Die UN-Generalversammlung hat einen ganzen Tag – nämlich heute – dem Vorantreiben des Abschlusses des PABS-Abkommens und des Pandemievertrags sowie der Forderung nach Geld für die Pandemievorsorge gewidmet.
Bei der UN-Generalversammlung wurde ein ganzer Tag aufgewendet, um den Pandemievertrag abzuschließen. “ Das zeigt uns, wie wichtig das den Globalisten ist und wie verzweifelt sie sind, es durchzusetzen“, urteilt eine Boebachterin.
Pandemievorsorge und die WHO bleiben ein zentrales Thema der UN. Über 100 Diplomaten haben am Freitag für das PABS-Abkommen, der Anhang des Pandemievertrages, der auch den gesamten Vertrag weiterhin blockiert, lobbyiert. Dafür gab es ein eigenes „High-Level-Meeting der UN-Generalversammlung zur Pandemievorsorge“.
Die Journalistin und Wissenschaftlerin Meryl Nass war eine der wenigen Beobachter, die sich das Meeting ganz angehört hat und teilte ihre Notizen: „Am Ende kam der Widerstand gegen die Pandemie-Agenda der UN offen zum Vorschein, und ich musste lächeln.“
Der Bericht von Nass bringt einige interessante Details zu Tage und sieht letztlich weiterhin gröberer Probleme für die WHO:
Der Präsident der Generalversammlung und der Präsident des Wirtschafts- und Sozialrats erzählten uns, wie weit wir wissenschaftlich fortgeschritten seien, wie viel wir schon erreicht hätten und dass die Nationen zusammenarbeiten und den Pandemievertrag fertigstellen müssten. Der Generalsekretär ließ über seinen Stellvertreter ausrichten:
- Zuerst müsse die Finanzierungslücke geschlossen werden.
- Zweitens müsse der One-Health-Ansatz übernommen werden.
- Und schließlich sei Gerechtigkeit nicht optional. Alle Länder bräuchten Zugang zu lebensrettenden Mitteln. Das PABS-Abkommen sei entscheidend.
Dann sprach Tedros. Er wiederholte die Forderung, das PABS-Abkommen abzuschließen. Er beharrte darauf, dass die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) und der Pandemievertrag die nationale Souveränität nicht einschränken. Dabei verlangen sie von den Staaten, ihre Bürger zu zensieren. Tedros hat in allen Entwürfen des Pandemievertrags in der Souveränitätsfrage gelogen – die Entwürfe griffen die Souveränität eindeutig an. (In mehreren Fassungen durfte der Generaldirektor beispielsweise nach Belieben Pandemien oder gesundheitliche Notlagen ausrufen und den Staaten dann vorschreiben, wie sie zu reagieren haben.) Das ist ein heißes Eisen. Viele Länder wollen in keiner Sache Souveränität abgeben, und manche Verfassungen verbieten sogar, Abkommen einzugehen, bei denen Rechte abgetreten werden.
Tedros hatte nur eine Bitte an die Generalversammlung: Schließt das PABS-Abkommen ab.
Anschließend sprach Helen Clark aus Neuseeland. Sie war Co-Vorsitzende des „Independent Panel for Pandemic Preparedness and Response“ (IPPR), das die WHO eingerichtet hat, um sich vor Kritik an ihrem Umgang mit COVID-19 zu schützen. Sie wiederholte im Wesentlichen das, was die Vorredner gesagt hatten, forderte aber noch deutlicher Geld: „Es muss mehr am Anfang investiert werden.“ „Es muss ein Weg durch die aktuelle Sackgasse bei den PABS-Verhandlungen gefunden werden.“ „Gemeinsam könnten wir COVID-19 zur letzten Pandemie machen.“
Globalistischer geht es kaum: Helen Clark ist Vorstandsvorsitzende von GAVI, Präsidentin des RIIA (Chatham House), dem älteren britischen Pendant zum CFR und Ursprung so mancher Unruhe der letzten 100 Jahre. Sie gehört zu The Elders und war Administratorin des UN-Entwicklungsprogramms.
Der EU-Vertreter (der zugleich mehrere kleine Länder vertrat, die noch nicht in der EU sind – also rund 30 Staaten) stimmte allen zu, sagte aber, es gebe rote Linien beim vorgelegten Dokument. Abgesehen von den USA war das die schärfste Sprache, die ich den ganzen Tag gehört habe. Die Pandemie-Erklärung, die die UN den Mitgliedern zur Zustimmung vorgelegt hatte, ist also in großem Stil am Konsens gescheitert. Das waren Europas rote Linien:
- Technologietransfer muss freiwillig und zu gegenseitig akzeptablen Bedingungen erfolgen.
- Die Erklärung schweigt zu einem notwendigen globalen Finanz-Tracker (wer zahlt wie viel).
- Es fehlt jeder Hinweis auf bestehende wichtige Akteure wie den Pandemie- und Epidemie-Intelligence-Hub der WHO.
Die Pandemie-Erklärung der UN hat mehrere Entwürfe durchlaufen; der aktuelle Entwurf ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Hier ist eine frühere Fassung.
Die Afrika-Gruppe (Burundi sprach für die rund 50 Staaten der Gruppe) forderte primäre Gesundheitsversorgung, 1,5 Milliarden Dollar Hilfe für Ebola-Reaktion und Wiederaufbau sowie 15 Prozent der nationalen Haushalte für Gesundheit, wie in einem früheren Abkommen festgelegt. Sie verlangen Änderungen bei den Schulden. Was genau damit gemeint war, war mir nicht klar, aber Schuldenerlass, längere Rückzahlungsfristen und Kredite an bisher als unzuverlässig geltende Länder hatte die UN vor drei Jahren im Rahmen ihrer neuen Finanzarchitektur vorgeschlagen. Sie forderten Maßnahmen gegen den Abzug qualifizierter Gesundheitskräfte aus Entwicklungsländern (Braindrain) und eine bessere lokale Ausbildung. Der rasche Austausch von Erregern und Sequenzinformationen müsse mit einem gleichwertigen Nutzenausgleich einhergehen. Nachhaltige Ernährungs- und Agrarsysteme seien für die Pandemievorsorge notwendig. Das war die einzige Erwähnung von Nahrung den ganzen Tag über – aber sie ist wichtig, weil dieser Redner fast ganz Afrika vertritt. Ich vermute, sie fürchten eine Hungersnot, so wie ich.
Man sieht, dass dieses High-Level-Treffen am 5. Tag der UN-Generalversammlung nicht besonders beliebt ist.
Die meisten Diplomaten sprachen von „Universal Health Care“ und nicht von „Universal Health Coverage“ (was die UN fordert). Das Ziel der flächendeckenden Absicherung ist meiner Meinung nach ein sprachlicher Trick, um irgendwelche Stellen dazu zu bringen, irgendwo Krankenversicherungen für alle zu bezahlen. Ich bin froh, dass die Redner nicht auf das Ziel „Coverage“ statt tatsächlicher Gesundheitsversorgung hereingefallen sind.
Die Ärztin und Juristin Erica Schwartz, CDC-Direktorin, sprach für die USA. Sie sagte, man habe die Verbote für gefährliche Forschung verschärft und beende Gain-of-Function-Forschung. Jedes Land brauche die Kernfähigkeiten innerhalb der eigenen Grenzen, um Infektionskrankheiten zu erkennen und darauf zu reagieren. (Vermutlich heißt das: Die USA meinen, die Welt brauche weder die WHO noch zentrale Behörden für das Pandemiemanagement.) Sie betonte, dass bei PABS in der WHO kein Konsens erreicht worden sei und die USA das Abkommen nicht unterstützten.
Unterm Strich ist die Pandemie-Erklärung, die der teuren Pandemievorsorge-Agenda und dem PABS-System extra Schwung geben sollte, gescheitert. Hier ein Auszug aus dem AP-Bericht von heute Abend:
Seit den Tiefen der Coronavirus-Pandemie sind verschiedene neue internationale Fonds, Kooperationen, wissenschaftliche Programme und Abkommen entstanden, um Pandemiebedrohungen besser anzugehen.
Die internationale Gemeinschaft ringt jedoch mit tiefen Gräben in dieser Frage – und die wurden am Freitag deutlich, als die Länder keinen Konsens über eine Erklärung erzielen konnten, die das Sondertreffen zur Pandemie abschließen sollte.
Rahman sagte, die Mitglieder der Generalversammlung würden das Dokument später prüfen.
Die der Associated Press vorliegende Entwurfserklärung bekräftigt die Absicht, die Vorsorge auszubauen und die Koordination innerhalb der Länder und zwischen ihnen zu verbessern.
Das Dokument fordert mehr Finanzierung, den Ausbau von Laborkapazitäten und besseren Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen. Weitere Bestimmungen des weit gefassten Entwurfs befürworten den Kampf gegen Impfskepsis und gesundheitsbezogene Desinformation, geschlechtergerechte Politiken und den universellen Zugang zu Familienplanung und sexueller Gesundheit bis 2030.
Ja, es war alles dasselbe, woran die WHO jahrelang gearbeitet hat. Universelle Gesundheitsversorgung. Reproduktive Gesundheit. Psychische Gesundheit. Zensur. FINANZIERUNG.UN und WHO wirken zunehmend irrelevant. Ihre globalistischen Auftraggeber müssen sich etwas Neues einfallen lassen.
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Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 
WHO-Pandemievertrag hängt weiter fest
Die Fake-Verhandlungen um den WHO Pandemievertrag
1 Kommentar
Alter Wein in halbneuen porösen Schläuchen…
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