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Politik

Saudi-Luftangriffe auf jemenitischen Markt: Mindestens sieben Tote

1 Kommentare 28. September 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Am Sonntag, dem 27. September 2026, trafen saudische Luftangriffe einen Markt in der Provinz Taiz im Jemen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der von Ansar Allah (Huthis) kontrollierten Regierung wurden mindestens sieben Menschen getötet und 40 verletzt, darunter fünf Kinder.

Videos von Al-Masirah TV zeigen zerstörte Läden und verletzte Zivilisten.  Die Huthis sprechen von einem „schrecklichen Verbrechen“ und gezielten Angriffen auf zivile Ziele. Das von Saudi-Arabien gestützte jemenitische Regime in Riad behauptet dagegen, es sei ein Militärlager der Huthis und Fahrzeuge getroffen worden. Quellen aus ihren Reihen erklärten gegenüber Reuters, die Huthis hätten in der Nähe des Marktes ein Lager eingerichtet. Unabhängige Bestätigungen fehlen – wie so oft in diesem Konflikt. Die Realität bleibt: Ein belebter Markt wurde bombardiert, Zivilisten starben.

Eskalation nach Jahren des relativen Stillstands

Der Angriff reiht sich in eine Serie von Luftschlägen ein. Seit der erneuten Eskalation im Juli 2026 – ausgelöst durch saudische Angriffe auf den Flughafen von Sanaa – haben die Huthis laut eigenen Angaben über 1.000 saudische Luft- und Raketenangriffe gezählt. Allein in den 24 Stunden vor dem Markt-Angriff sollen 26 Schläge mit F-15-Jets von der Basis Khamis Mushait aus erfolgt sein, die Provinzen Taiz, al-Dschauf, Marib, Dhamar und Saada trafen. Huthis-Sprecher Yahya Saree drohte mit „schwerwiegenden Konsequenzen“ und kündigte weitere Vergeltungsschläge an.

Der Krieg, der 2015 mit der saudischen Intervention begann und bis 2022 weitgehend ruhte, ist zurück. Die Huthis rücken entlang der Roten-Meer-Küste vor und bedrohen die strategische Meerenge Bab al-Mandab. Saudi-Arabien reagiert mit massiven Luftschlägen. Die UN spricht von nahezu 700 Toten und über 130.000 Vertriebenen in den letzten Wochen. Zivilisten tragen die Hauptlast.

US-Unterstützung und westliche Doppelmoral

Saudi-Arabien setzt US-amerikanische F-15-Kampfjets und Bomben ein. Die USA liefern weiterhin Geheimdienstinformationen und Targeting-Unterstützung.

Ein Waffenstillstand zwischen den USA und den Huthis aus dem Mai 2025 gilt formal noch, doch Washington hält sich mit direkter Beteiligung zurück – während es den saudischen Feldzug absichert. Die Geschichte wiederholt sich: Von 2015 bis 2022 war die saudische Kampagne berüchtigt für Angriffe auf Märkte, Hochzeiten, Schulen und Krankenhäuser. Tausende Zivilisten starben. Die westlichen Medien und Regierungen schwiegen damals weitgehend, solange es um den „Kampf gegen den Iran“ ging.

Heute ist es nicht anders. Während jeder Raketenangriff der Huthis auf Saudi-Arabien als Aggression gebrandmarkt wird, bleiben die systematischen Luftschläge auf jemenitische Zivilziele eine Fußnote. Die „international anerkannte“ Regierung in Riad hat faktisch keine eigene Luftwaffe – sie hängt von saudischer und westlicher Logistik ab. Die Behauptung, man treffe nur Militärziele, erinnert an die Standardausreden früherer Kriege.

Ein Krieg ohne Ende – und ohne Verantwortung

Jemen ist seit Jahren eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt. Die Blockade, die Zerstörung der Infrastruktur und die wiederholten Luftangriffe haben Hunger und Krankheit massiv verschärft. Die erneute Eskalation zeigt, dass die „Friedensbemühungen“ der vergangenen Jahre wenig mehr als eine Atempause waren. Saudi-Arabien und seine westlichen Verbündeten setzen weiter auf militärische Dominanz, während die Zivilbevölkerung den Preis zahlt.

Die Toten vom Markt in Taiz sind keine Kollateralschäden. Sie sind die logische Folge einer Politik, die geostrategische Interessen über Menschenleben stellt. Solange die USA und Europa Waffen, Technik und diplomatische Deckung liefern, bleibt die Verantwortung geteilt. Die Frage ist nicht nur, wer den Markt bombardiert hat. Die Frage ist, warum der Westen diese Kriegsführung weiterhin ermöglicht – und warum die Medien so zurückhaltend darüber berichten.

Hinter den Morden, Kriegen und Unruhen in der Region steht die Kolonialmacht der Briten. Großbritannien hat 1933 die Saud-Familie zum Herrscher über Saudi Arabien mit drei annektierten jemenitischen Provinzen gemacht und 1947/48 Israels Gründung unterstützt, dessen Gründung Außenminister Balfour schon 1917 an Rothschild  in der berüchtigten Balfour-Deklaration versprochen hatte. Heute unterstützen sie wieder Saudi Arabien mit ihrer Luftwaffe.

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1 Kommentar

  1. 1150
    Antworten

    ob sich die schande in der hofburg diesmal auch wegen kriegsverbrechen zu wort meldet?
    oder hören wir nur das übliche, dröhnende schweigen

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