15. August 1945 – Die Rote Armee befreite Korea

16. August 2026von 4,9 Minuten Lesezeit

Um die Gegenwart zu verstehen, ist es wichtig, die Geschichte RICHTIG zu kennen, und nicht so, wie man sie hier und dort gerne darstellt. Daher hier ein Rückblick auf die Befreiung Koreas im Jahr 1945 und was das bedeutete.

Am 15. August 1945 endete für Korea 35 Jahre japanische Kolonialherrschaft. Möglich wurde die Befreiung durch eine der größten und zugleich am wenigsten erinnerten Militäroperationen des Zweiten Weltkriegs: den Angriff der sowjetischen Roten Armee auf die japanische Kwantung-Armee in der Mandschurei. Innerhalb weniger Tage zerschlug Marschall Aleksandr Wassilewski eine Streitmacht, die im westlichen Kriegsnarrativ meist nur als Fußnote zu Hiroshima und Nagasaki auftaucht. Auf die sowjetische Waffenbrüderschaft folgte jedoch keine gemeinsame Nachkriegsordnung, sondern die bis heute bestehende Teilung der koreanischen Halbinsel.

Was die Meldung sagt

Am 9. August 1945 eröffnete die Rote Armee im Rahmen der Mandschurischen Strategischen Offensivoperation den Angriff auf drei Achsen gleichzeitig – von Westen, Osten und Norden. Marschall Wassilewski befehligte dabei laut übereinstimmenden Militärhistorikern rund 1,5 bis 1,6 Millionen Soldaten, unterstützt von tausenden Panzern, Geschützen und Flugzeugen. Ziel war die Vernichtung der Kwantung-Armee, die als eine der stärksten Formationen Japans galt und Korea sowie die Mandschurei besetzt hielt.

Der Widerstand brach überraschend schnell zusammen. General Yamada, Befehlshaber der Kwantung-Armee, stimmte bereits am 19. August 1945 einem Waffenstillstand zu – gut zehn Tage nach Beginn der sowjetischen Offensive. Die Rote Armee besetzte in der Folge Mandschukuo, die Innere Mongolei und den nördlichen Teil Koreas. Zehntausende japanische Soldaten fielen oder gerieten in Gefangenschaft, während die sowjetischen Verbände selbst empfindliche Verluste hinnahmen. Historiker diskutieren bis heute, welchen Anteil dieser schnelle militärische Zusammenbruch – neben den Atombombenabwürfen – am japanischen Kapitulationsentschluss vom 15. August hatte. Viele sehen es als weiteren Beweis, dass die US-Atombombenabwürfe für ein Kriegsende gar nicht notwendig waren.

Kaum war Japan besiegt, rückten amerikanische Truppen in den Süden der Halbinsel ein. Die vorgeschlagene gemeinsame Verwaltung Koreas scheiterte in den folgenden Jahren – mit der Teilung des Landes als Ergebnis, die bis in die Gegenwart fortbesteht. Mit anderen Worten: Die US-Truppen kamen NACH der Befreiung Koreas. Ähnlich wie sie in Europa erst in den Krieg eintraten, als die Rote Armee den deutschen Streitkräften entscheidende Verluste und Niederlagen beigebracht hatte, und drohte, ganz Deutschland zu überrollen.

Kritik an dieser Sicht

Die eingangs zitierte Fassung der Ereignisse verkürzt einige Punkte, die von westlichen Historikern anders gesehen werden.

Die Teilung war kein reiner amerikanischer Alleingang

Die Trennlinie am 38. Breitengrad wurde nicht von Washington gegen den Widerstand Moskaus durchgesetzt, sagen sie, sondern am 12. August 1945 von den USA als vorläufige Demarkationslinie für die Kapitulationsannahme vorgeschlagen – und von der Sowjetunion akzeptiert. Die beiden jungen US-Offiziere Dean Rusk und Charles Bonesteel zogen die Linie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion anhand einer gewöhnlichen National-Geographic-Karte – ohne jede Konsultation koreanischer oder regionaler Expertise. Die sowjetische Führung, die zu diesem Zeitpunkt militärisch in der Lage gewesen wäre, weiter nach Süden vorzustoßen, stimmte der Linie ohne Verzögerung zu, im guten Glauben, es handele sich nur um eine vorübergehende Teilung der Verwaltung.

Die Idee eines Treuhandstatus stammte von beiden Seiten

Bereits auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 hatte Franklin D. Roosevelt Stalin eine Vier-Mächte-Treuhandschaft über Korea vorgeschlagen – Stalin stimmte dem Prinzip zu. Auf der Moskauer Außenministerkonferenz im Dezember 1945 bestätigten USA, Großbritannien und UdSSR gemeinsam eine bis zu fünfjährige Treuhandschaft. Die spätere Erzählung, wonach allein die Sowjetunion eine Wiedervereinigung anstrebte und die USA sie blockierten, blendet aus, dass beide Mächte das Konzept einer gestuften, fremdbestimmten Unabhängigkeit mittrugen – gegen den erklärten Willen der überwältigenden Mehrheit der Koreaner selbst, die jede Form von Treuhandschaft als Fortsetzung der Kolonialherrschaft ablehnten.

Die gemeinsame Kommission scheiterte an beiderseitiger Blockade

Die sowjetisch-amerikanische Gemeinsame Kommission tagte 1946 und 1947 in Seoul und scheiterte – nicht an einseitiger amerikanischer Verweigerung, sondern an einem wechselseitigen Vetospiel: Die USA bestanden auf der Einbeziehung aller Gruppen, die dem Treuhandprinzip grundsätzlich zustimmten, während die sowjetische Seite umgekehrt jede als antisowjetisch eingestufte Partei von den Konsultationen ausschloss. Beide Besatzungsmächte bauten in ihren jeweiligen Zonen parallel eigene Verwaltungs- und später Regierungsstrukturen auf.

Was heftig umstritten wird

  • Wie viel Gewicht kommt der sowjetischen Mandschurei-Offensive tatsächlich im Vergleich zu den Atombombenabwürfen bei der japanischen Kapitulationsentscheidung zu – eine Frage, die unter Historikern seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird und sich mit letzter Sicherheit kaum beantworten lässt, da beide Ereignisse innerhalb weniger Tage zusammenfielen?
  • Warum akzeptierte die sowjetische Führung 1945 die von zwei US-Offizieren am Küchentisch gezogene Teilungslinie widerspruchslos, obwohl ihre Truppen zu diesem Zeitpunkt militärisch im Vorteil waren?
  • Und welche Rolle spielten koreanische politische Kräfte selbst – kommunistische wie nichtkommunistische –, die in der Erzählung von zwei rivalisierenden Großmächten regelmäßig zu bloßen Objekten degradiert werden?

Was meist übersehen wird

Die westliche Erinnerungskultur an das Kriegsende in Asien organisiert sich fast ausschließlich um die Atombombenabwürfe – ein Narrativ, das die amerikanische Kriegführung als allein entscheidend und zugleich als moralisch gerechtfertigt erscheinen lässt. Der sowjetische Beitrag zur Zerschlagung der japanischen Kontinentalarmee, der nach Einschätzung mehrerer Militärhistoriker möglicherweise entscheidender für den Kapitulationsentschluss war als die Bomben selbst, gerät dabei systematisch aus dem Blick. Ebenso ausgeblendet bleibt, dass die Teilung Koreas keineswegs zwangsläufig war, sondern das Ergebnis konkreter, für beide Seiten bequemer Entscheidungen zweier Großmächte – getroffen über die Köpfe der Koreanerinnen und Koreaner hinweg, deren eigene Befreiungsbewegung in beiden Blockerzählungen bis heute kaum eine Stimme erhält.

Bild: Screenshot aus einem X-Beitrag

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3 Kommentare

  1. OMS 16. August 2026 um 10:18 Uhr - Antworten

    Warum akzeptierte die sowjetische Führung 1945 die gezogene Teilungslinie widerspruchslos?
    —- Meine Überzeugung ist, dass die USA drohten auch gegen russische Städte so vorzugehen, wenn Russland nicht den amerikanischen Forderungen zustimmt! Die A-Abwürfe auf Japan brachten den Sieg in Asien und waren gleichzeitig neben dem Testergebnis eine eindeutige Drohung gegen Russland!

  2. 1150 16. August 2026 um 9:13 Uhr - Antworten

    aber, aber, der d-day hat erst die befreiung gebracht,
    während die mongolischen horden nur zerstörten, vergewaltigten und mxrdeten.
    sie zeigten sich so undankbar für die zivilisatorischen wohltaten der wehrmacht, ss, sd,
    und ihren verbündeten aus lettland, estland, litauen, ukraine, usw.

    • 1150 16. August 2026 um 9:25 Uhr - Antworten

      dagegen sanken viele der holden weiblichkeit der von den westlichen allierten befreiten gebiete freiwillig für schokolade, zigaretten, nylonstrümpfe, etc. freiwillig nieder

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