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Technologie

Wer führt im KI-Rennen?

20 Kommentare 12. Oktober 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Wer das Wettrennen um die Vorherrschaft in der Künstlichen Intelligenz gewinnt – die USA oder China –, entscheidet über wirtschaftliche und militärische Machtverhältnisse der kommenden Jahrzehnte.

Eine aktuelle Recherche der Epoch Times, die Stimmen aus der Verteidigung und Cybersicherheit befragte, sieht die USA derzeit klar vorne. Dabei ist das Magazin traditionell gegen die chinesische Staatsführung gerichtet, und selbst dort sieht man den Vorsprung als nicht unumstritten an.

Laut den Insidern führen die USA bei den sogenannten Frontier-Modellen – den leistungsstärksten Systemen –, beim Umfang der Rechenleistung („Compute“) und bei der Qualität der Mikrochips. Glaubt man Personen aus dem Trump-Umfeld, wie Joel Thayer vom America First Policy Institute, klingt das so: „Nach jedem denkbaren Maßstab haben die USA einen deutlichen Vorteil.“

Doch China hat seine Stärken: Es benötigt weniger Compute-Aufwand und setzt auf kosteneffiziente Modelle, die oft durch „Distillation“ – das Nachahmen amerikanischer Systeme – entstehen. Chinas Lieferketten sind dominant und stabil, und seine Industrie dürfte überlegen sein, was die Massenproduktion und den Einsatz von KI in Drohnen, Robotik und anderen Bereichen ermöglicht.

Zudem zahlt China nur etwa die Hälfte für Strom und expandiert seine Kapazitäten staatlich gelenkt. Chinesische Rechenzentren stoßen nicht an Netzgrenzen wie amerikanische. Trotzdem gilt auch in China ein möglicher Energieengpass als Bremse im Wettlauf.

Aus der Sicht der westlichen Insider fehlt China aber schlicht die Rechenleistung, um Frontier-Modelle auf Augenhöhe zu entwickeln. Stattdessen entwickelt Peking Systeme, deren Parameter öffentlich sind und lokal angepasst werden können. Sie schließen Benchmark-Lücken, bleiben aber in realen Anwendungen oft hinter US-Modellen zurück – sie sind eher auf Testsiege trainiert als auf breite Praxistauglichkeit.

Die Epoch Times sieht die USA also klar voran und warnt davor, den Vorsprung zu verspielen. Dann würde China wirtschaftlich noch dominanter werden und „digitaler Kolonialismus“ drohen. Dass dies auch durch eine Dominanz der USA droht, nur eben von Seiten des Westens, vergisst man im einseitigen „America First“-Artikel freilich.

Auch die Empfehlungen verraten viel. So braucht es strengere Exportkontrollen und deren Durchsetzung, den massiven Ausbau heimischer Infrastruktur (Strom, Pipelines, Rechenzentren) und Maßnahmen, um die Distillation von US-Modellen sowie Datenflüsse nach China zu erschweren.

Regierungsstellen und Unternehmen sollten chinesische KI meiden. Gleichzeitig müsse die USA Standards für Privatsphäre, Sicherheit und demokratische Werte setzen, die chinesische Modelle faktisch ausschließen. Resilienz und die öffentliche Erkennung von KI-Inhalten gehören ebenfalls dazu. Die Probleme der USA im Bereich Energie und Lieferkette können allerdings weiterhin nicht gelöst werden. Die USA führen, doch China holt über Kosten, Tempo und Energie auf und könnte Märkte mit günstigen Lösungen erobern.


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20 Kommentare

  1. einer
    Antworten

    Entscheidend für ein sinnvolles, erfülltes und entwickeltes Leben (mit gesundem Gefühl, Körpergespür, Verstand, Geist und Herz) war zu allen Zeiten schon immer die gesunde Spiritualität. Und die daraus entwickelte soziale Kompetenz und Bindungsfähigkeit und vor allem Liebesfähigkeit, sowie die natürliche Anpassungsfähigkeit an bedrohliche Einflüsse und Veränderungen. Das gilt ebenso und insbesondere für den Umgang mit körperlichem und seelischem Leid, Schuld und Tod. Technologie und KI hin oder her.

    Viele scheinen diesbezüglich von allen guten Geitern und Gott getrennt…

    1. Jakob
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      Die KI-Enthusiasten werden uns schon noch einreden, dass ihr Liebling auch zu Spiritualität fähig ist.

      Viele Menschen können schon heute sich darunter nichts vorstellen oder damit anfangen.

  2. Andreas_Sch.
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    Ah, die USA wieder: Number #1, Supremacy and Superiority! Wie kann man sie nicht lieben? 🤣

  3. Thomas Moser
    Antworten

    Wozu dieses Wettrüsten, wenn die entscheidende Frage nicht geklärt ist und wohl auf absehbare Zeit nicht geklärt werden kann: die Bedeutungslücke zwischen Mensch und Maschine. Bis dahin sollte KI behutsam eingesetzt werden, da die Nebeneffekte schwer kontrollierbar sind.

    Eine zentrale Frage der KI-Forschung ist: Bedeutet das, was ein Transformer intern repräsentiert, dasselbe wie das, was Menschen unter Bedeutung verstehen?

    Menschen sind in der physischen Welt verankert. Ihre Begriffe entstehen aus Wahrnehmung, Handlung, sozialen Erfahrungen und einem kontinuierlichen Weltmodell. Sprache ist dabei das Ergebnis bereits vorhandener Bedeutung. Sie verarbeiten Sprache sowohl top-down (von Bedeutung zu Worten) als auch bottom-up (von Worten zu Bedeutung).

    Transformer-Modelle starten hingegen mit Textdaten. Sie lernen statistische Zusammenhänge zwischen Tokens und entwickeln dabei interne Repräsentationen, sogenannte latente semantische Strukturen. Diese können erstaunlich viel Weltwissen und semantische Regelmäßigkeiten erfassen. Allerdings entstehen sie primär aus Sprachmustern und nicht aus direkter Erfahrung der Welt. LLMs rechnen bottom-up.

    Die Sprachverarbeitung des Menschen unterscheidet sich deutlich von der eines Transformers. Menschen betreiben keine reine Next-Token-Prediction. Stattdessen planen sie Äußerungen auf Basis von Absichten, Zielen, Wissen, Weltmodellen und Kommunikationssituationen. Die Wortwahl ist nur der letzte Schritt eines komplexen kognitiven Prozesses.

    Daraus ergibt sich der Semantic Gap: Obwohl Mensch und KI oft dieselben sprachlichen Ergebnisse erzeugen, ist unklar, ob die zugrunde liegenden internen Repräsentationen tatsächlich dieselbe/ähnliche Bedeutung besitzen oder lediglich funktional ähnliche Ergebnisse liefern.

    1. therMOnukular
      Antworten

      Was Sie schreiben müsste eigentlich jeder kennengelernt haben, der selbst einmal programmiert hat, egal in welcher Sprache. Wie oft hat man dabei gerätselt, warum dieses blöde Ding jetzt eine „IF“-Abfrage braucht und mit der ursprünglichen „CASE“-Programmierung nur BS erzeugte…..

      Wir verstehen nicht einmal die Maschinen-„Semantik“, die wir den Maschinen selbst beibringen (bzw. wie Sie richtig schreiben: wie die Maschine diese Semantik erstellt/interpretiert). Sonst bräuchte Programmierung keine Entwicklungszeit, sondern wäre auf Bestellung bereit wie das aufgewärmte Essen im Restaurant….

      Der Trum zu Babel wiederholt sich nicht nur sprichwörtlich, sondern in Maschinen-Code.

  4. therMOnukular
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    Gekaufte Bullshit-Propaganda.

    Die Amis sind in „KI“ in etwa so „überlegen“, wie sie sich militärisch präsentieren: Jahre hinterher inkl. altem Denken.

    Die „KI“-Blase wird hoffentlich bald platzen. Ich ertrage dieses Herrenrassen-Gefasel nicht mehr…

    PS: Brian Berletic hat es kürzlich mit einem Video eines Google-CEOs vorgeführt: um diese Vorherrschaft zu erreichen müssen „gegnerische“ Rechenzentren vernichtet werden – und darum ist Google auch an der Entwicklung der US-Drohnen (von den iranischen Modellen „distilliert“…) beteiligt, mit denen dies derzeit in der Ukraine durchgeführt wird.

    China wird auch bald dran sein, man darf bereits auf den ausführenden Proxy wetten.

    Blöd also, dass sowohl Russland als auch Iran das bemerkt haben und sich anpassen – sowohl in der Ukraine sowie am Golf wurden bereits einige US-„Rechenzentren“ aufs Korn genommen. Das sollten sich die Ösis vlt. einmal zu Gemüte führen, bevor sie dutzende solcher Doomsday-Machines in die Gegend pflanzen. Die US-Army & Vasallen nutzen das für ihre Kriegsplanungen (Auswertung von Luftaufnahmen und automatisierte Zielerkennung usw) – und machen uns damit zu einem legitimen Ziel für Russland…..

    1. therMOnukular
      Antworten

      Nachtrag: eine Interessentin für meine zu vermietende Wohnung war eine junge „KI“-Spezialistin. Sehr freundlich und keineswegs arrogant – aber sehr davon überzeugt, sich damit besonders „auszuzeichnen“.

      Weil sie wirklich sehr nett und höflich war, habe ich alter Mann dieser jungen Dame mit auf den Weg gegeben, dass sie der „KI“ nicht zu sehr verfallen soll, weil diese dumm wie Brot ist und noch viel Schaden anrichten wird.

      Ich fürchte, auch ich habe noch keine echte Vorstellung davon, wie viel Schaden das letztendlich sein wird. Wenn Google-CEOs von einer „Superintelligenz“ sprechen, die die Welt beherrschen wird (und die deshalb selbstverständlich US-kontrolliert sein muss), dann ist es Zeit, sich zu fürchten – bzw. etwas dagegen zu tun.

      1. Jan

        Frauen sind üblicherweise etwas intelligenter. Aber seit dem Großen C bin ich skeptisch geworden.

        Man muss keineswegs befürchten, dass die KI dem Menschen den Rang abläuft, dazu ist sie, gelinde gesagt, zu verblödet. Die Gefahr ist eher, dass Politiker die KI für intelligenter als sich selbst halten und ihr Verantwortung übertragen, die sie überfordert.

      2. therMOnukular

        @ Jan

        Das ist genau was ich meine. Die größte Gefahr entsteht daraus, dass es der Mensch für intelligent und auch wahr hält.

        Darum macht mir das „Superintelligenz“-Gefasel die meiste Angst, weil ich daraus eben ableite, dass auch die Entwickler an „Intelligenz“ zu glauben scheinen. Heißt, schon in der Entwicklung werden Schritte gesetzt, die schwerwiegende Folgen haben werden…..

        Problem ist, dass auch der Code dafür zu komplex wird, um vom Menschen wirklich durchdrungen zu werden. Er wird nie die vollständigen Relationen der stetig wachsenden Zahl von Procedures und „Code-Objekten“ im Kopf vereinen können.

      3. Andreas_Sch.

        @therMOnukular & Jan

        Jeder Sandfloh ist intelligenter als … ach, lassen wir das. 😂

        Es gab und gibt sogar noch Menschen, die „Rechtspositivismus“ als gute Idee empfanden. Was soll man da noch sagen? Es gibt sogar heute noch viele, viele Leute, die sich überhaupt gar keine Vorstellung davon machen, dass „Institutionen“ und „Verwaltungen“ Eigeninteressen haben, die von ihren Aufgaben unabhängig sind und auch von den Leuten, ja, sogar von den Leuten, die in diesen Organisationen wirken. Eine Organisation, die sich nur um sich selbst dreht ist ja letztendlich unlogisch. Vielleicht … Man wird ja noch …

  5. Jurgen
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    Der Mensch ist weiterhin führend. Cluster-Prozessor 10 bis 45W, eingebautes Kühlsystem bis Spitzenleistung 700W, bzw. Dauerleistung 400W, Takt im Mittel nur 45 Hz (niedrigste EMF), voll-assoziative Verschaltung aller Multi-milliarden Verarbeitungsknoten, eingebaute Sensoren für akustische, bildgebende, Hitze-, Berührungs- und olfaktorische Reize, teilweise redundant ausgeführt, mobil mit bis zu 20km/h ohne Hilfsmittel, selbstverschließendes System, Versorgung über alternative Energien (Sonne, Wasser, Flora und Fauna), Hitze-tolerant selbst unter Wüstenbedingungen, Kältetoleranz historisch nachgewiesen, kann Brennstoffengpässe bis zu 42 Tagen aktiv überstehen, bis zu 3 Tage bei Kühlmittellieferproblem, hochgradig selbstoptimierend, fähig die Umwelt zu verändern und Werkzeuge zu benutzen, usw. usw. usw.

    1. therMOnukular
      Antworten

      Ecce homo….

      Sie haben noch vergessen positiv zu unterstreichen, dass sogar unser Abfallprodukt als natürlicher Dünger fungiert, also Energie enthält und spendet, anstatt sie lediglich in heiße Luft zu überführen…..

    2. Jan
      Antworten

      Bei den Einheiten haben Sie sich vertan: Clusterprozessor mit 10 bis 45 Milliwatt kommt eher hin!

    3. Jan
      Antworten

      Als Texas Instruments 1972 den Datamath einführte, verkaufte er sich wie geschnitten Brot, weil er die Produktivität enorm erhöhte.

      Dabei kann der Datamath gar nichts…

      Wenn bereits so ein winziger Chip eine Verbesserung sein kann, was ist dann erst von der vertrottelten KI zu erwarten?

  6. cwsuisse
    Antworten

    Die eigentliche Revolution besteht darin, dass ein Grossteil der Menschheit das eigenständige Denken einstellt. Eine Universitätsausbildung kann man künftig vergessen. Schulbildung? Man fragt die KI. Wenn sich selbst der US-Präsident nicht entblödet die KI zu fragen, ob er den Iran und die Iraner vernichten soll, hat der Menschheit die Glocke geschlagen.

    1. therMOnukular
      Antworten

      Dieser Großteil hat das Denken längst eingestellt – und scharrt nur darum so hoffnungsfroh ob seiner totalen Erlösung von dieser Anstrengung. Corinna war der Neigungs-Test.

    2. Andreas_Sch.
      Antworten

      Es gibt eben „Menschen“ und Menschen … Viele, ich nenne sie „BlaBlas“, sind in dem, was man „Intelligenz“ nennt, gar nicht so weit entfernt von dem, was man „KI“ nennt.

  7. cwsuisse
    Antworten

    Es entspricht der bekannten amerikanischen Überheblichkeit, sich immer auf dem 1. Platz zu sehen. Bei KI ist es genau so wie bei den Chips und der Militärtechnologie. Man ist ganz vorne und wird im täglichen Leben dennoch locker von Ländern wie China, Russland und Iran rechts überhohlt.

    1. Jakob
      Antworten

      Das Überholen passiert auch links, über Kopf und unter Wasser.

  8. Der Zivilist
    Antworten

    ASML’s EUV Maschinen

    Die USA haben ASAML, Holland den Export nach China verboten. Man stelle sich als alternatives Scenario vor, Holland oder die EU (Sanktionen kann Brüssel) hätte den Export verboten !

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