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Technologie

Geoengineering in USA bisher frei möglich – neues Gesetz dagegen

3 Kommentare 6. November 2026 5 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Bundesauftragnehmer dürfen in den USA den Himmel durch Geoengineering nach Belieben verdunkeln – ohne jede Meldung. Ein neues Gesetz soll nun daraus ein Verbrechen machen.

Was in den USA seit über fünfzig Jahren legal ist, klingt wie aus einem dystopischen Roman: Private Firmen und vor allem Bundesauftragnehmer können Substanzen in die Atmosphäre bringen, um die Sonneneinstrahlung zu verändern – und müssen das unter bestimmten Umständen nicht einmal melden. Der Weather Modification Reporting Act of 1972 verlangt lediglich Papierkram, und selbst davon sind Bundesangestellte sowie unabhängige Auftragnehmer der Bundesregierung ausdrücklich ausgenommen.

James Roguski, der seit Monaten mobilisiert, hat den Sachverhalt in einem Interview mit Jerm Warfare auf UK Column detailliert dargelegt. Die Kernaussage: Wer den Sonnenanteil über Ihrem Haus drosseln will, füllt im besten Fall ein Formular aus. Arbeitet er für die US-Bundesregierung, muss er nicht einmal das.

Was das Gesetz von 1972 tatsächlich regelt

Das Gesetz (15 U.S.C. Chapter 9A) definiert „Weather Modification“ als jede Aktivität, die absichtlich künstliche Veränderungen in Zusammensetzung, Verhalten oder Dynamik der Atmosphäre erzeugt. Die Ausführungsbestimmungen der NOAA (15 CFR Part 908) listen explizit auf, was darunter fällt – darunter Punkt 3: „Veränderung des Sonnenstrahlungsaustauschs der Erde oder der Wolken durch die Freisetzung von Gasen, Staub, Flüssigkeiten oder Aerosolen in die Atmosphäre.“ Das ist Solar Radiation Modification (SRM) bzw. Sonnendimmung, klar benannt.

Die Meldepflichten sind spärlich:

  • 10 Tage vor Beginn: Sponsor, Operator, Zweck, Karte, Geräte, eingesetzte Stoffe und drei Ja/Nein-Fragen zu Umweltverträglichkeitsprüfung, Wettervorhersagen und Sicherheitsverfahren.
  • Jährlich im Januar für laufende Projekte.
  • 45 Tage nach Ende.

Es gibt keine Genehmigung, kein Verbot und keine wirksame Kontrolle. Wer wissentlich und willentlich gegen die Meldepflicht verstößt, riskiert maximal 10.000 Dollar Strafe – kein Gefängnis, keine Klagebefugnis für Geschädigte. Das letzte nennenswerte Budget für die Verwaltung des Programms lag 1988 bei 100.000 Dollar.

Der entscheidende Schlupfloch-Satz steht in 15 U.S.C. § 330: Der Begriff „person“ umfasst praktisch jeden – Einzelpersonen, Firmen, Staaten, Counties – „except where acting solely as an employee, agent, or independent contractor of the Federal Government.“ Ein Landwirt, der seine Felder besät, muss melden. Eine Firma, die im Auftrag der Bundesregierung sprüht, nicht. Auch die Möglichkeit der Regierung, Unterlagen anzufordern, stoppt bei Informationen, die bei Bundesbehörden bereits vorliegen.

Ein GAO-Bericht vom Februar 2026 bestätigte die eklatanten Mängel: NOAA erfüllt ihre gesetzlichen Aufsichtspflichten nicht vollständig, Berichte sind oft unvollständig oder fehlerhaft, und das System ist für aufkommende Solar-Geoengineering-Aktivitäten unzureichend vorbereitet.

Unternehmen stehen schon in den Startlöchern

Firmen wie Stardust Solutions (israelisch-amerikanische Startup, gegründet von ehemaligen Kernphysikern) werben offen damit, bis zu Milliarden Pfund amorpher Kieselsäure (amorphous silica) pro Jahr in die Stratosphäre zu bringen, um etwa 1 Prozent der Sonneneinstrahlung zu reflektieren. Die Firma hat nach eigenen Angaben rund 75–80 Millionen Dollar eingesammelt und Lobbyisten engagiert. Sie betont die „Sicherheit“ ihrer Partikel (Lebensmittelzusatzstoff und Calciumcarbonat aus Eierschalen) und sieht sich als Dienstleister für Regierungen – nicht als eigenmächtiger Akteur.

Die Risiken bleiben fundamental: unvorhersehbare Auswirkungen auf Niederschlagsmuster, Ozonschicht, Landwirtschaft, Vitamin-D-Produktion und regionale Klimasysteme. Es wäre ein globales Experiment an acht Milliarden Menschen ohne deren Einwilligung.

Roguskis Gesetzesentwurf und der Vorstoß in Florida

Roguski hat den Solar Radiation Modification Prohibition and Atmospheric Transparency Act of 2027 ausgearbeitet. Er würde:

  • den Einsatz, die Forschung zur Operationalisierung, Planung und Finanzierung von SRM verbieten,
  • strafrechtliche und zivilrechtliche Sanktionen einschließlich Sammelklagen ermöglichen,
  • die Bundesausnahme bei der Meldepflicht schließen und alle Behörden zur Offenlegung vergangener und laufender Programme verpflichten,
  • Whistleblower schützen und Ausreden wie „Ich habe nur Befehle befolgt“ oder „Wir haben den Planeten gerettet“ ausschließen.

Florida ist bereits einen Schritt weitergegangen: Mit dem 2025 verabschiedeten und am 1. Juli 2025 in Kraft getretenen Senate Bill 56 (Chapter 2025-157) ist das absichtliche Einbringen von Stoffen in die Atmosphäre zum Zweck der Beeinflussung von Temperatur, Wetter, Klima oder Sonnenintensität ein Vergehen dritten Grades (Felony), strafbar mit bis zu fünf Jahren Haft und Bußgeldern bis 100.000 Dollar.

International hatte die Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (CBD) bereits 2010 in Nagoya eine de-facto-Moratoriumsbeschlussfassung zu klimabezogenem Geoengineering verabschiedet (Entscheidung X/33). Die USA haben die CBD nie ratifiziert.

Kein Experiment ohne informierte Zustimmung

Interest of Justice fasst den Kern zusammen: Niemand darf ein Experiment an Menschen ohne deren informierte Zustimmung durchführen. Ein globales Sprühprogramm ist genau das – ein Experiment an der gesamten Menschheit. Das Recht auf natürliches Sonnenlicht und die damit verbundene Vitamin-D-Produktion gehört zum Recht auf Leben und Gesundheit.

Die Sonne gehört allen. Solange das US-Bundesrecht Auftragnehmern erlaubt, sie ohne Meldung und ohne Zustimmung zu verdunkeln, bleibt der Himmel ein rechtsfreier Raum für diejenigen, die glauben, den Planeten besser steuern zu können als die Natur. Roguskis Entwurf und die Entwicklung in Florida zeigen, dass Widerstand möglich ist – vorausgesetzt, genug Menschen erkennen die Tragweite.

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3 Kommentare

  1. Peter Ruzsicska
    Antworten

    Dieser grundgütigste Brachialmist findet in und über „unserer“ Wunderschönsten Ösi-Operettenrepublik Aller Zeiten seit ca. Anfang der 2000er-Jahre (seitdem es mir zumindest als auch meinem Umfeld auffiel) immer mehr als tagtäglich statt und wird – naturgemäß – von der Obrigkeit und den Mainstream hier zu Lande nach wie vor völlig verleugnet.
    In Wien braucht man bloß seinen Blick in den Himmel zu richten…

    Herrschaft ist einfach.

    1. Peter Ruzsicska
      Antworten

      … und dem Mainstream…

    2. 1150
      Antworten

      die blauesten himmel gab es während des balkankrieges anfang der 90er

      oder bei corinna – da gab praktisch kaum flugverkehr über österreich

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