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Wissenschaft

Jacob Nordangård über Klimawandel als Steuerungsinstrument der Universitäten

1 Kommentare 12. Oktober 2026 5 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Am 10. und 11. Oktober 2026 hielt der schwedische Forscher Jacob Nordangård auf dem vierten Omniwar-Symposium seinen Vortrag „The Capture of Academia – The Case of Climate Change“.

Die Aufzeichnung, das Abstract und die umfangreichen Folien (PDF, über 80 MB) sind über David A. Hughes’ Substack und die Symposiumsseite zugänglich. Nordangård, promovierter Wissenschafts- und Technikhistoriker (Linköping University) und Autor von Rockefeller – Das Spiel kontrollieren, zeichnet darin die institutionelle und finanzielle Genealogie der anthropogenen Klimawandel-These nach – nicht als reine Wissenschaftsgeschichte, sondern als Geschichte der gezielten Lenkung akademischer Aufmerksamkeit und Ressourcen.

Der Paradigmenwechsel 1988

1988 erklärte die UN-Generalversammlung den anthropogenen Klimawandel zur „common concern of mankind“. Im selben Jahr gründeten die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Nordangård beschreibt dies als den Übergang vom Kalten Krieg zum „Warm War“. Ab diesem Zeitpunkt wurden Forscher, die die These vom menschengemachten Klimawandel bestätigten, mit enormen Ressourcen ausgestattet, während diejenigen, die natürliche Klimaschwankungen betonten oder die Größenordnung des menschlichen Einflusses relativierten, weitgehend ausgegrenzt und als „Klimaleugner“ gebrandmarkt wurden – oft mit dem Verweis auf angebliche Finanzierung durch die Ölindustrie.

Die Frage, die Nordangård stellt, ist nicht primär die nach dem physikalischen Mechanismus, sondern: Wie kam es zu dieser massiven Ressourcenverschiebung und zur moralischen Hierarchisierung innerhalb der Akademie?

Wurzeln in Eugenik und Technokratie

Der Vortrag führt die Wurzeln der anthropogenen Klimawandel-Theorie in die 1950er-Jahre zurück und verbindet sie mit eugenischen und technokratischen Traditionen der Steuerung von Bevölkerung und Ressourcen.

1952 gründete John D. Rockefeller III das Population Council. An der Gründungskonferenz nahm auch der Ozeanograph Roger Revelle von der Scripps Institution of Oceanography teil. Revelle, eng verbunden mit Detlev Bronk (damals Präsident der National Academy of Sciences und in Rockefeller-Stiftungen engagiert), wurde in den folgenden Jahren zu einem der zentralen Protagonisten der CO₂- und Klimaforschung. Unter seiner Leitung an Scripps begann Charles David Keeling die berühmten Messungen, die später zur Keeling-Kurve wurden.

Parallel dazu initiierte der Rockefeller Brothers Fund das Special Studies Project unter der Leitung von Henry Kissinger. In diesem Rahmen wurde der Klimawandel bereits in den späten 1950er-Jahren als grenzüberschreitendes Problem identifiziert, das sich für internationalistische Ambitionen eignete.

Die Rockefeller Foundation und der Brothers Fund förderten gezielt Institute und Forscher, die die anthropogene These vorantrieben – darunter die Scripps Institution und das International Meteorological Institute (IMI) an der Universität Stockholm, das 1955 auf Initiative von Carl-Gustaf Rossby gegründet worden war. Schwedische Meteorologen wie Bert Bolin (später erster IPCC-Vorsitzender) standen in diesem Netzwerk.

Nordangård betont die enge Verflechtung mit der Bevölkerungskontrolle: Dieselbe philanthropische Infrastruktur, die eugenische und populationspolitische Projekte vorantrieb, finanzierte und legitimierte die Klimaforschung. Ein globales, grenzüberschreitendes Problem – ob Bevölkerung oder Klima – legitimiert globale Institutionen und Steuerung.

Die systematische Lenkung der Universitäten

Seit den 1950er-Jahren arbeiteten die Rockefeller-Stiftungen methodisch darauf hin, die Richtung der akademischen Forschung zu beeinflussen. Wer die These bestätigte, wurde gefördert; wer sie hinterfragte, bekam weniger Mittel und geriet ins Abseits.

Das Ergebnis war kein reiner wissenschaftlicher Konsens, sondern eine durch Finanzierung und Karriereanreize geprägte Hierarchie. Nordangård dokumentiert dies anhand von Jahresberichten, Förderdokumenten und institutionellen Verbindungen – Material, das in seinen Büchern Rockefeller – Das Spiel kontrollierene (englische Ausgabe 2024) und der schwedischen Vorgängerversion ausführlich aufbereitet ist jacobnordangard.se.

Im 2005 Annual Review des Rockefeller Brothers Fund wird die strategische Dimension offen formuliert:

„Die Erwärmung des Klimas ist […] ein globales Problem, das jeden erdenklichen Aspekt der menschlichen Gesellschaft betrifft. Darin liegt unsere Chance.“

Das Ziel, so Nordangård, war und ist die Etablierung eines weltweiten digitalen Klimaschutz-Systems – eines Steuerungsapparats, der Daten, Modelle und Maßnahmen global koordiniert.

Von der Akademie zur politischen Realität

Die Kaperung der Akademie ist für Nordangård kein Nebeneffekt, sondern Voraussetzung. Die Wissenschaft liefert die Legitimation, die Politik die Umsetzung. Die 1972er UN-Umweltkonferenz in Stockholm (mit Maurice Strong in zentraler Rolle, selbst eng mit Rockefeller-Netzwerken verbunden) markierte einen weiteren Meilenstein.

Spätere Entwicklungen – IPCC-Berichte, Klimaabkommen, die Verbindung zum World Economic Forum und die Vision einer digitalen „Agentic State“ – erscheinen in dieser Lesart als logische Fortsetzung.

Nordangård selbst erlebte als Dozent an schwedischen Universitäten den Druck, als er vom Konsens abrückte. Sein Vortrag auf dem Omniwar-Symposium steht im Kontext einer kritischen Bestandsaufnahme: Die Akademie hat ihre Rolle als Gegenmacht weitgehend aufgegeben. Stattdessen produziert sie den wissenschaftlichen Unterbau für technokratische Steuerung.

Quellen statt Narrative

Was Nordangård vorlegt, ist eine institutionengeschichtliche Analyse, gestützt auf die eigenen Dokumente der Stiftungen, UN-Beschlüsse und die Geschichte zentraler Forschungsinstitute. Die Folien des Vortrags und die zugrundeliegenden Quellen sind öffentlich zugänglich.

Ob man seine Schlussfolgerung teilt – dass der Klimawandel letztlich ein Instrument globaler sozialer, politischer und ökonomischer Kontrolle ist – oder nicht: Die systematische Förderung einer bestimmten Forschungsrichtung durch private Stiftungen mit geopolitischen Ambitionen ist dokumentiert. In einer Zeit, in der abweichende Positionen weiter marginalisiert werden, bleibt die Prüfung der Primärquellen der sinnvollste Weg.

Hier der Vortrag:

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1 Kommentar

  1. Varus
    Antworten

    @“Ein globales, grenzüberschreitendes Problem – ob Bevölkerung oder Klima – legitimiert globale Institutionen und Steuerung.“

    Blättern wir zum heutigen Tag – am Dnepr und am Golf müsste die westlich gesteuerte Weltherrschaft zum Ende kommen?

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