US-Präsident Donald Trump hat einen geplanten Luftangriff auf die Houthis in Jemen in letzter Minute abgebrochen. Nach einem Bericht der New York Times, der von zahlreichen internationalen Medien aufgegriffen wurde, waren die Zielisten bereits genehmigt und Bomben wurden auf US-Kampfflugzeuge verladen, als Trump den Befehl zurückzog.
Megatron hat die Meldung in Umlauf gebracht, die die New York Times am 20. September hatte: US-Streitkräfte luden bereits Munition, Kommandeure hatten Ziele freigegeben – dann zog Donald Trump den Befehl zurück. Reuters wiederholt den Kern und schreibt dazu, CENTCOM habe auf Anfrage nicht geantwortet. Die Geschichte kommt von den üblichen anonymen US-Beamten. Sie ist trotzdem die bisher dichteste Beschreibung, wie nah Washington an einer dritten Front war.
Zwei Kehrtwendungen in vier Tagen
Laut Times hatte Trump am Mittwoch den Beratern gesagt, er wolle nicht zuschlagen. Donnerstag rief Mohammed bin Salman an. Der Kronprinz bat erneut um amerikanische Luftschläge gegen die vorrückenden Huthi. Trump wies das Pentagon an, vorzubereiten. Sonntagmittag, Bomben am Flugzeug: wieder Stopp. „Zumindest vorerst“, so die Beamten.
Trump wird offenbar zwischen dem nach Israel wichtigsten Partner im Iran-Krieg und der Angst vor einer Überdehnung hin- und hergerissen. Die USA führen seit dem 28. Februar einen Krieg gegen Iran, den sie nicht beendet haben. Ein Feldzug in Jemen wäre der nächste tropfenweise Einsatz, der sich in Monaten nicht mehr abschütteln lässt. 2025 hatte Washington die Huthi zwei Monate bombardiert und den Versuch sie zu bezwingen nach einem Waffenstillstand eingestellt. Seitdem: Aufklärung, Zieldaten, keine offensiven amerikanischen Einsätze. CNN: „No offensive strikes.“
Trump sagt parallel, man sei in ständigem Kontakt mit den Huthi, die Gruppe wolle nicht gegen die USA kämpfen und lasse die meisten Schiffe durch – außer die, die Riad betreffen. Fox und Al Jazeera berichten von Gesprächen in Maskat. Das ist die Formel: Amerikanische Schiffe schonen, saudische treffen. Washington nimmt sie, weil Hormuz bereits blockiert ist und eine zweite Blockade den Dieselpreis explodieren ließe.
Hilferufe aus Riad
Die Huthi haben Anfang September Mocha genommen, dann Dhubab und die Insel Perim in der Bab-el-Mandeb-Straße. Wer Perim hält, sitzt auf der Alternative zu Hormuz – genau der Route, über die saudisches Öl den gesperrten Golf umgeht oder besser umgehen wollte. Reuters beschreibt am Montag den nächsten Schritt: Höhen zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean, um den Rest der von Riad gestützten Kräfte von der Küste fern zu halten. Am Wochenende vermeldeten die Huthi Beschuss auf Riad, Rauch nahe dem Flughafen. Saudi-Arabien schweigt dazu öffentlich.
Axios hatte schon am 10. September geschrieben: MBS rief zweimal an, Trump lehnte ab, Washington liefert Intel. Die Times beschreibt die Wiederholung eine Woche später – und den Moment, in dem die Maschine schon lief. Gulf News fasst das Kalkül: Iran-Krieg, Energie, Überdehnung. Der innere Zirkel, so Megatrons Kurzfassung der Times, wollte keine neue Front.
Kolonialmächte verlieren Kontrolle über die Meerengen
Bab el-Mandeb ist kein Nebenkriegsschauplatz. Versicherungsprämien und Tankerrouten ändern sich im Stundentakt. Die Huthi müssen die keine Schiffe versenken, um den Preis zu ändern. Es reicht, saudische Ladung zu markieren, während Hormuz unter Druck bleibt. Deshalb der Anruf aus Riad. Deshalb das Laden der Bomben – und deshalb dann der Rückzug: Wer in Jemen einsteigt, kauft sich denselben Gegner, den er in Iran nicht bezwungen hat – plus eine Küste, die sich seit 2015 jeder Kolonialmacht entzogen hat.
Riad führt weiter eigene Schläge und kommt nicht hinterher. Washington berät und zielt und steigt nicht ein. Es ist die Erkenntnis, dass Munition und Aufmerksamkeit schon im Golf gebunden sind.
🇺🇸🇸🇦🇾🇪 Trump called off the attack on Yemen at the last minute; his advisors changed his mind
The New York Times reports that the strikes against the Houthis were close to beginning, with target lists approved and bombs being loaded onto U.S. warplanes when Trump pulled back.’… pic.twitter.com/NxXUtQzm9f
— Megatron (@Megatron_ron) September 21, 2026
Megatron hat die Pointe: Der Angriff war am Start. Gestoppt hat ihn nicht das Völkerrecht. Gestoppt hat ihn die Angst vor dem nächsten Krieg, den Trump nur mehr wieder verlieren kann.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
4 Kommentare
MBS ist halt nicht Bibi
Und das Saudi Militär ist nicht IDF
Kommt es nur mir so vor, oder handeln die alle (sowohl USA als auch EU und NATO) momentan ziemlich kopflos? 🤔
Übrigens: Das auf dem Bild da oben ist ein Jet der IAF – nix US …
Armes ISrahell… So gemein vom Trumpi, menno!
Auf der einen Seite glaube ich nicht daran, dass der US-Präsident solche Entscheidungen (alleine) treffen kann/darf.
Und auf der anderen Seite wäre da fast noch eine viel größere 3. Front ausgebrochen, als man einen chinesischen Frachter hopps nehmen wollte, weil die „KI“ meinte, da wären A-Bomben-Teile versteckt. Laut US-Medien waren auch hier bereits die Hubschrauber in der Luft, um das Schiff zu entern und Flugzeuge mit nötigem „Werkzeug“, es zu versenken. Erst kurz davor wurde jemandem bewusst, dass es ein „KI“-Bericht war, der sich auf einen anderen „KI“-Bericht stützte……
Kann alles stimmen – muss aber nicht. Kann auch sein, dass der Gegner das Gefühl bekommen soll, kurz vor einer schlimmen Bestrafung zu stehen. Aus Sicht der Amis hat die Welt ja Angst vor den USA., die glauben also, das wirkt. In Wahrheit entblößt sich die USA damit selbst, weil sich immer weniger Länder vor solcher „Bestrafung“ fürchten. Im Gegenteil, immer mehr warten auf eine solche Gelegenheit.
Für Fakt halte ich jedenfalls, dass die US-Flotte vor Ort keinen 2. Beschuss aus Süd-Westen verdauen kann, wenn gleichzeitig der Iran aus dem Norden anfliegt.
Ebenfalls Fakt ist, dass die letzte See-Blockade der Houthies gegen Israhell sehr erfolgreich war und den Hafen von Eilat quasi stillgelegt hat – und das war noch vor den aktuellen Eroberungen. Die Houthies haben mit ihrer Wasserstraße einen noch größeren Hebel, als der Iran mit seiner Schroedinger-Strait. Zumindest das scheinen wenigstens die Amis endlich gelernt zu haben.
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