
Fossile Brennstoffe? Die biogene Theorie wissenschaftlich am Ende – Teil 1
Im ersten Teil geht es um die herrschende Lehre und ihre Risse – die Entstehung von Erdöl und Erdgas aus biologischen Fossilien. Das wird seit Jahrzehnten als falsch angegriffen, denn die Entstehung passiere im Erdinneren und völlig abiogen – dazu kommen wir in Teil 2.
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem vollbesetzten Hörsaal. Der Professor für Erdölgeologie zeichnet ein Bild an die Tafel: Vor 150 Millionen Jahren sinkt totes Plankton auf den Meeresboden, wird von Sedimenten begraben, unter Druck und Hitze in Kerogen umgewandelt und schließlich zu Erdöl gecrackt. „Fossiler Brennstoff“, sagt er. „Endlich.“ Die Studenten schreiben mit. Niemand stellt Fragen.
Dabei gäbe es welche. Viele sogar. Und sie sind so fundamental, dass die gesamte Lehrbuchweisheit ins Wanken gerät. Dieser zweiteilige Artikel legt dar, warum die biogene Theorie — also die Vorstellung, Erdöl und Erdgas seien aus toten Lebewesen und Pflanzen entstanden — wissenschaftlich nicht haltbar ist. Und warum die abiogene Theorie, nach der Kohlenwasserstoffe primordialen Ursprungs sind und kontinuierlich im Erdmantel entstehen, heute die experimentell besser gestützte, feldgeologisch validierte und thermodynamisch konsistente Erklärung darstellt. Sie wird von einer Reihe neuer, in Nature veröffentlichten Untersuchungen der letzten Jahre gestützt, darunter sogar Forschungen in den italienischen Alpen. Aber zunächst zu Teil 1.
Teil 1: Die biogene Theorie — was sie behauptet und wo sie versagt
Das Standardmodell
Die biogene Theorie besagt: Abgestorbenes Meeresplankton und Algen sinken in sauerstofffreie Sedimentbecken, werden über Jahrmillionen durch Druck und Temperatur in Kerogen umgewandelt und im „Ölfenster“ (60–120 °C) zu flüssigen Kohlenwasserstoffen gecrackt.
Die Hauptargumente der Biogeniker:
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Biomarker: In Erdölen finden sich Moleküle wie Porphyrine, Sterane und Hopanoide — strukturell ähnlich zu Chlorophyll und Sterolen aus lebenden Organismen
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Isotopen-Signaturen: Die δ13C-Werte vieler Erdöle liegen im Bereich organischen Materials (−20‰ bis −32‰)
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Lagerstätten-Korrelation: Die meisten bekannten Ölfelder liegen in Sedimentbecken mit nachgewiesenen Muttergesteinen
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Optische Aktivität: Manche Erdöle zeigen optische Rotation, was auf biologische Chiralität hindeuten könnte
Das klingt zunächst überzeugend. Aber nur solange man nicht genauer hinschaut.
Problem 1: Der thermodynamische Todesstoß
Die fundamentale Schwachstelle der biogenen Theorie liegt in der Thermodynamik.
Die Arbeit von Kenney et al. (2002, PNAS) — publiziert in einer der weltweit angesehensten Fachzeitschriften — führte eine rigorose thermodynamische Analyse des Wasserstoff-Kohlenstoff-Systems durch. (Quellenverzeichnis in der Anlage) Das Ergebnis ist vernichtend:
n-Alkane — die Hauptbestandteile von Erdöl — sind bei den Drücken und Temperaturen der oberen Erdkruste thermodynamisch nicht stabil. Ihre spontane Bildung aus organischem Material ist bei Krustenbedingungen durch den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik effektiv verboten.
Erst bei Drücken oberhalb von etwa 30 kbar — was Tiefen von rund 100 km entspricht — werden n-Alkane thermodynamisch stabil. Das liegt weit unterhalb jeder Biosphäre.
Anders formuliert: Die biogene Theorie verletzt den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Man kann tote Algen nicht einfach unter Druck setzen und Öl daraus machen — die Physik verbietet es.
Problem 2: Der Zirkelschluss der Biomarker
Die angeblichen Biomarker — das Kronjuwel der biogenen Argumentation — beruhen auf einem fundamentalen Zirkelschluss:
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Man definiert bestimmte Moleküle als „biologisch“
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Man findet sie im Erdöl
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Man schließt daraus auf biologische Herkunft
Dabei ignoriert man systematisch:
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Fischer-Tropsch-Synthesen produzieren verzweigte und zyklische Kohlenwasserstoffe — auch ohne Biologie. Die angebliche „Einzigartigkeit“ biologischer Moleküle existiert nicht
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Kontamination durch Mikroorganismen in der Lagerstätte ist über Jahrmillionen praktisch unvermeidbar. Öl ist biologisch besiedelt — natürlich finden sich dann Spuren von Mikroben
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Die optische Aktivität ist in den meisten Erdölen extrem schwach oder gar nicht nachweisbar — und durch chirale Mineralsäulen bei der Migration erklärbar
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Die „unveränderlichen“ Biomarker verändern sich dramatisch: Selbst die biogene Standardexperimentalmethode — die Hydrous Pyrolysis — produziert Ergebnisse, die bei genauer Betrachtung die biogene Theorie untergraben, nicht stützen. Die „Biomarker“, auf denen das gesamte Lehrbuchgebäude ruht, sind thermisch instabil und als Herkunftsnachweis unbrauchbar. Was als Beweis für biogene Entstehung gilt, ist in Wahrheit ein Artefakt gemeinsamer thermischer Geschichte. Bushnev, D.A., Burdel’naya, N.S. et al. (2026)
Problem 3: 496 Ölfelder, die es nicht geben dürfte
Weltweit existieren 496 dokumentierte Öl- und Gasfelder in präkambrischem kristallinem Grundgebirge in 29 Ländern. Das ist Gestein, das:
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Nie organisches Material enthielt
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Keine sedimentären Muttergesteine über sich hat
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Keine laterale Migrationspfade aus benachbarten Sedimentbecken aufweist
Das Dnieper-Donets-Becken in der Ukraine ist das Paradebeispiel. Die sowjetische und später ukrainische Wissenschaft wandte dort die abiogene Theorie als Explorationsleitfaden an — und erzielte eine Erfolgsquote von 57%. Über 50 Öl- und Gasfelder wurden im kristallinen Grundgebirge entdeckt, in einem Gebiet, das nach biogenen Kriterien als hoffnungslos galt.
Die biogene Theorie kann diese Felder nicht erklären. Die abiogene Theorie sagt sie voraus.
Problem 4: Reservoire, die sich von selbst wieder füllen
Mehrere Ölfelder zeigen das Phänomen der Nachfüllung: Erschöpfte Lagerstätten füllen sich über geologische Zeiträume wieder — mit Öl, das chemisch identisch mit dem ursprünglichen ist, aber andere Isotopen-Signaturen aufweist.
Das Eugene-Island-Feld im Golf von Mexiko ist ein prominentes Beispiel. Ein abgestorbenes Kerogen-Muttergestein kann sich nicht „nachfüllen“ — eine tiefe Mantelquelle sehr wohl.
Problem 5: Die Mengenfrage
Die schiere Menge an Kohlenwasserstoffen in der Erdkruste sprengt jeden biogenen Rahmen:
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Die Riesengasvorkommen im Deep Basin (12,5 × 10¹² m³), San Juan Basin und Milk River befinden sich in extrem feinkörnigen, praktisch undurchlässigen Tonsteinen — Gesteine, die klassischerweise als Mutter- oder Deckgesteine gelten, nicht als Speicher
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Die Jøtul-Hydrothermalquelle am arktischen Knipovich-Rücken (2024 entdeckt, 2025 publiziert) fördert 49,7–66,3 mM Methan — die höchsten jemals an einem mittelozeanischen Rücken gemessenen Konzentrationen. Das übertrifft selbst das legendäre Guaymas-Becken
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Allein die abiotische Methan-Produktion in Subduktionszonen wird auf 10,8 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt (Zhang et al., 2023)
Woher soll all dieses Gas aus organischem Material stammen — und wie soll es in undurchlässige Gesteine gelangt sein?
Quellenverzeichnis: Fossile Brennstoffe? Die biogene Theorie wissenschaftlich am Ende – Teil 1
Die politische Komponente
Jedenfalls wird der Begriffe der „fossilen“ Brennstoffe auch politisch genützt, indem „fossil“ der Behauptung der „erneuerbaren“ Energie entgegengesetzt wird, also alt versus neu. Nur – Energie ist nicht erneuerbar, so die Thermodynamik und die Erhaltungsgesetze der Physik.
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