Vom 10. bis 11. Oktober 2026 findet das vierte Omniwar-Symposium statt. Unter dem Titel „The Capture of Academia“ analysieren Jacob Nordangård, David A. Hughes, Daniel Broudy, Ursula Edgington und Susanne Dodillet, wie die westlichen Universitäten systematisch von Oligarchen-Stiftungen, Geheimdiensten und technokratischen Eliten übernommen wurden. Moderiert wird die abschließende Diskussionsrunde von Debbie Lerman.
Klima als Hebel der Kontrolle
Jacob Nordangård, Autor von Rockefeller – Das Spiel kontrollieren, zeigt in seinem Beitrag, wie die Theorie des menschengemachten Klimawandels die Akademia eroberte. 1988 erklärte die UN-Generalversammlung den Klimawandel zur „gemeinsamen Sorge der Menschheit“ und gründete das IPCC. Der Kalte Krieg wurde durch den „Warm War“ abgelöst. Forscher, die die Theorie bestätigten, erhielten riesige Ressourcen; Skeptiker wurden als „Klimaleugner“ und Handlanger der Ölindustrie gebrandmarkt und ausgegrenzt.
Nordangård führt die Wurzeln bis in die 1950er Jahre zurück: Die Rockefeller Foundation und der Rockefeller Brothers Fund steuerten gezielt Institutionen wie das Scripps Institution of Oceanography und das International Meteorological Institute in Stockholm. Das Ziel: ein weltweites digitales Klimaschutz-System. Im Jahresbericht 2005 der Rockefeller Brothers Fund heißt es unmissverständlich: „Die Erwärmung des Klimas ist ein globales Thema, das jede denkbare Facette der menschlichen Gesellschaft berührt. Darin liegt unsere Chance.“ Klima ist damit vor allem ein Instrument globaler sozialer, politischer und wirtschaftlicher Kontrolle.
Von der freien Universität zum Steuerungsapparat
Susanne Dodillet beschreibt in ihrem Vortrag den Wandel der modernen Universität von einem Ort humanistischer Reflexion zu einem Apparat sozialwissenschaftlicher Governance. Am schwedischen Beispiel zeigt sie, wie amerikanische Forschungsphilanthropie im 20. Jahrhundert eine empirische Sozialwissenschaft aufbaute, die Gesellschaft messbar und steuerbar machen sollte. Sobald soziale Fragen zu Messobjekten wurden, hörten sie auf, moralische und politische Angelegenheiten zu sein – und wurden technische Probleme, deren Lösung die Geldgeber definierten.
Der Wohlfahrtsstaat, der um diese Strukturen wuchs, sorgte für die Menschen und entwaffnete gleichzeitig ihre Fähigkeit, sich gegen die Machtkonzentration zu wehren. Die Universität ist in diesem Sinne strukturell korrupt: Nicht die Qualität des Denkens entscheidet, sondern die Interessen der Geldgeber, welche Fragen gestellt und welche Antworten Autorität gewinnen.
Geheimdienste, Lehrerausbildung und Begriffszerstörung
David A. Hughes legt dar, wie die anglo-amerikanische Akademie seit dem Zweiten Weltkrieg tief in den Nationalen Sicherheitsstaat eingebettet ist. 70 Prozent der US-Forschungsgelder kamen nach dem Krieg von Bundesbehörden, der Rest von Stiftungen wie Ford, Rockefeller und Carnegie. Die CIA beeinflusste massiv Sozialwissenschaft und Verhaltensforschung (MKULTRA an 44 Universitäten). „Defence Intellectuals“ dienten der Macht, statt der Gesellschaft kritisch gegenüberzutreten. Die Weigerung der Akademia, strukturelle Ereignisse wie 9/11 oder COVID-19 kritisch zu hinterfragen, entlarvt den Anspruch, „Wahrheit zur Macht“ zu sprechen, als Lüge.
Ursula Edgington analysiert, wie Korruption und Propaganda die Lehrerausbildung infiltrieren. Universitäre Lehramtsprogramme unterdrücken „unbequemes Wissen“, schränken den Zugang zu breiten Curricula und kritischem Denken ein und zensieren Forschung. Die Folgen für Schulen, Familien und Gesellschaft sind katastrophal.
Daniel Broudy zeigt abschließend, wie Elite-Universitäten (Harvard, Princeton, Yale, Cambridge, Oxford) systematisch Schlüsselbegriffe umdefinieren – insbesondere die Unterscheidung von Mann und Frau. Die Kontrolle über Konzepte und Sprache ist der erste Schritt zur Umformung junger Köpfe für eine Zukunft totaler, fragloser Dienstbarkeit.
Akademia als Schlachtfeld
Das Omniwar-Symposium macht deutlich: Die Universitäten sind kein neutraler Raum der Wahrheitssuche mehr. Sie sind erobertes Terrain in einem vertikalen Krieg der transnationalen kapitalistischen Elite gegen die restliche Menschheit – einem Krieg um die Kontrolle über Denken, Sprache, Natur und den Menschen selbst. Wer die Wurzeln dieser Entwicklung verstehen will, sollte die Vorträge nicht verpassen.
Anmeldungen und weitere Informationen unter omniwar.org.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
4 Kommentare
Das Studieren von fake-Wissenschaften ist sinnlos. Die Zeit kann besser verwendet werden.
Ach du Schreck! Noch ein Omniwar-Symposium … und ich bin noch andernorts bis über beide Ohren mit dem Gebiet beschäftigt. In einer besseren Universitätswelt als derjenigen die wir haben, würde dieses Symposium im Audimax vor hunderten Gästen vorgeführt werden und für Wochen lebhafte Diskussionen auf dem Campus, in den Mensen und Kaffeecken auslösen. Es belastet nicht nur, dass die Wirklichkeit rein gar nichts mit dieser Idee zu tun hat. Es zerreisst und es macht krank. Der Mensch ist nicht für das Leben unter der Lüge gemacht. Ich jedenfalls bin es nicht. Man hat das Recht, Dinge nicht wissen zu wollen, wie ich vor einiger Zeit instruiert wurde. Dienen Wissenschaft und Universität etwa nicht der Suche nach der Wahrheit? Nun, vielleicht nur für ein altes Greenhorn wie mich, dass den Schuss nicht gehört hat und alles auf die harte Tour lernen muss. Ich hatte Ihnen in diesem Forum schon einmal davon erzählt (der Gedanke treibt mich seit Jahren um): Wie nämlich, wenn es an den Universitäten viele gibt, die von Anfang an genau verstanden haben, worum es geht, und trotzdem mitgemacht haben? Was geht in solchen Köpfen und Herzen vor sich? Nein, ich meine nicht Angst. Das ist zu billig (und ich halte es für ein Ablenkungsmanöver)! Ich meine Dünkelhaftigkeit, Erbstandestum und die sorgsam über Generation gepflegte Überzeugung, man sei etwas Besseres als die gewöhnlichen Leute (das Wort „Mensch“ hier bewusst vermieden). Ich meine die Überzeugung, man habe das Recht (und vielleicht sogar die Pflicht), die Herde zu vergeuden. Es ist ja nicht so, dass einen von uns trifft, nicht wahr? Sind nicht dies die wahren Kandidaten, für die wir sensibel werden müssen, wenn wir uns auf die von Hughes angeratene Suche nach dem neuen Klassenbewusstsein begeben. Die, angesichts derer Shakespeare seinen Hamlet sagen ließ: „Schreibtafel her! Ich muss mir’s niederschreiben, dass einer lächeln kann und immer lächeln. Und doch ein Schurke sein!“
Fremdgesteuert – eigentlich Standartthema und betrifft alle Bereiche des Lebens zur gezielten Meinungsbildung um gewünschte Ergebnisse zu erhalten unabhängig von dem Wahrheitsgehalt zum Machterhalt und für Realisierung finanzielle Interessen.
Es gibt eine interessante Doku von arte – „Benutzt und gesteuert, Künstler im Netz der CIA“. Sie behandelt den Aufstieg abstrakter Kunst und gewisser Literatur in der Nachkriegszeit – finanziert durch oben genannte Institution.
2000 studierte ich einige Jahre an einer öster. Kunstuniverstät – damals kam das Thema queer & co stark auf die Universitäten, in Vorlesungen … (bis es 20J später in Hintertupfing ankam). Erst im Rückblick fällt auf, wie gesteuert die ach so freie Kunst ist, nach wie vor. Inzwischen ist es eine Auszeichnung, als Künstler keine Auszeichnung und großen Erfolg zu haben :-)
Nicht erst auf den Universitäten – schon im Kindergarten und in den Schulen beginnt die staatstreue Indoktrinierung und Gesellschaftsformung.
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