Nicht nur im Westjordanland, wo es keine Hamas gibt, sondern auch in Gaza geht die ethnische Säuberung Israels weiter, wobei zunehmend versucht wird, den Umfang der Tötungen durch, was der IGH als plausiblen Vorwurf des Völkermordes ansieht, zu verschleiern.
Am Wochenende wurde in Gaza-Stadt die Beisetzung von rund 100 Palästinensern begangen, deren sterbliche Überreste zuvor aus den Trümmern zerstörter Wohnhäuser im Stadtteil Zeitoun geborgen worden waren – der Großteil davon Kinder und Frauen, wie Afaq News berichtet.
Was tatsächlich geschah
55 der rund 100 geborgenen Toten stammen aus einem einzigen Haus der Familie Malaka in Zeitoun. Es wurde bereits am 19. November 2023 von der israelischen Armee getroffen, während sich dort rund 60 Vertriebene versteckt hielten – mitten im damaligen Bodenkrieg, wie Al Jazeera dokumentiert. Fast drei Jahre lagen die Opfer unter dem Schutt, bevor Zivilschutzteams sie nun bergen konnten. Die Bergung ist Teil der zweiten Phase eines Projekts zur „Wiedergewinnung der Leichen von Märtyrern“, das insgesamt 147 zerstörte Gebäude in Gaza-Stadt sowie im Norden und in der Zentralregion umfasst – dort werden noch schätzungsweise 1.072 Leichen unter dem Schutt vermutet. In einer ersten Phase seit November 2025 wurden bereits rund 333 Tote aus 54 Gebäuden geborgen.
Der Grund für die jahrelange Verzögerung ist nicht Verschleierung, sondern das Gegenteil: fehlende Mittel. Der palästinensische Zivilschutz hat nach eigenen Angaben rund 85 Prozent seiner Ausrüstung verloren und arbeitet nur noch mit 5 bis 7 Prozent seiner Vorkriegskapazität – die Organisation bittet ausdrücklich internationale Hilfsorganisationen um Bagger, Pumpen und Bulldozer, um überhaupt an die zehntausenden weiteren Toten heranzukommen, die man unter dem Schutt Gazas vermutet. Derweil wird berichtet, dass Israel bereits mit dem Abräumen von Schutt begonnen habe, ohne auf die darin enthaltenen Leichen Rücksicht zu nehmen.
An den Vorwürfen, dass Israel Trümmerberge aus dem Gazastreifen abtransportiert und dabei die Zerstörung von Beweisen sowie die Missachtung darin vermuteter Leichen in Kauf nimmt, ist ein realer, international dokumentierter Konflikt dran.
Menschenrechtsorganisationen wie der Euro-Mediterranean Human Rights Monitor haben detaillierte Berichte vorgelegt, die systematische Räumungen durch das israelische Militär und zivile Subunternehmer dokumentieren.
Die Vorwürfe im Detail
- Systematischer Abtransport: Dem Euro-Med Monitor zufolge transportieren israelische Kräfte täglich rund 100 Lastwagenladungen Schutt aus den von ihnen kontrollierten Gebieten im Gazastreifen ab. Schätzungen sprechen von bereits Millionen Tonnen bewegtem Material.
- Vernichtung von Beweisen: Kritiker und NGOs werfen Israel vor, durch das unkontrollierte Einebnen und Wegschaffen des Schutts potenzielle Beweise für Kriegsverbrechen zu vernichten, noch bevor unabhängige internationale Forensiker Zugang zu den betroffenen Orten (wie zerstörten Wohnvierteln oder Krankenhäusern) erhalten konnten.
- Umgang mit den Toten: Da UN-Organisationen und die palästinensische Zivilschutzbehörde schätzen, dass noch immer zehntausende Menschen vermisst und unter den Trümmern begraben sind, und es besteht die konkrete Befürchtung, dass bei den maschinellen Räumungen auch die sterblichen Überreste von Opfern unbesehen abtransportiert und zerstört werden.
Die logistische Blockade
Während auf der einen Seite von Israel kontrollierte Großgeräte Schutt wegbringen, ist der palästinensische Zivilschutz in Gaza massiv eingeschränkt. Lokale Rettungskräfte müssen die Leichenberge oft mit Schaufeln oder bloßen Händen freilegen, da Israel die Einfuhr von schwerem Gerät, Baggern und Treibstoff aus Sicherheitsgründen streng limitiert.
Israels offizielle Position
Die israelische Regierung und das Militär weisen die Vorwürfe einer gezielten Beweisvernichtung oder des völkerrechtswidrigen Umgangs mit Toten natürlich zurück.
- Räumungen in militärisch kontrollierten Zonen werden meist mit operativer Notwendigkeit (z. B. der Sicherung von Wegen für Truppenbewegungen oder dem Freilegen von Tunnelstrukturen der Hamas) begründet.
- Einschränkungen bei der Einfuhr von Werkzeugen und Baumaschinen für palästinensische Behörden rechtfertigt Israel mit dem sogenannten „Dual-Use“-Risiko: Es bestehe die Gefahr, dass die Hamas solche Geräte zweckentfremdet, um neue militärische Befestigungen oder unterirdische Gänge zu errichten.
Kein neues Bombardement – aber auch kein Frieden
Auch wenn die 100 endlich geborgenen Opfer nicht von aktuellen Bombardierungen herrühren. Das ändert jedoch nichts daran, dass der seit 10. Oktober 2025 geltende Waffenstillstand alles andere als ein echter Frieden ist. Israel fliegt weiterhin Luftangriffe, offiziell als Reaktion auf angebliche Verstöße der Gegenseite:
Bis Ende Dezember 2025 wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza über 400 Palästinenser getötet, bis Anfang Februar 2026 waren es bereits 556 Tote – überwiegend Zivilisten. Acht Vermittler- und Nachbarstaaten, darunter Ägypten und Katar, verurteilten damals Israels „wiederholte Verstöße“ gegen die Vereinbarung. Und gar nicht gesprochen wird von Opfern, die auf Grund von Krankheiten, Mangelernährung oder Verletzungen auf Grund der Lebensbedingungen starben. Auch der Stadtteil Zeitoun selbst blieb nicht verschont:
Zivilschutzangaben zufolge wurden dort mehrere Zivilisten bei einem separaten Angriff getötet, eine Frau starb nach israelischem Artilleriebeschuss auf ein Zelt Vertriebener, wie Berichte unter Berufung auf AFP festhalten. Erst im August 2026 verschärfte die israelische Führung offenbar intern die Freigaberegeln für Angriffe im Gazastreifen im Rahmen des von den USA geleiteten Entwaffnungsplans – ein Schritt, der laut israelischen Medien die Zahl der Angriffe zuletzt spürbar sinken ließ, berichtet das Schweizer Portal Tachles.
Zusammenfassung
Die eigentliche Geschichte hinter Zeitoun ist damit weniger eine Verschwörung als ein bewusstes oder unbewusstes Verwaltungsversagen mit humanitären Dimensionen: Ein von Israel weitgehend zerstörter Zivilschutz kann selbst zwei Jahre nach einem Waffenstillstand die eigenen Toten nicht bergen, weil es an einfachsten Werkzeugen fehlt – während die internationale Gemeinschaft, die diesen Waffenstillstand mit ausgehandelt hat, keine Anstalten macht, wenigstens diese Lücke zu schließen, was den Vorwurf der Verschleierung hervorruft. Der von der UN-Untersuchungskommission im September 2025 erhobene Vorwurf des Völkermords bleibt dabei der Rahmen, vor dem sich jede einzelne Meldung aus Gaza – ob elf oder hundert Tote – einordnen lässt.
Bild: Screenshot von x.com-Beitrag
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7 Kommentare
Leider wird man in Deutschland, wenn man das Ganze als Völkermord bezeichnet, intensiv in die rechte Ecke gestellt…ich bin gerne seit Corona als Querdenker und Schwrubler bezeichnet…das heißt für mich dass ich auf der richtigen Fährte bin…
Wie ich es verstehe, dürfte Deutschland, so nur Zweifel bestehen, ob Israel ethnische Säuberungen begeht, keine Zusammenarbeit mehr fortführen, da dies indirekt als Unterstützung gewertet werden kann.
„Die eigentliche Geschichte hinter Zeitoun ist damit weniger eine Verschwörung als ein bewusstes oder unbewusstes Verwaltungsversagen mit humanitären Dimensionen: Ein von Israel weitgehend zerstörter Zivilschutz kann selbst zwei Jahre nach einem Waffenstillstand die eigenen Toten nicht bergen, weil es an einfachsten Werkzeugen fehlt – während die internationale Gemeinschaft, die diesen Waffenstillstand mit ausgehandelt hat, keine Anstalten macht, wenigstens diese Lücke zu schließen, was den Vorwurf der Verschleierung hervorruft.“
es gibt keine „internationale Gemeinschaft“, es gibt nur Israel-Sklaven.
Es ist absolut beschämend für die Menschheit weltweit, was dort unten läuft.
Das bitte Frau Franziska (katholisch) Hoppermann, Bundestagsdarsteller-Abgeordnete der CeDeUh mitteilen. Frau Hoppermann negiert beständig die von IsraHell begangenen Massenmorde an Palästinensern, siehe https://fassadenkratzer.de/2026/09/05/cdu-ganz-klar-es-gibt-keinen-volkermord-in-gaza/
Und man kann es eben nicht nur aufcden pösen Bibi und seine Kumpane schieben.
Ein Volk das solche Figuren an die Macht bringt, ein Volk das all diese Verbrechen zulässt und in einem Militär dient das Kriegsverbrechen begeht, ist schuldig, schuldig, schuldig!
Es ist wohl kein Zufall, dass der WEF-Harari dort Professor ist – der Typ, der um 90% der Menschheit als „unnütze Esser“ loswerden möchte. Es scheint zum Mainstream des Landes zu passen.
„Umfang der Tötungen durch, was der IGH als plausiblen Vorwurf des Völkermordes ansieht, zu verschleiern“, und das Verschleiern gelingt dem kleinen Dercksland doch seit mehr als 75 Jahren wunderbar. Klar, schließlich ist es Opfer – und „das darf nie hinterfragt werden“, und wenn doch: Knast! -, und als solches hat es verdammt noch mal jedes Recht, jeden abzuschlachten, den es abschlachten will dank der ewigen Opferkarte der ewigen Täter.
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