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Wirtschaft

Ruhestand ohne Visum-Hürden: Einfache Länder für deutsche Pensionäre

5 Kommentare 31. Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Es gibt Staaten, in denen deutsche Rentner recht einfach auswandern können, sogar ohne strikten Einkommensnachweis. Ein aktuelles Video zeigt fünf Länder als Beispiel. Möglichkeiten gibt es noch mehr.

Viele glauben, für den Ruhestand im Ausland seien Rentenbescheid, Kontoauszüge und ein ganzer Stapel Papiere Pflicht. Doch das gilt nicht für alle Länder. Ein aktuelles Video des Kanals „Ehrlich Erklärt“ zeigt fünf Länder, in denen deutsche Rentner deutlich unkomplizierter einziehen können: Georgien, Portugal, Frankreich, Irland und Armenien.

Darüber hinaus gibt es weitere Optionen – sowohl innerhalb der EU als auch außerhalb –, bei denen kein starrer, hoher Einkommensnachweis wie bei klassischen Nicht-EU-Rentnervisas verlangt wird. Die Regeln ändern sich jedoch; aktuelle Bedingungen beim Zielland und der eigenen Krankenkasse zu prüfen, ist unerlässlich. Dieser Überblick ist keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung.

Die fünf Länder aus dem Video

Georgien erlaubt Deutschen einen visumfreien Aufenthalt von bis zu einem Jahr – nur mit dem Reisepass, ohne vorherigen Antrag oder Einkommensnachweis. Seit Januar 2026 ist bei der Einreise eine Kranken- und Unfallversicherung mit mindestens 30.000 Lari Deckung (rund 10.000 Euro) Pflicht. Eine private internationale Police ist nötig – sie wird mit dem Alter teuer und schließt Vorerkrankungen oft aus. Dafür liegen die Lebenshaltungskosten deutlich unter dem deutschen Niveau. Ein Urlaubsaufenthalt als Test ist einfach, doch die Sprachbarriere kann schwierig sein.

In Portugal ist nach drei Monaten eine Anmeldung notwendig. Viele berichten, dass eine ehrenwörtliche Erklärung zum ausreichenden Lebensunterhalt genügt. Das S1-Formular der deutschen Krankenkasse ermöglicht die Registrierung im portugiesischen System, während man in der deutschen Krankenversicherung der Rentner bleibt. Die Mieten an der Algarve und in den Metropolen sind jedoch gestiegen; das warme Wetter lockt. Das Landesinnere ist günstiger.

Frankreich verlangt für EU-Rentner keine Aufenthaltskarte – der Personalausweis reicht. Nach drei Monaten gelten die üblichen EU-Regeln zu ausreichenden Mitteln und Krankenversicherung (S1). Die Nähe zu Deutschland ist ein Plus, die Bürokratie kann jedoch Dokumente fordern. Zugleich ist Frankreich politisch wohl kaum stabiler als Deutschland, und das Leben auch nicht wirklich günstiger.

Irland verlangt von EU-Bürgern keine Registrierung bei der Einwanderungsbehörde. Für längere Aufenthalte gelten dennoch die EU-Vorgaben zu Selbstversorgung und Krankenversicherung. Die Lebenshaltungskosten – besonders in Dublin – gehören zu den höchsten in Europa.

Armenien erlaubt einen visumfreien Aufenthalt von bis zu 180 Tagen pro Jahr, ohne Einkommensnachweis. Es gibt jedoch kein spezielles Rentnervisum; für längere Aufenthalte braucht es andere Gründe. Eine private Krankenversicherung ist erforderlich. Die Lebenshaltungskosten sind niedrig, die Winter jedoch kalt, und die Sprachbarriere macht es nicht leichter.

Weitere Optionen ohne strikten Einkommensnachweis

Alle anderen EU-Länder (sowie EWR und Schweiz) funktionieren für deutsche Staatsbürger über die Freizügigkeit. Nach drei Monaten meldet man sich in der Regel an und weist ausreichende Mittel sowie Krankenversicherung (S1) nach. Es gibt keine festen hohen Schwellen. Oft reicht eine Erklärung oder ein Rentenbescheid. Nach fünf Jahren entsteht in der Regel ein Daueraufenthalt. Besonders relevant sind Spanien, Italien, Griechenland, Kroatien, Bulgarien, Ungarn oder Österreich. In der EU bleibt die Krankenversicherung über S1 geregelt – ein großer Vorteil.

Nicht-EU-Länder mit besonders lockeren Regeln:

  • Paraguay: Für den befristeten Aufenthalt ist in der Regel kein Einkommensnachweis nötig (oft nur eine eidesstattliche Erklärung). Beim späteren Daueraufenthalt wird häufig ein Rentenbescheid verlangt, aber ohne festen Mindestbetrag. Ausländische Renten werden territorial nicht besteuert.
  • Montenegro: Keine Rentenschwelle bei eigener Immobilie (Steuerwert ab ca. 150.000–170.000 Euro). Ausländische Renten werden nicht als Einkommen besteuert.
  • Türkei: Keine feste Rentenschwelle; regelmäßige Lebensunterhaltsmittel reichen. Immobilienkauf ist ein üblicher Weg.
  • Uruguay: Keine feste gesetzliche Schwelle (in der Praxis oft ab ca. 1.500 USD/Monat). Ein Daueraufenthalt ist relativ unkompliziert möglich.
  • Serbien: Relativ niedrige Anforderungen (orientiert am Mindestlohn), oft mit eigener Wohnung verbunden.

Formular S1, Rente und beliebteste Ziele

Für EU-/EWR-Länder und die Schweiz beantragen gesetzlich versicherte Rentner das S1 rechtzeitig bei ihrer deutschen Krankenkasse. Damit erhält man im Zielland Zugang zum lokalen System, während die Beiträge weiter aus der deutschen Rente abgeführt werden. Außerhalb der EU gibt es dieses System nicht. Die Rente selbst wird in fast alle Länder überwiesen; in Ländern ohne automatischen Datenaustausch wird ein jährlicher Lebensnachweis verlangt.

Laut Deutscher Rentenversicherung (Ende 2024) gingen die meisten Rentenzahlungen an deutsche Berechtigte nach Österreich (rund 30.500), in die Schweiz (rund 27.100), nach Spanien (rund 23.700), in die USA (rund 20.600) und nach Frankreich (rund 18.800).


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5 Kommentare

  1. Daisy
    Antworten

    Ich suche als nächstes eine Almhütte, denn ich möchte Almöhin werden.

    Eine Goaß wär nicht schlecht, sonst aber würde ich die Selbstversorgung wohl nicht derpacken. Was gedeiht schon in solchen Höhen? Ich bräuchte vor allem einen SUV und/oder ein Haflinger-Pferd mit Kutsche… Doch braucht das Pferd natürlich Hafer usw. Eseln haben mir auch immer sehr gefallen. Eselchen sind besonders süß…aber das alles macht Arbeit: Besser: großer Vorrat, sodass man nicht oft einkaufen fahren muss…

    Und es sollte eine WLAN geben, damit ich fernsehen kann. Falls nicht, so lese ich halt alte Bücher, geht schon auch…

  2. Glass Steagall Act
    Antworten

    Also wenn schon weg aus Deutschland, dann auch definitiv weg aus dem Einflussbereich der EU! Alles andere macht keinen Sinn. Die übergriffe EU wird jedes Land in der EU erreichen! Man käme nur vom Regen in die Traufe.

    1. Andreas_Sch.
      Antworten

      Bei solch dystopischen Gedanken summe ich immer das Haarmannlied. 😄

  3. Jurgen
    Antworten

    Leider spricht man überall dort kaum deutsch. Und das Rententhema im Ausland wird ab 2030 nun wirklich interessant werden.

    1. 1150
      Antworten

      ist ja unerhört, dass man, ausser in österreich oder der schweiz, kein deutsch spricht.

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