In der Nacht auf Montag wurden zahlreiche Kühl- und Gefriersysteme in französischen Supermärkten sabotiert. Mutmaßlich machten Hacker aus Gefrier- und Kühlgeräten Öfen. Lebensmittel wurden vielfach zerstört. Parallel dazu kommt es auch zu Störungen in den Niederlanden und Belgien.
Aktuell stellt sich die Erklärung so dar: Hacker manipulierten die Temperatursteuerung älterer Danfoss-Reglersoftware des dänischen Herstellers. Sie nutzten die normale Abtaufunktion – die normalerweise kurzzeitig Frost entfernt – und erzwangen einen kontinuierlichen Abtauvorgang mit einer Solltemperatur von 50 °C. Die Anlagen heizten stundenlang und verwandelten Kühlgeräte in Öfen. Frische und tiefgekühlte Waren wurden ungenießbar und mussten entsorgt werden. In manchen Fällen brachen Folgebrände aus; die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt.
Der Schaden ist massiv. Am stärksten betroffen ist Intermarché. Das Unternehmen spricht von bis zu 300 Filialen inklusive Netto. Bei Coopérative U sind weniger als 100 Geschäfte getroffen. Auch E.Leclerc wird genannt, ebenso wie möglicherweise Carrefour Market, Monoprix, Metro und unabhängige Betriebe wie Metzgereien. Der gemeinsame Nenner ist die weit verbreitete Danfoss-Technik.
Die Manipulation trat teilweise um Mitternacht ein, teilweise erst deutlich später. In Haguenau (Elsass) verlor ein Intermarché seinen gesamten Tiefkühlbestand (rund 50.000 Euro), ein benachbarter Supermarkt frische und gefrorene Ware im Wert von etwa 220.000 Euro. Landesweit rechnen die Mousquetaires mit Schäden in Höhe mehrerer Millionen Euro.
Die Supermärkte sehen sich als kollaterale Opfer eines Angriffs auf den Danfoss-Dienstleister. Der Angriff zeigt freilich wieder einmal deutlich, wie anfällig digitalisierte Infrastruktur geworden ist.
Parallel dazu werden auch außerhalb Frankreichs Störungen gemeldet. Der niederländische Supermarktriese Albert Heijn meldet seit Sonntagnachmittag einen Zwischenfall bei der Cybersicherheit. So sind Website, App und Kundenservice von Albert Heijn sowie den Töchtern Etos und Gall & Gall offline. Online-Lieferungen wurden gestoppt, Treueprogramme funktionieren nicht und elektronische Preisschilder in den Läden zeigen veraltete Aktionspreise statt aktueller Angebote. Auch die belgische Kette Delhaize ist betroffen. Es könnten auch Kundendaten betroffen worden sein. Die physischen Läden bleiben geöffnet; eine Sabotage der Kühlanlagen gibt es in belgischen oder niederländischen Geschäften nicht.
Der Danfoss-Kühlanlagen-Angriff bleibt nach bisherigen Berichten primär auf Frankreich beschränkt. Ein direkter technischer Zusammenhang zwischen dem französischen Danfoss-Angriff und dem Benelux-IT-Incident ist bislang nicht bestätigt – die zeitliche Nähe fällt jedoch auf. Danfoss reagierte mit Firmware-Updates. Ähnliche Angriffe auf Danfoss-Systeme gab es bereits 2022 in Russland und Israel.
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1 Kommentar
putin …..
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