schäden an einem Hilfstransformator nach einem Drohnenangriff; die Leistung einer Reaktoreinheit wurde anschließend vorübergehend reduziert. Die IAEA stellte damals normale Strahlungswerte fest.

Der jetzige Vorfall ist also Teil einer Serie militärischer Zwischenfälle rund um nukleare Anlagen in der Region.

Wer hat die Drohne abgeschossen bzw. wer war verantwortlich?

Hier ist Vorsicht wichtig: Die von der IAEA bislang veröffentlichten Informationen, auf denen alle Meldungen basieren, weisen keinen Urheber des Drohnenangriffs auf. Da sich das Kraftwerk in der russischen Region Kursk befindet, etwa 100 km von der ukrainischen Grenze entfernt, liegt der Vorfall im unmittelbaren Kontext des russisch-ukrainischen Krieges.

Das ist aber etwas anderes als eine „unabhängige Bestätigung„, wer die Drohne gestartet hat oder ob der Angriff gezielt gegen das Kraftwerk gerichtet war.

Wie ernst ist die Situation aktuell?

Nach den bislang bekannten Informationen muss man zwischen „ernster Sicherheitsvorfall“ und „nuklearer Notfall“ unterscheiden. Aktuell gemeldet:

  • Drohne trifft Kühlturm.
  • Reaktoreinheit war in Betrieb.
  • Betrieb blieb unverändert.
  • Kein Feuer.
  • Keine bisher gemeldete radiologische Freisetzung.

Nicht gemeldet:

  • Beschädigung des Reaktors selbst.
  • Verlust der Reaktorkühlung.
  • erhöhte Strahlungswerte.
  • Kernschmelze oder vergleichbarer nuklearer Unfall.

Das bedeutet: Der Vorfall ist sicherheitspolitisch und nuklearsicherheitstechnisch ernst, aber nach dem derzeit bekannten Informationsstand gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich daraus ein nuklearer Unfall entwickelt hat.

Interessant ist außerdem, dass die IAEA schon seit Beginn des Krieges immer wieder darauf hinweist, dass gerade militärische Aktivitäten in der Nähe von Kernkraftwerken das Risiko erhöhen. Die Situation am Kursker Standort ist dabei Teil eines größeren Problems, zu dem auch Kernkraftwerk Saporischschja und Tschernobyl gehören.

Zusammenfassung

Eine „unbekannte“ Kamikaze-Drohne hat den Kühlturm des Atomreaktors in Kurs beschädigt. Der Betrieb wurde nicht unterbrochen, Gefahr besteht nicht unmittelbar. Ein ernsthafter Angriff auf ein in Betrieb befindliches Kernkraftwerk kann mit einem Kernwaffenangriff verglichen werden, aber das dürfte hier nicht der Fall sein. Sollte allerdings die Ukraine einen ernsthaften Angriff durchführen, wäre Russland legitimiert, auch mit Kernwaffen zu antworten. Für den Westen bedeutet nach eigener Aussage sogar schon eine atomare Wolke, die ohne Einfluss eine Landes auf NATO-Gebiet geweht würde, einen Kriegsgrund.

Bild: Screenshot von Bericht über Angriff auf das Kernkraftwerk

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6 Kommentare

  1. Jurgen
    Antworten

    Und was soll der Einblender im Bild „Russische Drohnen-Eliteeinheit wird Ukrainern immer gefährlicher“ genau mit dem obigen Artikel selbst zu tun haben? Ist Propagandafilme verlinken jetzt muss bei TKP, auch wenn der schon ein Jahr alt ist?

    1. Jochen Mitschka
      Antworten

      War ein Versehen, wurde korrigiert.

  2. Daisy
    Antworten

    Es war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die cornered näjto-rat EUlenski. Die IAEA ist eine westlich versiffte Organisation analog UNO & Co, wo überall die irren Pädos und S@tanisten drinnen sitzen. Die wird sicher nix über den Urheber verraten, auch wenn sie es weiß. Das überlässt man lieber den versifften Systemmedien…sie bringen ja heutzutage immer irgendwelche „Narrative“ (Erzählungen) statt Berichte…

    EUlendski hat schon öfter AKWs gebombt, so auch wiederholte Male Saporischschja. Er hofft, damit der NATO einen Kriegsgrund liefern zu können. Seine letzte Hoffnung ist ein Weltkrieg. Die EU-Granden sind willig, aber allein zu schwach. Nur Schlands Führung ist das vollkommen wurst. Die dortige ungewählte Marionetten-Regierung und die Fettwanzen, die parasitierend mitmachen, opfern die letzten Ukrainer und Deutschen äh vermutlich ;-) gerne. Trump will nicht, aber er wird die Midterms verlieren, wenn er nicht bald eine Idee hat…

  3. cwsuisse
    Antworten

    Landet eine Spielzeugdrohne auf einem deutschen Flughafen, so waren es natürlich die Russen. Wird ein russisches AKW von einer Drohne attackiert und beschädigt, ist der Urheber höchst fraglich. Kaum denkbar, dass die NATO finanzierte Oligarchenbande aus Kiew dahinter steckt.

  4. Konrad Kugler
    Antworten

    Selbstverständlich haben die Russen das russische KKW angegriffen, ebenso wie sie die Nordstream sprengten, statt den Hahn zuzudrehen.

    1. Jurgen
      Antworten

      Nordstream wurde vom Ami gesprengt mit liebevoller Unterstützung des Bund und der EU.

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