Der Bau von Windrädern in Waldgebieten führt zui massiven Waldschäden. Studiendaten zeigen: Bau und Betrieb von Windparks – besonders in Waldgebieten – verursachen massive Schäden an Bäumen, Böden und Mikroklima.
Der Wald als Bauplatz: Was Studien seit Jahren belegen
Eine über 22 Jahre laufende Studie in China hat bereits gezeigt: Windräder führen zu erheblicher Reduktion der Biomasseproduktion. Eine weitere große Studie an sechs globalen Standorten belegt die Reduktion der Belaubung in Waldgebieten. Die Energiepolitik der letzten Jahrzehnte hat uns ein Narrativ verkauft: Windkraft sei sauber, klimafreundlich und die Lösung für unser Energieproblem. Die Studien belegen allerdings, dass die Erde unter dem Deckmantel „erneuerbarer Energien“ schlicht weniger grün wird.
Die Studie von Zilong Xia et al. mit dem Titel „Assessment of forest disturbance and soil erosion in wind farm project using satellite observations“ (erschienen am 27.9.2024 auf ScienceDirect) untersuchte führende Windenergie-Länder: China, USA, Kanada, Schweden und Großbritannien – allesamt Länder mit über 12.000 MW installierter Leistung. China (346.670 MW) und die USA (134.846 MW) führen die Liste an.
Die Ergebnisse sind ernüchternd
- Waldstörungsintensität: durchschnittlich 4,3 Hektar pro installiertem Megawatt
- Belaubungsrückgang: NDVI-Reduktion von 0,03 bis 0,33 – die Belaubung kann um ein Drittel abnehmen
- Bodenerosion: In der untersuchten chinesischen Region stieg die jährliche Bodenerosion um 353.261 Tonnen – das 92-fache des Niveaus vor dem Einsatz
- Straßenbau: verursacht 2- bis 7-mal höhere Bodenerosion als der reine Turbinenbau (24,74 bis 274,33 Tonnen pro Hektar und Jahr)
Die Autoren beschreiben den Kausalzusammenhang unmissverständlich:
„Um die Rauheit des Waldes in der Nähe der Windturbinen abzuschwächen und Waldrandeffekte zu vermeiden, werden von den Projektentwicklern in der Regel genügend Bäume gefällt, um die jährliche Stromerzeugung zu erhöhen und die Lebensdauer der Windturbinen zu verlängern.“
In Schottland wurden für Windparks bisher übrigens 16 Millionen Bäume gefällt, wie TKP hier berichtete.
Biomasseverlust und lokale Erwärmung
Die Studie von Luyao Liu et al. mit dem Titel „Wind farms increase land surface temperature and reduce vegetation productivity in the Inner Mongolia“ (veröffentlicht in Geography and Sustainability) untersuchte 30 Jahre Daten (1990–2020) in der Inneren Mongolei – einer Region mit rund 40% der Windressourcen Chinas.
Die Ergebnisse:
- Die von Windparks belegte Fläche explodierte von 1,2 km² (1990) auf 10.755 km² (2020) – etwa die Fläche von Thüringen oder fast ganz Tirol
- Nächtliche Erwärmung der Landoberflächentemperatur um durchschnittlich 0,23 °C (mit Schwankungen bis ±1,62 °C)
- Nettoprimärproduktivität (NPP) – Rückgang, besonders in Wäldern: −12,37 g C/m²
- Grasland: −4,48 g C/m²; Ackerland: −3,77 g C/m²
Die Mechanismen
- Waldrodung & Bodenversiegelung: Bäume, Gräser und Nutzpflanzen müssen weichen – für die Anlagen selbst und die Transportwege
- Bodenfeuchtigkeitsverlust: Der Erwärmungseffekt der Windparks reduziert die Bodenfeuchte, was das Pflanzenwachstum weiter hemmt
- Erhöhte nächtliche Pflanzenatmung: Durch die nächtliche LST-Erwärmung atmen die Pflanzen mehr, was das Wachstum zusätzlich reduziert
Die Forscher fassen zusammen:
„Windparks beeinflussen die Landoberflächentemperatur tagsüber nur geringfügig, erwärmen jedoch die LST nachts erheblich. Windparks verringern die Nettoprimärproduktivität der Vegetation.“
Die logische Konsequenz: Weniger Biomasse bedeutet weniger CO₂-Aufnahme – die „Klimaschutz“-Rechnung der Windkraft geht nicht auf. Eine Studie zeigte, dass Windräder sogar mehr CO₂ verursachen, als sie einsparen.
Die neue Generation: 3.000 Tonnen Industrieanlage pro Windrad
Die bisherigen Studien betrafen weitgehend ältere, kleinere Anlagen. Doch die aktuellen Neubauten gehen noch einen Schritt weiter. Wer in den Genehmigungsverfahren die technischen Detaildaten sucht, stößt auf „eine Mauer aus Marketing-Broschüren und geschwärzten Datenblättern“.
Ein modernes Windrad der Enercon E-175 EP5 E2 oder Vestas V172-7.2 MW-Klasse bringt folgendes Gewicht auf die Waage:
| Komponente | Gewicht |
|---|---|
| Rotor (Nabe + 3 Blätter à 25–35 t) | 90–120 t |
| Gondel | 250–350 t |
| Turm | 400–600 t |
| Fundament (Beton + Stahl) | 1.300–2.000 t |
| Gesamt | ~2.000–3.070 Tonnen |
Der RPT-Bericht zum Windpark Gomadingen (Vestas V162) nennt konkrete Zahlen:
„Das Ergebnis: 2.000 Tonnen Eigengewicht, 24,5 Meter im Durchmesser und 2,9 Meter Stärke in der Mitte […] Unterm Strich trägt das Fundament gut 3.000 Tonnen.“
Bodenversiegelung in Wohnhaus-Größenordnung
- Fundament: 550–850 m³ Beton (≈1.300–2.000 t) plus 60–110 t Bewehrungsstahl pro Anlage
- Laut australischer Fachpublikation: „bis zu 850 Kubikmeter Beton und 110 Tonnen Bewehrungsstahl“
- 25 Anlagen in einem Windpark: 33.000–51.000 Tonnen Beton, die in die Landschaft gegossen werden – und am Ende als Sondermüll entsorgt werden müssen
Öl und Kühlmittel in 200 Metern Höhe
- Vestas V172 (Getriebe): ~1.800–3.600 Liter Getriebe-, Hydrauliköl und Kühlmittel
- Enercon E-175 (Direktantrieb): ~1.200–2.300 Liter
- Bei 25 Anlagen: 30.000–90.000 Liter Öl und Kühlmittel in der Gondel
- Glykol-basierte Kühlmittel sind wasser- und bodengefährdend – bei Gondelbrand oder Blattbruch können hunderte Liter auf einmal austreten
Mikroplastik und PFAS: Die unsichtbare Belastung
- Blattkanten: Ein Rotorblatt verliert durch Erosion mehrere Kilogramm Material pro Jahr – bei 25 Anlagen sind das hunderte Kilogramm Mikroplastik pro Jahr
- Das Fraunhofer IWES bestätigt: „Die Rotorblattspitzen erreichen im Volllastbetrieb eine Geschwindigkeit von über 300 km/h. Regentropfen wirken bei dieser Geschwindigkeit wie Schmirgelpapier“
- Die zum Schutz entwickelten Beschichtungen enthalten PFAS und andere giftige Substanzen
- Kohle- und Glasfasern aus den Blättern kann als lungengängige Fasern freigesetzt werden – kaum untersucht
Fazit: Ein industrieller Großausbau mitten in der Natur
Die Forscher der Inneren-Mongolei-Studie empfehlen selbst: „bei der Auswahl von Standorten für den Bau von Windparks die potenziellen Auswirkungen auf die lokale Vegetation und das Klima zu berücksichtigen, insbesondere in ökologisch sensiblen Gebieten.“
Und genau das wird in Genehmigungsverfahren nicht getan. Die Öffentlichkeit soll zustimmen – aber die Daten, die für eine echte Bewertung nötig wären (Blattgewichte, Turmgewichte, Öl- und Kühlmittelmengen, Wartungsintervalle), bleiben in den Datenblättern der Konzerne verborgen. Die Hersteller geben die Werte preis, die ihnen nützen – und verschweigen die, die Fragen aufwerfen.
Für alle, die tiefer einsteigen wollen:
- Die Windkraft-Lüge. Was Windräder in Wahrheit anrichten von Dr. Peter F. Mayer und Torsten Engelbrecht (TKP Verlag, 1. Auflage 2026, ISBN 978-3-9506363-0-7).
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Bild: Turbines in the forest by Gordon Brown, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commonsalign
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