Erdöl zur Produktion von Diesel fehlt derzeit allerorten, obwohl die Straße von Hormuz laut Trump offener ist als je zuvor. Die grundlegendere Frage ist aber, ob Erdöl fossilen Ursprungs und daher knapp ist oder durch anorganische, abiogene Reaktionen in der heißen Tiefe der Erde entstanden ist und noch lange ausreichend verfügbar, so Krieg und Sanktionen enden.
Unter den Bedingungen des oberen Erdmantels (hohe Temperatur und hoher Druck, typischerweise mehrere GPa und mehrere hundert Grad Celsius, entsprechend Tiefen von ca. 100–200 km) können anorganische Reaktionen Methan (CH₄) und andere Kohlenwasserstoffe erzeugen. Das Experiment der Carnegie Institution, auf das Freeman Dyson, Professor Emeritus in the Institute for Advanced Study in Princeton, im Video unten Bezug nimmt, ist ein Beispiel dafür.
Ausgangsstoffe
- Calciumcarbonat (CaCO₃): kommt in Sedimentgesteinen vor und wird mit abtauchenden ozeanischen Platten in den Mantel transportiert.
- Eisenoxid (z. B. FeO oder Fe₃O₄): Bestandteil magmatischer/eruptiver Gesteine im Mantel.
- Wasser (H₂O): ebenfalls in subduzierten Platten vorhanden (als freies Wasser, in Mineralen gebunden oder als Fluid).
Diese drei Komponenten treffen unter Mantelbedingungen aufeinander.
Grundlegender Reaktionsmechanismus
Die Bildung von Methan läuft im Wesentlichen über zwei gekoppelte Schritte ab:
1. Erzeugung von Wasserstoff (H₂)
Wasser reagiert mit Eisen(II)-haltigen Phasen (oder metallischem Eisen, falls vorhanden) unter Reduktion. Vereinfacht:
3FeO + H2O –> Fe3O4 + H2
(oder ähnliche Gleichgewichte mit anderen Eisenoxiden). Das entstehende H₂ ist stark reduzierend.
2. Reduktion des Carbonats zu Methan
Das Carbonat (bzw. daraus freigesetztes CO₂ oder CO₃²⁻) wird durch den Wasserstoff zu Methan reduziert. Eine repräsentative Gesamtreaktion lautet etwa:
CaCO3 + 4FeO + 2H2O –> CH4 + CaO +2Fe2O3
oder in Varianten mit Magnetit/Hämatit als Produkten. Unter den hohen Drücken und Temperaturen in der Diamantstempelzelle läuft die Reaktion relativ schnell ab und liefert messbare Mengen Methan. Das ist genau das Ergebnis, das Dyson beschreibt: Die drei Ausgangsstoffe erzeugen „lots of methane“.
Weitere relevante Aspekte
- Fischer-Tropsch-ähnliche Prozesse: Neben der direkten Carbonatreduktion können auch katalytische Reaktionen an Eisen- oder Nickel-haltigen Oberflächen höhere Kohlenwasserstoffe bilden (ähnlich der industriellen Fischer-Tropsch-Synthese, aber unter Mantelbedingungen).
- Gleichgewichtsverschiebung: Hoher Druck und die Anwesenheit reduzierender Phasen (Eisenoxide, Peridotit usw.) verschieben das Gleichgewicht zugunsten von CH₄ gegenüber CO₂.
- Quelle des Kohlenstoffs: Der Kohlenstoff stammt primär aus dem Carbonat (ultimativ aus dem Erdmantel oder aus der Subduktion), nicht aus biologischem Material.
Zusammenhang mit Golds Theorie
Thomas Gold argumentierte, dass solche abiogenen Prozesse in der Tiefe große Mengen an Methan und höheren Kohlenwasserstoffen erzeugen, die entlang von Rissen und Kanälen nach oben steigen und dort die bekannten Öl- und Gaslagerstätten speisen können.
Das Carnegie-Experiment zeigt die chemische Möglichkeit der Methanbildung unter Mantelbedingungen; es sagt jedoch nicht automatisch aus, wie viel davon tatsächlich an die Oberfläche gelangt oder wie groß der Anteil am globalen Kohlenwasserstoffinventar ist.
Die Chemie selbst ist experimentell belegt: Unter den genannten P-T-Bedingungen reagieren Carbonate, Eisenoxide und Wasser zu Methan.
Thomas Gold „Die Biosphäre der heißen Tiefe und der Mythos der fossilen Energieträger“
Hier das Video:
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8 Kommentare
Als erstes ist die abiogene Herkunft von CaCO3 ein Problem. Mir ist keine bekannt. Selbst Ausfällungen aus Meerwasser benötigen eine biogene Kalkquelle, aus der das CaCO3 als Hydrocarbonat in Lösung ging. Ein zweites, viel größeres Problem sind die Heteroverbindungen im Erdöl. Bei einem durchschnittlichen Gehalt von 3 % Schwefel beträgt der Anteil an Schwefelverbindungen z.B. auf Octan gerechnet ca. das Zehnfache, also ca 30 %. Nicht anders verhält es sich mit weiteren Hetroverbindungen, wenn auch in weit geringerem Ausmaß. Die Frage ist jedoch: Wie kommen die bei den genannten Bedingungen ins Erdöl, wenn diese genau die Bedingungen sind, mit denen man sie aus den Erdöldestillaten vor weiterer Verarbeitung oder Anwendung befreit? Ein drittes Problem ist die Herkuft längerer Kohlenwasserstoffketten und cyklischen Kohlenwasserstoffen, die bei den beschriebenen Bedingungen eher gespalten als gebildet werden, insbesondere, wenn diese Verbindungen die schon genannten Heteroverbindungen enthalten, wobei die Spaltprodukte außerdem den am FeO gebildeten Wasserstoff verbrauchen würden. Eine randständige Frage wäre, wo der viele Branntkalk geblieben ist, der bei der genannten Reaktion in großen Mengen anfallen würde.
Ich versäumte noch die Frage zu stellen, wo der viele aus der Atmosphäre auf biogenem Weg abgeschiedene Kohlenstoff als Equivalent zu 21 % Sauerstoff geblieben ist. Kohle enthält übrigens etwa so viel Schwefel wie Erdöl.
Eigentlich muss man nur verstehen, wie ein Kugelblitz physikalisch funktioniert, dann erübrigt sich ein Verbrennungsmotor sowieso und Akkus erst recht.
Man wird wohl kaum die abiotische These an Eliteunis lehren, wenn es nicht so wäre. Mal Astro- und Quantenphysiker konsultieren, wem die Möglichkeit gegeben ist. Vorsicht, da kann das bisherige Weltbild restlos kolapieren. Im Übrigen, durfte ich eine Anlage sehen, wo aus Wasser und CO² Kraftstoff synthetisiert wurde. Probleme je nach System der Ertrag zu Energieaufwand. Es gibt genug „Erfindungen / Wissen“, was man aus den unterschielichsten Gründen nicht auf die Menschheit losläßt bzw. loslassen kann. Schaut mal in der Vergangenheit der deutschen Firme Sunfire nach vor ca. 13 Jahren und wie eine weitere Technologie in die „Ölstaaten“ aus Deutschland verschwand.
Die Abiotische These hat einen heftigen Argumentationsmangel. Sie sagt, da abiotisch soll Rothschild liefern. Punkt. Jeder weitere Gedanke ist verboten!
Das Problem ist, „Rothschild“ liefert nicht. Jetzt kann man sich überlegen, woran das liegt und was man machen müsste, um Lieferungen zu erhalten. Dazu gibt es aber ein Denkverbot.
Die abiotische These gibt es seit über 70 Jahren und sie ist wahrscheinlich richtig. Das Problem: die Kavernen sind dennoch nicht so gefüllt, wie man sich das wünscht. Es muss also noch einen unklaren Mechanismus bezüglich an die Oberfläche treten geben. Und dann besteht die Idee der Tiefenbohrung in 15km Tiefe. Das tiefste Loch liegt irgendwo bei 12km und die Bohrung hat nicht funktioniert. Die Abiotiker befürworten nun nicht, dass man eine Tiefenbohrtechnik erforscht (wofür ich wäre) oder dass man schaut, wie Öl zusammenläuft (wofür ich wäre) oder dass man die veröffentlichten Öldaten kritisch beäugt (wofür ich wäre), sondern: ROTHSCHILD SOLL LIEFERN!!! Das macht sie seit 70 Jahren zu einer Sekte.
Die Frage ist aber, wie schnell Mutter Erde Kohlenwasserstoffe liefert. Und wenn sie nicht schnell genug liefert, wie schnell man wie viel tiefer bohren kann und zu welchen Kosten.
Die Klimaphantasten führen sich ja selbst ad absurdum, wenn sie den Ersatz fossiler Kohlenwasserstoffe durch frische Biomasse als klimaneutral labeln. Nach ihrer Logik wäre es einzig klimaneutral, wenn permanent so viel Biomasse der Bildung neuer Kohlenwasserstoffe zugeführt würde, wie unter nicht anthropogenen Bedingungen, also evtl. auch ohne immense Lebensmittelproduktion & – Verbrauch.
Wir hatten schon mal die Thematik, ob Öl tatsächlich fossilen Ursprungs ist oder nicht. Ich persönlich weiß zu wenig darüber, aber zumindest würde das ein weiterer Baustein sein, der die ganze Klimadiskussion weiter in sich zusammenfallen lässt! Narrative und Ideologien gehen meist zusammen wie Zwillinge und müssen fallen! Die Wahrheit wird sich irgendwann immer durchsetzen!
„Unter den genannten P-T-Bedingungen reagieren Carbonate, Eisenoxide und Wasser zu Methan.“
Wird mit CCS daraus ein Kreislauf, den man uns absichtlich verschweigt?
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