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Gerald Markels Wochenrückblick

Kann Kickl Kanzler?

12 Kommentare 21. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Gerald Markel

Österreich ist ein kleines Land mit riesigen Problemen. Ökonomisch sind wir nach einem verlorenen Jahrzehnt das Schlusslicht, die Schlechtesten am Ende aller Tabellen. Der nächste Kanzler muss für Österreich in alle Welt reisen um neue Chancen, neue Optionen und neue Partner zu finden – unter anderem auch weil diese EU am Ende ist.

Also Austria First. Und nicht Israel First.  Ich habe jetzt vier Tage lang gehofft und gewartet. Und ich warte meinetwegen auch noch eine Woche. Aber wenn nichts kommt bin ich raus – sage ich auch ganz offen. Wenn Herbert Kickl nicht DEMNÄCHST auch ganz klare und offene Worte in die andere Richtung findet, können wir nämlich „Austria First“ vergessen.

In der Rede, die Herbert Kickl in Straßburg gehalten hat, findet sich keine Kritik an Israels aktueller Politik, an der Regierung Netanjahu oder an der Kriegsführung in Gaza. Kein Wort.

Die Rede war im Gegenteil ausdrücklich unterstützend: Kickl verurteilte den 7. Oktober 2023 als Verbrechen gegen die Menschlichkeit (da bin ich 100% bei ihm), bekräftigte Israels Existenz- und Verteidigungsrecht (da bin ich auch noch voll an Bord).

Kickl anerkannte die historische Verbindung des jüdischen Volkes zu Judäa und Samaria= das Westjordanland (da bin ich schon mal raus – ein außenpolitischer Irrsinn, buchstäblich NIEMAND, kein EINZIGES Land auf dieser Welt anerkennt Israels Ansprüche auf das Westjordanland).

Er kündigte im Falle einer Kanzlerschaft die Verlegung der österreichischen Botschaft nach Jerusalem an (mir völlig egal, hat ohnehin nur symbolische Bedeutung) und übernahm die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus (der nächste Kotau vor den Ultrazionisten).

Er kritisierte die EU dafür, die Palästinensische Autonomiebehörde zu finanzieren, während israelische Opfer des Hamas-Angriffs keine vergleichbare Unterstützung erhielten (ist richtig – aber Austria First würde bedeuten dass wir ÜBERHAUPT KEIN STEUERGELD DA RUNTER SCHICKEN?!).

Was fehlt?

KEIN WORT oder Kritik an der israelischen Kriegsführung, keine Kritik an Zehntausenden zivilen Opfern in Gaza – darunter 1000 Babys und Tausende Kleinkinder (!). Oder an der völlig irren Siedlungspolitik samt Siedlergewalt oder der Besetzung und Zerstörung des gesamten Süd-Libanons samt Vertreibung und Destabilisierung der Region. (Die nächste Flüchtlingswelle von dort ist allein Israels Schuld.)

KEIN WORT zu den Angriffskriegen der Israeli gegen den Iran der unsere Treibstoffpreise explodieren ließ und uns ins Energieversorgungs-Armageddon stürzt. KEIN WORT zu den unfassbaren Aussagen die Netanjahus Minister – zum Beispiel der Drecksack Ben-Gvir – auskotzen- speziell im gerade laufenden Wahlkampf in Israel.

Die Rede war eine einzige Anbiederung an den Likud, die Partei des Kriegsverbrechers Netanjahu und an Israels Ultrazionisten und Gross-Israel Fanatiker.

Und kein Wort der Kritik.

Was bitte soll daran Austria First sein?

Ein Kanzler Kickl – und ich hoffe immer noch er wird es und er kann es – muss in der ganzen Welt herumreisen und für das NEUTRALE Österreich neue Partner und Märkte werben und verhandeln!

Wie soll das funktionieren als Pudel und Vasall Netanjahus und der israelischen Ultrarechten?

Was sagt Kickl den Staatschefs der BRICS-plus Länder warum er die Ermordung von Zehntausenden Kindern in Gaza mit keinem Wort kritisiert aber Israels Anspruch auf das Westjordanland anerkennt?

Was passiert denn, wenn Netanjahu die Wahlen verliert und an Den Haag ausgeliefert wird? Ist die Regierung Kickl dann mit einem verurteilten Kriegsverbrecher verbündet?

„Das Schweigen der westlichen Staatengemeinschaft zur Gewalt im Gazastreifen ist blamabel ,,,,. Die EU und die USA sind offensichtlich nur noch Lobbyorganisationen der Israeli und verurteilen den Blutzoll einer Zivilbevölkerung gar nicht, wenn er von Israel kommt. Diese westliche Heuchelei stinkt zum Himmel.“
FP Generalsekretär Vilimsky (!) am 2.1.2009

Was ist passiert?
Was ist heute anders?
Kann Kickl Kanzler?
Noch warte ich ab.
GM

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12 Kommentare

  1. Jochen Mitschka
    Antworten

    Dass Problem mit den konservativen Patrioten ist, dass sie glauben Israels Verhalten wäre patriotisch. Sie verstehen nicht, dass alles Fake ist. Dass der Nationalismus nur Rassismus ist. Und der Patriotismus Kolonialismus. Und dass die wahren Patrioten, die um ihre Heimat kämpfen, die Palästinenser sind.

  2. OMS
    Antworten

    Kickl muss den Diener machen! Ein falsches Wort und er ist weg vom Fenster und kann eine Kanzlerschaft abschreiben!

    1. Daisy
      Antworten

      Das ist richtig.

  3. therMOnukular
    Antworten

    Es spricht für Markel, dass er diesen Punkt nicht verdrängt und wegwischt, sondern eine Antwort will.

    Es spricht gegen ihn, dass er diese Antwort noch nicht kennt.

    Mach nur weiter Herbert und dein Zuwachs der letzten Jahre wird so schnell verschwinden, wie er gekommen ist. Mindestens die Hälfte der heutigen FPÖ-Wähler sind keine überzeugten, treuen Follower, sondern frustrierte Protestwähler (nichts ärgert die SPÖ mehr, als wenn man ihr mitteilt, dann noch lieber ausgerechnet FPÖ zu wählen).

    Und ich erinnere auch gern an das, was mir langjährige FPÖ-Wähler über Herberts letzte Regierungsbeteiligung mitgeteilt haben: „die machen ja auch dasselbe wie alle anderen“…..

    Mein Fazit: Gestern ein nettes Filmchen auf Yuhutube über Zivilisations-Zyklen gesehen, die meinen Gesamteindruck perfekt widerspiegeln: wir sind im letzten Stadium angekommen.
    Die Frage, die vor uns liegt lautet also: wird es so wie im alten Rom mit 100 Jahren Bürgerkrieg und einem langsamen „Abbröckeln“ der (zu) imperial beherrschten Gebiete – oder doch ein schnelles Ende wie in Frankreich?
    Es werden sich jedenfalls verdrängte „Eliten“ aufmachen, die Wut der Menschen auf die herrschenden „Eliten“ für sich zu nutzen. Der Kuchen ist nicht mehr groß genug für alle „elitären“ Kinder (auch die Gier wächst bekanntlich mit jedem Bissen), die aber alle ihren versprochenen „Status“ beanspruchen. Die zu lange gequälte Masse wird sich nach einem Erlöser sehnen und ihm alles anvertrauen – und spätestens dann kommt es zur Katastrophe, weil dieser „Erlöser“ nur derselben Brut entsprungen ist und einen „Eliten“-internen Machtkampf austrägt.

  4. Der alte Marxist
    Antworten

    Da braucht man auf gar nichts zu warten. Schon Strache und Hofer meinten, dass sie von den Zionisten lieb gehabt werden, wenn sie vor ihnen auf den Knien rutschen und vielleicht von ihnen als 100%ige Nicht-Nazis bestätigt werden. Tja, damals hat es nicht geklappt. Nun nimmt die FPÖ (samt allen anderen „Patrioten für Europa“) einen neuen Anlauf. Volle Solidarität mit zionistischen Massenmördern, welche seinerzeit mit Unterstützung der britischen Regierung massenweise in Palästina eingedrungen sind und seit mehr als 80 Jahren die von ihnen als minderwertig eingestuften Palästinenser terrorisieren. Anmerkung: auch alle anderen Nicht-Juden gelten dort als minderwertig bzw. unerwünscht. Aber für Kickl und Co. beginnt eben die Geschichte erst im Oktober 2023 (wie für Russenhasser und Freunde des Bandera-Regimes der Ukraine-Konflikt erst 2022) und damit unterstreicht er seine Bildungs- und Geschichtslosigkeit.

    Dass der Iran-Konflikt wesentlich von den Zionisten angestoßen wurde, und demnächst unsere Energiepreise noch mehr in die Höhe treiben wird, hat er offenbar auch nicht mitbekommen. Es ist außerdem maßlos dumm zu glauben, dass man mit Unterstützung der israelischen Faschisten die Islamisierung bekämpft. Wohin werden wohl die 2 Mio Palästinenser gehen, wenn sie aus ihrer Heimat vertrieben werden? Kickl stellt sich damit auch auf die Seite der US-Imperialisten, deren Politik offenbar maßgeblich von israelischen Lobbyisten gesteuert wird. Doch die USA befinden sich im Niedergang. Andere Player werden wichtiger. Aber auch sonst ist von dieser FPÖ nichts zu erwarten. Wer in 5 von 9 Bundesländern ganz harmonisch mit den Schwarzen kuschelt, der wird es auch auf Bundesebene tun.

  5. Andreas_Sch.
    Antworten

    Warum sollte man sich, wenn man „Austria first!“ möchte, überhaupt zu Problemen am anderen Ende der Welt positionieren? 🤔

  6. Sceeneshifter
    Antworten

    Bisher war ich Kickl-Fan und habe ihn als Kanzler erhofft – seit vorigem Mittwoch ist er für mich ein niederträchtiger Mensch ( und das ist noch sehr milde formuliert ), weil er das Genozid-Regime hofiert. Die Verlegung der österreichischen Botschaft nach Jerusalem hat nicht nur symbolische Bedeutung, sondern damit erteilt er dem zionistischen völkermordenden Apartheit-Regime einen diplomatischen Freibrief für ihre Verbrechen seit 1948 und induziert ein „Weiter so“. Ich hoffe, die FPÖ in ihrer Mehrheit unterstützt diese Einstellung nicht. Sie sollte für Kickl ein Parteiausschlußverfahren initiieren und Harald Vilimsky als Kanzlerkandidaten ernennen.

    1. peru3232
      Antworten

      ich auch, weil er eben diese allgemeine FPÖ Einstellung, also Pro Zionismus so nicht teilte, sondern sich kritisch äußerte. Also mehr auf auf1 Basis. Was die FPÖ Mehrheit anbelangt ist das wohl bei weitem nicht so. FPÖ Fans tummeln sich meist auf exxpress. Und da im Forum wird man als Trump oder Satanjahu Kritiker entweder nicht freigeschaltet oder bekommt bei entsprechenden angeschnittenen Themen richtigen Hass zurück.
      Gegen Krieg und Gewalt sprechen sich nur mehr KPÖ, LMP und MFG aus…

  7. Peter Ruzsicska
    Antworten

    Ja, Herr Markel, warten Sie weiter…

    Jede Art von Politik ist Herrschaftliches Gewaltmanagement auf Grundlage sich selbstverstetigender Sachzwangslogik verinnerlicht in Generalzirkelschlüssen wesenseigentlichen Brachialstopportunismus.
    Nichts anderes war und ist als auch wird nie zu erwarten sein.

    Told You.

  8. 1150
    Antworten

    ganz ehrlich, was kümmert mich die semitenbande da unten.
    ich bin gegen das kopftuchverbot, im gegenteil, ich bin für die fez-pflicht für moslems
    mir reichen die eingeschleusten u-menschen der letzten jahre hier in europa.
    ich sage bewusst u-menschen, sie als ungeziefer zu bezeichen beleidigt kakerlaken und anderes als ungeziefer bezeichnetes getier

    1. 1150
      Antworten

      u-menschen, als antipode zu zarathustra*s übermensch

      1. rudifluegl

        Da hatte ich mich wohl geirrt.
        Nicht Schei… am Kopf. Auch nicht Schei… im Kopf.
        Sondern der Kopf als gesamtes erinnert an den vergessenen Fisch!

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