Laut „Haaretz“ lehnt der saudische Kronprinz MbS eine militärische Beteiligung Israels aus Sorge vor innenpolitischen Gegenreaktionen ab.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bemüht sich um die Zustimmung Saudi-Arabiens, sich am Krieg im Jemen gegen Ansar Allah, auch bekannt als die Houthis, zu beteiligen, Haaretz berichtete am Montag.
Der Bericht zitierte eine ungenannte diplomatische Quelle, die zudem angab, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman eine militärische Beteiligung Israels ablehne, da er mögliche innenpolitische Gegenreaktionen befürchte. Die Quelle brachte Netanjahus Wunsch, sich in den Krieg einzuschalten, mit dem Vorantreiben eines Normalisierungsabkommens zwischen Saudi-Arabien und Israel in Verbindung, obwohl saudische Regierungsvertreter in den letzten Jahren stets betont haben, dass das Königreich die Beziehungen zu Israel erst dann normalisieren werde, wenn ein Weg hin zu einem palästinensischen Staat geebnet sei.
Eine Einmischung Israels in den Krieg würde zudem Netanjahus Wahlinteressen dienen, da eine regionale Eskalation, in die Israel verwickelt wäre, die Chancen seiner Koalition stärken könnte, genügend Sitze in der Knesset zu gewinnen, um eine Regierung zu bilden. Die israelischen Wahlen sollen am 27. Oktober stattfinden.
Israel hat in den letzten Jahren mehrere Bombenangriffe im Jemen geflogen, nachdem Ansar Allah als Reaktion auf Israels Völkermordkampagne im Gazastreifen eine Blockade des Roten Meeres gegen die israelische Schifffahrt verhängt und Drohnen- sowie Raketenangriffe auf israelisches Territorium gestartet hatte. Weitere direkte israelische Angriffe auf den Jemen würden wahrscheinlich Angriffe des jemenitischen Militärs auf israelisches Territorium auslösen.
Bislang hat Präsident Trump Forderungen von MbS abgelehnt, die USA sollten direkte Luftangriffe gegen Ansar Allah fliegen. Die USA sind jedoch tief in den Krieg verwickelt, indem sie Geheimdienstinformationen bereitstellen und saudische Kampfflugzeuge betanken, um die Bombardierungskampagne zu unterstützen, bei der eine große Zahl jemenitischer Zivilisten getötet wurde.
Ein im Mai 2025 vereinbarter Waffenstillstand zwischen den USA und Ansar Allah bleibt in Kraft, und ein Vertreter von Ansar Allah hat gewarnt, dass ein Bruch des Waffenstillstands durch die USA zu Angriffen auf US-Ziele und zur Sperrung der Meerenge von Bab el-Mandeb für den US-Schiffsverkehr führen würde.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
8 Kommentare
Jeffrey Sachs: Das Projekt Großisrael bricht zusammen
https://www.video-translations.org/transcripts/4794_Diesen_2026_06_25_de-DE.pdf
DNI GABBARD OPENING STATEMENT FOR THE SSCI AS PREPARED ON THE 2025ANNUAL THREAT ASSESSMENT OF THE U.S. INTELLIGENCE COMMUNITY
2025_03_25
https://www.odni.gov/3524/dni-gabbard-opening-statement-ssci/
… The IC continues to assess that Iran is not building a nuclear weapon and Supreme Leader Khamanei has not authorized the nuclear weapons program he suspended in 2003.
The Full Text of the Memorandum of Understanding between the United States and Iran
2026_06_17
https://arabcenterdc.org/resource/memorandum-of-understanding-between-the-united-states-of-america-and-the-islamic-republic-of-iran/
This Illegal US-Israeli Attack on Iran Is Also an Assault on the United Nations | Common Dreams
by Jeffrey Sachs
2026_03_02
https://www.commondreams.org/opinion/united-nations-israel-us-attack-iran
Trump wurde „getäuscht“: US-Terrorabwehrchef Joe kent tritt aus Protest gegen Iran-Krieg zurück
2026_03_17
https://www.berliner-zeitung.de/news/donald-trumps-terrorabwehrchef-joe-kent-tritt-aus-protest-gegen-iran-krieg-zurueck-li.10025178
„Tehran warns escalation benefits Israel, calls for peace in region
Iran’s Foreign Ministry spokesperson Esmaeil Baqaei says Tehran is “deeply concerned about developments in the Arabian Peninsula” and has expressed its readiness to facilitate dialogue between the parties, Al Jazeera reports.
“We believe continued escalation will only benefit the Israeli regime, and we do not want hostilities to continue between two Muslim countries, especially as the region is already facing tensions caused by the United States and Israel,” he has said at a news briefing.
“We have consistently stressed that the people of Yemen have the right to live with dignity, free from pressure, sanctions and blockade. What they have endured over the past 10 to 12 years is unjustifiable under both Islamic principles and international law.”
(„Dawn“, October 13, 2026, Karachi/Pakistan, verlinkt auf „Antiwar.com“, 13 Oct 2026)
„‚No military solutions‘: Iran offers to mediate as Saudi-Houthi conflict escalates
Foreign Minister Abbas Araghchi told his Saudi counterpart that a military approach would complicate the crisis, as Tehran offered to help facilitate talks
Iran has urged Saudi Arabia to avoid a military approach and pursue a political solution to its escalating conflict with Yemen’s Houthi group, offering to help facilitate dialogue after deadly attacks on Saudi airports intensified regional tensions.
Iranian Foreign Minister Abbas Araghchi made the offer during a telephone call with Saudi Foreign Minister Prince Faisal bin Farhan on Sunday, according to statements reported by the Saudi state news agency and Iranian media.
“Insisting on a military approach and disregarding a political solution would only further complicate the situation,” Araghchi said.
The region’s crises had no military solutions, he said, adding that Tehran was ready to provide assistance to facilitate dialogue between Saudi Arabia and Yemen and help achieve a political settlement.
The development comes as tensions escalate in Saudi Arabia, which has come under repeated attacks by the Yemeni Houthis.
On Saturday, an attack on King Khalid International Airport in Riyadh killed 12 people and injured 309, according to Saudi Arabia’s General Authority of Civil Aviation …
Iran and Saudi Arabia restored diplomatic relations in 2023 under a Chinese-brokered agreement after a seven-year rupture. Despite their longstanding regional rivalry, the two governments have maintained diplomatic channels“
(„Middle East Eye, 12 October 2026)
Oder man checkt mal ab, wie angeschlagen die Saudis sind und ob man Großisrael nicht gleich bis nach Saudi-Arabien ausdehnen kann. Am Jemen beißen sich die Saudis seit Jahren, was sage ich, Jahrzehnten schon die Zähne aus.
Großer Teil Saudi-Arabiens soll ja geschluckt werden – umso mehr wundert mich, dass die Saudis Isr dienen.
Ungeschnittene heute: „«Iran soll die Bombe bauen»: Einflussreiche iranische Zeitung fordert eine neue Atomwaffenstrategie“
Wird darauf Iran in Ruhe gelassen?
Israel kann sehr wohl allein Krieg gegen die Hutis führen, aber es ist probate Politik Israels, Einfluß zu gewinnen, indem es sich, eskalierend, Waffen liefernd an beide Seiten, in jeden lokalen Konflikt einmischt.
Hauptunterstützer von Sauds Krieg gegen die Hutis ist das UK, schon seit vielen Jahren.
@“und saudische Kampfflugzeuge betanken, um die Bombardierungskampagne zu unterstützen“
Luftbetankung? Brauchen die Saudis es, wenn sie eine Grenze mit Jemen haben und ganz in der Nähe operieren?
Auf jeden Fall – dortige Stämme können sich gerne gegen die USrael-Marionetten erheben.
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